„Vielleicht hätte ich einfach den Mund halten sollen. Wahrscheinlich schon. Aber ich konnte nicht anders.”
AJ Styles hat sich erneut zur öffentlichen Auseinandersetzung um seinen Sohn Avery Jones geäußert. Der WWE Hall of Famer widersprach dabei der Darstellung von Arik Cannon, wonach Avery bei einer GCW-Veranstaltung trotz Aufforderung nicht beim Aufbau beziehungsweise beim Wegräumen geholfen habe. Styles erklärte in der „AJ Styles Show“, dass sowohl sein Sohn als auch dessen damaliger Gegner Marcus Mathers ihm unabhängig voneinander gesagt hätten, eine entsprechende Aufforderung nicht gehört zu haben.
Styles machte zu Beginn deutlich, dass er die Angelegenheit anschließend nicht weiter öffentlich behandeln wolle.
„Das wird sehr schnell gehen. Ich möchte darauf nicht weiter herumreiten und nicht mehr darüber sprechen. Das Ganze ist albern. Der Promoter, der darüber gesprochen hat – zumindest dachte er, er sei ein Promoter – war nicht der Promoter der Show, bei der mein Sohn war. Er war dort, um mit seiner Crew den Ring aufzubauen, und wurde dafür bezahlt.“
Nach Darstellung von Styles hätten weder Avery noch Marcus Mathers mitbekommen, dass sie um Hilfe gebeten worden seien. Die beiden waren für ihr Match bei der Veranstaltung aus Missouri nach Minnesota gefahren.
„Avery hat nie gehört, dass irgendjemand etwas dazu gesagt hat. Tatsächlich sagte auch Marcus Mathers, mit dem er gearbeitet hat: ‚Nein, wir haben nichts gehört. Wir haben einfach an unserem Match gearbeitet.‘ Sie sind von Missouri nach Minnesota gefahren, haben in ihrem Auto geschlafen und sich kein Hotel genommen. Sie haben die Fahrt gemacht und waren am nächsten Tag bei der Show. Es war eine frühe Show, also wollten sie ihr Match vorbereiten. Beide erzählen mir dieselbe Geschichte.“
Styles erklärte außerdem, dass auch er während seiner Karriere bei Independent-Veranstaltungen nicht grundsätzlich zum Auf- und Abbau herangezogen worden sei, wenn er für einen Auftritt gebucht war.
„Nehmt das, wie ihr wollt. Ich habe nie jemandem geholfen. Wenn ich dafür bezahlt wurde, bei einer Show aufzutreten, hat mich niemand darum gebeten, beim Aufbau zu helfen. Und schon gar nicht hat derjenige, der für den Ring verantwortlich war, etwas zu mir gesagt. Das ist alles, was ich dazu sagen werde.“
Gleichzeitig verteidigte Styles den Charakter seines Sohnes. Wer sich selbst ein Bild von Avery machen wolle, solle mit ihm persönlich sprechen.
„Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob ihr Avery mögt, und ihn bei einer Show seht, dann geht zu ihm und sprecht mit ihm. Entscheidet danach selbst. Ich habe meine Kinder dazu erzogen, höflich, dankbar und wertschätzend zu sein. Ich kann euch versprechen, dass niemand härter zu seinen Kindern war als ich. Gerade beim Wrestling bekommen sie von mir kein Mitleid. Aber ich werde ihre Integrität schützen.“
AJ Styles: Angelegenheit hätte privat geklärt werden sollen
Styles bedauerte zudem, dass die Auseinandersetzung überhaupt diese öffentliche Aufmerksamkeit erhalten habe. Seiner Ansicht nach hätten Cannon und Avery die Situation direkt miteinander besprechen sollen.
„Das hätte nicht so groß werden sollen. Ehrlich gesagt hätten einfach zwei Männer wie Erwachsene miteinander reden sollen.“
Er räumte gleichzeitig ein, dass seine eigene öffentliche Reaktion möglicherweise nicht notwendig gewesen sei. Nach mehreren Aussagen Cannons habe er allerdings den Eindruck gewonnen, dass sein Sohn öffentlich in ein schlechtes Licht gerückt werde.
„Nach dem dritten Mal dachte ich: ‚Moment mal, dieser Typ versucht, das Kind schlecht aussehen zu lassen. Jetzt sage ich etwas.‘ Vielleicht war das nicht das Beste. Vielleicht hätte ich einfach den Mund halten sollen. Wahrscheinlich schon. Aber ich konnte nicht anders. Ich bin Vater und werde meinen Sohn verteidigen, wenn jemand meiner Meinung nach falschliegt. Und glaubt mir, ich habe das überprüft, bevor ich etwas gesagt habe.“
Damit bezog sich Styles auf die inzwischen über mehrere Tage geführte öffentliche Diskussion zwischen ihm und Arik Cannon.
Was ist bisher passiert? Avery Styles’ GCW-Debüt und der Streit mit Arik Cannon
Avery Jones, der als Wrestler unter dem Namen Avery Styles auftritt, bestritt Anfang August seine ersten Matches für Game Changer Wrestling. Bei „GCW Play“ setzte sich der Sohn von AJ Styles gegen Alex Lev durch. Dabei verwendete er mehrere Aktionen, die auch aus der Karriere seines Vaters bekannt sind, und gewann das Match mit dem Spiral Tap. Einen Tag später trat Avery bei „GCW Rude Awakening“ gegen Marcus Mathers an und musste dort eine Niederlage hinnehmen.
Die öffentliche Diskussion um seinen Auftritt entstand anschließend nach Aussagen von Natalya. Sie hatte in einem Interview darüber gesprochen, dass Avery seine ersten Schritte im Wrestling machen und sich seinen Platz im Geschäft erarbeiten wolle. Arik Cannon, der F1RST Wrestling in Minnesota betreibt und bei der betreffenden Veranstaltung anwesend war, widersprach daraufhin in den sozialen Medien. Er behauptete, Avery habe bei der Show nicht mitgeholfen.
Cannon schrieb sinngemäß, er habe beobachtet, wie Avery vermieden habe, bei der Veranstaltung auch nur bei einer Aufgabe zu helfen. AJ Styles reagierte darauf und erklärte zunächst, sein Sohn sei für ein Wrestling-Match gebucht worden und nicht dafür, beim Aufbau zu helfen.
Cannon konkretisierte seine Vorwürfe anschließend. Nach seiner Darstellung sei Avery zweimal von einem erfahrenen Wrestler und Promoter aufgefordert worden, beim Aufstellen beziehungsweise Wegräumen der Stühle zu helfen. Stattdessen habe sich dieser im Locker Room aufgehalten, bis die Arbeiten abgeschlossen gewesen seien. Cannon argumentierte, dass es Avery langfristig nicht helfen würde, wenn ihm vermittelt werde, er müsse solche Aufgaben aufgrund seines Namens nicht übernehmen.
Game Changer Wrestling reagierte schließlich selbst auf die öffentliche Auseinandersetzung und distanzierte sich von Cannons Aussagen. Die Promotion erklärte gegenüber dem „Wrestling Observer“, dass man Cannon zwar respektiere und möge, er jedoch ausschließlich für sich selbst und nicht im Namen von GCW gesprochen habe. Avery Styles selbst äußerte sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen.











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