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Tony Khan spricht über mögliche TNA-Übernahme, MyAEW-Pläne, Visa-Probleme und Vertragslage von Jack Perry
AEW-Präsident Tony Khan hat im Rahmen des Media Calls vor AEW x NJPW Forbidden Door in San Jose, Kalifornien, eine Reihe von Themen angesprochen. Dabei ging es unter anderem um Gerüchte um einen möglichen Kauf von TNA Wrestling, die Zukunft des Streaming-Dienstes MyAEW, Visa- und Verletzungsprobleme rund um den Pay-per-View, die Vertragssituation von Jack Perry, die jüngste Eigentümeränderung bei NJPW sowie Pläne für internationale Märkte.
Ausgangspunkt vieler Spekulationen ist ein Bericht, wonach Anthem-Präsident Len Asper für einen möglichen Verkauf von TNA einen Mindestpreis von 30 Millionen US-Dollar ansetzt und bevorzugt zwischen 40 und 50 Millionen US-Dollar erzielen möchte. Auf die Frage, ob er grundsätzlich Interesse an einem Kauf von TNA habe, betonte Khan, dass die Promotion und insbesondere das umfangreiche Videoarchiv durchaus einen Wert hätten, dies aber aktuell keine Priorität für ihn sei. Er habe bislang keine ernsthaften Gespräche darüber geführt. Grundsätzlich könne vieles interessant sein, wenn der Preis stimme, dies gelte aber für viele Dinge. Einen Kaufpreis von rund 40 Millionen US-Dollar lehnte er klar ab.
Ein weiterer Schwerpunkt des Calls lag auf dem hauseigenen Streaming-Dienst MyAEW. Khan erklärte, dass es bereits Gespräche mit CMLL über eine strategische Content-Partnerschaft gegeben habe. Bei NJPW sei die Situation anders, da die japanische Promotion mit New Japan World eine eigene Plattform betreibt. Mehrere Promotions hätten sich gemeldet, um ihre Shows rund um das All In-Wochenende auf MyAEW zu platzieren. Khan verwies darauf, dass es für 2026 in London bereits Anfragen gebe, Events in der Woche von All In über MyAEW zu streamen. Grundsätzlich sei er offen dafür, verschiedene unabhängige Promotions an einem AEW-Pay-per-View-Wochenende zu bündeln, auch mit Blick auf das WrestleMania-Wochenende 2027 in Saudi-Arabien. Promotions wie PRODUCE, 1FW, Limitless Wrestling, Create-A-Pro, Warrior Wrestling und C*4 streamen bereits über MyAEW. Auf die Frage, ob MyAEW auch für eine Woche voller Independent-Shows rund um einen großen AEW-Event wie Revolution eine Plattform sein könne, antwortete er ebenfalls zustimmend.
Angesprochen auf mögliche weitere Archivkäufe – etwa von Lucha Underground oder PWG – stellte Khan klar, dass sein Hauptinteresse darin liege, andere Promotions und deren Wrestlerinnen und Wrestler zu promoten. Ein Erwerb von Videoarchiven hänge immer von der konkreten Situation ab. Bisher sei ROH die einzige Library, die er tatsächlich übernommen habe.
Khan ging zudem auf Visa- und Verletzungsprobleme ein, die die Card von Forbidden Door beeinträchtigt haben. Er erklärte, dass mehrere internationale Wrestlerinnen und Wrestler derzeit aufgrund von Visa-Erneuerungen oder -Schwierigkeiten nicht zur Verfügung stehen. Dazu zählen unter anderem Beast Mortos, Komander, Hechicero sowie weitere Namen aus Mexiko, die sich im Erneuerungsprozess befinden. Auch Gabe Kidd sei betroffen, Khan rechnet jedoch mit einer baldigen Rückkehr. Ähnliches gilt für den AEW National Champion Mark Davis, der derzeit weltweit seinen Titel verteidigt und nach Khans Einschätzung vermutlich früher zurückkehren wird als einige andere genannte Namen. Im Fall von Beast Mortos habe man kreativ reagiert, indem Sammy Guevara nach CMLL geschickt wurde, um dort gemeinsam mit Mortos die Tag Team Championship zu verteidigen. Auch bei STARDOM habe es vereinzelt Terminprobleme gegeben, insgesamt lobte Khan die japanische Promotion aber ausdrücklich für die zuverlässige Visa-Organisation und verwies auf den geplanten Einsatz von Starlight Kid am Forbidden Door-Wochenende. Zusätzlich hätten mehrere Verletzungen bei Frauen und Männern die ursprüngliche Planung verändert, dennoch sei er mit der finalen Card sehr zufrieden.
Ein konkretes Verletzungsupdate gab Khan zu Willow Nightingale. Willow hatte in der Ausgabe von AEW Dynamite vom 20. Mai bekanntgegeben, dass sie sich verletzt habe, den AEW TBS Championship-Titelgürtel niederlegen müsse und deshalb auch nicht am Owen Hart Foundation Women’s Tournament teilnehmen könne. Laut Khan werde man ihre Genesung in den kommenden Wochen genau verfolgen, man rechne mit einer vergleichsweise zeitnahen Rückkehr. Er hätte sie gerne im Turnier und bei Forbidden Door gesehen, zeigte sich aber erfreut, dass sie jüngst bei einer Filmpremiere an der Seite von Harley Cameron öffentlich aufgetreten ist.
Zur viel diskutierten Vertragssituation von Jack Perry, der laut Bryan Alvarez (Wrestling Observer) aktuell ohne unterschriebenen Vertrag für AEW arbeiten soll, äußerte sich Khan ebenfalls. Demnach sei der Plan von AEW und Perry, langfristig zusammenzuarbeiten. Er halte Perry seit Jahren für einen hervorragenden Wrestler und sehe weiterhin eine sehr gute Zukunft für ihn. Khan hob hervor, wie positiv die Rückkehr von „Jungle Jack Perry“ aufgenommen worden sei und verwies auf dessen aktuelle starke Matches. Sein Ziel sei es, Perry langfristig bei AEW zu halten, und er gehe davon aus, dass dies auch so komme.
Ein weiteres Thema war die jüngste Änderung in der Eigentümerstruktur von NJPW. Im Mai hatte Bushiroad alle Anteile an der Promotion an TV Asahi und CyberAgent übertragen. Khan bezeichnete dies als interessante Entwicklung, die man im Blick behalten werde. Bisher habe sich an der Zusammenarbeit nichts geändert, da er weiterhin mit derselben Administration um Hiroshi Tanahashi und Gedo zusammenarbeite wie zuvor. Er freue sich darauf, auch mit den neuen Eigentümern die Kooperation fortzuführen und die Kontinuität zu wahren. Für die diesjährige Ausgabe von Forbidden Door seien bislang unter anderem Zack Sabre Jr., Shingo Takagi und Shota Umino von NJPW eingeplant. Im Zusammenhang mit dem Start von MyAEW werde AEW-Programm zudem im August von New Japan World verschwinden, da der bestehende Vertrag auslaufe. Auf die Frage, ob NJPW ein strategischer Content-Partner von MyAEW werden könne, verwies Khan erneut darauf, dass die japanische Liga ihre eigene Plattform betreibt.
Khan äußerte sich außerdem zum Einfluss der Fußball-Weltmeisterschaft auf die Planung von AEW-Shows. Er verfolge das Turnier sowohl sportlich als auch hinsichtlich der Termine sehr genau, um seine Matches optimal zu platzieren. Als Beispiel nannte er die jüngste Ausgabe von Dynamite, bei der Místico und Bandido prominent eingesetzt wurden, bevor das WM-Spiel Mexikos begann. Er erwähnte zudem Kooperationsmöglichkeiten mit der FIFA und Veranstaltungsorten und verwies darauf, dass Claudio Castagnoli Medienarbeit für Forbidden Door übernahm, als die Schweizer Nationalmannschaft in der Bay Area spielte.
Bestätigt wurde von Khan außerdem, dass Redemption in diesem Jahr der zehnte Pay-per-View im AEW-Kalender sein wird. Das zusätzliche Event im Juli verdrängt damit keine spätere Veranstaltung. Die ROH Tag Team Championship sei hingegen nicht in das Booking des Three-Way-Matches The Young Bucks vs. Sky Team vs. Unbound Co. für Forbidden Door eingeflossen. Es sei „voreilig“, von einem bestimmten Ergebnis der CMLL-Show am Freitag auszugehen und daraus zwingende Schlüsse für Forbidden Door zu ziehen.
Zur personellen Lage im Roster erklärte Khan, dass Toni Storm, Keith Lee, Britt Baker und Jay White sich jeweils in unterschiedlichen Situationen befinden und einige näher an einer Rückkehr seien als andere. Konkretere Details wollte er jedoch nicht nennen.
Auch zur Situation von Sareee nahm er Stellung. Sie sei mit einer ärztlichen Freigabe zu AEW gekommen, um in einem Owen-Hart-Turniermatch gegen Skye Blue anzutreten. Die medizinische Abteilung von AEW habe sie an diesem Abend jedoch nicht freigegeben, da man den Einsatz nicht für sicher genug hielt. Khan hoffe, sie zu einem späteren Zeitpunkt offiziell im Ring debütieren zu sehen.
Auf mögliche große Überraschungen oder Debüts bei Forbidden Door angesprochen, verwies Khan darauf, dass viele der aktuell mit AEW in Verbindung gebrachten Namen noch bei anderen Promotions unter Vertrag stehen. Grundsätzlich zeigte er sich offen für weitere Doppelverträge nach dem Vorbild der Zusammenarbeit mit CMLL. Auch mit NJPW und/oder Stardom gebe es theoretisch Möglichkeiten, allerdings sei dies bislang kein Schwerpunkt, und für solche Modelle brauche es immer das Einverständnis beider Seiten.
Puerto Rico bezeichnete Khan im Verlauf des Calls als künftigen Zielmarkt für AEW. Das Territorium sei historisch ein bedeutender Wrestling-Standort mit leidenschaftlichen Fans und biete viele potenzielle Partnerschaften. Er sei sehr daran interessiert, AEW mittelfristig auch dort zu präsentieren, während das Unternehmen insgesamt weiter neue Märkte erschließt.




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