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Im Verfahren gegen WWE-Star Ludwig Kaiser (bürgerlicher Name: Marcel Barthel) wegen einfacher Körperverletzung sind neue Details bekannt geworden. In einem aktuellen Schriftsatz legt die Verteidigung Kaisers ihre Sicht auf den Vorfall dar, der im April zu seiner Festnahme geführt hatte, und beantragt die Einstellung des Verfahrens unter Berufung auf das in Florida geltende „Stand Your Ground“-Gesetz. Dieses erlaubt den Einsatz nicht-tödlicher Gewalt, wenn jemand nach eigener, nachvollziehbarer Einschätzung sich selbst oder andere vor einer unmittelbar drohenden, rechtswidrigen Gewaltanwendung schützen muss.
Der Vorfall ereignete sich am 23. April in einem Apartmentkomplex in Orlando, Florida, in dem Kaiser und der mutmaßlich Geschädigte Richard Reap wohnen. Reap gab gegenüber der Polizei an, Kaiser habe ihn angegriffen, nachdem er das Verhalten von Kaiser und einer Frau im Aufzug kritisiert habe. Demnach sollen sich Kaiser und die Frau „aggressiv geküsst“ haben, woraufhin Reap sie gebeten habe, „bitte etwas Manieren zu zeigen“. Dies habe laut seiner Darstellung die anschließende Auseinandersetzung ausgelöst.
Im Schriftsatz der Verteidigung wird ein abweichender Ablauf geschildert. Kaiser habe sich mit seiner Freundin, der WWE- und AAA-Kommentatorin Andrea Bazarte, im Aufzug umarmt, als Reap sie lautstark aufgefordert habe, mehr Respekt zu zeigen und dabei geflucht habe. Auf Kaisers Nachfrage, was er gesagt habe, soll Reap erwidert haben, Kaiser solle „Respekt haben, bevor ich ICE auf diese ‘bitch’ rufe“. Bazarte ist laut der Eingabe mexikanischer Herkunft.
Daraufhin soll Kaiser den Aufzug verlassen und Reap verbal darauf hingewiesen haben, dass dessen Aussagen beleidigend und unangebracht seien. Zu diesem Zeitpunkt, so die Verteidigung, habe Kaiser Reap weder bedroht noch berührt. Reap sei dann jedoch aggressiv auf Kaiser zugegangen, habe seine Hände erhoben und sei ihm sehr nahe gekommen. Aus Angst vor einem körperlichen Angriff habe Kaiser Reap weggestoßen.
Laut Kaisers Darstellung betrat er anschließend wieder den Aufzug, in dem seine Freundin verblieben war. Reap sei daraufhin erneut in bedrohlicher Weise an den Aufzug herangetreten, woraufhin Kaiser kurz heraustrat, ihn aufforderte, sie in Ruhe zu lassen, und Reap ein weiteres Mal wegstieß, als dieser wieder in bedrohlicher Art auf sie zukam. Kaiser habe danach den Aufzug genutzt, um den Bereich zu verlassen. Reap soll im Verlauf außerdem eine Softdrink-Flasche nach Kaiser geworfen haben, worauf dieser laut Schriftsatz nicht reagiert haben soll.
Die Verteidigung argumentiert, Kaiser habe lediglich nicht-tödliche Gewalt eingesetzt, um sich selbst und seine Freundin zu schützen, und sei damit durch das „Stand Your Ground“-Gesetz gedeckt. Sie beantragt, Kaiser Immunität vor weiterer strafrechtlicher Verfolgung zu gewähren. Derzeit ist Kaiser wegen eines Vergehens („misdemeanor“) der Körperverletzung angeklagt. Eine Vorbesprechung des Verfahrens ist für den 16. Juli angesetzt.
Bereits Ende Juni erhielt die Verteidigung Zugang zu Überwachungsmaterial des Apartmentkomplexes, das den Vorfall zeigen und Aufschluss darüber geben soll, welche Darstellung näher an den tatsächlichen Abläufen liegt. In der ursprünglichen Verhaftungsakte ist festgehalten, dass ein Polizeibeamter die Aufnahmen gesichtet und dort gesehen habe, wie Reap geschlagen und gestoßen wurde. Zudem stellten die Beamtinnen und Beamten bei Reap eine frische, größere Schramme am Kopf fest.
Unabhängig vom Ausgang des Strafverfahrens könnte auf Kaiser im Anschluss noch ein Zivilverfahren zukommen. Nach Angaben der Unterlagen hat Reap eine Anwältin oder einen Anwalt engagiert, der sich auf Zivilklagen und Personenschäden spezialisiert. Kaiser darf sich während des laufenden Verfahrens frei bewegen und ist weiterhin reisefähig, während sich der rechtliche Ausgang des Falls noch klären muss.









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