Quelle: wwe.com
Boxer Ryan Garcia mit WWE-Auftritt bei Monday Night RAW – das Ende der Moral?
Logan Paul, Auftritte im Weißen Haus, Saudi-Arabien: Dass es mit der Moral bei WWE nicht immer groß bestellt ist, ist schon länger klar – doch der Auftritt von Boxer Ryan Garcia bei Monday Night RAW ist ein neuer Tiefpunkt um den moralischen Kompass von WWE. Ein Kommentar.
„Sie packen einen homophoben Drogensüchtigen in WWE-Storylines?“, „Ja, lasst uns rassistische Boxer einsetzen!“, „WWE stellt sich an die Seite eines weiteren Rassisten“ – die Reaktionen in den sozialen Medien waren eindeutig. Bei Monday Night RAW trat der skandalträchtige Boxer Ryan Garcia auf und attackierte an der Seite von Dominik Mysterio und JD McDonagh Danhausen und Joe Hendry.
Dass die WWE moralische Kompromisse eingeht, ist kein Novum. Doch der Auftritt von Ryan Garcia bei Monday Night RAW markiert einen neuen Tiefpunkt: nicht nur, weil der Boxer durch rassistische, homophobe und queerfeindliche Äußerungen sowie Doping- und Gewaltdelikte auffiel – sondern weil sein Einsatz einzig dem Zweck diente, seinen nächsten Kampf gegen Conor Benn zu bewerben. Der Boxkampf wurde von UFC-Eigner Dana White bestätigt und von Zuffa Boxing, die zu UFC und damit zu TKO gehören, durchgeführt. Ein weiterer Beleg dafür, dass unter dem Dach von TKO (UFC/WWE) Profit über Prinzipien steht.
Natürlich kann man aus gutem Grund sagen, dass WWE seit dem Zusammenschluss mit UFC zu Muttergesellschaft TKO machtlos ist, derlei Auftritte zu unterbinden. Dennoch reiht es sich ein in eine Ansammlung von Dingen, bei der der geneigte Wrestlingfan ein oder beide Augen zudrücken muss.
Logan Paul, Robert F. Kennedy Jr., Ryan Garcia – WWE sammelt skandalträchtige Persönlichkeiten wie andere Sammelkarten
Logan Paul, der trotz all seiner ethisch bedenklichen Geschäfte und geschmackloser Videos inzwischen fester Bestandteil des WWE-Kaders ist, ist das eine. Auftritte im Weißen Haus mit Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., der sich die zweifelhafte Errungenschaft anheften darf, Masern in den USA groß gemacht zu haben (Make Measles Great Again?), das andere.
Die Auftritte in Saudi-Arabien – wo Menschenrechte systematisch missachtet werden – sind ein klassisches Beispiel für Sportswashing: WWE nutzt ihre Plattform, um das Image des Regimes aufzupolieren, im Austausch für Millionen. TKO und damit auch WWE beweisen immer wieder, dass Aufsehen und Geld wichtiger sind als alles andere.
Dass die WWE unter TKO-Führung Profit über ethische Standards stellt, ist System und Konzernpolitik. Wenn WWE mit Rassisten und homophoben Menschen Geschäfte macht – wo ist die Grenze? Derzeit hat Moral im Konzern TKO keinen Platz mehr.




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