By Brandon Oliver - https://flickr.com/photos/rcwforever/48236309717/in/album-72157709523415051/, CC BY 2.0, Link
Bishop Dyer, der frühere WWE-Superstar, der unter dem Namen Baron Corbin bekannt wurde, hat in der Sendung „Off The Ropes“ mit Jonathan Coachman ausführlich geschildert, wie es zu seinem überraschenden In-Ring-Auftritt bei AEW in Orlando vor „Dynamite“ kam. Auslöser war demnach ursprünglich gar kein geplanter Auftritt, sondern eine Fahrgemeinschaft mit Paul Wight (Big Show). Dyer erklärte, er habe Wight nach Orlando gefahren, um ihn zur Show zu bringen und ehemalige Kolleginnen und Kollegen zu treffen. Aufgrund einer angekündigten Schneesturm-Lage sei kurzfristig entschieden worden, zusätzlich eine Ausgabe von Collision im Anschluss an „Dynamite“ aufzuzeichnen, weshalb sie bis nach Mitternacht in Orlando geblieben seien. Wie Dyer weiter ausführte, habe er nach dem Eintreffen in der Arena seinen langjährigen Weggefährten Billy Gunn getroffen, den er als eine Art Vaterfigur im Wrestling beschreibt. Gunn, der an Dark Matches (nicht im TV ausgestrahlte Matches) mit seinem Sohn Austin Gunn beteiligt war, habe ihn gefragt, ob er in einem dieser Matches mitwirken wolle. Dyer betonte, dass er – nach der gängigen ungeschriebenen Wrestler-Regel „Always bring your gear“ – seine Ringausrüstung im Truck dabeigehabt habe. Gunn ließ die Idee intern abklären, und nach Freigabe durch Tony Khan („Papa T.K.“, wie Dyer ihn bezeichnete) sowie einem medizinischen Check stand dem Einsatz nichts mehr im Weg. Dyer beschrieb den Moment, als er vor mehreren Tausend Zuschauenden in die Halle kam, als besondere Erfahrung: Nach einer Karriere, in der er häufig als Heel mit Buh-Rufen konfrontiert war, habe ihn die lautstarke positive Reaktion des Publikums überrascht. Besonders der face-to-face-Moment mit Billy Gunn im Match sei stark gewesen, da er in seinen Augen ein deutliches „Pop“-Signal (spontane Begeisterungsreaktion des Publikums) auslöste. Dyer berichtete außerdem, dass er mit zwei jüngeren Wrestlern (Hadar Horvitz & Ori Gold) zusammen in dem Match stand, von denen einige derzeit noch eine Wrestlingschule besuchen. Einer seiner Partner war Martin Stone (aka Danny Burch), mit dem er bereits aus NXT-Zeiten vertraut ist. Die Nachwuchswrestler hätten sich mehrfach bei ihm bedankt, Teil dieses Auftritts gewesen zu sein, was Dyer als motivierenden Moment für alle Beteiligten bezeichnete. Zum Abschluss ging Dyer kurz auf das Feedback von AEW-Präsident Tony Khan ein. Khan habe ihm nach dem Match gesagt, dass er den Auftritt sehr unterhaltsam gefunden habe. Dyer selbst erklärte, er habe sich im Gespräch auf ein schlichtes Dankeschön für die Gelegenheit beschränkt, um Khan, der während der Tapings natürlich viel beschäftigt war, nicht weiter zu belästigen.
Ortiz und Eddie Kingston arbeiten an der Eröffnung einer eigenen Wrestlingschule. Ortiz sprach in einem Interview bei „AEW Unrestricted“ über die Pläne und erklärte, dass seine Zeit als Coach für AEW, während er mit einem Muskelriss in der Brust ausfiel, seine Leidenschaft für diesen Bereich weiter verstärkt habe. Er wolle das Wissen, das ihm seine eigenen Mentorinnen und Mentoren vermittelt haben, an die nächste Generation weitergeben und damit zur Veränderung der Wrestling-Kultur beitragen. Ortiz betonte, Coaching und Training seien für ihn eine große Leidenschaft. Er sehe es als Aufgabe, angehenden Wrestlerinnen und Wrestlern eine solide Grundlage zu vermitteln, damit sie sich auf Basis ihrer eigenen Erfahrungen im Ring weiterentwickeln können. Gleichzeitig wolle er vermeiden, dass wertvolles Know-how verloren gehe. Langfristig solle die Schule dazu beitragen, intern für besser ausgebildete „Workers“ zu sorgen, anstatt lediglich kurzfristig Profit aus Trainingsangeboten zu schlagen. Während sie die Eröffnung der Schule vorbereiten, halten Ortiz und Kingston bereits Seminare auf der Independent-Szene ab, um ihre Arbeit als Trainer zu verfeinern. Ein nächster Termin ist für den 1. März bei Pro Wrestling Junkie in New Jersey angesetzt. Die Seminare dienen laut Ortiz dazu, herauszufinden, welche Inhalte und Methoden funktionieren, wo Abläufe noch zu langatmig sind und wie sich die zur Verfügung stehende Zeit von drei bis vier Stunden bestmöglich nutzen lässt, um den Teilnehmenden ein möglichst hochwertiges Angebot zu machen. Ortiz sprach in diesem Zusammenhang auch problematische Trainingsangebote im Wrestling-Bereich an, bei denen es vor allem darum gehe, Geld einzunehmen, ohne die Teilnehmenden nachhaltig zu fördern. Ihre eigene Schule solle sich davon bewusst absetzen. Geplant ist, neben der eigenen Erfahrung auch externes Fachwissen einzubinden: Namen wie Jerry Lynn, Homicide oder Billy Gunn könnten demnach für Wochenend-Seminare hinzugeholt werden, um unterschiedliche Perspektiven und Stile zu vermitteln. Einen konkreten Zeitplan für die Eröffnung der Wrestlingschule sowie einen offiziellen Standort nannte Ortiz bislang nicht. Die Vorbereitungen laufen jedoch bereits über die aktuelle Seminararbeit im Independent-Bereich an.
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