Neue Details aus Aktionärsklage: Wie Triple H Vince McMahons Rolle nach WWE‑TKO‑Fusion sah

09.04.26, von Jens "JME" Meyer

triple h wwe beitrag

Quelle: Miguel Discart, Triple H WM Axxess 2014, bearbeitet, CC BY-SA 2.0

Neue Details aus Aktionärsklage: Wie Triple H Vince McMahons Rolle nach WWE‑TKO‑Fusion sah

Neue, ungeschwärzte Unterlagen aus der laufenden Aktionärsklage gegen WWE geben einen genaueren Einblick in die Sichtweise von Paul “Triple H” Levesque auf die Rückkehr von Vince McMahon im Jahr 2023. Die Dokumente, über die zuerst Brandon Thurston von POSTWrestling.com berichtete, enthalten unter anderem WhatsApp-Nachrichten zwischen Levesque und WWE-Präsident Nick Khan. Im Mittelpunkt stehen Levesques Sorgen um seine kreative Verantwortung sowie seine Einschätzung, dass Khan maßgeblich dafür verantwortlich gewesen sei, ihn in seiner Position zu halten.

Die Klage selbst dreht sich um den Vorwurf von Anteilseignerinnen und Anteilseignern, die Fusion von WWE mit der UFC unter dem Dach von Endeavor zur Gründung der TKO Group Holdings sei unrechtmäßig zu Gunsten dieses Deals gesteuert worden, obwohl es weitere potenzielle Bieter gegeben habe.

Die veröffentlichten Nachrichten setzen am 11. September 2023 ein, dem Abend vor der finalen Umsetzung der Fusion. In einem Austausch mit Nick Khan beschrieb Levesque den Druck der Situation und sprach davon, „für den nächsten Tag das Schlimmste zu erwarten“. Khans Antworten wurden nachträglich gelöscht; in den Gerichtsunterlagen gibt er an, sich nicht mehr an die Inhalte dieser gelöschten Nachrichten zu erinnern.

Im weiteren Verlauf dieser Kommunikation geht es unter anderem um geplante Entlassungen nach der Fusion. Levesque teilte Khan mit, dass Vince McMahon ihn zu einem Treffen bezüglich Talent-Entlassungen sehen wolle, das mit den parallel anstehenden Entlassungen im Unternehmensbereich zusammenfallen sollte. Zu diesem Zeitpunkt war McMahon als Executive Chairman des TKO-Boards eingesetzt, sollte aber nicht am kreativen Tagesgeschäft beteiligt sein. Levesque bat Khan außerdem darum, ihn zu informieren, falls er mit Endeavor-CEO Ari Emanuel sprechen würde, und machte deutlich, wie angespannt er mit Blick auf die kommenden Tage sei.

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Am 12. September 2023, dem Tag, an dem die WWE-UFC-Fusion offiziell wurde, bedankte sich Levesque in einer weiteren Nachricht ausdrücklich bei Nick Khan. Er schrieb, er sei der Ansicht, ohne Khan wäre er „schon vor langer Zeit weg“ gewesen, und betonte die Bedeutung ihrer gemeinsamen Zusammenarbeit. Khan antwortete mit einer ebenfalls wertschätzenden Nachricht und stellte in Aussicht, noch viele Jahre gemeinsam arbeiten zu wollen. Später leitete Levesque eine Nachricht weiter, wonach McMahon noch am selben Tag ein Treffen mit Khan, Bruce Prichard und Ed Koskey zu Regularien rund um Talente wünschte. Khans Antwort darauf wurde erneut gelöscht, Levesque bestätigte jedoch die Terminierung des Treffens.

Die Unterlagen springen anschließend zum 9. Dezember 2023. An diesem Tag erfuhr Levesque von der Sicherheitsabteilung, dass Vince McMahon zur WWE-TV-Produktion in Cleveland reisen werde. In einer Nachricht an Khan fragte er nach dem Hintergrund dieses Besuchs. Auch hier sind Khans Antworten im Nachhinein gelöscht worden. Levesque hakte mehrmals nach, wollte McMahons Aufenthaltsort und anstehende Meetings genauer wissen und zeigte sich in einer weiteren Nachricht vom folgenden Tag enttäuscht über ein Gespräch mit Ari Emanuel. Ihm zufolge wirkte es so, als werde gegenüber McMahon lediglich angekündigt, er solle sich künftig aus bestimmten Bereichen heraushalten, anstatt einen klaren Schlussstrich zu ziehen. Levesque beschrieb dies als „das Problem nur weiter in die Zukunft zu verschieben“.

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Aus den Formulierungen geht hervor, dass Levesque eine weichere Haltung gegenüber McMahons Rolle wahrnahm, als sie seiner Auffassung nach ursprünglich zugesagt worden war. Er äußerte die Sorge, die klare Linie „er ist raus“ gehe in eine Position über, in der McMahon gelegentlich bei Shows anwesend sein, Notizen geben und kurze Besprechungen führen könne. In diesem Zusammenhang fragte Levesque Khan, ob er den damaligen TKO-Präsidenten Mark Shapiro direkt ansprechen solle oder ob ein erneuter Kontakt zu Ari Emanuel sinnvoller sei. Gegen Ende des Austauschs fasste er seine Wahrnehmung zusammen, dass sowohl Emanuel als auch Shapiro beim Narrativ von McMahons vollständigem Rückzug zurückruderten.

In einem weiteren Nachrichtenverlauf berichtete Levesque von einer E-Mail McMahons zu einem Drehbuch, die offenbar für Ari Emanuel bestimmt war. Khan kommentierte dies mit dem Hinweis, das wirke „ungewöhnlich“ und er werde telefonischen Kontakt aufnehmen. Anschließend teilte er mit, die Beteiligten seien bereits informiert, eine weitere E-Mail sei nicht nötig.

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Später am selben Abend sprach Levesque zudem einen separaten Punkt an: Ihm zufolge sollten sowohl Vince McMahon als auch CM Punk denselben Flug nehmen, weshalb er sich bei Khan erkundigte, ob das ein mögliches Problem darstellen könnte. Ob beide tatsächlich gemeinsam im Flugzeug saßen oder ob es zu einer Auseinandersetzung kam, geht aus den Unterlagen nicht hervor.

Vince McMahon trat schließlich am 26. Januar 2024 von seinem Posten zurück, nachdem Janel Grant eine Zivilklage gegen ihn und WWE eingereicht hatte. In der Klage wird unter anderem behauptet, McMahon habe sie mit Versprechen beruflicher Vorteile geködert, sie dann ausgenutzt und innerhalb des Unternehmens an andere Männer „weitergereicht“. Grant hatte 2022 eine Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA) über insgesamt 3 Millionen US-Dollar unterzeichnet, um nicht öffentlich über ihn oder die Beziehung zu sprechen. Laut ihrer Darstellung stoppte McMahon die Zahlungen nach 1 Million US-Dollar. Mit der Klage will sie die NDA für unwirksam erklären lassen und fordert zusätzlichen Schadensersatz. Dieses Verfahren läuft weiterhin.

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