Offener Brief von Sexy Star nach dem Vorfall bei AAA’s „TripleMania XXV“: Die 34-jährige weist alle Vorwürfe von sich, deutet an, dass Rosemary keine Verletzung erlitten habe, und sieht eine Hetzkampagne gegen sich!

05.09.17, von Benjamin "Cruncher" Jung

Eines der bestimmenden Themen in der Welt des Pro-Wrestlings war in der letzten Woche sicherlich der Vorfall zwischen Sexy Star und der ehemaligen GFW Knockouts Championesse Rosemary, welcher sich bei AAA’s Jahreshighlight „TripleMania XXV“ ereignete. (Wir berichteten bereits mehrfach unter den folgenden Links über den Vorfall: Klick und Klick!) Am gestrigen Montag veröffentlichte Sexy Star nun einen offenen Brief, in welchem sie sich zu besagtem Vorfall und den Vorwürfen ihr gegenüber äußerte. Diesen wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten. (Anzumerken sei hierbei noch, dass wir versucht haben, das Statement so wortgetreu wie nur möglich wiederzugeben.)

Monterrey, 04.09.17

Zuerst einmal möchte ich den Leuten danken, die mir in den letzten Tagen mit ihrer Unterstützung zur Seite standen und mich in dem womöglich härtesten Abschnitt meiner Karriere unterstützt haben.

Wie einige bereits wissen werden, bin ich am vergangenen Samstag bei dem Event TripleMania XXV aufgetreten. Die Firma AAA, hatte mich als Independentwrestlerin für einen Titelkampf verpflichtet. Ich trat bei besagtem Event als Sexy Star auf, eine Person, die ich nun seit elf Jahren verkörpere.

Anfangs hatte man mich informiert, dass es sich bei diesem Kampf um ein Reina de Reinas handeln werde. Ursprünglich war es als Singles Match geplant. Später wurde mir dann mitgeteilt, dass man zwei weitere Teilnehmerinnen in das Match inkludieren würde. Unter diesen beiden Frauen befand sich eine Nordamerikanerin, die der Firma Global Force Wrestling zugehörig ist. Besagte Nordamerikanerin wurde von AAA als Externe verpflichtet und war, meines Wissens, noch nie für eine mexikanische Firma aufgetreten. Ich selbst, habe sie erst wenige Minuten vor dem erwähnten Kampf kennengelernt.

Wie ich es bereits seit mehr als zehn Jahren mache, besprach ich mich auch vor dem Match mit meinen Kolleginnen, mit denen ich in den Ring steigen werde, um das bevorstehende Event zu koordinieren.

Da es ein Brauch von mir ist, und besonders unter dem Gesichtspunkt, dass ich es mit einer Ausländerin zutun hatte – die Wrestlingstile variieren stark je nach Land – fragte ich die nordamerikanische Wrestlerin, ob sie sich wohlfühle mit dem was wir vorhaben oder ob sie etwas ändern wolle, um eine möglichst sichere Show zu gewährleisten. Diejenigen, die mich kennen und bereits mit mir in den Ring gestiegen sind, wissen, dass ich immer so vorgehe, um möglichen Unfällen vorzubeugen. Dem zugrunde liegen die ethischen Werte, die von Haus aus vermittelt wurden. Ich habe immer schon ein Gespür für die Gefahren gehabt, denen wir uns in dieser Sportart aussetzen, sei es der erste oder der hundertste Kampf. Ich möchte klarstellen, dass sie mich in keinem Moment gebeten hat, ihr irgendetwas bezüglich der Abläufe zu erklären. Ich habe folglich angenommen, dass sie alle Abläufe kennen und unter Kontrolle haben würde.

Es kam der Moment des Kampfes. Ich habe also den Ring betreten, um, wie ich es seit Jahren regelmäßig tue, einen Charakter zu verkörpern und eine Show für ein wrestlingbegeistertes Publikum abzuliefern. Ich habe hierbei den Charakter Sexy Star verkörpert, der besonders durch Energie, Leidenschaft und Aufopferungsbereitschaft gekennzeichnet ist – und schon immer entsprechend gekennzeichnet war.

Der Kampf neigte sich dem Ende zu und die Nordamerikanerin befand sich in meinem Aufgabegriff. Dies ist ein Aufgabegriff, und das möchte ich mit aller Deutlichkeit betonen, mit niedrigster Gefährlichkeit, den ich bereits mehrfach in meiner Karriere angewendet habe.

Nach dem Kampf konnte sich die ausländische Frau ohne Probleme und auch ohne medizinische Hilfe aufrichten. Man fuhr also mit dem üblichen Protokoll fort. Martha Villalobos, die ich von ganzem Herzen schätze, respektiere und die mir in den Anfängen meiner Karriere auch unterstützend zur Seite stand. Sie hat mir beigebracht, nach einem Sturz wieder aufzustehen und mit den Höhen und Tiefen die eine Wrestlingkarriere mit sich bringt umzugehen.

Nach 20 Minuten und einer abgeschlossenen Titelübergabe, begab ich mich zu den Umkleidekabinen. Dort wurde ich von Mitarbeitern von Global Force Wrestling, welche in einer Geschäftsbeziehung zu AAA stehen, konfrontiert. Sie sagten mir in ihrer Landessprache, dass die Frau, die ich im Kampf zur Aufgabe brachte, eine Verletzung erlitten hatte. Dies erschien mir merkwürdig, da sie, wie ich mich erinnere, keine Hilfe benötigte, um den Ring zu verlassen.

Umgehend, und nicht nur aus ethischen Gründen, sondern auch weil ich besorgt war, begab ich mich auf die Suche nach ihr, um zu sehen wie es ihr geht. Ich habe sie im Produktionsraum aufgefunden, wo sie sich stehend mit einer Kollegin unterhielt. Sie hielt sich lediglich einen Kühlakku an ihren Ellbogen. Es war weder ein Mediziner noch eine Person, die nach ihr schaute, anwesend. Auch hatte sie sich nicht auf eine Trage gelegt, was nach Sicherheitsprotokoll bei Verletzungen notwendig gewesen wäre. All das hatte mich beruhigt, denn ich konnte mit eigenen Augen sehen, dass es ihr gut ging und ich sie nicht verletzt hatte. Auch der Talentkoordinator der AAA hatte mir versichert, dass alles in Ordnung sei. Ich begab mich also zusammen mit meinem Ehemann aus der Arena, in dem Wissen, dass alles gut sei. Außerdem hatte es auch keinerlei Restriktionen zu meinem Verlassen der Arena gegeben, die Dorian Roldan, Besitzer der Firma, erteilt hätte, wenn es irgendeine Art von Problem gegeben hätte.

Auch sollten Sie wissen, dass ich nie irgendeine Art ärztliches Dokument zu Gesicht bekommen habe, welches die Verletzung besagter Wrestlerin bestätigt.

Die Situation rund um die Wrestlerin hatte mich besorgt, jedoch hatte ich mich, wie bereits erwähnt, versichert, dass es ihr gut ginge. Die Abwesenheit von Ärzten und der Mangel an, ein in dem Falle einer Verletzung notwendigem, medizinischen Vorgehen, sowie die Tatsachen, dass ich sie mit eigenen Augen sah, zeigten mir, dass sie nicht verletzt war. Ich selbst habe mich bereits in der Opferrolle befunden und glauben Sie mir, in dieser Nacht bei TripleMania XXV, nach dem Reina de Reinas Kampf, hat es keine Verletzung gegeben.

Am nachfolgenden Tag wurde ich in den sozialen Netzwerken heftig angegangen. Darunter befand sich auch ein Hassbrief der nordamerikanischen Wrestlerin, in dem sie ohne irgendeine Art von ärztlicher Bestätigung behauptete, dass ich sie absichtlich verletzt hätte.

Dieser Brief ging relativ schnell viral und wurde auch von nordamerikanischen Wrestlern und Wrestlerinnen retweetet, mit denen ich noch nie zusammengearbeitet habe, die sich aber dennoch über meine angeblich unprofessionelle Einstellung ausließen. Der Brief hat mittlerweile 4.000 Retweets.

Das Mobbing in den sozialen Medien nahm immer weiter zu, auch schalteten sich nun Blogger und Massenmedien ein, die weder vor Ort waren, noch überhaupt über das Event berichtet hatten und die nicht einmal in Mexiko arbeiten. Diese Medien scheuten nicht davor zurück, Überschriften wie: „Sie kugelte ihr absichtlich die Schulter aus“ oder „Sie brach ihr mit Absicht den Arm“ zu verwenden. Auch bestätigte man die angebliche Verletzung, einzig und allein basierend auf dem Twitterbeitrag der US-Amerikanerin. Des Weiteren zeigte man das Ende des Kampfes bei TripleMania XXV aus verschiedenen Winkeln. Aus keinem dieser Winkel geht jedoch hervor, dass die Frau sich verletzt hat. Vielmehr sieht man, wie sie, ihre Arme nutzend, den Ring verlässt. Es wird sogar so weit gegangen, zu behaupten, dass ich die Verletzung absichtlich dadurch hervorgerufen hätte, dass ich meine Hüfte angehoben hätte. Auch dies wird in dem Video nicht ersichtlich. Die Meinungen der Kolumnisten im Netz gehen bezüglich der Härte der Verletzung auseinander. Einige sprechen von einer Schulterverletzung, andere vom Ellbogen, und wieder andere sprechen vom kompletten Arm.

Ich möchte klarstellen, dass man in dem Video, welches im Internet zirkuliert, Sexy Star sieht. Einen Charakter, der mit der Energie, die ihn charakterisiert, diesen Aufgabegriff ausführt.
Bis der Schiedsrichter den Kampf für beendet erklärt, löst der Charakter Sexy Star diesen Griff nicht. Ich kann desweiteren auch aufzeigen, dass ich diesen Griff schon mehrfach exakt gleich ausgeführt habe. Man kann es in der nordamerikanischen Wrestlingserie sehen, Teil derer ich momentan bin. Die Kollegin, mit der ich in dieser Serie, diesen Griff ausführte, ist absolut unverletzt, da es eine der, wie ich bereits versicherte, ungefährlichsten Aktionen im mexikanischen Wrestling ist. Ich habe diese Aktion noch nie in meiner Karriere falsch ausgeführt, noch habe ich jemals irgendjemanden damit verletzt.

Am vergangenen 30. August hatte ich mein elfjähriges Jubiläum als aktive Wrestlerin. Ich habe für diesen Sport immer alles gegeben. Mein Körper hat dies nicht unbeschadet überstanden. Ich hatte immer den größten Respekt vor diesem Sport. Das fängt für mich damit an, dass ich den Körper meines Gegners oder meiner Gegnerin, unabhängig der Nationalität, mit Respekt behandle und darauf achtgebe. Diesen Respekt habe ich von zu Hause mit auf den Weg bekommen, aber er ist auch das Vermächtnis, das mir meine Lehrer und Lehrerinnen des Lucha Libres indoktriniert haben. Ich bin mir sicher, dass, wenn man meine Ausbilder fragt, ob ich jemals jemanden absichtlich verletzt habe, sie antworten werden, dass dies noch nie vorgekommen ist.

Diesen Brief widme ich meinen Lehrern und denen, die mir in den letzten Tagen zur Seite standen. Sie kennen mich und sind die einzigen, welche eine Aussage darüber, was wirklich passiert ist, verdienen. Aber vor allem widme ich diesen Brief Sexy Star, einer Person, die für viele Menschen für Ehre, Aufrichtigkeit, Respekt, Aufopferungsbereitschaft und Leidenschaft steht. Ich, die Privatperson Dulce María García Rivas, habe die letzten elf Jahre dieselben Werte vertreten. Und ich lasse nicht zu, dass diese Person durch falsche Anschuldigungen diskreditiert und diffamiert wird.

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6 Antworten zu “Offener Brief von Sexy Star nach dem Vorfall bei AAA’s „TripleMania XXV“: Die 34-jährige weist alle Vorwürfe von sich, deutet an, dass Rosemary keine Verletzung erlitten habe, und sieht eine Hetzkampagne gegen sich!”

  1. Ach und jetzt wieder rausreden wollen sind mir die richtigen.
    Also war es von Rosemary Einbildung das sie verletzt wurde ???
    Sie als betreffende wird es am besten wissen! Dann sind ja laut Sexy die Twits von Rosemary falsch.
    Wenn man scheiße baut soll man auch dazu stehen Punkt fertig!

  2. Thor Boysen sagt:

    Komisch nur, dass Sexy Star schon seit Jahren einen „gewissen Ruf“ hat…!!! Rosemary hingegen überall geschätzt wird! Wie kommt das bloß…???

  3. Eine Armbar ist also ein ungefährlicher Move? Sag das mal Ronda Rousey. Und so wie sie in dem Video nach Ende des Matches nochmal nachgegriffen hat WOLLTE sie ihre gegnerin verletzen.

  4. Das Volk hat gesprochen, das Volk weis alles ! …

  5. JennyTG sagt:

    nebenbei…

    Ist Rosmary nicht Kanadisch und nicht „US-Amerikanisch?“ 😉

    Übrigens ein sehr nervieger „Style“ in dem der Brief geschrieben wurde. Andeutungen statt Namen… brrr

  6. @JennyTG:

    Ich lese in dem Brief lediglich „Nordamerikanerin“ was auch völlig in Ordnung ist denn Kanada liegt soweit ich mich erinnere auf dem Nordamerikanischen Kontinent.

    Ich mag Sexy gerne und würde mich auch als Fan ihrer Arbeit bezeichnen und nur weil man den Ruf hat „Stiff“ zu werke zu gehen heißt das nicht das man Verletzungen anderer in Kauf nimmt.

    Ich frage mich aber warum jemand auf diesem Wege eine Hetzkampagne gegen Sexy in die Wege leiten sollte, was verspricht man sich davon? Wollte sie vielleicht nicht mit Jeff Jarret oder irgend nem AAA oberen in die Kiste?

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