CNN berichtet über Anti-ICE-Chants bei AEW: Artikel bestätigt Minderheitsbeteiligung von WBD an AEW + Weiteres Update zum Grund für die Abwesenheit von Brody King bei Dynamite

16.02.26, von Jens "JME" Meyer

AEW news dailys Place neutral Beitrag

CNN berichtet über Anti-ICE-Chants bei AEW: Artikel bestätigt Minderheitsbeteiligung von WBD an AEW

Die AEW-Shows haben in den vergangenen Tagen zusätzliche Aufmerksamkeit in den US-Mainstreammedien erhalten. Anlass sind die Anti-ICE-Chants, die kürzlich bei AEW Dynamite zu hören waren und sich gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE richteten. Der Nachrichtensender CNN griff das Thema in einem Artikel im Wirtschaftsressort auf und beleuchtete dabei sowohl die Reaktion des Publikums als auch die politische Dimension des modernen Pro-Wrestling.

In dem Beitrag kommt unter anderem Eero Laine, Professor für Theater an der State University of New York at Buffalo und spezialisiert auf die Geschichte des professionellen Wrestlings, zu Wort. Er betont, dass die Anti-ICE-Rufe vor allem deshalb auffallen, weil sie nicht direkt mit dem Geschehen im Ring verknüpft seien und nicht zum üblichen Repertoire von Wrestling-Chants gehören. Die Rufe seien zwar einer bestimmten politischen Haltung zugeordnet, die mit einem Wrestler in Verbindung stehe, stünden aber nicht zwingend in direktem Bezug zum laufenden Match.

Laine ordnet die Vorgänge in einen größeren Kontext ein und verweist darauf, dass Wrestling grundsätzlich darauf ausgelegt sei, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Er knüpft dabei an den Titel von Eric Bischoffs Buch „Controversy Creates Cash“ an und führt aus, dass die Branche letztlich vom Verkauf von Aufmerksamkeit lebe. Wrestlerinnen und Wrestler könnten dabei bestimmte Ideen oder Haltungen „verkörpern“, sodass die Fans im Ring stellvertretend über zwei gegensätzliche Positionen jubeln oder diese ausbuhen – eine Art moralisches Schauspiel, das vor den Augen des Publikums ausgetragen werde.

Siehe auch  Will Ospreay vor Comeback? – Weiterer Brite hoch im Kurs bei All Elite Wrestling – David Finlay „gehört in keine Nachwuchsliga“ – Vorschau auf HonorClub

Der CNN-Artikel weist zudem darauf hin, dass weder Vertreter von Brody King noch von MJF, ebenso wenig wie AEW oder WWE, auf Anfragen um eine Stellungnahme reagiert haben. Darüber hinaus beschreibt der Beitrag die aktuelle Konkurrenzsituation zwischen AEW und WWE als „politisch eingefärbte“ Rivalität und legt offen, dass der Medienkonzern Warner Bros. Discovery (WBD), zu dem auch CNN gehört, eine Minderheitsbeteiligung an AEW hält.

Damit bestätigt der Artikel eine Beteiligung, über die in der Wrestling-Szene bereits seit Längerem spekuliert worden war. Tony Khan war bei Medienrunden in der Vergangenheit wiederholt auf eine mögliche Beteiligung von WBD an AEW angesprochen worden, hatte diese aber nie klar bestätigt oder dementiert und stattdessen betont, dass er weiterhin die vollständige Entscheidungsgewalt über das Unternehmen innehabe. Wie hoch der Anteil von WBD ist, bleibt weiterhin unklar. Wäre die Beteiligung höher als zehn Prozent, müsste sie aufgrund der Börsennotierung von WBD offiziell offengelegt werden. Ebenfalls offen ist, ob und wie sich der prozentuale Anteil im Zuge neuer Medienrechte-Deals verändert hat und was mit den Anteilen passieren würde, sollte AEW zu einem anderen Medienpartner wechseln.

Siehe auch  Rhea Ripley nur Außenseiterin! Wer wird Drew McIntyre herausfordern? Ein Titelwechsel vorhergesagt!– The Numbers don’t lie #40

Auch der Wrestling Observer Newsletter ging in seiner aktuellen Ausgabe auf die politische Komponente im US-Wrestling ein. Dave Meltzer verweist darauf, dass sowohl AEW als auch WWE bemüht seien, nicht als klar parteiisch wahrgenommen zu werden, um keine großen Teile der Zuschauerschaft zu verlieren. Gleichzeitig sei dies für WWE durch die öffentliche Verbindung von Paul Levesque (Triple H) zu Donald Trump sowie die politische Vergangenheit von Linda McMahon, die zudem Levesques Schwiegermutter ist, schwieriger zu handhaben.

Weiteres Update zum Grund für die Abwesenheit von Brody King bei Dynamite

Rund um die „Fuck ICE“-Sprechchöre für Brody King bei AEW hat es in den vergangenen Tagen unterschiedliche Darstellungen und Spekulationen gegeben. In Wrestling Observer Radio erklärte Dave Meltzer, ihm sei vor der aktuellen Ausgabe von AEW Dynamite mitgeteilt worden, dass es bei Warner Bros. Discovery (WBD) „eine Menge Zurückhaltung“ in Bezug auf die Chants gebe. Zugleich sprach er von „vielen Kräften“, die aktuell daran interessiert seien, das Thema möglichst nicht weiter in den Fokus der Öffentlichkeit geraten zu lassen, da es als unangenehm empfunden werde. Meltzer räumte ein, er habe möglicherweise zu stark den Eindruck erweckt, es habe eine direkte Vorgabe von WBD gegeben, King von Dynamite fernzuhalten. Im Anschluss wurde auch über die Wortwahl von WBD diskutiert. Der Sender hatte erklärt, man habe Brody Kings „bevorstehenden“ Terminplan nicht beeinflusst, was von einigen Beobachtenden zunächst so interpretiert wurde, dass der konkrete Dynamite-Auftritt am Mittwoch damit nicht zwingend gemeint sei. Nachfolgend wurde jedoch gegenüber den berichtenden Stellen präzisiert, dass sich diese Aussage ausdrücklich auch auf die betreffende Dynamite-Ausgabe beziehe. Gegenüber Fightful stellte AEW-Präsident Tony Khan klar, dass Brody King nicht auf Veranlassung von WBD von AEW Dynamite ferngehalten worden sei. Interne Quellen gaben zudem an, King sei von Beginn an lediglich für ein Video-Package in der Show eingeplant gewesen und habe keinen aktiven Auftritt im Ring oder im Segment verpasst.

Siehe auch  WWE-Partner Netflix oder Paramount Skydance? Saga um Kauf von Warner Bros. Discovery, Heimat von All Elite Wrestling, geht weiter, auch US-Präsident Donald Trump äußert sich

Diskutiert in unserem Forum mit vielen anderen Wrestlingfans über diese Themen! Klick!




Schreibe einen Kommentar

Wir müssen Kommentare teilweise manuell freigeben, deswegen kann es etwas dauern, bis dein Kommentar erscheint.

Ich stimme der Datenschutzerklärung zu





Wrestling-Infos.de Exklusivinterviews
W-IonYouTube