Paul Heyman kritisiert Umgang von WWE mit Cesaro: „Eine riesige verpasste Chance“
Paul Heyman hat sich in einem ausführlichen Gespräch über das seiner Ansicht nach ungenutzte Potenzial von Cesaro (heute Claudio Castagnoli) in WWE geäußert. In der „Insight“-Podcast-Ausgabe mit Chris Van Vliet erklärte Heyman, dass WWE es versäumt habe, Cesaro nachhaltig als glaubwürdigen Main Eventer zu etablieren und dessen besondere Stärken voll auszuspielen.
Im selben Interview ging Heyman auch darauf ein, weshalb seine frühere Partnerschaft mit Curtis Axel scheiterte. Aus seiner Sicht habe es nie einen langfristigen Plan gegeben, Axel „die Leiter hinauf“ zu pushen. Vielmehr habe Axel in ihrer Zusammenarbeit vor allem den Zweck erfüllt, in der damaligen Fehde als Gegner für CM Punk zu dienen. Heyman zog hier eine Parallele zu Cesaro, der nach dem Ende von Punks Programm ebenfalls in eine Rolle geriet, die vorrangig dazu diente, Heyman weiterhin regelmäßig ins TV zu bringen.
Heyman lobte Cesaro ausdrücklich für dessen Zeit bei WWE und betonte, dass zahlreiche Wrestlerinnen und Wrestler gerne mit ihm im Ring standen. Er erinnerte daran, dass John Cena nach einem gemeinsamen Match im TV laut Heyman zu Vince McMahon gesagt habe, er könne mit Cesaro ein WrestleMania-Main-Event bestreiten. Nach Heymans Ansicht hätte dieses Szenario durchaus Realität werden können und vielleicht auch sollen. Cesaro sei unmittelbar nach Brock Lesnars Sieg über den Undertaker und dem Ende von dessen WrestleMania-Streak an Heymans Seite positioniert worden. Während Lesnar eine Pause einlegte, habe Cesaro als „Heyman Guy“ vor allem als Anlass gedient, Heyman Woche für Woche vor die Kameras zu bringen, um Lesnars Sieg immer wieder zu thematisieren.
Besonders kritisch sah Heyman, dass WWE nie konsequent Cesaro Sprachkenntnisse einsetzte. Er hob hervor, dass Cesaro fünf Sprachen spreche und dies ein Alleinstellungsmerkmal gewesen sei, das man für Promos und Charakterarbeit hätte nutzen können. Heyman skizzierte die Idee, Cesaro in Interviews jede Frage in einer anderen Sprache beantworten zu lassen. Dadurch wäre laut Heyman eine andere Seite seiner Persönlichkeit sichtbar geworden, da Cesaro Gestik und Betonung jeweils an die jeweilige Sprache anpasse. Diese Möglichkeit sei jedoch nie umgesetzt worden. Heyman sprach in diesem Zusammenhang von einem „großen Fumble“ und bezeichnete es als „Verbrechen“ gegenüber Cesaros Karriere und dem Publikum, dieses Potenzial nicht ausgeschöpft zu haben.
Darüber hinaus beschrieb Heyman, welches Programm nach seiner Vorstellung aus Cesaro und Brock Lesnar hätte entstehen können. Hätte er Cesaro in der Storyline den Rücken gekehrt und diesen systematisch als ernsthafte Bedrohung für Lesnar aufgebaut, seien Matches zwischen den beiden „mind-blowing“ möglich gewesen, so Heyman. Rückblickend betrachtet spreche er von einer massiv vergebenen Chance und betonte, dass er niemanden außer sich selbst und das damalige Kreativumfeld dafür verantwortlich mache.
Cesaro stand von 2011 bis 2022 bei WWE unter Vertrag. Nach seinem Sieg in der Andre the Giant Memorial Battle Royal bei WrestleMania 30 im Jahr 2014 verkündete er vorübergehend, ein „Paul Heyman Guy“ zu sein, womit ihre kurze On-Air-Partnerschaft offiziell begann. Diese Allianz endete noch im selben Jahr im Juli, ohne dass Cesaro dauerhaft im Main Event etabliert wurde.




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