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NWA Powerrr mit neuem TV-Partner
Im Rahmen des NWA Crockett Cup am 4. April wurde ein neuer TV-Partner für NWA Powerrr bekanntgegeben. NWA-Kommentator Joe Galli kündigte an, dass die wöchentliche Show künftig auf dem Sinclair Broadcasting Network zu sehen sein wird. Geplant ist eine Ausstrahlung beim Science-Fiction-Sender Comet, der zu Sinclair gehört. Konkrete Angaben zum Starttermin wurden bislang nicht gemacht.
Derzeit läuft Powerrr über den Roku Sports Channel, zuvor war die Sendung bereits auf YouTube, Twitter, der CW-App sowie Fite TV beheimatet. Sinclair Broadcasting Network war viele Jahre lang die TV-Heimat von Ring of Honor, nachdem das Unternehmen die Promotion 2011 übernommen hatte. ROH TV lief damals unter anderem auf CW- und MyNetworkTV-Ablegern.
MLW Pläne für Lady Frost
Auch aus dem Umfeld von Major League Wrestling (MLW) gibt es Neuigkeiten. Wie bereits berichtet, hat MLW die frühere AEW- und ROH-Wrestlerin Lady Frost nach ihrem Wechsel in die Free Agency unter Vertrag genommen. Laut Fightful Select plant die Promotion mit mehreren Auftritten von Frost in den kommenden Wochen. Ihr Debüt für MLW ist für Sonntag, den 12. April, im Festival Hall in Charleston, South Carolina, angesetzt. Auffällig ist, dass die ursprünglichen Tickets für die Veranstaltung bereits ausverkauft waren, bevor konkrete Matches angekündigt wurden.
Lady Frost war im vergangenen Jahr nur sporadisch bei AEW und ROH zu sehen. Ihr letztes Match für AEW bestritt sie in der Ausgabe von Collision am 10. Januar, als sie in einem Singles Match in unter drei Minuten gegen Mina Shirakawa verlor. Ihren Vertrag bei AEW hatte sie Anfang 2023 unterschrieben.
MLW verpflichtet ehemaligen WWE-Star
Darüber hinaus hat sich Trevor Lee, früher bei WWE unter dem Namen Cameron Grimes aktiv, MLW angeschlossen. Gegenüber Fox News erklärte er, dass er in den vergangenen Jahren auf die passende Gelegenheit gewartet habe und diese nun bei MLW sehe – insbesondere aufgrund der Zusammenarbeit der Promotion mit CMLL und New Japan Pro Wrestling. Er freue sich auf die Möglichkeit, mit Talenten dieser Ligen zu arbeiten und auf die Perspektiven, die sich daraus ergeben.
Lee hob zudem die Präsentation von MLW hervor. Produktion, Auftritt der Shows und die lautstarken Zuschauerinnen und Zuschauer hätten bei seiner Entscheidung eine wichtige Rolle gespielt. MLW sei zwar nicht WWE, aber auch keine reine Independent-Promotion, sondern bewege sich dazwischen und biete eine Plattform, auf der Wrestlerinnen und Wrestler angemessen präsentiert würden. Sein erklärtes Ziel sei es, in MLW zu zeigen, dass er mehr sei als nur ein Comedy-Act und Matches auf hohem sportlichen Niveau abzuliefern. Lee steht seit 2024 regelmäßig für MLW im Ring, nachdem er nach kurzer Zeit im SmackDown-Roster WWE verlassen hatte, wo er zuvor hauptsächlich bei NXT eingesetzt worden war.
Amazing Red für PRODUCE angekündigt
Abseits der großen TV-Promotions wurde zudem ein weiteres Match für eine besondere Independent-Show im Juni bekanntgegeben. Für das Debüt-Event „PRODUCE Volume 1: The Octopus“, das am 29. Juni in der Location Pioneer Works in Brooklyn stattfindet, wurde die Rückkehr von Amazing Red in seine Heimatstadt angesetzt. Er trifft bei der Premiere der neuen Reihe auf Fancy Ryan Clancy.
„PRODUCE Volume 1, The Octopus“ wird von Orange Crush präsentiert, Co-Produzent der Show ist Jonathan Gresham, der nach zwei Schlaganfällen im Vorjahr ins Wrestling zurückgekehrt ist. Gresham wird die Veranstaltung nicht nur mitgestalten, sondern auch im Main Event gegen Fuminori Abe antreten.
Für das Event wurden unter anderem Auftritte von Joey Janela, Effy, Labron Kozone, Mance Warner, Steph De Lander, Man Like Dereiss, ROH Women’s Pure Champion Deonna Purrazzo, Tracy Williams und Mad Dog Connelly angekündigt. Laut der offiziellen Beschreibung von Pioneer Works soll „PRODUCE“ die kreative Seite des Wrestlings in den Mittelpunkt stellen. Jede Ausgabe wird von einer aktiven Wrestlerin oder einem aktiven Wrestler mitproduziert, die oder der zugleich im Main Event steht und bei der Zusammenstellung der Card mitwirkt, um neuen Talenten zusätzliche Aufmerksamkeit zu verschaffen. Ergänzt wird jede Show durch einen musikalischen Act oder DJ, der ebenfalls gemeinsam mit der Co-Produktion ausgewählt wird.
Amazing Red wird darüber hinaus während des WrestleMania-Wochenendes für House of Glory in den Ring steigen, wo ein Match gegen Bandido angesetzt ist.
Nachruf: College-Coach J Robinson verstorben
Ergänzend dazu wurde bekannt, dass J Robinson, langjähriger und prägender College-Coach mit engen Verbindungen zum Pro Wrestling, am 29. März im Alter von 79 Jahren verstorben ist. Robinson war von 1986 bis 2016 Head Coach des Wrestling-Teams der University of Minnesota und trainierte in dieser Zeit unter anderem Brock Lesnar und Shelton Benjamin.
Seine wichtigste Verbindung in die Pro-Wrestling-Welt bestand zu Gerald Brisco. Beide waren Ende der 1960er Jahre Zimmergenossen und Teamkollegen an der Oklahoma State University, bevor Brisco das Studium verließ und aufgrund des Erfolgs seines Bruders Jack eine Karriere im Pro Wrestling einschlug. Die Freundschaft der beiden hielt über Jahrzehnte an.
Benjamin, der 1998 bei den NCAA-Meisterschaften im Schwergewicht den dritten Platz belegte, blieb nach seiner aktiven College-Laufbahn noch zwei Jahre als Assistenztrainer in Minnesota. Lesnar, der 1998 für Bismarck Junior College den nationalen Junior-College-Titel gewonnen hatte, wurde von Robinson rekrutiert, nachdem er bei einem Turnier mehrere Division-I-Athleten besiegt hatte. Lesnar und Benjamin wurden Zimmergenossen und Trainingspartner, wobei Robinson darauf achtete, dass sie im Training nicht zu hart gegeneinander antraten, um Verletzungen und Rivalität um den Status des „härtesten Mannes im Raum“ zu vermeiden.
Spätestens in Lesnars Junior-Jahr galt er als vielversprechender Kandidat für eine Karriere im Pro Wrestling. Gerald Brisco wandte sich 1999 an Robinson, um einen möglichen Wechsel zu WWF (heute WWE) zu besprechen. Robinson bat darum, noch ein Jahr zu warten, da Lesnar bei einem Angebot des Marktführers vermutlich sofort das College verlassen hätte. Brisco und Jim Ross wollten zu diesem Zeitpunkt ein besseres Verhältnis zu College-Coaches aufbauen, um Talente gezielt zur WWF zu leiten. Eine vorzeitige Verpflichtung Lesnars hätte dieses Vertrauen womöglich beschädigt.
Lesnar verlor 1999 das NCAA-Finale knapp mit einem Punkt Unterschied gegen Stephen Neal, was Minnesota den Mannschaftstitel kostete. 2000 gewann er schließlich die NCAA-Meisterschaften im Schwergewicht. Direkt im Anschluss verpflichtete Brisco sowohl Lesnar als auch Benjamin; Jim Ross bot Lesnar dabei einen Einstiegsvertrag über 250.000 US‑Dollar pro Jahr an – eine für einen kompletten Neuling außergewöhnlich hohe Summe. Während Benjamin als der vielseitigere Athlet und langjährige Wrestling-Fan galt, musste Robinson bei der WWF zunächst für ein Tryout von Benjamin werben. Dieser erhielt anschließend einen Einsteigervertrag, und beide wurden in der Developmental-Liga von Booker Jim Cornette als Tag Team Minnesota Stretching Crew zusammengebracht.
Robinson führte Minnesota zu drei NCAA-Titeln (2001, 2002 und 2007) und coachte 14 Einzel-Champions. Mit dem zweiten Teamtitel 2002 wurde er der erste College-Coach außerhalb der Bundesstaaten Iowa und Oklahoma, der mit einem Programm mehrfach die nationale Meisterschaft gewann. Zuvor war er von 1972 bis 1984 Assistenztrainer an der University of Iowa unter Gary Kurdelmeier und später Dan Gable, deren Teams in diesem Zeitraum neun NCAA-Titel holten. 1984, als Gable das US-Olympiateam betreute, führte Robinson die College-Mannschaft von Iowa zum nationalen Titel, bevor es zum Bruch mit der Universität kam und er nach Minnesota wechselte.
Sein Ziel war es, Iowa bis 1989 als Head Coach zu übertreffen und einen NCAA-Titel zu gewinnen – ein Vorhaben, das er schließlich 2001 umsetzte. Bemerkenswert: Beim ersten Titelgewinn 2001 stand kein einziger Minnesota-Athlet im Einzelfinale, jedoch platzierten sich alle zehn Starter unter den besten Acht und sorgten so über die Breite des Kaders für die nötigen Punkte.
Robinson war für seinen sehr intensiven Führungsstil bekannt und wurde dafür vielfach kritisiert. Er verwies bei Kritik häufig auf seine Erfolge und nationalen Titel. Von 1978 bis 2021 betrieb er zudem die J Robinson Intensive Camps, das größte Wrestling-Camp-System in den USA. Mehr als 60.000 Athletinnen und Athleten wurden dort mit einem Ansatz geschult, der körperliche Vorbereitung, mentale Härte und Lebenskompetenzen in den Mittelpunkt stellte. Bekannt war insbesondere das 28-tägige „Intensive Camp“, das über Jahrzehnte als eines der härtesten Sportcamps des Landes galt. Wer dort genügend Punkte sammelte, erhielt das begehrte „I DID IT“-Shirt.
Auf Robinsons Initiative hin stellte Minnesota am 2. Februar 2002 einen damaligen Zuschauerrekord für ein College-Dual-Meet auf: 15.646 Fans verfolgten im Target Center die „Border Brawl“-Begegnung gegen Iowa – ein Vorläufer der großen Kulissen, die College-Wrestling-Veranstaltungen in den vergangenen Jahren erreicht haben. Seine Philosophie brachte Robinson knapp mit „Do or do not. There is no try“ auf den Punkt.
Im Laufe seiner Karriere wurde er achtmal zum Coach of the Year der Big Ten Conference gewählt und 2005 in die National Wrestling Hall of Fame aufgenommen. Mehrfach war er zudem als Trainer im internationalen Bereich tätig: Er gehörte den Trainerstäben der US-Olympiateams 1976, 1980, 1984 und 1988 an und war Cheftrainer der US-Mannschaft bei den Pan-American Games 1983. Sportlich gehörte Robinson selbst zur Weltspitze im griechisch-römischen Stil. Er war 1970 und 1972 AAU-Freestyle-Landesmeister, gewann 1972 zudem den Titel im Greco-Roman und schaffte damit in einem Jahr den seltenen Doppel-Erfolg in beiden Stilarten. Bei den Weltmeisterschaften belegte er 1970 Rang vier und 1971 Rang fünf in der Gewichtsklasse bis 180,5 Pfund; Fachmagazin WIN führte ihn später als besten US-Greco-Roman-Ringer des 20. Jahrhunderts in dieser Klasse.
Robinson war 1972 Teil des US-Olympiateams im griechisch-römischen Stil und trat in der Gewichtsklasse bis 180,5 Pfund an, in einem Aufgebot, dem unter anderem Dan Gable und Chris Taylor angehörten. Nach seiner aktiven Laufbahn war er darüber hinaus Assistenzcoach mehrerer Olympiateams.
Neben seinen Erfolgen war Robinson auch eine polarisierende Figur, etwa durch seine kritische Haltung zu Title IX, der US-Bundesgesetzgebung zur Förderung von Frauen im Hochschulsport, die nach seiner Auffassung zur Streichung zahlreicher Wrestling-Programme beigetragen hatte. Er plädierte zudem über Jahre für ein eigenständiges nationales Dual-Meet-Turnier, das den College-Teamchampion bestimmen sollte, anstatt die Wertung ausschließlich über die individuellen Turnierergebnisse laufen zu lassen.
Im September 2016 wurde Robinson von der University of Minnesota entlassen, nachdem eine Untersuchung der Hochschule zu einem mutmaßlichen Drogenring innerhalb des Wrestling-Teams zu dem Ergebnis gekommen war, dass er bei der Aufklärung nicht kooperiert und seine Vorgesetzten nicht ausreichend informiert habe. Mehr als ein Dutzend Aktive sollen demnach in den Verkauf von verschreibungspflichtigen Medikamenten – konkret Xanax – verwickelt gewesen sein. Der damalige Athletic Director Mark Coyle würdigte zwar Robinsons Verdienste um das Programm, erklärte jedoch, sein Verhalten in diesem Fall lasse eine Fortsetzung der Zusammenarbeit nicht zu.
Neben den drei NCAA-Titeln belegte Minnesota unter Robinsons Führung fünfmal den zweiten Platz (1999, 2003, 2006, 2012 und 2014). In 30 Saisons kam das Team auf eine Bilanz von 440 Siegen, 143 Niederlagen und fünf Unentschieden. Robinson wurde 1998, 2001 und 2012 zum College Coach of the Year gewählt; 2001 kürte ihn das Magazin Amateur Wrestling News zudem zum „Man of the Year“.
Geboren wurde Jay Paul Robinson am 7. Juni 1946 in San Diego. Bereits in der Highschool gewann er 1963 und 1964 regionale Titel und wurde als herausragender Ringer ausgezeichnet. Er gehörte zudem zu einer Auswahlmannschaft aus Kalifornien, die an einem Turnier in Japan teilnahm. 1969 schloss er sein Studium an der Oklahoma State University ab und war dort im ROTC-Programm aktiv. Er beendete seine Ausbildung als „Distinguished Military Graduate“ und erhielt eine reguläre Offizierslaufbahn als Second Lieutenant.
Im Anschluss absolvierte Robinson unter anderem die Airborne- und Ranger-Ausbildung sowie die Jungle Warfare School, bevor er in den Vietnamkrieg zog. Er war zunächst in der Waffenabteilung eingesetzt und wurde später der Sportabteilung der US Military Academy zugeordnet, ehe er Anfang 1971 mit der 173rd Airborne Brigade nach Vietnam ging und anschließend bei der 1st Cavalry Division als Informationsoffizier diente. Im Februar 1972 kehrte er in die USA zurück, trat für die Army an und qualifizierte sich für das Olympiateam. Noch im selben Jahr legte er sein Offiziersamt nieder und begann ein Masterstudium an der University of Iowa.
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1 Antwort auf „NWA Powerrr mit neuem TV-Partner – MLW verpflichtet ehemaligen WWE-Star – MLW Pläne für Lady Frost – Amazing Red für PRODUCE angekündigt – Nachruf: College-Coach J Robinson verstorben“
Verdammt…Trevor Lee weiß wie man jemanden eine Liga schmackhaft macht. 🙂 Das war eine kurz und knappe, aber zutreffende Beschreibung von MLW.