TKO meldet starkes Quartal: WWE-Umsatz wächst, Nick Khan verlängert Vertrag, Diskussion um WrestleMania-Creative und Saudi-Arabien-Strategie

07.05.26, von Jens "JME" Meyer

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John O'Neill (jjron)
WWE Corporate HQ, Stamford, CT, jjron 02.05.2012, bearbeitet, CC0 1.0

TKO meldet starkes Quartal: WWE-Umsatz wächst, Nick Khan verlängert Vertrag, Diskussion um WrestleMania-Creative und Saudi-Arabien-Strategie

TKO hat im Rahmen des aktuellen Quartalsberichts starke Zahlen für ihre Kernbereiche WWE, UFC und das Hospitality-Geschäft vorgelegt und gleichzeitig mehrere Weichenstellungen für die kommenden Jahre bekanntgegeben. Neben einem deutlichen Umsatzwachstum bei WWE wurden ein neuer Langzeitvertrag für WWE-Präsident Nick Khan, Pläne für weitere Events im Mittleren Osten sowie die anhaltende Debatte um kreative Entscheidungen rund um WrestleMania 42 thematisiert.

Im abgelaufenen Quartal erzielte TKO Gesamterlöse von 1,597 Milliarden US-Dollar. Davon entfallen 475,7 Millionen US-Dollar auf WWE, was einem Plus von 84,2 Millionen im Jahresvergleich entspricht. UFC steuerte 401,2 Millionen US-Dollar bei (plus 41,5 Millionen). Das stärkste Wachstum verzeichnete jedoch der Bereich IMG/On Location, der durch die Vorbereitungen auf die Olympischen Winterspiele 2026 auf 655,4 Millionen US-Dollar zulegte – ein Anstieg um 179,1 Millionen im Jahresvergleich.

Speziell für WWE weist der Bericht für das Quartal 281,7 Millionen US-Dollar aus Medienrechten, 123,5 Millionen US-Dollar aus Live-Events und Hospitality, 26,2 Millionen US-Dollar aus Partnerschaften und Marketing sowie 44,3 Millionen US-Dollar aus Merchandise und Lizenzen aus. Das größte Wachstum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erzielte dabei der Bereich Live-Events & Hospitality, gefolgt von den Medienrechten. Als wesentlicher Treiber wird der Royal Rumble genannt, der in diesem Jahr in Saudi-Arabien ausgetragen wurde. Die Rechtskosten stiegen deutlich auf 23,2 Millionen US-Dollar (Vorjahr: 6,5 Millionen), unter anderem aufgrund laufender Kartellklagen im Umfeld von UFC sowie Aktionärsklagen im Zusammenhang mit WWE und Endeavor.

Im Rahmen des Calls bestätigte TKO-Präsident Mark Shapiro, dass man „fest“ an den geplanten Events in Saudi-Arabien und der Region für sowohl WWE als auch UFC und Zuffa Boxing festhalte, „trotz einer herausfordernden Lage“. Konkret nannte er eine UFC Fight Night in Aserbaidschan und WWE Night of Champions in Riad, beide für den 27. Juni angesetzt. Nach diesen Shows sollen sechs weitere Veranstaltungen der Marken WWE, UFC und Zuffa Boxing im Mittleren Osten folgen. Shapiro betonte, der saudische Staatsfonds PIF habe zugesichert, sein finanzielles Engagement bei TKO – anders als bei der LIV-Golfliga – nicht zurückzuziehen und sehe seine Verpflichtungen für 2026 und darüber hinaus als „unerschütterlich“ an. Bereits zuvor hatte Nick Khan erklärt, dass man nur dann nach Saudi-Arabien zurückkehren werde, wenn dies sicher möglich sei und die entsprechenden Genehmigungen vorliegen.

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Shapiro hob außerdem unter anderem das WWE Elimination Chamber-Event hervor, das bei seinem Debüt auf ESPN einen „deutlichen“ Anstieg gegenüber dem Vorjahr verzeichnet habe und das zweitgrößte Arena-Gate in der Geschichte von WWE gewesen sei. Zu WrestleMania 42 erklärte Shapiro, man sei mit der Ticket-Performance nicht besorgt. Es sei „unrealistisch“ gewesen, zu erwarten, dass WrestleMania 42 den Vorjahreswert noch einmal übertreffen würde; die Veranstaltung gehöre weiterhin zu den höchsten Gates in der Unternehmensgeschichte und habe jeden anderen potenziellen Austragungsort übertroffen.

Gleichzeitig ging Shapiro ausführlich auf die anhaltende Kritik von Fans an der kreativen Ausrichtung rund um WrestleMania 42 sowie an der starken Werbepräsenz während der Shows ein. Er räumte ein, dass TKO vermehrt Investorenfragen zu der wahrgenommenen Nachfrage nach WWE und zum Zustand des Creative erhalten habe, ausgelöst durch Online-Kommentare und den Vergleich der Ticketverkäufe im Jahresabstand. Fanunzufriedenheit mit Creative, Werbelastung und Celebrity-Einsätzen sei jedoch nichts Neues, so Shapiro. Man höre sich alle Rückmeldungen an, ignoriere sie nicht, aber solche Wellen der Unzufriedenheit gebe es immer wieder.

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In Bezug auf die zahlreichen Werbeeinblendungen bei WrestleMania 42, die bei vielen Zuschauenden angesichts der Matchzeiten für Frust sorgten, sprach Shapiro von einem schwierigen Spagat zwischen Fanerlebnis und den wirtschaftlichen Anforderungen des Sports. Er zog Vergleiche zu steigenden Preisen und Werbezeiten im Kino, zu verlängerten Werbefenstern bei ESPN, Sponsor-Patches auf NBA-Trikots, Naming Rights wie im Stadion der Los Angeles Dodgers sowie Werbeunterbrechungen in großen Sportereignissen wie NCAA Final Four, College Football und NFL. Veränderungen bräuchten Gewöhnung, insbesondere da WWE „relativ neu“ in der intensiven kommerziellen Integration und im Sponsoring sei. Es gebe keine „magische Formel“, vielmehr sei man in einer Phase von Trial-and-Error und teste unterschiedliche Ansätze je nach Event, mal mit stärkerem, mal mit reduziertem Werbeanteil.

Shapiro betonte mehrfach, das Produkt – also die eigentliche WWE-Präsentation – habe Priorität. Die Fanbasis sei jung, divers, schwer zu erreichen und sehr leidenschaftlich, was sie für Werbepartner besonders attraktiv mache. Gleichzeitig wolle man die Balance wahren, da die zusätzlichen Einnahmen wiederum ermöglichen sollen, kreativer mit dem Produkt und den Superstars umzugehen. Man nehme die Fanbasis nicht selbstverständlich hin, könne sich aber nach eigenen Angaben auf „rekordverdächtige“ Kennzahlen bei Live-Besuchen, Zuschauerzahlen und Interaktionen berufen. Ähnliche Kritik an der Matchqualität und der Star-Power von UFC-Cards wies Shapiro zurück und verwies auf natürliche Auf- und Abbewegungen bei jedem Sport sowie auf eine Generation junger Kämpfender, die derzeit nach oben dränge.

Finanziell ging TKO zudem auf Kritik und Konkurrenz im MMA-Bereich ein. TKO-Finanzchef Andrew Schleimer erklärte, man habe einen achtstelligen Betrag investiert, um die Fighter-Boni zu verdoppeln. Die Vergütung der Kämpfenden wachse weiter, da man „niemals die Augen vor der wichtigsten Investition verschließen“ werde. Shapiro bezeichnete grundsätzlich alle anderen Anbieter im Kampfsport als Konkurrenz, zeigte sich jedoch unbeeindruckt von Einzelevents konkurrierender Promotions. Für eine UFC-Card im Weißen Haus rechnet TKO nach eigenen Angaben mit einem Verlust von rund 30 Millionen US-Dollar.

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Im personellen Bereich wurde bekannt, dass Nick Khan einen neuen Vertrag unterschrieben hat, der ihn bis Ende des Jahrzehnts als Präsident von WWE im Unternehmen hält. Sein neues Grundgehalt liegt demnach bis Ende dieses Jahres bei 2 Millionen US-Dollar jährlich und steigt ab Januar 2027 bis Ende 2030 auf 3 Millionen US-Dollar pro Jahr. Zudem ist Khan für 2026 für jährliche Boni in Höhe von 150 Prozent seines Grundgehalts bonusberechtigt, von 2027 bis 2030 sind es 200 Prozent. Darüber hinaus erhielt er eine „Signing Equity Award“-Zuteilung über 11 Millionen US-Dollar in Form von Restricted Stock, die über vier Jahre hinweg verfällt, sowie einen einmaligen „Special Performance Incentive“ in Höhe von 5 Millionen US-Dollar. Für das Jahr 2025 werden Khans Gesamtbezüge mit 24,3 Millionen US-Dollar angegeben, bestehend aus 2 Millionen US-Dollar Grundgehalt, 11 Millionen US-Dollar in Aktien und über 10 Millionen US-Dollar an Boni. Khan ist seit August 2020 bei WWE und kam damals von der Agentur CAA, um in der Rolle als Präsident und Chief Revenue Officer direkt an Vince McMahon zu berichten.

Shapiro selbst, der als zentrales Gesicht von TKO bei vielen Großveranstaltungen präsent ist, kam laut den öffentlichen Unterlagen im Jahr 2025 auf eine Gesamtvergütung von 42,6 Millionen US-Dollar.

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9 Antworten auf „TKO meldet starkes Quartal: WWE-Umsatz wächst, Nick Khan verlängert Vertrag, Diskussion um WrestleMania-Creative und Saudi-Arabien-Strategie“

Dino sagt:

Oh nein, die arme WWE macht immer mehr Geld.
Sie sollten lieber noch ein paar entlassen.

Sobel sagt:

Ja und was ist mit den ganzen Schulden von Endeavour? Da reicht es wohl nicht, wie die WWE wächst. Dumm gelaufen, dann werden wir wohl noch ein paar hoch talentierte Wrestler die Seiten wechseln sehen, damit wir weiterhin Reigns, Rhodes und Punk unter der Kontrolle von Rocky beim Vollführen ihrer Tänzchen zuschauen können.

Lobo sagt:

Wellen der Unzufriedenheit? Eher ein Tsunami.

Dominic Bauk sagt:

Alleine schon 23 Mio Dollar nur durch Klagen aufgrund der ganzen Saudi Schei*e. Wahnsinn was für Zahlen.

Da ist AEW deutlich näher am Fan als WWE. Wenn man den Fan und Zuschauer melkt, dann kommen eben solche Quartalszahlen dabei heraus.

dxx78 sagt:

Sehr schade. Wenn sie Probleme bekommen, bevor die Taschen voll sind und WWE an die Wand gefahren, könnte das was am Kurs ändern. Wenn die Leute zu langsam reagieren, endet es in einer kontrollierten Demontage.

Matze sagt:

och Mensch, bitte noch mehr entlassen und bestehenden MA Gehaltskürzungen bis zu 50% mit der Pistole auf der Brust „anbieten“…. WWE Führung inklusive Triple A und TNA = Minusmenschen …..

Grill Master sagt:

TKO ist GZSZ für Arme.

Rikibu sagt:

Warum ist Khan in der Zukunft jetzt schon bonusberechtigt, obwohl er noch gar keine Arbeit für die Zukunft geleistet hat, sodass man nicht ableiten kann, ob die dann geltenden Geschäftszahlen den Bonus rechtfertigen? Was sind das für krude Regeln, die da für die Obrigkeit gelten?

Und was ist eigentlich mit der 90tägigen Sperrzeit? kann ich auf diese verzichten, wenn ich auf die 90tägige Weiterbezahlung verzichte? wäre ja nur ansatzweise fair, wenn einerseits der Vertrag jederzeit neu verhandelt und quasi nicht erfüllt werden kann…

Cara Trivet sagt:

Wenn man jetzt noch 20+ Angestellte mehr entlassen würde könnte man noch mehr Geld scheffeln… 🙂 TKO muss ja schließlich noch Schulden begleichen. .)








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