Brock Lesnar: „Ich kann ein Arschloch sein, wenn ich will“ – Außerdem äußert er sich über sein Comeback, zieht einen Vergleich zu früher, spricht über seine Erfolge und Meilensteine sowie den Sieg über The Undertaker

26.03.26, von Thomas "Tommy" Windmann

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Quelle: Miguel Discart, Brock Lesnar in March 2015, bearbeitet, CC BY-SA 2.0

Brock Lesnar: „Ich kann ein Arschloch sein, wenn ich will“

Brock Lesnar hat in mehreren aktuellen Aussagen Spekulationen über ein mögliches Karriereende in den kommenden Jahren weiter angefacht und zugleich einen seltenen Einblick in seine Sicht auf Familie, Karriere und seine Rolle in WWE gegeben.

In einem Auftritt im „Spittin’ Chiclets“-Podcast von Barstool Sports sprach Lesnar über seine aktuelle Phase bei WWE. Seit seiner Rückkehr bei SummerSlam 2025, wo er im Rahmen der Abschiedstour von John Cena ein Match bestritt, ist er wieder fester Bestandteil der Shows und derzeit in einer Fehde mit Oba Femi, gegen den er bei WrestleMania 42 antreten wird. Auf die Frage nach dem heutigen WWE-Alltag im Vergleich zu seinem ersten Run erklärte Lesnar, dass sich das Umfeld deutlich verändert habe. Früher habe er als „Shooter“ mit starkem Amateur-Hintergrund seine „Dues“ zahlen und sich den Respekt der Veteranen hart erarbeiten müssen, inklusive Tests durch die „Old-Timer“ und inoffiziellen „Kangaroo Courts“ in der Umkleide. Heute sei die Atmosphäre nach seiner Einschätzung „viel weicher“ geworden, diese internen „Gerichtshöfe“ gebe es nicht mehr und er sei mittlerweile „der alte Typ“ im Locker Room.

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Besonders Aufmerksamkeit erregte seine Formulierung, er sei „dankbar, dass ich für eine kurze Zeit zurück bin“. Lesnar betonte, dass seine Motivation für die Rückkehr 2025 auch darin bestand, seine Familie zu ernähren, und verwies augenzwinkernd auf hohe Ausgaben im Alltag. Gleichzeitig stellte er klar, dass er die erneute Chance, für WWE zu arbeiten, sehr schätzt. Vor dem Hintergrund von Berichten, wonach ein mögliches Karriereende im Jahr 2026 und ein letztes Match bei SummerSlam in Minneapolis diskutiert werden, werden seine Aussagen als weiteres Indiz für eine absehbare Abschiedsphase interpretiert. Offiziell bestätigt ist ein Rücktritt jedoch nicht.

In einem weiteren Teil des Podcasts sprach Lesnar ausführlich über seine Rolle als Vater und machte deutlich, dass seine sportlichen Erfolge für ihn persönlich nur eine untergeordnete Bedeutung haben. Er beschrieb sich als „Hockey Dad“, dessen Söhne Duke und Turk in Kanada im Eishockey aktiv sind, und erklärte, dass seine Kinder sein eigentliches „Vermächtnis“ seien. Titelgewinne und Karriere-Meilensteine in WWE, UFC oder im Amateur-Ringen seien für ihn rückblickend „nichts“, entscheidend sei für ihn, in einer schwierigen Zeit gute, respektvolle Kinder großzuziehen. Besonders stolz sei er, wenn andere Eltern seine Kinder für ihr Verhalten loben. Auch seine Tochter Mya, die sich als Kugelstoßerin im College-Sport einen Namen gemacht hat, nannte er in diesem Zusammenhang.

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Gleichzeitig ging Lesnar auf das Bild ein, das die Öffentlichkeit von ihm hat. Er stellte klar, dass die TV-Figur „Brock Lesnar“ nicht zwingend dem Menschen hinter der Kamera entspricht. Er lasse nur wenige Personen wirklich in seinen näheren Kreis und habe über viele Jahre von einer gewissen „Mystik“ gelebt. Er räumte ein, dass er „ein Arschloch sein kann, wenn ich will“, betonte aber, dass dies nur einen Teil seiner Persönlichkeit abbildet.

Im Rückblick auf einen der prägendsten Momente seiner WWE-Karriere äußerte sich Lesnar zudem zur Beendigung der WrestleMania-Serie von The Undertaker im Jahr 2014. Beim Match bei WrestleMania 30 setzte er der legendären 21-0-Serie ein Ende – eine Entscheidung, die bis heute kontrovers diskutiert wird. Lesnar stellte klar, dass es sich dabei um eine geschäftliche Entscheidung gehandelt habe, die nicht von ihm selbst getroffen worden sei, sondern von Vince McMahon. Aus dessen Sicht sei er aufgrund seiner sportlichen Vita der glaubwürdigste Kandidat gewesen, der Undertaker besiegen könne. Er selbst sei zwar begeistert gewesen, als er von dem Sieg erfuhr, habe aber gleichzeitig ein schlechtes Gefühl gehabt, weil er Undertaker als Mentor und langjährigen Weggefährten sehr schätze.

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Lesnar berichtete, dass Undertaker erst am Tag der Show, kurz vor dem Match, von der Entscheidung erfuhr, was bei diesem verständlicherweise für gemischte Gefühle gesorgt habe. Während des Matches merkte Lesnar nach eigener Aussage, dass Undertaker nach einer Kopfverletzung „nicht mehr der Taker“ war, den er kannte, und sie sich durch den Rest des Kampfes „durcharbeiten“ mussten. Aus Respekt begleitete Lesnar ihn anschließend ins Krankenhaus, um sicherzugehen, dass es ihm gut geht. Er bezeichnete dies als selbstverständlichen Teil des gegenseitigen Respekts im Wrestling-Geschäft. Undertaker beendete seine WWE-Karriere schließlich erst Jahre später bei WrestleMania 36 und kam dort auf eine abschließende WrestleMania-Bilanz von 25 Siegen bei 2 Niederlagen.

Brock Lesnar blickt aktuell auf sein Match gegen Oba Femi bei WrestleMania 42 in Las Vegas am 18. und 19. April. Ob es sich dabei um seine letzte „Road to WrestleMania“ handelt oder noch weitere Großauftritte folgen werden, bleibt vorerst offen.

Wird Brock Lesnar dieses Jahr ebenfalls seine Karriere beenden?




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