Gerichtsunterlagen: WWE gibt rund 15 Prozent des Umsatzes für Talente aus – Nick Khan zeigt kein Interesse an mehr WWE-Houseshows

20.04.26, von Jens "JME" Meyer

WWE news Neutral beitrag HQ Titan Towers

John O'Neill (jjron)
WWE Corporate HQ, Stamford, CT, jjron 02.05.2012, bearbeitet, CC0 1.0

Gerichtsunterlagen: WWE gibt rund 15 Prozent des Umsatzes für Talente aus

Neue Gerichtsunterlagen im Zusammenhang mit der laufenden Aktionärsklage gegen WWE geben Einblick in die Talentkosten des Unternehmens. Demnach investierte WWE im Jahr 2022 insgesamt 195 Millionen US-Dollar in Talente, einschließlich Entwicklungsbereich, was rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes von 1,29 Milliarden US-Dollar entspricht. Die Zahlen stammen aus einer Auswertung von Brandon Thurston für POST Wrestling. Laut dem Bericht gab WWE 2022 im Schnitt rechnerisch etwa 1,5 Millionen US-Dollar pro Main Roster-Talent aus, wobei dieser Durchschnitt durch Topverdienende verfälscht sein kann. In den öffentlich eingereichten Unterlagen findet sich zudem eine Präsentationsfolie, die eine talentbezogene Vergütung in Höhe von 15 Prozent der Unternehmensumsätze bis mindestens 2028 projiziert. Konkrete Einzelgehälter wurden in den Unterlagen nicht offengelegt, jedoch wurden einige Namen im Zusammenhang mit Vertragsverlängerungen und Gehaltsanpassungen erwähnt. So heißt es, dass Roman Reigns, Bray Wyatt, Logan Paul, Cody Rhodes und Braun Strowman zu den „Key Talents“ gehörten, deren Vertragsverlängerungen sich zusammen auf 15 Millionen US-Dollar beliefen. Die Vertragsverlängerung von Brock Lesnar wird mit 4 Millionen US-Dollar angegeben. Außerdem wird darauf verwiesen, dass unter anderem Bianca Belair, die Street Profits, Gable Steveson, Rhea Ripley, Asuka und Baron Corbin jährliche Gehaltsanhebungen („annual contract step-up“) im Gesamtvolumen von 2 Millionen US-Dollar erhielten. Für das Jahr 2022 werden die Gesamtkosten für Main-Roster-Talente mit 175 Millionen US-Dollar ausgewiesen, mit einem erwarteten Anstieg auf 195 Millionen US-Dollar im Jahr 2023. Die Bezahlung von Entwicklungstalenten (NXT-Bereich) lag 2022 bei 14 Millionen US-Dollar und soll 2023 auf 16 Millionen US-Dollar steigen. WWE gab an, rund 130 Talente im Main Roster, etwa 130 NXT-Talente und rund 20 NXT UK-Talente unter Vertrag gehabt zu haben. Auch die Vergütung von Prominenten wurde separat aufgeführt: Für 2022 wurden hier 6 Millionen US-Dollar angegeben, mit einem erwarteten Rückgang auf 3 Millionen US-Dollar im Jahr 2023. Begründet wird dies damit, dass Logan Paul von der Kategorie „Celebrity“ in die Kategorie Main-Roster-Talent gewechselt ist. Die genannten Zahlen wurden im Rahmen einer Aktionärsklage öffentlich, die 2023 eingereicht wurde. Die Klage wirft Vince McMahon vor, den Zusammenschluss mit Endeavor gezielt vorbereitet zu haben, um seine eigene Rolle im Unternehmen trotz der gegen ihn erhobenen Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens zu sichern, anstatt den Markt breit zu sondieren und den Unternehmensverkauf im Sinne eines maximalen Werts für die Anteilseignerinnen und Anteilseigner auszurichten. Somit wird bestätigt, dass WWE im Vergleich zu anderen großen Sportmarken relativ niedrige Gehälter zahlt. So gibt All Elite Wrestling ca. 55% der Einnahmen für Gehälter aus. In der Premium League entfallen im Schnitt 71% der Einnahmen auf die Gehälter, in der MLB 54%, in der NBA und NHL jeweils ca. 50%, in der NFL ca. 50%

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Nick Khan zeigt kein Interesse an mehr WWE-Houseshows

Nick Khan zeigt sich derzeit wenig begeistert von der Idee, den House-Show-Kalender von WWE deutlich auszuweiten. Cody Rhodes hatte sich in der Vergangenheit öffentlich dafür ausgesprochen, mehr Main-Roster-Live-Events zu veranstalten und unter anderem vorgeschlagen, testweise wieder eine House-Show-Tour pro Monat einzuführen. Aus seiner Sicht würden zusätzliche Live-Events dabei helfen, die Wrestler im Rhythmus zu halten und ein stärkeres Teamgefühl in der Umkleidekabine zu fördern. Im Vorfeld von WrestleMania 42 war Nick Khan im „The Bill Simmons Podcast“ zu Gast und ging dort indirekt auf diese Thematik ein. Er stimmte Simmons zu, als dieser anmerkte, es gebe „reale Gründe“, weshalb WWE-Talente heute deutlich weniger auf Tour seien als früher. Khan verwies in diesem Zusammenhang auf zahlreiche Wrestling-Dokumentationen, in denen Karrieren aus den 1980er-Jahren häufig mit Aussagen wie „Ich war 300 Tage im Jahr auf der Straße“ beginnen. Dies sei auf Dauer kein tragbares Modell gewesen. Er betonte, dass man die Folgen eines solchen Pensums deutlich gesehen habe – nicht nur in Bezug auf das Familienleben, sondern auch in Hinblick darauf, zu welchen Mitteln einige Talente greifen mussten, um ihre Körper über einen so langen Zeitraum belastbar zu halten. Auch wenn WWE weiterhin House Shows mit dem Main Roster veranstaltet, finden diese inzwischen in deutlich reduzierter Form statt. Der Schwerpunkt liegt auf internationalen Touren oder speziellen Terminblöcken, etwa der traditionellen Holiday-Tour in der Weihnachtszeit. Für den kommenden Sommer ist eine Europatour geplant, zudem sollen im September House Shows in Südamerika stattfinden.

Siehe auch  WrestleMania 42 Matchcard

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