*wXw „16 Carat Gold“ Special*-Fast Time Moodo im großen Wrestling-Infos.de Exklusivinterview! – „Wenn er nochmal für ein Match zurückkommen würde, dann würde ich sehr viel dafür geben, wenn ich dieser eine im Ring gegen ihn wäre“ (inklusive Audio)

15.02.22, von Marko "Killcobain" Welzenbach

© wXw

Im vierten Teil unserer „wXw 16 Carat Gold“-Spezialserie widmen wir uns der Zukunft des deutschen Wrestlings. Geformt und gestählt von dem deutschen Wrestlingtrainer schlechthin, Alex Wright, zählt er schon jetzt zu den gerngebookten Gesichtern im deutschsprachigen Raum. Wie sein Weg von der NEW in die Welt verlief, was ihm dabei besonders wichtig war, was ihn von Anderen unterscheidet und vieles mehr, erfahrt Ihr nur hier, im großen Wrestling-Infos.de Exklusivinterview mit Fast Time Moodo!

Deutsch

Marko „Killcobain“ Welzenbach (Wrestling-Infos.de): Einen wunderschönen guten Tag, Liebe Wrestling-Fans und herzlich willkommen zu einem neuen Interview hier bei uns, bei Wrestling-infos.de und wir haben heute natürlich wieder was Besonderes für euch am Start, im Zuge unserer wXw „16 Carat Gold“ Specials. Nachdem wir in den letzten Tagen die alten Hasen präsentiert haben, haben wir hier frisches Blut. Ein Mann, der durch spektakuläre Künste im Ring und durch eine Besonderheit glänzt. Es freut mich, dass er hier ist, Fast Time Moodo!

Fast Time Moodo (wXw): Hallo Marko, grüß dich. Liebe Leser und Leserinnen, schön, dass ihr dabei seid. Ich freue mich da zu sein.

Marko „Killcobain“ Welzenbach (Wrestling-Infos.de): Wunderbar, ich möchte hier wirklich quereinsteigen und hab da eine wirklich wahllose Frage für dich und zwar möchte ich wissen, was ist denn deine erste Erinnerung an Wrestling?

Fast Time Moodo (wXw): Oh, ich glaube, das war eine Smackdown-Episode, die mir irgendwann mal beim Durchschalten durch die Sender aufgefallen war. Da muss ich 11 oder 12 gewesen sein und wenn ich an Wrestling denke, dann ist die erste Erinnerung dieses blaue Smackdown-Logo und irgendetwas mit Rey Mysterio und Batista gesehen zu haben. Ich weiß gar nicht genau, was mein erstes Match war.

Marko „Killcobain“ Welzenbach (Wrestling-Infos.de): Ich glaube, das geht vielen so. Du hast einen Kampfsport Hintergrund und das spiegelt sich ja schon in deinem Namen wider. Wie bist du denn eigentlich zu deinem Namen gekommen? Wie kam es, dass du diese drei Wörter kombiniert hast und gesagt hast: „Das drückt mich aus.“?

Fast Time Moodo (wXw): Der Name wurde mir ganz unspektakulär von meinem Trainer und Mentor Alex Wright vorgeschlagen und ich fand den sehr einzigartig, sehr einprägsam und habe dann gesagt: „Ja, das ist ein sehr guter Vorschlag, den nehme ich für mich an.“ Der kommt letztendlich daher, dass ich damals, als ich anfing, noch deutlich leichter, sehr klein, besonders groß bin ich heute immer noch nicht, aber noch sehr schmächtig war und meine ersten Jahre fast mehr in die Richtung Highflyer verbracht habe und somit meinte Alex, dass „Fast Time“ sehr gut passen würde. Heutzutage ist das ein bisschen anders. Ich sehe mich schon lange nicht mehr als Highflyer. Das passt überhaupt nicht mehr zu meinem Stil, aber der Name ist einfach geblieben. Es ist so einprägsam. Diese drei Wörter, die nun mal so melodisch klingen und Moodo ist der Hauptteil des Namens, denn das ist koreanisch für „Weg der Kampfkunst“ und das ist genau das, wofür ich seit fast 20 Jahren stehe.

Marko „Killcobain“ Welzenbach (Wrestling-Infos.de): Und da stehst du ja nicht allein. Wenn man so ein bisschen spinnt und Richtung Japan rüber geht, da gibt es ja Moodo in dem Sinne als Budo. Dann hast du in der Deutschrap-Prominenz einen Bruder im Geiste von der Namensherkunft und zwar Bushido, mit dem „Weg des Kriegers“.

Fast Time Moodo (wXw): Richtig. Ja genau, das sind ganz interessante Parallelen. Das sind drei Begriffe, die wirklich von der Entstehung und Bedeutung her ganz eng beieinander liegen. Moodo ist eins zu eins das koreanische Synonym zum japanischen Budo, wie du eben gesagt hast. Bushido ist „Weg des Kriegers“, damit auch nicht weit weg und das ist genau das, was als Kampfkunstübender, da einem sofort in den Sinn kommt. Es geht darum, sich weiterzuentwickeln. Auf dem Weg entlangzugehen. Es ist diese Silbe „do“ hintendran und das bedeutet einfach an sich zu arbeiten, zielstrebig zu sein und das ist, glaube ich, eine Charaktereigenschaft und persönliche Einstellung, die einen in jedem Bereich des Lebens sehr viel weiterbringen kann.

Marko „Killcobain“ Welzenbach (Wrestling-Infos.de): Und damit geht ja natürlich auch, wie so oft in der Kampfsport-Kultur, diese Figur des Sensei oder des Meisters einher. Du hast ja schon Alex Wright angesprochen. Würdest du das so übertragen, dass du sagst, das war der Meister, der dich wirklich entscheidend geprägt hat?

Fast Time Moodo (wXw): Ja, definitiv. Das meiste, was ich übers Wrestling weiß, was die technische Seite angeht, als auch dieses Know-how, wie dieses ganze Business, was es letztendlich ist und jeder der es nicht als Business sieht, der gehört nicht in selbiges, aufgebaut ist. Das habe ich hauptsächlich von Alex gelernt oder eben von Leuten, die es wiederum von Alex gelernt haben. Also die meisten Trainingseinheiten in meinem Leben hatte ich bei ihm selbst oder bei seinem Vater „Steve Wright“. Es ist eine riesige Ehre, von so einer Legende dieses Sports trainiert worden zu sein oder eben von seinen langjährigen Schülern. Angefangen von V.I.P, früher einer der absoluten Top-Stars der NEW in der Anfangszeit, über Adrian Severe, den wir seit vielen Jahren als „Fabian Aichner“ bei NXT kennen, bis hin zu Hector und Juvenile X, bei denen ich trainiert habe. Also Alex spielt auf jeden Fall eine riesengroße Rolle in meiner Entwicklung.

Marko „Killcobain“ Welzenbach (Wrestling-Infos.de): Das merkt man auch auf jeden Fall. Es geht ja prinzipiell darum, im Herzen zu tragen, wo man herkommt. Was da auch wieder reinschneidet, dein In-Ring-Charakter lebt ja insbesondere von deinem Kampfsport Hintergrund. Angefangen von deiner In-Ring-Gear, bis hin zum Move Set. Dafür stehst du ja wirklich und jetzt stell dir mal vor, du müsstest deine In-Ring-Persona, aus welchen Gründen auch immer, radikal ändern. Konkret, du müsstest dich entscheiden, Moodo oder Wrestling, beziehungsweise einen Wrestling-Charakter ohne diesen Kampfsport-Background kreieren. Wie würdest du damit umgehen?

Fast Time Moodo (wXw): Oh, also es wäre natürlich erstmal sehr, sehr dumm, seine größte Stärke nicht mehr zu nutzen oder eben, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr nutzen zu können. Ich weiß nicht, ob das so funktionieren würde, weil natürlich viele Sachen, die ich im Ring mache, auch völlig intuitiv und unbewusst sind, die einfach aufgrund der Erfahrungen im Kampfkunstbereich einfach so ablaufen, ohne groß darüber nachzudenken. Sich davon zu trennen, würde auf jeden Fall sehr schwerfallen, was absolut unnatürlich ist. Aber wenn ich mir jetzt sozusagen neuen In-Ring-Stil suchen müsste, tja, was wäre das? Schwer, wahrscheinlich würde es in die Richtung der typischen, klassischen Wrestlingtechnik gehen, aller Steve Wright, aller alte CBA-Zeit, Catch-As-Catch-Can. Da versuche ich mich Stück für Stück weiterzubilden. Ich versuche das auch als ein Teil in meinem Move-Set, in meinem ganzen Mindset, was Wrestling angeht, immer wieder zu beleben und auf jeden Fall weiterhin eine Rolle spielen zu lassen, um eben nicht nur der Kicker und Striker zu sein, sondern trotzdem ein kompletter Wrestler und das wäre vielleicht die größte Alternative daneben.

Marko „Killcobain“ Welzenbach (Wrestling-Infos.de): Ich denke, du wurdest schon häufig gefragt über Unterschiede oder Gemeinsamkeiten zwischen dem Moodo und dem Wrestling. Das sind beides Aktivitäten, wo du wirklich starke Reflexe entwickelst. Jetzt weiß ich nicht, was war bei dir zuerst da? Ich habe auch gehört, dass du die Kampfkunst weiterhin trainierst. Ist es dann so, wenn du da Einheiten machst, dass du auf einmal Reflexe von Wrestling Bewegungen hast oder wie du dort agieren müsstest oder umgekehrt, dass es dir im Ring so geht, dass du aufpassen musst, dass du den Schlag nicht zu hart ansetzt?

Fast Time Moodo (wXw): Also das war auf jeden Fall ein Problem, obwohl ich es nicht Problem nennen würde, aber eine Situation, mit der ich mich am Anfang auseinandersetzen musste. Als ich zum Wrestling gekommen war, waren da natürlich Unterschiede zwischen einem Wrestling-Match, wo eine harte, hohe Intensität herrscht, aber ich letztendlich trotzdem meinen Gegner auf keinen Fall verletzen möchte und einem Vollkontaktsport, wo ich auch meinen Gegner nicht verletzen möchte, wo aber der Hintergrund, das ganze Setting doch komplett anders ist und vielleicht auch der ein oder andere Gegner im Ring nicht die Erfahrung, nicht dasselbe Mindset hat und damit vielleicht gar nicht umgehen kann. Da habe ich mich dann aber irgendwann gefunden und gemerkt, dass die Unterschiede doch relativ gering sind, weil wenn man aus dem Kampfsport kommt und dann im Wrestlingring steht, will man natürlich nichts falsch machen und seinen Gegner auf keinen Fall verletzen. Man ist dann meistens zu zögerlich und man merkt da mit der Zeit, dass das überhaupt nicht nötig ist. Mittlerweile, im Großen und Ganzen sehe ich das Wrestling eigentlich als Teil der Kampfkunst und als Teil meiner facettenreichen Ausbildung. Ich habe mit 5 damals angefangen, bin mit 15 dann zum Wrestling gekommen. Also ich habe schon 10 Jahre Kampfkunst Erfahrung gehabt, bevor ich überhaupt den Ring betreten habe. Insofern ist das der deutlich jüngere Teil. Mir hat auf jeden Fall die Vorerfahrung eine Menge gebracht, um sehr gut ins Wrestling zu starten, was ich auf keinen Fall missen möchte und mittlerweile ist so, dass unter der Woche beschäftige ich mich neben meinem normalen Job mit der Kampfkunst, trainiere viele Gruppen im Verein an vielen Nachmittagen. Meine längsten Schüler sind mittlerweile selbst Schwarzgurte und stehen selbst vorher in eigenen Trainingsgruppen und am Wochenende sind die Wrestling-Shows.

Marko „Killcobain“ Welzenbach (Wrestling-Infos.de): Diese ganze harte Arbeit zahlt sich natürlich aus. Du bist erst, korrigiere mich, wenn ich da falsch liege, 25 Jahre und du giltst mittlerweile schon als eines der deutschen Versprechen für die Zukunft in der Wrestling-Welt und dein Stern ist ja gerade erst am Aufgehen. Insbesondere in den letzten 2-3 Jahren ist dieser Hype beziehungsweise der Zug in Fahrt gekommen und du hast auch internationale Frischluft geschnuppert. Wie war das für dich oder anders formuliert, wo würdest du denn gerne als nächstes hingehen oder wo siehst du dich in der näheren Zukunft?

Fast Time Moodo (wXw): Ja, ich freue mich natürlich immer über Lob und Komplimente. Und wenn Leute, die sich mit Wrestling beschäftigen oder gerade mit dem deutschen Wrestling, das so einschätzen, dass da noch sehr viel kommt in der Zukunft. Das freut einen natürlich. Am Ende messe ich lieber nach oben als nach unten. Und wenn ich sehe, wie Leute wie Tyler Bate mit 19 Jahren schon WWE-Champion waren da denke ich mir: „Ja gut, ich trainiere jetzt seit 10 Jahren Wrestling, stehe seit über 7 Jahren aktiv im Ring, so frisch bin ich jetzt auch gar nicht mehr.“ Und die besten Leute haben halt in noch kürzerer Zeit noch mehr erreicht, also das ist mein Maßstab. Dementsprechend versuche ich weiterhin, hart zu arbeiten. Ich freue mich bei jedem Schritt, den ich gehen kann und ein ganz wichtiger Schritt war auf jeden Fall vor knapp zwei Jahren den Schritt zur wXw zu machen. Das ist einhergegangen, zufälligerweise eben leider mit dem Pandemiebeginn und dann den Matches ohne Zuschauer, beziehungsweise mit einem sehr kleinen Zuschauerkreis am Aufnahmeset und lustigerweise war es gar nicht so geplant. Also eigentlich war geplant nach dem Carat 2020, dass ich ins normale Roster mit auf Tour gehe bei der wXw und dann kamen auf einmal die Aufnahmen und die Hälfte des Rosters fehlt auf einmal, weil sie nicht einreisen konnte. Das war eine sehr ungünstige Situation, hat mir aber natürlich geholfen, ein viel, viel breiteres Spektrum an Zuschauern, an Fans zu erreichen und man muss ganz ehrlich sagen, die Art und Weise, wie wXw arbeitet, wie die wXw mit Wrestling umgeht, diese Form der Professionalität ist wirklich ganz, ganz weit oben anzusetzen und da gibt es ganz, ganz wenig, was in Europa da mithalten kann. Ich hoffe, dass sich die nächsten Schritte so organisch ergeben. Ich hoffe, dass ich, wenn der Indie-Markt in England wieder anläuft, da Stück für Stück Fuß fassen kann und dann werden wir schauen, wo wir in 1-2 Jahren sind. Sicherlich wäre es ein Ziel, einen Vertrag bei einer großen Promotion zu bekommen. Am Ende ist es mir eigentlich egal, wo ich lande. Das Ziel ist letztendlich das, was man liebt, das Wrestling, so ausführen zu können, dass man davon leben kann und da sind wir leider noch ein ganzes Stück entfernt.

Marko „Killcobain“ Welzenbach (Wrestling-Infos.de): Ja, leider viel zu unterbezahlt wie einige andere Jobs auch. Du hast mehr oder weniger angedeutet, trotz deines jungen Alters bist du nicht mehr ganz so knackig und hast natürlich auch schon Rekorde gebrochen bei der wXw. Angesprochen auf dein Tag-Team mit Stephanie Maze als erste in seiner „Intergender Tag Team Champions“, was ist das für ein Gefühl? Was bedeutet das für dich, dieser Erfolg?

Fast Time Moodo (wXw): Ja, das ist jetzt auch schon eine ganze Weile her, fast anderthalb Jahre. Das war im Herbst 2020 als wir die Titel von den Pretty Bastards gewinnen durften. Es war gerade zu dem Zeitpunkt eigentlich überhaupt nicht wirklich zu greifen, weil ich damit nicht gerechnet habe. Du kommst zur wXw, der größten europäischen Wrestling Promotion und versuchst erstmal ein bisschen Fuß zu fassen und von null auf hundert bist du auf einmal Champion dieser Promotion. Natürlich sehr schade, dass wir die Titel nicht einmal verteidigen konnten, weil Stephi sich nun mal unglücklicherweise verletzt hat. Das gehört zum Sport, damit musst du umgehen. Schade, dass es natürlich gerade in so einer Situation war, aber es ist nicht zu ändern. Aber der Moment an sich war schon sehr, sehr emotional und war so eine gewisse Bestätigung für die harte Arbeit, die die ganzen Jahre zuvor passiert ist. Also es hat sich unglaublich gut angefühlt und ist auf jeden Fall etwas, dass noch sehr lange oder eigentlich für immer in den Geschichtsbüchern bleiben wird und da ist man sehr dankbar.

Marko „Killcobain“ Welzenbach (Wrestling-Infos.de): Beim Carat kommt es ja dann auch wieder zu einem Tag-Team Match und zwar wurdet ihr von den amtierenden Tag Team Champions, den Arrows, herausgefordert. Was können die Fans denn da von euch erwarten?

Fast Time Moodo (wXw): Ja, das ist, ohne Frage, der größte Abend in der Karriere von uns beiden. Allein schon von den Champions selbst herausgefordert zu werden ist unüblich und nicht selbstverständlich. Das ist auf jeden Fall eine Anerkennung, von zwei großartigen Wrestlern, von dem besten Tag-Team Europas zurzeit, das sind die Arrows of Hungary ganz klar, Herausforderungen zu bekommen. Das ist sehr viel Wert und wie schon gesagt, war die Verletzung von Stephi sehr unglücklich. Wir haben auf jeden Fall noch was offen, weil wir ja schon einmal Tag-Team Champions waren, konnten diese Titel aber nicht einmal verteidigen und da haben wir auf jeden Fall etwas gutzumachen. Es gibt nicht die Option zu verlieren beim Carat Samstag. Es gibt nur die Option, diese Titel zu gewinnen und allen zu beweisen, dass es als Intergender Tag-Team möglich ist, an der Spitze des europäischen Tag-Team Wrestlings zustehen.

Marko „Killcobain“ Welzenbach (Wrestling-Infos.de): Ich merke auf jeden Fall, du bist heiß auf das Match, aber um den Fokus mal davon abzulenken. Das Carat Turnier an sich, wer denkst du macht es am Ende? Und auch dein Pick für den Main Event am Samstag würde mich interessieren.

Fast Time Moodo (wXw): Oh, das Carat Teilnehmerfeld ist natürlich hervorragend besetzt dieses Jahr, was nicht selbstverständlich ist, da immer noch eine Pandemie herrscht und gewisse Einreisebedingungen erfüllt sein müssen, wovon natürlich viele Top-Stars betroffen sind, die vielleicht unter normalen Umständen mit dabei gewesen wären. So ein starkes Teilnehmerfeld unter solchen Bedingungen zu präsentieren, ist auf jeden Fall aller Ehren wert. LuFisto als einzige und allererste weibliche Teilnehmerin ist natürlich ein Geheimpick, wahrscheinlich auch mit die erfahrenste Teilnehmerin unter den Teilnehmern in diesem Feld. Das würde jeden überraschen, aber wenn man noch ein zweites Mal darüber nachdenkt, wäre es absolut verdient und man kann es sich auf jeden Fall vorstellen. Jonathan Gresham, einer der absoluten Top-Stars gerade auf dem absoluten Höhepunkt seiner Karriere, die schon so lange anhält, ist auf jeden Fall einer meiner Favoriten. Ansonsten Bobby Gunns oder auch Coach Dreissker, Robert. Beide sind natürlich seit Jahren Aushängeschilder der wXw, beide hätten es sich absolut verdient und es spricht auch aus meiner Sicht nichts dagegen, dass einer von den beiden am Ende Carat Sieger wird. Ich tippe jetzt einfach mal, dass Bobby Gunns das Turnier gewinnt.

Marko „Killcobain“ Welzenbach (Wrestling-Infos.de): Interessant, interessant. Wenn du dir jetzt vom line up jemanden aussuchen dürftest, angenommen, du hättest einen Singles Match an einem der Abende, wen würdest du wählen?

Fast Time Moodo (wXw): Ja, ich hatte ja schon die großartige Chance, zum Beispiel mit Cara Noir im Ring zu stehen, leider nur vor 40 Zuschauern am Taping Set. Das würde ich durchaus gerne wiederholen, aber ist ja schon passiert, sozusagen. Gleiches gilt für Bobby, gegen den ich schon zwei oder sogar drei hervorragende Matches abliefern konnte, wo ich mich echt gefreut habe, wo eine gute Chemie im Ring herrschte, aber das ist ja schon passiert. Ich würde sagen Gresham. Auf jeden Fall, weil das einer der komplettesten Wrestler ist, die wir zurzeit auf dem Independent Markt haben. Wenn sich da eine Chance ergeben würde, mit ihm in einem Singles Match zu stehen, wäre das eine riesige Ehre für mich und da könnte ich auf jeden Fall noch einiges mitnehmen. Das wäre mein Pick.

Marko „Killcobain“ Welzenbach (Wrestling-Infos.de): Klingt gut. Ich denke, da kommt auch was Attraktives dabei rum. Wenn du jetzt ein wXw Hall of Famer nehmen würdest, beziehungsweise wählen müsstest, wer wäre das dann anstelle von Gresham?

Fast Time Moodo (wXw): Da muss ich nicht lange nachdenken, Thumbtack Jack, ohne Frage. TJ und ich haben uns vor vielen Jahren mal kennengelernt, als er bei der NEW zu Gast war, haben uns auf Anhieb wunderbar verstanden, sind seitdem noch im sporadischen Kontakt und ich habe die Chance gehabt mit ihm zwei Stunden einfach nur Sparring im Ring zu machen. Sowohl Kicks und Strikes, als auch Chain Wrestling, also einfach gerungen und es war so ein cooler Flow, so eine coole Chemie. Charakterlich, von der Persönlichkeit auch ein ganz toller Mensch. Also wenn er nochmal für ein Match zurückkommen würde, dann würde ich sehr viel dafür geben, wenn ich dieser eine im Ring gegen ihn wäre.

Marko „Killcobain“ Welzenbach (Wrestling-Infos.de): Großartiger Pick, man muss ja sagen TJ, Thumbtack Jack, ist ja wirklich so ein Phänomen. Schon von der Aura. Für meine Freunde und mich früher als man so Wrestling geguckt hat und dann über den Marktführer hinausgeschaut hat und dann in irgendwelchen Backyard Wrestling Games auf einmal TJ hatte. Er hatte ja schon so eine Präsenz wie der deutsche Undertaker und es ist schade, wie das Ganze zu Ende ging, aber ich kann den Pick auf jeden Fall nachvollziehen und das wäre schön zu sehen.

Fast Time Moodo (wXw): Ja, never say never im Wrestling.

Marko „Killcobain“ Welzenbach (Wrestling-Infos.de): Man hat ja auch schon bei anderen gesehen, wo man dachte, es wäre nie wieder möglich, also Fingers crossed. Was sind dann noch so Ziele, die du bei wXw erreichen möchtest?

Fast Time Moodo (wXw): Das naheliegendste Ziel ist natürlich eben erst mal die Tag-Team Titel zu gewinnen. Unabhängig davon, habe ich ja die wirklich großartige Chance, was ich immer noch nicht so ganz realisieren kann, dass ich eben im Superfight von AmBITION stehe gegen Biff Busick, ehemalig Oney Lorcan von WWE. Dieses Setting für einen Kampf gegen so eine Persönlichkeit ist hervorragend, ist großartig. Irgendwann mal selbst dann im AmBITION Turnier zu stehen, denn der Superfight ist natürlich eine riesige Ehre, aber das Turnier geht mal um die Trophäe und das wird irgendwann kommen, dass ich dann im Turnier stehe und dann werde ich alles dafür tun, auch diesen Titel zu holen. Da bin ich ganz zuversichtlich, dass das irgendwann passieren wird, das steht ganz oben auf meiner Liste. Irgendwann ist natürlich das Ziel, den Unified Titel bei der wXw zu gewinnen. Das ist ein langfristiges Ziel, was ich fest ins Auge gefasst habe. Es geht noch nichts über den größten Titel einer Promotion und das Aushängeschild der größten europäischen Wrestlingliga zu sein. Das ist etwas, was jeder Wrestler kurz oder lang als Ziel formuliert und ich hoffe, dass es irgendwann einmal dazu kommen wird.

Marko „Killcobain“ Welzenbach (Wrestling-Infos.de): Sehr schön, jetzt haben die Leute von dir auf jeden Fall, auch wenn sie dich vorher nicht kannten, einen sehr guten Eindruck bekommen, wer du bist und was man von dir erwarten kann. Aber für die Leute, die dich noch nicht im Ring gesehen haben, welche drei Matches würdest du denen empfehlen, sich anzuschauen und wo du sagst: „Okay, das ist hundert Prozent Fast Time Moodo. Das ist, was ich präsentiere.“

Fast Time Moodo (wXw): Das ist eine sehr gute Frage. Da habe ich noch gar nicht drüber nachgedacht. Als erstes würde mir in den Sinn kommen, natürlich das AmBItiON Match, einfach aufgrund der besonderen AmBITION Rules gegen Axel Tischer. Das fand beim letztjährigen Catch Grand Prix statt, im Halbfinale. Das gehört auf jeden Fall dazu. Dann würde ich sagen, bei Unlimited Wrestling, ist frei auf Youtube zu sehen, hatte ich die Chance meinen Titel damals gegen Bad Bones zu verteidigen. Das Match ging 42 Minuten. Danach hat er mir noch 1-2 Worte mitgegeben, die mich sehr gerührt haben. Das war ein ganz, ganz toller Moment in meiner Karriere. Und dann gibt es noch so ein verstecktes Highlight von den allerletzten Tapings, die stattfanden bei der wXw. Die Zugaben-Edition, also Matches, die einfach so random zusammengewürfelt wurden, die kein Teil der we love Wrestling Reihe waren, da gab es den Main Event, Moodo gegen Bobby Gunns. Das waren 15 Minuten purer strong Style, pure Technik, pur auf die ****** und ich glaube das spiegelt ganz gut wider, wofür ich im Wrestlingring stehe.

Marko „Killcobain“ Welzenbach (Wrestling-Infos.de): Das klingt auf jeden Fall nach einer facettenreichen Auswahl und wenn ihr das lest, schaut es euch an. Wo findet man dich denn sonst in Social Media oder bist du auch noch anderweitig aktiv? Hast du Podcasts oder machst du vielleicht sogar nebenbei noch Musik? Wo findet man dich denn im Netz?

Fast Time Moodo (wXw): Leider bin ich was Musik angeht, ziemlich untalentiert und auch kein großer Zocker, sodass auch kein Twitch-Kanal oder ähnliches vorliegt. Ganz klassisch auf Facebook (Fast Time Moodo), auf Twitter (@Fast_Time_Moodo) und auf Instagram (@fast_time_moodo). Podcast habe ich schon immer mal im Kopf gehabt, ist bislang nicht aber passiert. Ich kann aber einen Podcast empfehlen von zwei sehr guten Freunden von mir, nämlich von Axel Tischer und Dave Grunewald, ehemaliger Shouter der Band „Annisokay“. Ganz großartiger Musiker, auch Leipziger, wie ich. Somit touren wir immer mal zusammen, auch ein großer Wrestling Fan und die beiden haben einen Podcast zusammen, der „Here We Go“ heißt. Das ist meine Podcast Empfehlung, die zwar nicht zu mir zu tun hat, aber von mir wärmstens empfohlen wird. Da freue ich mich auch über jeden, der da rein hört.

Marko „Killcobain“ Welzenbach (Wrestling-Infos.de): Sehr schön, das kann ich auf jeden Fall auch nur empfehlen und mach mal noch ein bisschen weiter Schleichwerbung für den Axel. (lacht) Das wird sich jetzt so als Muster hoffentlich durch die Interviews ziehen. Das wäre auf jeden Fall großartig. Es war auf jeden Fall ein sehr schöner Plausch mit dir. Dem Gast gebühren natürlich die letzten Worte. Was möchtest du noch loswerden? Vielleicht an die Fans, vielleicht mit Sicht auf deine Projekte. Sprich dir einfach von der Seele.

Fast Time Moodo (wXw): Erstmal vielen Dank für das nette Gespräch, hat mir sehr viel Spaß gemacht und danke euch allen fürs Lesen. Ich habe nur eine Bitte. Wrestling und alles was zu der Kulturbranche im weitesten Sinne zählt, lag und liegt seit fast zwei Jahren brach. Wenn ihr die Chance habt, irgendwo Wrestling in eurer Umgebung zu sehen, die wXw oder eine ganz kleine Promotion von 1000 Zuschauern bis 50 Zuschauer in der Halle, es ist völlig egal, unterstützt Wrestling. Wenn ihr Bock drauf habt, wenn ihr das nötige Geld dafür habt, nötige Zeit dafür habt, dann tut es unbedingt. Jeder einzelne Wrestler und Veranstalter ist euch dankbar, wenn ihr ein Ticket kauft. Auch wenn die Shows vielleicht immer noch jetzt im Frühjahr nicht stattfinden können, Shows wieder abgesagt und verschoben werden, bleibt dran. Wir haben es bald geschafft. Ein Ende ist in Sicht und das Jahr 2022 wird sicher ganz, ganz großartig was Wrestling angeht. Ich hoffe, dass ihr weiterhin dann Teil davonbleibt, denn ohne die Fans macht es einfach keinen Spaß und funktioniert das ganze Wrestling nicht.

Marko „Killcobain“ Welzenbach (Wrestling-Infos.de): Ganz genau und wo ihr allerlei Leute und allerlei Promotions und vor allem auch Fast Time Moodo und wXw unterstützen könnt, findet ihr natürlich bei uns auf der Startseite. Dann bleibt mir nur zu sagen, ich wünsche dir viel Erfolg für den Carat und bin gespannt, was man von dir noch hören wird.

Fast Time Moodo (wXw): Ja, vielen lieben Dank. Danke dir. Danke liebe Leser und Leserinnen. Mach es gut.

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Audio- & Video-Interview

Das vollständige Interview von Marko mit Fast Time Moodo ist ab sofort ebenfalls in unseren Podcast-Feeds, als MP3-Datei zum Download und auf YouTube sogar exklusiv als Video verfügbar. Klickt dafür einfach auf den jeweiligen Button weiter unten.

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