Quelle: World Wrestling Entertainment
Ein ausführlicher Bericht von Brandon Thurston (PostWrestling.com) beleuchtet die Hintergründe rund um Vince McMahons „Rücktritt“ bei WWE und die spätere Fusion mit Endeavor/UFC zur heutigen TKO Holdings Group. Anlass ist eine laufende Aktionärsklage am Delaware Chancery Court, in der WWE-Aktionäre McMahon vorwerfen, den Verkaufsprozess gezielt zu seinen eigenen Gunsten gesteuert zu haben, um auch nach dem Zusammenschluss Kontrolle über WWE zu behalten – statt vorrangig den finanziellen Wert für die Aktionäre zu maximieren.
Neue bisher vertrauliche Kommunikation, wie Textnachrichten und interne Mails, belegen, dass bereits am Tag von McMahons „Rücktritt“ im Juli 2022 führende Endeavor-Manager (heute TKO-Führungskräfte) aktiv die Übernahme planten. Vor allem der damalige Endeavor-Vize Mark Shapiro (heute TKO-Präsident) sah unmittelbar nach McMahons Ankündigung die Fusionsgespräche offiziell gestartet. In Chats mit Kollegen zeichnete er bereits Abläufe vor, die später praktisch genauso umgesetzt wurden: Eine Interimsführung aus Nick Khan und Stephanie McMahon, ein möglicher Rückzug oder eine schnelle Rückkehr McMahons – oder ein anstehender Deal mit Endeavor.
Im Zentrum der Klage steht der Vorwurf, McMahon habe stets den eigenen Machterhalt zuvorderst verfolgt und mit potenziellen Partnern wie Endeavor (im Gegensatz zu anderen Bietern) früh auf ein Modell mit ihm in leitender Funktion hingearbeitet. Die Kläger argumentieren, die eigentlichen Übernahmeverhandlungen seien lange vor der offiziellen „strategischen Alternativen“-Ankündigung der WWE de facto geplant gewesen. Zahlreiche Treffen, E-Mails und Signal-Nachrichten – teils mit extra verschleierter Kommunikation – sollen dies belegen, etwa auch durch direkte Kontaktaufnahmen zwischen McMahon und Endeavor-Chef Ari Emanuel kurz nach dem „Rücktritt“.
Weitere interne Nachrichten zeigten, wie McMahon auch nach seinem offiziellen Ausscheiden weiter mit wichtigen WWE-Figuren im engen Kontakt stand. Im August 2022 fand ein diskretes Treffen aller Beteiligten in New York statt. Auch aus Banker-Kreisen galten frühe Angebote und Beratungen teils McMahon persönlich, nicht immer dem WWE-Board oder Dritten. Die Kläger fordern, dass alle auf verschlüsselten Apps geführten Chats (wie Signal) gesichert und gerichtlich offen gelegt werden müssen.
Als Kronzeugen führen die Kläger das Verhalten anderer Interessenten wie die Private-Equity-Firma KKR an, die laut Aktenlage nie ausreichend Gelegenheit für eine vollständige Prüfung und ein finales Angebot hatten – ein Indiz für einen nicht wirklich kompetitiven, sondern „vorgezeichneten“ Verkaufsprozess. Untermauert wird dies durch interne Reaktionen bei Liberty Media; dort beschreibt ein Top-Manager den WWE-Deal als eindeutig „pre-wired“. Noch ist keine Entscheidung gefallen: Die Delaware-Klage (Prozessbeginn: Juni 2026) könnte für WWE/TKO empfindliche Schadensersatzzahlungen nach sich ziehen. Eine Rückabwicklung des TKO-Mergers ist aber ausgeschlossen.
Vince McMahon selbst trat nach weiteren schweren Vorwürfen im Januar 2024 endgültig als leitender Funktionär von WWE und TKO zurück. Das parallel laufende Verfahren um die Anschuldigungen von Janel Grant ist weiterhin anhängig; eine Entscheidung, ob es unter Ausschluss der Öffentlichkeit oder öffentlich fortgeführt wird, steht noch aus. McMahon hat zuletzt eine neue Medienfirma (14TH & I) gegründet, bei der auch mehrere ehemalige WWE-Führungskräfte beschäftigt sind.
Und wieder einmal steht Vince McMahon vor einer Anklage! Zurecht oder nicht? Diskutiert HIER!




1 Antwort auf „Alles nur Show?!: Aktionäre werfen Vince McMahon bei TKO-Fusion Eigeninteresse und „vorgefertigten“ Verkaufsprozess vor“
Wen überrascht sowas eigentlich noch? Will gar nicht wissen, was der Kerl noch alles im Keller hat, was nicht bekannt ist.