
By diegofernandophotography - https://www.flickr.com/photos/202213156@N02/54307356675/, CC BY 2.0, Link
Logan Paul hat vor wenigen Wochen angekündigt, als Vollzeitwrestler für WWE unter Vertrag zu stehen. Doch abgesehen von seiner Zeit im WWE-Ring hat der YouTuber immer wieder für Skandale gesorgt. Auch zuletzt soll Paul seine Fans einmal mehr um eine große Summe betrogen haben.
Dabei soll es um Internetseiten gehen, die es Fans erlauben, Teilstücke, sogenannte „Tokens“, von Sammelobjekten wie wertvollen Retro-Videospielen, Comicbüchern oder Sammelkarten zu kaufen. Eine solche Internetseite ist auch „Liquid Marketplace“ (LMP). So ist Logan Paul in einem Video der 2022 gegründeten Internetseite zu sehen, in dem er die Art von Käufen anpreist.
„Ich bin selbst ein Sammler und strategischer Investor. Daher freue ich mich, den Start von ‚Liquid Marketplace‘ bekanntzugeben. Dort können Sammler Teilstücke, von Sammelobjekten kaufen und verkaufen. So erlauben wir jedem, ein Stück der weltweit seltensten Sammlerstücke zu besitzen.“
So hat die Website eine Sammlung von Items angesammelt, die sie in ihrem „Safe“ aufbewahrt, um es Nutzern zu erlauben, Teilbesitzer des Sammlerstücks zu werden. Darüber soll man jederzeit tauschen, kaufen und verkaufen können. Diese Art von Websites ist nicht einzigartig – und oftmals waren diese Seiten reiner Scam. Dafür muss man sich nur einmal „Wata Games“ um Deniz Kahn ansehen.
Im Juli 2022 gab Paul bekannt, eine seltene Pokémon-Karte für den stolzen Preis von knapp 4,5 Millionen Euro (5,3 Millionen US-Dollar) gekauft zu haben. Dieser Wert ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, da es sich hierbei um einen „privaten Kauf“ handelte. Wie viel Paul also wirklich dafür ausgab, ist und bleibt unbekannt.
Diese Karte wurde dann auch gleich auf „Liquid Marketplace“ gelistet, großzügigerweise für einen Listenpreis von „nur“ 5 Millionen US-Dollar. Insgesamt standen 51 % der Karte zum Verkauf. Einen Monat später gab Liquid Market bekannt, dass alle Anteile verkauft wären. Da die Website angab, dass jeder Teilbesitzer Mitkontrolle über die Karte habe und Logan Paul mehr als 50 Prozent der Karte verkauft hatte, hatte nun die Gesamtheit der Käufer:innen – in Theorie – die Kontrolle über die Karte.
Kanadische Behörde beginnt zu ermitteln
Im Juli 2024 trat plötzlich die „Ontario Securities Commission“ (OSC) auf die Bildfläche und ging gegen LMP vor. So gab man an, dass LMP 2,7 Millionen US-Dollar durch Token eingenommen habe. Eine Summe, die Fragen aufwirft, schließlich will die Website über die Verkäufe der Pokémon-Karte bereits mehr als 2,5 Millionen US-Dollar eingenommen haben. Denn neben der Pokémon-Karte standen Tokens für viele andere Sammlerstücke zum Verkauf, die – angeblich – ebenfalls ausverkauft waren. So nannte die OSC das Verhalten von Paul & Co. Betrug.
So wurden die Tokens bereits zum Tausch auf den „Marketplace“ geschickt, was laut Angaben der Website lediglich bei ausverkauften Sammlerstücken passieren sollte. Das OCD stellte also heraus, dass Paul & Co. logen und Gegenstände als ausverkauft titulierten, die es teils bei Weitem nicht waren.
Jetzt könnte sich die Frage nach dem „Warum?“ stellen. Das ist gar nicht so schwer zu beantworten, denn während für den Kauf der Token keine Gebühren genommen werden, nimmt die Website für jede Transaktion auf dem „Marketplace“ 2,5 % des Umsatzes ein. Gegenstände, die also nicht dort landen – was beim Großteil der angebotenen Sammlerstücke so gewesen wäre –, hätten kein Geld gebracht.
Auf Nachfrage des OCD gaben die drei Gründer, Ryan Bahadori, Amin Nikdel und Logan Paul, an, dass sie nur einmal ein Gehalt von etwa 100.000 US-Dollar erhalten hätten – im Gründungsjahr 2022. Nach einigen Ermittlungen stellte sich aber heraus, dass sie sich selbst mehrere Hunderttausend Dollar zahlten und Millionen aus der Firma holten, die sie in ihre eigenen anderen Firmen steckten. Denn bereits vor dem Start der Firma hatten sie etwa 10 Millionen US-Dollar aufgebracht, die bei Firmengründung – angeblich – in LMP gesteckt wurden.
Die Website ist seit 2023 nicht mehr zu erreichen, die Investoren in die Sammlerstücke haben nichts. So wurden insgesamt knapp 13 Millionen US-Dollar in den Sand gesetzt – genauer gesagt in die Taschen der drei Männer gesteckt.
Logan Paul verkauft Karte, die ihm eigentlich nicht gehört
Doch hier hört es weiterhin nicht auf. In der Netflixserie „King of Collectibles“ verkaufte Logan Paul im Dezember 2025 die oben genannte Pokémonkarte an den Sammler Ken Golden, für 2,5 Millionen US-Dollar. Doch wie ist das möglich, wenn Paul lediglich 49 Prozent der Karte hält?
Dazu äußerte sich Logan Paul dann auch bei X (ehemals Twitter). Dort schob er die Verantwortung, dass angegeben wurde, mit Tokens Teile der Karte zu besitzen, auf die Firma. Doch auch hier log Paul, denn er selbst hatte in dem früheren Video und auch in weiteren Interviews genau dies angegeben.
🚨Attention Liquid Marketplace Users 🚨
As you may know, the PSA 10 Pikachu Illustrator was previously listed on Liquid Marketplace, where users could purchase tokens that, according to the company, represented fractional ownership interests in the card.
In May 2024,…
— Logan Paul (@LoganPaul) 24. Dezember 2025
Weiterhin gab er an, dass er die Karte von LMP zurückgekauft habe, wodurch die Teilbesitzer auch ausgezahlt werden sollten. Doch auch hier lohnt ein Blick in die Regeln von LMP. Denn dort wurde angegeben, dass bei einem Verkauf an LMP weder die Besitzer der Tokens noch der ursprüngliche Besitzer der Karte Kontrolle über das Sammlerobjekt haben – dieses also auch nicht weiterverkauft werden kann. Paul hätte also 100 Prozent der Token halten müssen – aber er nutzte ein Schlupfloch.
Denn weiter heißt es in den Regeln von LMP, dass ein Besitzer eines Sammlerstücks alle Tokens aufkaufen kann, solange LMP dies erlaubt, und ohne Zustimmung der Token-Besitzer. Dies tat er dann auch im Mai 2024, einen Monat vor den Ermittlungen des OSC – für den „stolzen“ Preis von 250.000 US-Dollar. Ob das bedeutet, dass LMP nur Tokens im Wert von 250.000 US-Dollar verkaufte oder Paul die Karte für deutlich weniger Geld zurückkaufte, ist nicht herauszufinden. Zur Erinnerung: Die 51 % der Karte wurden für etwas mehr als 2,5 Millionen US-Dollar verkauft.
Logan Paul bleibt wohl straffrei – Verhaltensweise ähnelt der früherer Betrugsvorwürfe
Beides aber würde kein gutes Licht auf Paul werfen. Denn entweder hätte er die Token-Besitzer um etwa 2,25 Millionen US-Dollar gebracht, oder er wusste, dass LMP nur 10 % der Tokens verkaufte – und diese dennoch auf den „Marketplace“ warf. Da er aber angab, dass es sich beim Kauf um einen „angemessenen Preis“ handelte, ist die letzte Möglichkeit wahrscheinlicher. Das hieße, dass Paul und LMP die Käufer bewusst belogen und der Rest der Tokens an Accounts ging, die den Gründern von LMP selbst gehörten.
Im Jahr 2024 gab es für die Teilbesitzer der Pokémonkarte die Option, dafür abzustimmen, ob die Karte bei einer Auktion versteigert werden soll. Hätten 80 Prozent der Menschen zugestimmt, wäre die Karte versteigert worden. Unter der Annahme, dass etwa 90 Prozent der Tokens Accounts der Gründer gehörten, eine hanebüchene Aktion. Umso verrückter ist die Tatsache, dass es zu dem Zeitpunkt nicht einmal eine funktionierende Internetseite gab.
Als die Abstimmung endete, setzten sich die „Befürworter“ durch und die Karte wurde verkauft. Verkauft? Ging es nicht um eine Auktion? Ja, schon. Und in der E-Mail stand zudem, dass „dem Verkauf der Karte für den Wert von *hier einsetzen*“ zugestimmt wurde. Also ein weiteres klares Indiz für einen Betrug der Token-Inhaber.
In seinem Tweet gab Paul zuletzt noch an, dass es in der Firma „Liquid Marketplace“ kurz nach seinem Rückkauf zu Untersuchungen durch die Behörden gekommen sei, etwas, das mit ihm nichts zu tun habe. Das gleiche Verhalten hatte Paul auch schon bei „CryptoZoo“ gezeigt, einem „Blockchain Game“, welches nie erschienen ist, aber bereits mehrere Millionen US-Dollar von Investoren angezogen hatte. Auch dort sah sich Paul Betrugsvorwürfen ausgesetzt.
Es ist ein wiederkehrendes Verhalten Logan Pauls, der erst sein Team zusammenstellt, über den Klee lobt, Millionen einnimmt und dann jede Verantwortung für Fehlverhalten von sich weist. Inwieweit Paul tatsächlich in LMP eingebunden war, ist unbekannt. Dass er der Öffentlichkeit aber falsche Fakten nannte, ist klar. Logan Pauls Name aber wird vom OSC nicht oft genannt, da er als einziger der Gründer nicht in Kanada lebt. Daher ermittelt das OSC gegen die anderen beiden Gründer, wodurch Paul wohl keine Strafe zu befürchten hat.
Quellen: YouTube: @karljobst, @RattlePokemon; X (ehemals Twitter): @LoganPaul; Wargamer, investmentexecutive.com.
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4 Antworten auf „WWE-Wrestler Logan Paul erneut in Betrugsvorwürfe verwickelt“
Drecksack. So einer gehört in den Knast wegen der Abzocke.
ach. vermutlich kommt raus, dass es neben ihn noch ein paar kleine mitInvestoren bzw beisitzer der Firma gibt. und der kleinste Fisch im Becken wird sowas wie der Geschäftsführer sein und der ist dann einfach schuld. paul wird sagen, dass er vom Tagesgeschäft nichts mitbekommt und sich auf diese Person verlassen hat und entsetzt ist …er wird alles tun, um bei der Ermittlung zu helfen….
er war ja von Vornherein ein absoluter Sympathieträger…
Habe ja nicht den ges.Artikel über das Früchtchen jetzt gelesen, was ich las, das reicht mir. Kann mich noch gut an die Steuerhinterziehung erinnern, damals kam auch nix raus. Wie meist bei „gut vernetzten“ Leuten …
der Typ ist wirklich grenzwertig