
© AEW/TNA/WWE
AEW und WWE halten Zuschauer- und Finanzzahlen zunehmend unter Verschluss
Ein Bericht von Wrestlenomics zur Anwendung des Freedom of Information Act im Pro-Wrestling hat einen bemerkenswerten Einblick in die Standardverträge von AEW mit Arenen gegeben. In einem Vertrag mit dem Tacoma Dome für WrestleDream 2024 findet sich eine ausführliche Vertraulichkeitsklausel. Darin wird festgelegt, dass nahezu alle geschäftsrelevanten Daten rund um eine Show – darunter Vertragsbestimmungen, Zuschauerzahlen, Turnstile- und „Drop“-Counts, Ticketzahlen (verkauft, vergeben, eingelöst), Umsätze, Box-Office-Einnahmen, Gebühren, Deal-Konditionen mit Acts und allgemeine Geschäftsangelegenheiten der beteiligten Parteien – als Geschäftsgeheimnisse und „Confidential Information“ gelten. Diese Informationen dürfen demnach nicht an Dritte weitergegeben werden, sondern ausschließlich an AEW. Der Bericht ordnet dies in eine generelle Entwicklung ein: AEW und in abgemilderter Form auch WWE arbeiten verstärkt daran, reale Zuschauerzahlen und insbesondere zu unterscheiden, was bezahlt und was unbezahlt ist, aus der öffentlichen Wahrnehmung herauszuhalten. Bei WWE kommt hinzu, dass inzwischen auch Live-Gate-Zahlen weitgehend vertraulich behandelt werden, obwohl es sich dabei um die höchsten Ticketerlöse in der Wrestling-Geschichte handelt. So wurde etwa der Live-Gate des vergangenen WrestleMania erst nachträglich bekannt und soll bei rund 33 Millionen US-Dollar pro Abend gelegen haben, was beide Shows zu Allzeitrekorden nicht nur im Wrestling, sondern auch im Vergleich zu nahezu allen Combat-Sport-Veranstaltungen macht und nur von drei Boxkämpfen übertroffen wird. Unter Vince McMahon hätte das Unternehmen derartige Rekorde traditionell offensiv zu Marketingzwecken kommuniziert, während die aktuelle Unternehmensführung deutlich zurückhaltender agiert. Auch im Umgang mit externen Datenbanken wie Pollstar zeigt sich diese Strategie. Pollstar stützt sich auf geprüfte Arenadaten und listete früher viele der größten Shows beider Promotions. Inzwischen sind dort deutlich weniger Events von AEW und WWE zu finden, was darauf schließen lässt, dass beide Unternehmen aktiv daran arbeiten, die Zahlen großer Shows nicht mehr ohne Weiteres öffentlich auditieren zu lassen. Für eine Veranstaltung am 15. November in Erie, Pennsylvania, enthält ein AEW-Vertrag zudem den ausdrücklichen Passus, dass die Halle das Unternehmen dabei unterstützen soll, entsprechende Informationen unter Berufung auf Geheimnisschutzregelungen zu schützen. Der Bericht beleuchtet außerdem die Ticketpolitik von WWE. Demnach gibt es nur sehr eingeschränkt Freikarten, vor allem für Geschäftspartner und in geringerem Umfang für Familienangehörige. Selbst Persönlichkeiten wie Rikishi sollen öffentlich darauf hingewiesen haben, dass sie nicht problemlos an Freikarten gelangen. Im Unternehmen herrscht offenbar die Auffassung vor, dass Top-Stars finanziell so gut gestellt sind, dass sie Tickets für Familie und Freunde selbst erwerben können. Vor diesem Hintergrund ist es umso bemerkenswerter, dass WWE trotz der historisch starken Live-Gates und Zuschauerzahlen kaum noch konkrete Zahlen nach außen kommuniziert und sich damit der früher sehr offensiven Zahlen-PR weitgehend entzieht.
AEW Revolution 2026 wirtschaftlich ein voller Erfolg
Der Revolution-PPV war für AEW ein großer wirtschaftlicher Erfolg. Am Ende setzte man 12.590 Tickets ab und nahm durch die Kartenverkäufe circa 1,1 Millionen US-Dollar ein. Darüber hinaus zeichnet sich die beste PPV-Buyrate abseits der „AEW All In“-Shows seit der Revolution-Auflage aus dem Jahr 2024 (mit dem Abschiedsmatch von Sting) ab. Konkrete Zahlen gibt es noch nicht, bei einigen Anbietern stieg die Buyrate im Vergleich zu den letzten beiden Pay-per-views AEW Full Gear 2025 und AEW Worlds End 2025 (jeweils ca. 140.000 Buys) um 27%. Auch wenn davon ausgegangenen wird, dass dies nicht bei allen Anbietern so war, so dürfte Revolution 2026 doch irgendwo zwischen 150.000 und 170.000 Buys landen. Nachfolgend die Buyrates der bisherigen Pay-per-Views von All Elite Wrestling:
* AEW Double or Nothing 2019: 98.000 Buys
* AEW All Out 2019: 88.000 Buys
* AEW Full Gear 2019: 75.000 Buys
* AEW Revolution 2020: 90.000 Buys
* AEW Double or Nothing 2020: 105.000 Buys
* AEW All Out 2020: 90.000 Buys
* AEW Full Gear 2020: 75.000 Buys
* AEW Revolution 2021: 135.000 Buys
* AEW Double or Nothing 2021: 115.000 Buys
* AEW All Out 2021: 215.000 Buys
* AEW Full Gear 2021: 155.000 Buys
* AEW Revolution 2022: 175.000 Buys
* AEW Double or Nothing 2022: 165.000 Buys
* AEW x NJPW: The Forbidden Door 2022: 141.000 Buys
* AEW All Out 2022: 140.000 Buys
* AEW Full Gear 2022: 140.000 Buys
* AEW Revolution 2023: 145.000 Buys
* AEW Double or Nothing 2023: 140.000 Buys
* AEW x NJPW: The Forbidden Door 2023: 147.000 Buys
* AEW All In 2023: 205.000 Buys
* AEW All Out 2023: 115.000 Buys
* AEW WrestleDream 2023: 110.000 Buys
* AEW Full Gear 2023: 136.000 Buys
* AEW Worlds End 2023: 145.000 Buys
* AEW Revolution 2024: 180.000 Buys
* AEW Dynasty 2024: 122.000 Buys
* AEW Double or Nothing 2024: 145.000 Buys
* AEW x NJPW: Forbidden Door 2024: ca. 127.000 Buys
* AEW All In 2024: ca. 160.000 Buys
* AEW All Out 2024: ca. 105.000 Buys
* AEW WrestleDream 2024: ca. 105.000 Buys
* AEW Full Gear 2024: ca. 105.000 Buys
* AEW World’s End 2024: ca. 105.000 Buys
* AEW Revolution 2025: ca. 140.000 Buys
* AEW Dynasty 2025: ca. 120.000 Buys
* AEW Double or Nothing 2025: 122.000 bis 130.000 Buys
* AEW All In 2025: 180.000 bis 185.000 Buys
* AEW Forbidden Door: 122.000 bis 130.000 Buys
* AEW All Out 2025: 135.000 bis 140.000 Buys
* AEW WrestleDream 2025: 115.000 bis 125.000 Buys
* AEW Full Gear 2025: 140.000 + X
* AEW Worlds End 2025: 140.000 + X
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