Hallo und Herzlich Willkommen zum heutigen UFC Newsblock. Auch dieses Mal gibt es wieder einige Themen, das größte ist wohl das Comeback von Stephan Bonnar. Der wird nämlich auf keinen geringeren als den vielleicht besten MMA Fighter überhaupt treffen, den UFC Middleweight Champion Anderson Silva. Dazu gibt es ein Update zur mittlerweile umstrukturierten UFC 153 Card, sowie weiterer Krach zwischen UFC Light Heavyweight Champion Jon Jones und Verantwortlichen der UFC. Dazu noch einige weitere Themen
Anderson Silva vs. Stephan Bonnar – Bonnars letzte Sternstunde?
Es war die Überraschung der Woche, vielleicht sogar des Jahres: Noch vor einigen Monaten (Wir berichteten unter anderem im UFC Newsblock vom 14. Juli) sah es so aus als sei die Karriere des originalen TUF Finalisten Stephan Bonnar vorbei. Der „American Psycho“ ist seit jeher aufgrund seines Herz und seiner Schlachten im Octagon bei den Fans populär, jedoch erhielt er nach 3 Siegen in Folge seit November 2011 keinen Fight mehr. Zuerst wollte Bonnar noch ein drittes Aufeinandertreffen mit seinem alten Kontrahenten Forrest Griffin, am besten als Coaches der Sendung, die sie berühmt gemacht hat: The Ultimate Fighter. Doch als daraus nichts wurde, sagte Bonnar selbst, dass er sich mit seinen 35 Jahren mittlerweile im Semi-Ruhestand befinde und nur noch für einen Fight gegen einen großen Namen zurückkehren werde.
Und Überraschung: Obwohl Bonnar nicht mehr zur Spitze der Division zählt erhält er einen Superfight im Light Heavyweight gegen UFC Middleweight Champion Anderson Silva. Mitte der Woche schlug die Bombe ein: Wie schon nach der Absage des Main Events von UFC 151 bot auch dieses Mal Anderson Silva seine Hilfe als Ersatz an, nachdem innerhalb weniger Stunden beide Main Events für UFC 153 ausfielen (Wir berichteten im UFC Newsblock vom 12. September). Und scheinbar gab es außer Bonnar keine anderen Light Heavyweight Fighter die einen so kurzfristigen Einsatz (UFC 153 findet am 13. Oktober statt) gegen Silva eingehen wollten. UFC Präsident Dana White kommentierte das folgendermaßen:
Wir sind zurück in der Spur. Anderson Silva sollte eigentlich gar nicht antreten. Ich habe ihn heute angerufen, er dreht eine Werbung in Brasilien. Anderson Silva hat sich bereit erklärt und Stephan Bonnar will gegen ihn kämpfen.
Für Silva wird dies bereits der dritte Fight in der Light Heavyweight Division unter UFC Banner sein. Seine beiden vorherigen Gegner James Irvin (der zusätzlich noch gedopt war) und Ex-Division Champion Forrest Griffin deklassierte er dabei nach allen Regeln der Kunst, vor allem Griffin wurde mit einer peinlichen Vorstellung regelrecht vorgeführt. Wenig überraschend wird Silva in den Wettbüros als 13:1 Favorit über Bonnar gehandelt. Der nahm das allerdings gelassen:
Was!! Ich bin nur ein 13 zu 1 Underdog gegen Anderson? Ich muss besser als gedacht sein.
Der Headliner des Events wird allerdings nur über 3 Runden gehen. Seit einem guten Jahr gehen nämlich in der Regel auch alle Non-Title Main Events wie die Titelfights über 5 Runden, was aber aufgrund der geringen Vorbereitungszeit dieses Mal ausgesetzt wurde.
UFC 153 Update – Alle weiteren Änderungen am Event
Die größte Änderung der UFC 153 Card haben wir in der ersten Topnews schon vorweg genommen: Im Main Event steht Lokalmatador Anderson Silva gegen den TUF 1 Finalisten Stephan Bonnar. Aber es hat sich noch einiges getan. Lest selbst was Dana White innerhalb von 24 Stunden geschafft hat, zuerst ein Statement vom Mittwoch, als die Absagen der beiden Main Events bekannt wurden und dann ein Statement vom Donnerstag, als der Ersatz bereit stand.
Jose Aldo wird von einem Auto getroffen, verletzt sich am Fuß und ist draußen. Rampage Jackson verletzt sich am Ellbogen und ist ebenfalls draußen. Der Main Event und der Co-Main Event am selben Tag, innerhalb einer Stunde auf 2 Kontinenten. Ich weiß nicht, ich muss es jetzt lösen. Wissen Sie, ich muss es lösen. Aber ich habe Zeit um es dieses Mal zu lösen. Wir werden uns etwas ausdenken. Frankie Edgar ist momentan am Boden zerstört. Zuletzt seine kontroverse Niederlage, jetzt bekommt er einen weiteren Titelshot und nimmt ihn an, startet in einem neuen Camp und gibt Geld für das Training aus und jetzt ist Aldo verletzt. Der Junge kann auch keine Pause machen. Jeder war so aufgeregt über Frankie vs. Aldo und Glover vs. Rampage. Das ist eine harte Aufgabe, aber Teil des Geschäfts. Es ist was es ist und wir müssen damit zurechtkommen.
Wir sind zurück auf Kurs. Anderson Silva tritt an und Stephan Bonnar will gegen ihn kämpfen. Der Teixeira vs. Maldonado Fight kommt zu Stande und dann war Nogueira zusammen mit Anderson beim Werbedreh und hat gesagt, dass er ebenfalls antreten will. Das ist Old-School UFC. Eine Card ist in Gefahr aber World Champions und Superstars haben sich bereit erklärt und die Card gerettet. Das ist der Grund warum die Fans den Sport lieben und warum wir 12 ohne ein abgesagtes Event durchgehalten haben.
Ihr habt richtig gelesen, nicht nur Silva wird in seiner Heimat Brasilien antreten, auch eine andere große brasilianische Legende in Person von „Big Nog“ wird am 13. Oktober am Start sein. Nachdem Nogueira Ende des vergangenen Jahres eine üble Submission Niederlage gegen Frank Mir hinnehmen musste und ein früheres Comeback dieses Jahr gegen Cheick Kongo aufgrund seines erlittenen Armbruchs verhindert wurde, wird der ehemalige PRIDE Heavyweight Champion auf Dave Herman treffen.
Wie bereits im UFC Newsblock vom 12. September spekuliert, wird der neue Gegner für Light Heavyweight Glover Teixeira der brasilianische Landsmann Fabio Maldonado sein. Sowohl Maldonado als auch Herman verloren ihre letzten beiden Fights in der UFC.
Als einziger auf der Strecke bleibt damit Frankie Edgar, der eigentlich im Main Event auf Champion Jose Aldo um die UFC Featherweight Championship antreten sollte. Für Dana White stellt dies allerdings kein allzu großes Problem dar. Der stellte nämlich klar, dass Aldo aufgrund einer Infektion den Fight absagen muss. Diese rührt noch von seinem Motorradunfall her, jedoch soll seine Ausfallzeit im überschaubaren Rahmen bleiben, sodass White noch in diesem Jahr mit dem Fight Aldo vs. Edgar um die Featherweight Krone rechnet. Denn da Edgar sich als kurzfristigen Ersatz für den eigentlichen Herausforderer Erik Koch anbot und dieser noch länger ausfällt, soll Edgar auch weiterhin mit einem Titelkampf belohnt werden.
Jon Jones – Neuer Ärger um den Light Heavyweight Champion
Es kann sich wohl noch jeder um den Ärger rund um die UFC 151 Absage erinnern. UFC Light Heavyweight Champion Jon Jones lehnte einen kurzfristigen Fight mit Ersatzkandidat Chael Sonnen ab und nahm lieber einen Fight gegen Vitor Belfort mit 3 zusätzlichen Wochen Vorbereitung. Eine Entscheidung für die er viel Kritik einstecken musste. In vorderster Front von Dana White, der darauf das Event komplett absagte, da er keinen adäquaten Ersatz für das Main Event fand. Anschließend ging er verbal weiter auf Jones und dessen Trainer Greg Jackson los, zuletzt kamen jedoch wieder versöhnliche Töne, da sich beide auch vor dem UFC 152 PPV am 22. September erstmals seit dieser Sache wieder Angesicht zu Angesicht begegnen.
Der Streit der beiden kochte nun aber wieder hoch, denn Jones sagte in einem Interview mit Ariel Helwani, dass er sich während den ganzen Erfahrungen um diese Situation „wie ein Stück Fleisch“ fühlte. Der Konter von Dana White folgte gleich auf dem Fuße, mit verstellter Stimme ließ er vom Stapel, dass der Satz „Ich fühle mich wie ein Stück Fleisch da draußen“ eher von einem männlichen Model kommen würde, statt von einem Fighter.
Und anschließend zog White noch ein Mal über Jones und Jackson her – und sagte dabei auch aus, dass er mit seiner Meinung nicht alleine dastehe:
Mal sehen wie unser Gespräch verläuft. Wir haben bewiesen, dass man nicht die besten Freunde sein muss um hier zu arbeiten. Aber es ist auch keine gute Idee eine schreckliche Beziehung zu uns zu haben. Ich werde jedes Mal verrückt wenn Mist passiert aber die Stimme der Vernunft ist gleich ein Büro weiter (UFC Co-Besitzer Lorenzo Fertitta). Falls du mit ihm zurecht kommst, dann kann ich damit leben. Es ist schließlich Business.
Aber Lorenzo war richtig angepisst. Wie gesagt, mich anzupissen ist die eine Sache, ich bin es ständig. Aber er ist nie angepisst. Wenn du an dem Punkt angelangt bis ihn zu nerven, dann…
Als ich gehört habe, dass Henderson ausfällt, habe ich Jones gleich angerufen. Kurz nachdem ich gelandet bin und vom Freeway abgefahren bin, habe ich ihn angerufen und ihm erzählt was Sonnen gesagt hat und er hat verdammt noch mal gelacht. Er hat nicht in die Richtung gedacht: Whoa, verdammt, das ist vielleicht der größte Fehler meiner verdammten Karriere.
Ich dachte wir hätten den verdammten Fight. Er hat gelacht und gesagt „Alles klar, ich rufe mein Team an und gebe dir in kurzer Zeit Bescheid“. Und dann haben sie zurückgerufen und es war eine ganz andere Geschichte. Es war das Genie Greg Jackson, dass ihm den Kampf ausgeredet hat. Er hat ihm den Fight mit Chael Sonnen mit verdammten 8 Tagen Vorbereitungszeit ausgeredet, aber nimmt dann Vitor Belfort mit einem verdammten kompletten Vorbereitungscamp.
Ok, wir werden gegen Dan Henderson antreten, der Typ hat eine verdammte Knockout Power, großartiges Wrestling, ein gutes Kinn, verdammt harter Typ. Jetzt haben wir Chael Sonnen mit 8 Tagen Vorbereitung und er ist ein verdammter 185 Pfunder, der ebenfalls ohne Camp in den Fight kommt. Und ihr habt gehört was sie gesagt haben: Er ist ein Southpaw (Anmerkung: In Kampfsportarten ist mit dem Southpaw Stand ein Linksausleger gemeint). Vitor Belfort ist ein verdammter Southpaw. Und schlägt verdammt härter, ist schneller und explosiver. Also sagt du verdammt noch mal nein zu Sonnen mit 8 Tagen Vorbereitung, aber kämpfst gegen Vitor. Das ist so dumm, dass es mich wütend macht.
News Kurz & Kompakt
– Nach Jon Jones besitzt nun auch Anderson Silva einen globalen Sponsorvertrag mit dem Ausrüstergiganten Nike. Laut Silvas Manager Ed Soares wurde der bisherige Vertrag, der regional auf Nike Brazil begrenzt war, ausgeweitet und Silva soll nun als der beste MMA Fighter der Welt eines der Gesichter von Nike werden.
– Laut russischen Medien hat der russische Combat Sambo Champion Rustam Khabilov einen Vertrag mit der UFC unterschrieben. Der 25-jährige besitzt einen Record von 14-1, darunter einen Sieg unter One FC Banner und jahrelange M-1 Global Erfahrung. Er soll am 15. Dezember beim TUF 16 Finale gegen Vinc Pichel sein Debüt feiern. Pichel war Mitglied des TUF 15 Casts, wo er im Halbfinale an Al Iaquinta scheiterte. In professionellen MMA Kämpfen ist er mit 6 Siegen noch ungeschlagen.
– Auch mit Roy Nelson hatte Dana White zuletzt einiges an Ärger. In der TUF 16 Staffel, in der Nelson gegen Shane Carwin coacht, soll es zwischen beiden einige Male gekracht haben, schon zuvor hatten sie nicht die beste Beziehung. Auf die Begriffe Beziehung zu Dana White angesprochen äußerte Nelson nun folgendes:
Sie müssen sich nur daran erinnern, dass die Beziehung zwischen Dana White und mir wie die eines Mannes und seiner Frau ist. Ich mache die Arbeit des Mannes um das Haus herum. Ich kämpfe, mache das männliche Zeug und er all den weiblichen Kram – all das dumme Gequassel.
Es ist eine der Hassliebe-Beziehungen. Ich weiß nicht ob wir eine Trennung voneinander brauchen. Ich glaube The Ultimate Fighter war unsere Trennung… aber jetzt sind wir wieder zusammen zurück und halten Händchen und all das Zeug.
– Den Newsblock abschließen wollen wir mit einer erfreulichen Meldung: UFC Middleweight Chris Leben steht nach 1-jähriger Suspendierung vor seinem Comeback. Leben verlor seinen letzten Fight am 5. November 2011 im ersten Non-Title Fight über 5 Runden gegen Mark Munoz und wurde danach für ein Jahr aufgrund von Doping gesperrt. Bei UFC 155 am 29. Dezember wird er nun gegen Karlos Vemola sein Comeback feiern.
Und das war es dann auch in dieser Woche mit der MMA Newsberichterstattung. Ich hoffe ihr seid nächste Woche wieder dabei, wenn sich die UFC nach langer Pause auf ein neues Event hinzubewegt. Bis dahin noch ein schönes Wochenende von meiner Seite!
Quellen: fightline.com, mmamania.com, MMAJunkie.com
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