„Der Deal war einfach zu lukrativ!“: Ehemaliger WWE-Co-Präsident verrät, warum man trotz Khashoggi-Mord an Deal mit Saudi-Arabien festhielt

04.06.26, von David "VidDaP" Parke

WWE news Neutral beitrag HQ Titan Towers

John O'Neill (jjron)
WWE Corporate HQ, Stamford, CT, jjron 02.05.2012, bearbeitet, CC0 1.0

„Der Deal war einfach zu lukrativ!“: Ehemaliger WWE-Co-Präsident verrät, warum man trotz Khashoggi-Mord an Deal mit Saudi-Arabien festhielt

Deals mit Saudi-Arabien sind in der Sportwelt weitverbreitet, aber ebenso weit umstritten. Grund dafür ist nicht nur die Sportswashing-Kampagne des Ölstaats, die die Probleme des Landes mit Menschenrechten verschleiern soll.

Am 2. Oktober 2018 wurde Jamal Khashoggi, saudischer Kolumnist der Washington Post und Gegner des Regimes in Saudi-Arabien, gesehen, wie er die saudi-arabische Botschaft in der Türkei betrat, aber nie wieder verließ – zumindest nicht lebend. Die CIA gab später bekannt, mit „hoher Sicherheit“ zum Schluss gekommen zu sein, dass Khashoggi auf Befehl des Kronprinzen Mohammed bin Salman ermordet wurde.

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17 Saudi-Araber wurden von den USA mit Sanktionen belegt, gegen elf gab es in Saudi-Arabien Ermittlungen. Fünf Menschen bekamen die Todesstrafe, drei wurden verhaftet und drei freigesprochen. Gegen bin Salman gab es keine Konsequenzen.

Der ehemalige Co-Präsident der WWE, George Barrios, schrieb in seinem Buch „Sometimes Wrong but Never in Doubt: How a Cuban Kid from Queens Transformed WWE“ über den Vorfall und die Gründe dafür, die Beziehungen zu Saudi-Arabien aufrechtzuerhalten.

„Die Verhandlungen zogen sich in die Länge, weil die Saudis hartnäckige Verhandler sind. Erschwerend kam das Verschwinden des saudischen Journalisten und Dissidenten Jamal Khashoggi hinzu. Ich war empört, aber niemand wusste, wer wirklich Schuld hatte. Vince McMahon, Michelle Wilson und ich haben viel Zeit damit verbracht, die Vor- und Nachteile eines Weitermachens abzuwägen. Vince fühlte sich dabei sehr unwohl, aber ich fand, wir konnten den Deal nicht platzen lassen. Er war einfach zu lukrativ. Vince sagte, die Sache mit Khashoggi wäre ein zu großes Risiko. Ich sagte: ‚Ich weiß, wie ernst das ist. Aber niemand weiß wirklich, was da vor sich geht‘.“

Im Januar 2018 verkündete WWE eine zehnjährige Partnerschaft mit dem Königreich Saudi-Arabien, die der Wrestlingliga mehr als eine Milliarde US-Dollar einbringt. Im kommenden Jahr wird dort erstmals „WrestleMania“ stattfinden, nachdem dort Anfang 2026 der „Royal Rumble“ ausgerichtet wurde. Barrios trat WWE im Jahr 2008 bei und war, genauso wie Michelle Wilson, Co-Präsident, bevor beide im Januar 2020 vor die Tür gesetzt wurden.

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Quellen: The Washington Post, Amnesty International, WWE Investor Relations, Wrestling Observer, POST Wrestling, Sometimes Wrong but Never in Doubt: How a Cuban Kid from Queens Transformed WWE.

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13 Antworten auf „„Der Deal war einfach zu lukrativ!“: Ehemaliger WWE-Co-Präsident verrät, warum man trotz Khashoggi-Mord an Deal mit Saudi-Arabien festhielt“

DDP81 sagt:

so läuft es leider auf der Welt.
ignorieren und vergessen. sowohl im turbokapitalistischen, geschäftlichen…als auch (auch wenn etwas weniger) privaten Bereich.

Rikibu sagt:

Dass die WWE diesen Deal durchzieht, ist klar, wenn man bedenkt, wem die WWE als Aktiengesellschaft verpflichtet ist… nämlich ihren Anlegern… und nicht den Zuschauern.

Was ich aber scharf verurteile ist, dass die WWE seitens ihrer berichterstattenden Zunft so mit Samthandschuhen diesbezügl. angefasst wird und offensichtlich keinen moralischen Kodex oder Grundsätze existieren, für wen man sich medial zum Spielball macht und für wen nicht.
Microsoft ist in einer ähnlichen Situation mit ihrer Technologielieferung für den Genozid in Gaza… auch das wird von Berichterstattern einfach in Kauf genommen

Solange man also noch Nutznieser von Verbrechen und Elend der Welt ist, ists offenbar legitim und opportun.

Wrestlintg1984 sagt:

@Rikibu „Microsoft ist in einer ähnlichen Situation mit ihrer Technologielieferung für den Genozid in Gaza… auch das wird von Berichterstattern einfach in Kauf genommen“ Ist deine Empörung auch so groß, wenn Nationen offen dazu auffordern Israel auszulöschen? Denn genau das fordern dort viele und das sollte man ebenso verharmlosen wie weglassen bei der Gesamtbetrachtung.
Mal den Ball flachhalten, auch wenn der Krieg grausam ist, so ist es kein Genozid. Damit degradierst du sämtliche Genozide

Was soll die WWE auch machen? Moral gibt es weder bei Konzerne noch bei Nationen, es geht um Interessen und das ist nun mal leider so. Egal ob LGBT, Kriege, Ausbeutung uvm. vieles wird nur als PR missbraucht. Sagen man unterstütze diese und jene Gruppe, man wäre gegen jegliche Kriege usw. und dennoch werden Geschäfte gemacht.

Und da ich als Konsument meinen Spaß haben möchte, konsumiere ich ohne schlechtes Gewissen. Denn mein kleiner Verzicht verändert nicht das weltweite System

Realtalk (Original) sagt:

@Rikibu: Hängst du zu viel im Stream von Shurjoka rum? Wie wäre es, wenn du mal aus deiner Bubble rauskommst und dich den Fakten und der Realität stellst?

Rikibu sagt:

@Realtalk
ähm, wer?

SCSA sagt:

Was für ein Genozid? Das Gerichtsurteil wird frühstens 2027 erwartet.

Lobo sagt:

Keine von den Konfliktparteien in dieser Region bekleckert sich mit Ruhm oder glänzt mit echter Intelligenz bezüglich ihrer Propaganda oder sonstiger Aktionen.

DDP81 sagt:

@Wrestlintg1984

was ist denn das wieder für ein bescheuertes „whataboutism“.
er kritisiert Microsoft, weil es zu dem Beispiel passt…. er hat mit keinem Wort irgendwie nur im Ansatz gesagt, dass es er gut findet, dass einige Nationen Israel auslöschen wollen ?
und kommt der nächste und wirft irgendwelche kranken Influencer in der den Raum, nur weil Rikibu seine..und wie ich finde auch sehr seriöse Meinung von sich gibt.

was im Kern seiner Aussage ist denn bitte faktisch Falsch.
ich hätte einen kleinen Punkt, zwar ist eine Aktiengesellschaft verpflichtet, den größtmöglichen Gewinn zu machen, aber auch hier gibt es die Möglichkeit auf Ablehnung, wenn dieses begründbar ist. und dazu zählt z.b. die Angst vor anderen Sponsoren, Partnern die abspringen könnten und eine klare negative Auswirkung auf den Aktienwert durch negative Presse.
hier gibt’s auch Beispiele für Ablehnungen von Saudi angeboten in den letzten Jahre
n.
aber sowas ist dann doch eher selten.

und dann kommt SCSA wieder mit seiner Erklärung, dass es Gerichtsurteil wegen den Vorwurf des Gemozids noch aussteht. das erinnert mich so langsam echt am schwarzen Vogel, der uns auch immer wieder drauf hinweist, dass Vinny so lange unschuldig ist, bis das Gericht ein Gegenteil bestätigt.

ist ja beinahe wie X hier…. wenn man eine rechte, und meist wie auch hier im Beispiel eher linke Einstellung hat, wird man dafür direkt kritisiert. wenns dann wenigstens Diskussionen mit faktischen Gegenargumente wären.
aber es sind dann whataboutism, der Vorwurf man würde einer doch eher seltsamen Influencerin folgt und Aufklärung, dass die Qual eines Volkes weniger schlimm ist, als das Wort es vermuten lassen würde, solange kein Gericht das bestätigt.

btw, darf man beides scharf kritisieren und Scheisse finden.
sowohl das kranke Attentat der Hamas und der ewige Hass gegen Juden, genau wie das Vorgehen, welches ja nur gegen die Hamas gehen soll, aber es komplett in Kauf genommen wird, dass Tausende…. unschuldige Menschen sterben, schwer verletzt werden und alles verlieren.
aber irgendwie kommt das bei sehr vielen Menschen nicht an.

SCSA sagt:

Das funktioniert so in einer Demokratie. Wir haben Gewaltentrennung. Die Judikative entscheidet über Schuld und Unschuld. Wie kann man das abwerten? Dies war ein langwieriger Weg in der Geschichte. Eine Errungenschaft. Man könnte fast denken, dass du den Dorfmob, den Kaiser, ein Diktator oder einfach der stärkere (meist die Reichen) über Schuld und Unschuld urteilen lassen möchtest.

DDP81 sagt:

nein, ich habe auch nie von mir aus bin einem Genozid gesprochen. aber was dort passiert, ist eine Katastrophe, nenn es wie du willst, aber runterspielen funktioniert nicht. und wenn das Gericht es nicht für einen Genozid hält, so what? sind dann nicht tausende von Menschen gestorben, die mit dem Krieg nichts zu tun haben ? aufgrund von Machthabern, die der Meinung sind, sie dürften sowas ?

wenn das Vinny verfahren eingestellt wird, aus Mangel an beweisen, ist für dich dann zu 100% klar, dass Vinny unschuldig ist?
das Gericht sagt, es ist kein Genozid, ist dann alles okay was da passiert?

kann in deiner Welt ja so sein, in meiner ist es definitiv nicht so.
dafür brauche ich keinen Dorfmob, keinen Kaiser und keinen schwindligen Diktator. das entscheide ich dann für mich schon selbst.

SCSA sagt:

Lassen wir mal Vinnie weg bei diesem Gespräch.

Du redest von Krieg. Und Krieg ist scheisse. Und jedes unschuldige Opfer ist eines zu viel. Kriegsverbrechen sollten gebüsst werden. Egal von welcher Seite. Und es ist auch eine Katastrophe. Meiner Meinung nach muss die Israelische Regierung ausgewechselt werden. Gerade die rechtsextremen Koalationsparteien der Likud sind nicht friedensfördernd. Ich bin absolut gegen diese Regierung und deren handeln. Genozid und Aphartheit sind zwei Begriffe die über dem Begriff Krieg stehen. Man sollte da schon unterscheiden und nicht blind seiner antiimperialistischer, antikapititalistischer Ideologie folgen und dadurch plötzlich mit den absoluten Feinden der freien gesellschaft sympathisieren. Wir müssen unsere freie Welt vernünftig verteidigen. Auch wenn es nicht perfekt und fehlerlos ist, aber ich weigere mich auf das selbe Niveau runterzugehen. Unsere Vorfahren haben dafür Blut gelassen. Man sollte unabhängige Institutione entscheiden lassen und nicht Privatpersonen. Und ja die machen auch Fehler, darum sollte der Beklagte auch die faire Möglichkeit haben Einspruch zu erheben. Man kann vieles verbessern. Aber man kann eben auch vieles verschlechtern. Darum sollte man behutsam sein mit starken Worten wie Genozid.

Lobo sagt:

@SCSA….leider haben Urteile in der Vergangenheit (und bestimmt auch in der Zukunft) auch immer wieder falsch gelegen und man kann nicht immer von einer hundertprozentigen Gerechtigkeit sprechen. Man nehme nur mal die ganzen im Nachhinein aufgehobenen Todesurteile in den USA, bei denen auf Grund neuer Verfahren (zum Beispiel Gentests) im Nachhinein festgestellt wurde, dass die Verurteilten unschuldig waren. Oder aber als Gegenbeispiel den Fall OJ Simpson, der im Mordprozess freigesprochen wurde, aber im Folgeprozess bezüglich Geldklage dann für praktisch dasselbe Vergehen schuldig gesprochen wurde und bei dem man sich sehr sicher war, dass der erste Freispruch nur durch Gewieftheit der Verteidigung und Dummheit der Anklage zustande kam. Wo war da die Gerechtigkeit? Leider gibt es zur Zeit nicht das perfekte Rechtssystem und @DDP hat mit seiner Aussage verdammt Recht, die Getöteten oder Hinterbliebenen aus diesem Konflikt wird es einen Sch… interessieren, was irgendwann ein Gericht dazu meinen wird.

DDP81 sagt:

@SCSA
mit dem Grundsatz deines Eintrags bin ich vollkommen konform.
der Rest ist für mich persönlich „nur ein Wort“ und ich habe ein Problem damit, was alles auf der Welt passiert und dann Menschen Öffentlich in irgendwelche Diskussionen, Debatten, was auch immer… beteiligen…. und der Inhalt dann ist, dass ein Richter bzw ein Gericht entscheiden wird, ob dieses Wort bzw dieses Wort als Vorworuf benutzt werden darf…. Scheiss auf dieses Wort, ob man es jetzt benutzt oder nicht, es sterben Unschuldige. genau in diesem Konflikt.
du darfst mich für diese Einstellung kritisieren, fair enough..für mich ist und bleibt es ein Wort. für mich wird bewusst in Kauf genommen, dass dort viele unschuldige sterben, Menschen aus einer Region, die es schon immer schwer, bzw sehr sehr lange schwer hatten. oder leider traue ich es der israelischen Regierung auch zu, bewusst einen Völkermord, mindestens in Kauf zu nehmen. und wenn wir es nicht Völkermord nennen … unabhängige Experten gehen von über 100k töten aus, die Hamas redet übrigens wenn weniger … keine Ahnung, ob sie damit „stärke“ zeigen wollen. im übrigen sollen es über 50% Frauen und Kinder sein.

aber genug dazu. ich verstehe deinen Ansatz, bin da halt „nur“ nicht Dir.

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