Update zu den jüngsten Entlassungen: TKO unter Spardruck aufgrund hoch verschuldeter Muttergesellschaft + weitere Hintergründe zu den Entlassungen und Gehaltskürzungen

07.05.26, von Jens "JME" Meyer

WWE news Neutral beitrag HQ Titan Towers

John O'Neill (jjron)
WWE Corporate HQ, Stamford, CT, jjron 02.05.2012, bearbeitet, CC0 1.0

Update zu den jüngsten Entlassungen: TKO unter Spardruck aufgrund hoch verschuldeter Muttergesellschaft + weitere Hintergründe zu den Entlassungen und Gehaltskürzungen

Laut mehreren Berichten aus den USA steht WWE aktuell unter erheblichem Spardruck durch die Muttergesellschaft TKO. Dies wirkt sich sowohl auf laufende Verträge als auch auf den Umfang des Rosters aus. Neben Gehaltskürzungen für bestehende Talente kam es zuletzt zu umfangreichen Entlassungen, von denen auch etablierte Namen betroffen waren.

Wie bereits berichtet, sollen The New Day (Kofi Kingston und Xavier Woods) die Promotion verlassen haben, nachdem TKO eine Umstrukturierung ihrer Verträge verlangt und dabei deutliche Gehaltskürzungen gefordert haben soll – obwohl sie erst im Vorjahr neue Verträge unterschrieben hatten. Nach Informationen von PWInsider.com kursiert zudem ein unbestätigtes Gerücht, wonach ein „stark gepushter“ WWE-Act in der vergangenen Woche aufgefordert wurde, eine Gehaltsreduzierung um 50 Prozent zu akzeptieren. Dieser oder diese Betroffene soll der Kürzung zugestimmt haben. Fightfuls Sean Ross Sapp berichtete anschließend, dass „eine Reihe von Personen“ bei WWE um Gehaltsverzicht gebeten worden sei. Ob die von PWInsider erwähnte Person Teil dieser Gruppe ist, bleibt unklar.

Ein Bericht von BodySlam+ führt aus, Quellen zufolge fordere TKO Vertragsanpassungen, weil man das Verhältnis zwischen der Bezahlung bestimmter Talente und deren tatsächlicher Leistung als unausgewogen betrachte. Ein weiterer Gesprächspartner habe darauf verwiesen, dass TKO die Einnahmen maximieren wolle, da die Muttergesellschaft Endeavor erheblich verschuldet sei. Zum 31. Dezember 2025 wies TKO demnach Bruttoschulden in Höhe von 3,783 Milliarden US-Dollar aus. Parallel dazu wurden die Vergütungen der Führungsebene bekannt: TKO-CEO Ari Emanuel erhielt demnach 67,3 Millionen US-Dollar, TKO-Präsident Mark Shapiro 42,6 Millionen US-Dollar und WWE-Präsident Nick Khan 24,3 Millionen US-Dollar im Jahr 2025.

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Im vergangenen Monat trennte sich WWE von über zwei Dutzend Wrestlerinnen und Wrestlern. Fightful Select berichtet, WWE sei intern angewiesen worden, „Millionen“ im Personalbudget einzusparen, was letztlich zu den umfangreichen Entlassungen geführt habe. Für Kritik sorgte in der Branche vor allem die zeitliche Nähe zur Veröffentlichung der hohen Vergütungen für die TKO-Führungsebene und den weiterhin sehr hohen Aktienkurs. Laut dem Bericht sollen einigen Talenten Gehaltskürzungen im siebenstelligen Bereich angeboten worden sein, um im Unternehmen bleiben zu können. Viele hätten zwar grundsätzlich eingeräumt, dass Einschnitte zum WWE-Geschäftsmodell gehören, doch Kürzungen in dieser Größenordnung vor dem beschriebenen Hintergrund seien schlecht aufgenommen worden.

Mehrere Quellen schildern, dass die jüngste Entlassungswelle das Vertrauen vieler Wrestlerinnen und Wrestler in langfristige, gut dotierte Verträge deutlich beschädigt habe. Einige Betroffene hatten erst innerhalb des vergangenen Jahres neue Kontrakte unterschrieben und dabei laut Bericht auf Gespräche mit AEW verzichtet, um bei WWE zu bleiben. Mit der nun erfolgten Trennung sehen viele ihre Verhandlungsposition im Vergleich zu ihrer vorherigen Free-Agent-Phase geschwächt. Beobachtende gehen daher davon aus, dass sich die Art und Weise, wie Talente und ihre Vertretungen künftig mit WWE/TKO verhandeln, spürbar ändern wird.

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Fightful Select berichtet zudem, dass zahlreiche Talente bereits während einer jüngsten Auslands-Tournee von WWE auf mögliche Gehaltskürzungen angesprochen worden seien – teilweise deutlich früher, als sie selbst mit Vertragsverhandlungen gerechnet hatten. Backstage kursierte das Gerücht, WWE habe die Gespräche bewusst in eine Phase gelegt, in der Agenturen und Vertreter der Talente weniger Zeit zur Prüfung gehabt hätten. Diese Einschätzung wird im Bericht jedoch ausdrücklich als Meinung der Betroffenen und nicht als gesicherte Tatsache eingeordnet. Am Tag der Entlassungen sollen mehrere Wrestlerinnen und Wrestler vor die Wahl gestellt worden sein, eine Gehaltskürzung zu akzeptieren oder das Unternehmen zu verlassen, teils mit einer Entscheidungsfrist von nur zwei Tagen. The New Day sollen das Angebot einer Kürzung abgelehnt haben und wurden anschließend aus ihren Verträgen entlassen. Intern räumte WWE demnach die Verdienste von New Day für die Promotion ein und eine gemeinsame öffentliche Erklärung war vorgesehen, kam letztlich aber aus unbekannten Gründen nicht zustande.

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Wrestling Observer-Redakteur Dave Meltzer ging in seiner Radiosendung auf die Hintergründe der diesjährigen Massenentlassungen ein. Demnach habe TKO im Jahr 2025 aufgrund der noch jungen Eigentümerschaft darauf verzichtet, größere Einschnitte vorzunehmen, um nicht als „Bösewichte“ dazustehen. Die jetzige Welle sei daher teilweise eine Art „Nachhol-Effekt“. Laut Meltzer habe TKO die WWE-Creative-Abteilung angewiesen, eine Anzahl an Entlassungen vorzunehmen, die in etwa den aktuellen NXT-Call-ups sowie strukturellen Änderungen im TV-Bereich entspreche. Im Fokus stand dabei insbesondere SmackDown, das wieder auf eine Sendezeit von zwei Stunden zurückkehrt. Dadurch stünde weniger TV-Zeit zur Verfügung, was zusätzliche Kürzungen im SmackDown-Roster nach sich gezogen habe. Die Creative-Verantwortlichen seien demnach aufgefordert worden, eine Liste mit Namen jener Talente vorzulegen, für die in absehbarer Zeit keine Pläne bestünden.

Meltzer zufolge sind alle Personen, die im Rahmen dieser Entlassungsrunde betroffen sind, inzwischen informiert worden, auch wenn nicht alle Namen öffentlich bekannt seien. Gerüchte, Spekulationen und interne Einschätzungen über die Beweggründe von WWE und TKO werden in der Berichterstattung klar von den bestätigten Fakten getrennt dargestellt; offiziell bestätigt wurden lediglich die erfolgten Entlassungen und die allgemeine Zielsetzung, Personalkosten zu senken.

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11 Antworten auf „Update zu den jüngsten Entlassungen: TKO unter Spardruck aufgrund hoch verschuldeter Muttergesellschaft + weitere Hintergründe zu den Entlassungen und Gehaltskürzungen“

Chris-10 sagt:

Welcher gepushte Star könnte es gewesen sein der dem neuen Vertrag zugestimmt hat?
Mir würde da The Miz einfallen. Oder auf wen tippt ihr?

ok.lets.go sagt:

Ich denke, wer derjenige ist, der wird sich denke ich ein Boni eingebaut haben dafür. So einfach auf die Hälfte der Zahlung zu verzichten wird keiner machen.

Ausschließen können wir Stars wie Reigns, Rollins, Orton, Rhodes und ähnliches.

Vielleicht hat sich dieser Star etwas einbauen lassen wie,

1. Gebt mir dafür erstmal frei für mich und meiner Familie

2. Nehmt mich aus der bescheuerten Storyline mit Gunther

3. Bookt mich nach meiner Rückkehr ins Titelgeschehen

4. … und lasst mich gewinnen!

Obwohl ich eher mit einem Abgang von dieser Person rechne, würde ich aber hier vielleicht die Chance sehen, dass es sich dabei um

L A Knight handeln könnte

Lobo sagt:

Bei der Auflistung der Vorstände fehlt aber noch The Rock, der ja auch ein beträchtliches Salär für‘s weitestgehende Fernbleiben und Nichtstun erhält. Aber wäre ja zu einfach gerade bei diesen Extrem-Ausgabenposten einzusparen und stattdessen lieber dann bei denen einsparen für die sich die zahlende Kundschaft wirklich interessiert.

Herert sagt:

Wie so oft. Die Obrigkeit lässt sich fürstlich entlohnen und die die wirklich das Geld verdienen, sollen Gehaltskürzungen zustimmen oder dürfen gehen.
Diese Art zu Wirtschaften ist einfach ein Graus.
Bevor jetzt wieder welche aus ihren Löchern kommen und sagen so ist das Geschäft.
Nein! Man kann nun nicht mal alles und jeden kaufen.

Cara Trivet sagt:

@Herert: Du warst offensichtlich noch nie Chef einer Firma. 🙂

DDP81 sagt:

@Cara Trivet trotzdem muss er den Scheiss Turbokapitalismus nicht gut heißen.

Sobel sagt:

Passt auf Leute, ich glaube, wir haben den alten Vince massiv unterschätzt! Er hat irgendwie gewusst, dass Endeavour diese Schulden hat, bzw machen wird. Ich bin wieder, er ist in der Wirtschaft gut vernetzt. Daraufhin hat er den Verkauf der WWE an die, bzw TKO als Tochtergesellschaft forciert mit dem langfristigen Ziel, entweder den Wert des Unternehmens durch die Verschuldung so zu mindern, dass er es aufkaufen kann, oder aber so viele Talente frustriert das Unternehmen verlassen/gefeuert werden, dass er eine komplett neue Liga mit altbewährten Leuten aufbauen kann.

Oodenson sagt:

in den vorständen werden zweistellige millionenbeträge ausbezahlt, aber das talent, das im jahr teilweise unter 1 million verdient soll gehaltskürzungen akzeptieren. und nebenbei werden noch talente entlassen… genau mein humor.
da sollte man vielleicht mal an den vorständen und oberen verzichtbaren stellen sparen, anstatt den Workern und langjährigen Mitarbeitern hinter den Kulissen

PowerMan sagt:

So läuft das doch überall. Die Vorstände gönnen sich, die Aktionäre werden gebuttert, die normale Belegschaft muss bluten. Warum sollte das im Wrestling/TV Geschäft anders sein.
So manche Talente werden bei Vertragsverhandlungen überlegen, ob sie zu WWE oder AEW gehen.
MMn haben sie sich da selbst sehr geschadet.

Cara Trivet sagt:

@DDP81: Nee gut heißen muss man das nat+ürlich nicht. 🙂

Rikibu sagt:

Ich verstehe aber die Herangehensweise wirklich nicht…
Eine nicht solvent genug seiende Firma kauft für einen möglicherweise viel zu hohen Preis die WWE, fährt massiven GEwinn ein weil jeder Fleck mit Werbung zugeschissen wird, die Ticketpreise steigen usw. usw…

Wie kann es dann sein, dass man im laufenden Geschäft derart kurzschlussartig sparen muss? Gibts da keinen Langzeitfinanzierungsplan, der langfristig den Schuldenabbau sicherstellt, ohne dass die Attraktivität des Produktes leidet, weil man ständig an elementaren Dingen wie Arbeitsverträgen, Budgets usw. rumkritteln muss?

Scheint ja nicht so zu sein, dass die Zahlen auf denen das gesamte Geschäft basiert, auf belastbarer Grundlage basieren und das eher ein Anlegerblendwerkgeschäft ist, bei dem alles so fragil ist, dass es jederzeit implodieren könnte, wenn ein Finanzpartner querschießt.

Dabei kann cih mir nicht vorstellen, dass Kapitalgeber bei den Gewinnerhöhungen der letzten 2 Jahre wirklich unzufrieden sind.

Perspektivisch kommen die doch selbst mit noch krasseren Einsparungen, Entlassungen nict auf einen grünen Zweig und müssen von Quartalsbericht zu Quartalsbericht neue dumpings vornehmen…

ich muss nicht studiert haben, um zu erkennen, dass dieses brutale downsizing nicht funktionieren wird…
wird hier doch der Weiterverkauf an einen noch größeren Geldgeber vorbereitet, weil die, die sich die Taschen selbst füllen, zu unfähig waren so einen riesigen Deal langfristig gewinnbringend umzusetzen?
Die WWE ist doch eine Dauer Cashcow, wenn man sich nicht all zu blöd anstellt…

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