Tony Khan spricht über Chris Jerichos, Treffen mit Shane McMahon, veränderte AEW-Philosophie und sein Interesse an einem Kauf von WWE

08.04.26, von Jens "JME" Meyer

tony khan aew beitrag

Quelle: Collision Conf, Tony Khan June 2022 (cropped), bearbeitet, CC BY 2.0

Tony Khan spricht über Chris Jerichos, Treffen mit Shane McMahon, veränderte AEW-Philosophie und sein Interesse an einem Kauf von WWE

Tony Khan hat sich in einem längeren Interview mit Jonathan Coachman und Vince Russo zu mehreren Themen rund um AEW geäußert. Dabei ging es unter anderem um die Zukunft von Chris Jericho während dessen jüngster Auszeit, ein zurückliegendes Treffen mit Shane McMahon, die Entwicklung der AEW-Philosophie sowie die Rolle der Executive Vice Presidents und Khans Interesse an einem Kauf von WWE.

Zunächst sprach Khan über Jerichos Situation während dessen Abwesenheit und die Frage, ob ein Wechsel zu WWE im Raum stand. Auf die Frage, wie nah Jericho einem Abgang gekommen sei, erklärte Khan, er könne dies nicht mit Sicherheit sagen, wisse aber, dass Jericho eine Wahl gehabt habe und sich bewusst für AEW entschieden habe. Man sei in dieser Phase in Kontakt geblieben, und Jericho habe ihm gegenüber wiederholt betont, dass er in AEW sein wolle – insbesondere für ein bestimmtes Datum in Winnipeg, das man bereits seit dem Vorjahr fest eingeplant habe. Khan unterstrich, dass Jericho als Free Agent eine bewusste Entscheidung für AEW und gegen andere Optionen getroffen habe und stets vermittelt habe, wie sehr er AEW schätze.

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Im weiteren Verlauf des Gesprächs ging Khan auf sein Treffen mit Shane McMahon ein, über das bereits 2024 von WrestleTalk und Fightful berichtet und zu dem ein Foto veröffentlicht worden war. Khan erinnerte sich an eine „sehr angenehme“ Unterhaltung, nachdem Shane McMahon den Kontakt gesucht und um ein Treffen gebeten habe. Man habe sich in Dallas am Flughafen getroffen und mehrere Stunden gesprochen, während AEW in der Region Shows veranstaltete. Khan bezeichnete es als ungewöhnlich, dass ein Foto des Treffens öffentlich wurde, und erklärte, dies müsse vermutlich von jemandem stammen, der am Flughafen gearbeitet oder die beiden erkannt habe. Er betonte, er selbst habe nichts mit der Veröffentlichung zu tun gehabt und sei auf dem Bild deutlich überrascht zu sehen. Inhaltlich sei es ein freundliches Gespräch gewesen, McMahon sei auf ihn sehr interessant und erfahren gewirkt. Nach Khans Darstellung habe Shane McMahon jedoch kein eigentliches Interesse daran gezeigt, als On-Air-Persönlichkeit in einer AEW-Show aufzutreten oder eine dauerhafte Rolle vor der Kamera einzunehmen.

Khan sprach außerdem über die Entwicklung der generellen Ausrichtung von AEW seit der Gründung 2019. Zu Beginn habe es eine Art „kollektiven Rebellengeist“ gegeben, bei dem AEW und Khan öffentlich und im TV häufiger direkte Spitzen gegen WWE gesetzt hätten. Inzwischen sei AEW aber etabliert, verfüge über ein großes Publikum und ein anerkanntes Produkt. Sein persönlicher Ansatz habe sich daher verändert: Heute wolle er den Fokus stärker darauf legen, AEW weiterzuentwickeln, anstatt sich an der Konkurrenz abzuarbeiten. Er erklärte, er habe seine eigene Medienstrategie „verfeinert“ und versuche inzwischen bewusster, „den höheren Weg“ zu gehen. Freundlichkeit und ein respektvoller Umgang hätten ihn weit gebracht, und er bemühe sich in den letzten Jahren verstärkt darum, diesen Kurs beizubehalten, auch wenn er nicht jeden früheren Ansatz vollständig übernehme.

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Ein weiterer Punkt des Interviews betraf die Rolle der ursprünglichen Executive Vice Presidents. Neben Khan als Präsident trugen bei der Gründung 2019 die Young Bucks (Matt Jackson & Nick Jackson), Kenny Omega und Cody Rhodes die EVP-Titel, die auch im TV immer wieder erwähnt wurden – etwa, als die Young Bucks bei AEW All In 2025 ihre Machtstellung verloren. Khan erklärte, dass Kenny Omega und die Young Bucks seit Beginn in verschiedenen Bereichen eng eingebunden gewesen seien, etwa bei der Konzeption früher Pay-per-View-Events. Viele Ideen zur Gründung von AEW seien auf Arbeiten aufgebaut, die sie bereits vor Start der Promotion geleistet hätten. Auch heute seien sie in unterschiedlichen Projekten aktiv: Omega sei unter anderem an digitalen Projekten und dem Wrestling-Bereich beteiligt, während die Young Bucks einen großen Teil der Wrestling-Show ausmachten.

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Zum Abschluss äußerte sich Khan zu seiner Rolle im Verkaufsprozess von WWE im Jahr 2023. Nachdem WWE schließlich von Endeavor übernommen und mit der UFC zur TKO Group Holdings zusammengeführt worden war, wurde unter anderem durch Brandon Thurston berichtet, dass Base 10 – das Unternehmen hinter AEW – ein Gebot über 6,9 Milliarden US-Dollar abgegeben hatte. Khan sagte, er sei sehr an dem Prozess interessiert gewesen und habe zumindest die Möglichkeit haben wollen, sich einzubringen, falls es zu einem Verkauf komme. Er betonte, er würde sich heute ärgern, wenn er bei einem niedrigeren Verkaufspreis kein Gebot abgegeben hätte, und bezeichnete die abgegebene Summe rückblickend als „sehr vernünftige Zahl“. Zu Details äußerte er sich mit Verweis auf Vertraulichkeit zurückhaltend, machte aber deutlich, dass er aus seiner Sicht keine Beschwerden über den Ablauf habe, die er öffentlich thematisieren wolle.

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4 Antworten auf „Tony Khan spricht über Chris Jerichos, Treffen mit Shane McMahon, veränderte AEW-Philosophie und sein Interesse an einem Kauf von WWE“

onyxlp sagt:

lol wäre geil wenn kahn wwe abkaufen wirde er muss nur sein vater fragen nach kohle immer hin ist sein vater auch mdr und hat mehr als genug davon

Lobo sagt:

@onyxlp…und was wäre daran auf Dauer geil gewesen? Schau dir an, was mit ECW und WCW damals passiert ist und momentan ist auch ROH eher auf dem absteigenden Ast im Vergleich zu früher. Natürlich muss man sagen, dass von der Qualität her die WWE auch schon seit langer Zeit auf dem absteigenden Ast ist und nur deshalb keine Probleme hat, weil sie noch too big to fail ist.

Cara Trivet sagt:

AEW müsste produktionstechnisch schmutziger / rauer werden. Diese glattgebügelte / überproduzierte Art, ähnlich der WWE, passt nicht wirklich zu den Inhalten. Hätte man einen mehr an Wrestling Revolver orientierten Look, dann würden zum Beispiel auch die Erwachsenen ansprechenden Inhalte vermutlich mehr die Erwachsenen ansprechen… 90s / 00s Looks machen Wrestling immer interessant(er). 🙂

Suzuki sagt:

@Lobo
Ich hab jetzt hier schon innerhalb einer Woche zum zweiten oder dritten mal gelesen, das die Aussage „Too Big to Fail“ für die WWE angewendet wird.

Man kann das nicht für eine Wrestling Liga anwenden Lobo.
Es gibt dabei auch kein „Noch“. Entweder man ist es oder man ist es nicht und eine Wrestling Liga ist es definitiv nicht.

Das wird z.b. bei grossen Finanzinstituten angewendet, die deutsche Bank z.b. ist „Too Big to Fail“, weil wenn die untergehen, geht Deutschland mit unter. Da wird und muss die Regierung einspringen, egal was für ein Mist die dort verzapft haben.
Dieser Spruch gilt in Deutschland z.b. auch nur für eine Handvoll extrem systemrelevanten Firmen, wo ein Dominoeffekt entsteht und das komplette Land oder die Wirtschaft gefährdet wird.

deutsche Bank geht pleite = alle anderen Banken gehen dadurch auch pleite.

deutsche Bahn geht pleite = Firmen bekommen keine Waren mehr, Wirtschaft steht still. Energieversorgen ist nicht mehr gewährleistet.

Das ist „Too Big to Fail“.

WWE geht pleite = ca. 1000 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs, aber ansonsten hat es keine Relevanz.

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