US-Fans fordern Schadensersatz: Sammelklage gegen WWE wegen ESPN-Streamingkonditionen

12.02.26, von Thomas "Tommy" Windmann

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John O'Neill (jjron)
WWE Corporate HQ, Stamford, CT, jjron 02.05.2012, bearbeitet, CC0 1.0

US-Fans fordern Schadensersatz: Sammelklage gegen WWE wegen ESPN-Streamingkonditionen

Zur Sammelklage gegen WWE vor dem U.S. District Court in Connecticut liegt ein Update vor. Die Klage wurde von Michael Diesa und Rebecca Tobak eingereicht und wirft dem Unternehmen vor, Kundinnen und Kunden in die Irre geführt zu haben, was den Zugang zu den großen PPV- bzw. Premium Live Events betrifft, nachdem diese ab WrestlePalooza 2025 über eine neue ESPN-Streaming-App angeboten werden. WWE beantragte am 9. Februar eine Verlängerung der Frist für die Antwort auf die Klage, die vom Gericht bewilligt wurde. Das Unternehmen muss nun bis zum 13. April Stellung nehmen.

Diesa aus New Jersey ist Kabelkunde und zahlte bereits über 100 US-Dollar im Monat für ein Paket inklusive ESPN. Er stellte jedoch fest, dass er sein Disney-Streaming-Paket zusätzlich aufstocken musste, damit sein Kind WWE-Events über die neue App sehen konnte. Tobak aus New York war Abonnentin von YouTube TV und musste am Tag einer WWE-Veranstaltung 29,99 US-Dollar zahlen, um Zugriff auf den ESPN-Streamingdienst zu erhalten; nach dem Event kündigte sie das Abo wieder.

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Kernvorwurf der Klage ist, dass Aussagen von WWE-Offiziellen – darunter Präsident Nick Khan – sowie Marketing und Promotion von WWE und ESPN den Eindruck vermittelten, dass alle Personen mit bestehendem ESPN-Abonnement über Kabel oder Satellit automatisch Zugang zu den WWE-Großveranstaltungen über die neue App hätten. In vielen Fällen mussten Fans jedoch ein zusätzliches Abo für die ESPN-App zum Preis von 29,99 US-Dollar im Monat abschließen. In der 32-seitigen Klageschrift wird auf ESPN-Pressemitteilungen verwiesen, in denen die App als Angebot für Personen beschrieben wurde, die ESPN „direkt oder über ein traditionelles Pay-TV-Paket“ abonniert haben. Zudem wird eine Aussage von Nick Khan zitiert, wonach – ähnlich früheren Deals, etwa mit Peacock – für Abonnentinnen und Abonnenten kein Aufpreis entstehen solle. Laut Klage führte dies dazu, dass viele Fans davon ausgingen, ohne weitere Gebühren auf die WWE-Events zugreifen zu können, und erst später erfuhren, dass ein zusätzliches Abonnement nötig war.

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Tatsächlich hing der Zugang zur App von Hintergrundvereinbarungen zwischen Disney (der Muttergesellschaft von ESPN) und den einzelnen TV-Anbietern ab. Zum Zeitpunkt von WrestlePalooza 2025 konnten Kundinnen und Kunden bestimmter Provider wie Verizon Fios, DirecTV, Spectrum und Hulu + Live TV ihre Zugangsdaten nutzen, um sich in der ESPN-App einzuloggen und WWE-Events zu sehen. Bei anderen Diensten wie Cox, Xfinity und YouTube TV war dies damals nicht möglich, sodass Zuschauende für die App extra zahlen mussten. Cox hat den Zugang inzwischen nachgerüstet, YouTube TV arbeitet nach Angaben in der Klage derzeit an der technischen Integration.

Die Sammelklage richtet sich an in den USA ansässige Personen, die zwischen dem 6. August 2025 und dem 20. September 2025 für die ESPN-App bezahlt haben, obwohl sie ESPN bereits über ein Kabel- oder Live-TV-Streaming-Abo bezogen und keinen automatischen Zugang zur App hatten. Wer bis zum 20. September 2025 ohne zusätzliche Kosten über den jeweiligen TV-Anbieter in die ESPN-App einloggen konnte, gehört nicht zur betroffenen Gruppe.

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Auffällig ist, dass ESPN selbst nicht als Beklagte aufgeführt wird. Laut Klageschrift ist dies beabsichtigt, da bestehende Abonnementsvereinbarungen von Disney Schiedsverfahren vorsehen und Sammelklagen ausschließen. Die Klägerseite fordert unter anderem tatsächlichen, kompensatorischen und gegebenenfalls gesetzlichen Schadensersatz, mögliche Strafschadensersatzansprüche nach dem Connecticut Unfair Trade Practices Act (CUTPA), die Erstattung von Anwalts- und Verfahrenskosten sowie gerichtliche Anordnungen. Letztere sollen WWE unter anderem verpflichten, keine weiteren Verstöße gegen CUTPA zu begehen, nicht mit ESPN zusammenzuarbeiten, falls dies zu solchen Verstößen führen sollte, und keine entsprechende Beihilfe zu leisten. Zudem wird eine Verhandlung vor einer Jury beantragt.

Diskutiert hier mit vielen weiteren Fans über die neuste Klage gegen WWE!




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