Erneute Veränderung der Nielsen-Quotenmessung trifft Wrestling-Ratings hart + deutliche Einbrüche bei TNA, AEW und SmackDown

05.05.26, von Jens "JME" Meyer

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© AEW/TNA/WWE

Dave Meltzer berichtet im aktuellen Wrestling Observer Newsletter, dass eine neuerliche Umstellung der Nielsen-Quotenmessung die TV-Ratings für Pro Wrestling deutlich stärker belastet als frühere Anpassungen. Besonders betroffen sind die auf Kabel laufenden Shows wie AEW Dynamite, AEW Collision, TNA Impact und WWE SmackDown.

Bereits die Nielsen-Umstellung im September hatte zu merklichen Einbrüchen geführt – im Schnitt rund zehn Prozent weniger Gesamtzuschauer sowie 20 bis 30 Prozent Rückgang in den Zielgruppen 18–49 und 18–34. Die nächste Anpassung im Januar brachte die Zahlen zwar wieder etwas nach oben, führte aber zu auffälligen Verschiebungen: Vor allem bei AEW-Shows (und in geringerem Maße bei SmackDown) waren plötzlich extrem hohe Werte in der Altersgruppe 50–54 zu beobachten, was dazu führte, dass 25–54 teils stark aussah, 18–49 dagegen vergleichsweise schwächer.

In der Folge entstand das Bild, Pro Wrestling sei – gemessen an Nielsen – plötzlich deutlich „älter“ geworden, obwohl Wrestling im Sportvergleich traditionell eines der jüngeren TV-Publikums hat. Meltzer verweist auf den Widerspruch zwischen den ausgewiesenen Median-Alterswerten (teils 55 bis 64) und den sichtbar deutlich jüngeren Hallenbesucherinnen und -besuchern.

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Nun hat Nielsen im April erneut seine Methodik angepasst, diesmal mit Fokus auf den Kabelbereich. RAW und NXT auf dem USA Network waren laut Meltzer von dieser Änderung nicht betroffen, die Kabelwerte für Dynamite, TNA Impact, SmackDown und Collision gingen in der vergangenen Woche dagegen massiv zurück – deutlich stärker, als es allein durch Konkurrenzprogramme oder Sendeplatzverschiebungen zu erwarten gewesen wäre. Meltzer spricht hier von einem ernüchternden Ergebnis. In der Gesamtbetrachtung wären die Zahlen etwas weniger drastisch, da SmackDown ein deutlich größeres Publikum hat als TNA oder Collision. Allerdings lag der Rückgang bei SmackDown sowohl bei den Gesamtzuschauern als auch in 18–49 immerhin in einer ähnlichen Größenordnung wie der Durchschnitt und in 25–54 sowie bei Teenagern ebenfalls deutlich im Minus, wenn auch weniger extrem als bei den anderen beiden Shows.

Für TNA Impact zeigt Meltzer exemplarisch, wie sich das auf die Positionierung beim Sender auswirkt:

  • In einer früheren Woche lag der AMC-Prime-Time-Schnitt bei 241.000 Zuschauerinnen und Zuschauern und 0,06 in 18–49.
  • Die letzte Impact-Ausgabe ohne AEW-Konkurrenz kam auf 257.000 und 0,06 also leicht über Senderdurchschnitt.
  • Mit der neuen Messung fiel Impact auf 175.000 Zuschauer und 0,04 zurück damit liegt die Show deutlich unter dem Senderdurchschnitt. Bereits in der Woche zuvor war Impact laut Meltzer die am schwächsten bewertete „First-Run“-Sendung auf AMC, wobei die meisten anderen Formate Wiederholungen sind.
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SmackDown bleibt trotz Rückgang voraussichtlich weiterhin die quotenstärkste Sendung auf dem USA Network und gehört üblicherweise zu den Top-Programmen im Kabelranking des jeweiligen Abends. Die Veränderung ist hier vor allem für die Werbevermarktung in den jüngeren Demos relevant.

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei AEW Collision: Die Show fiel im Kabelranking laut Meltzer vom 9. Platz am 11. April auf Rang 58 am 25. April. Er betont dabei, dass starke Sportkonkurrenz (NBA- und NHL-Playoffs) zwar absolute Zuschauer- und Demo-Zahlen drückt, aber normalerweise weniger stark die Platzierung beeinflusst, da alle Formate betroffen sind. Der Sprung von Platz 9 auf 58 unterstreicht für ihn, wie stark die neue Messweise Collision trifft.

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Für AEW Dynamite war in der betrachteten Woche ein Rückgang von 14,4 Prozent in der Zielgruppe 18–49 zu verzeichnen, die Show blieb jedoch an beiden Vergleichstagen (15. und 22. April) auf Platz 10 im Kabelranking – bei insgesamt niedrigeren Werten über das gesamte TV-Angebot hinweg. Ein „Äpfel mit Äpfeln“-Vergleich soll hier erst in der kommenden Woche möglich sein, wenn Dynamite wieder im gewohnten Zeitslot läuft. Meltzer zieht das Fazit, dass die neue Nielsen-Methodik – sollte sich dieser Trend bestätigen – einen weiteren Dämpfer für die TV-Werbeeinnahmen und damit die generelle Bewertung des Wrestling-Produkts im TV-Markt darstellt. Vor dem Hintergrund steigender Programm- und Produktionskosten sowie rückläufiger Reichweiten im linearen Fernsehen insgesamt verschärfen solche Quoteneffekte die Lage zusätzlich.

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