
Wir befinden uns auf dem Weg zum wXw-Grand-Prix-Wochenende. Vom Freitag, dem 26., bis Sonntag, den 28. September 2025, präsentiert Westside Extreme Wrestling gleich mehrere Turniere mit dem „World Tag Team Tournament“, dem Frauen-Turnier „Femmes Fatales“ und dem neuen Singles-Turnier „König der Catcher“, einem „Round Robin“-Format mit acht Wrestlern in Erinnerung an die wXw-Legende Karsten Beck. Außerdem gibt es die „wXw Extreme Wrestling Party“ am Freitag und im Vorfeld eine Ausgabe des beliebten Formats „Inner Circle“. Als offizieller Sponsor des Events haben wir von Wrestling-Infos.de wieder die Möglichkeit erhalten, einige der Teilnehmer*innen zu befragen.
Vom Backyard-Wrestler zum Champion — Hektor Invictus trägt den wXw Shotgun Title wie eine offene Wunde: rau, kompromisslos und ehrlich. Seit mehr als einem Jahrzehnt kämpft er sich durch jede Halle, jeden Gegner und jeden Rückschlag – bis ganz nach oben. Heute steht er als amtierender wXw Shotgun Champion im Rampenlicht und vor einer neuen, gewaltigen Herausforderung: dem erstmalig ausgetragenen „König der Catcher“-Turnier. Dort wartet nicht nur eine harte Gruppenphase auf ihn, sondern möglicherweise auch ein Clash der Titelträger, bei dem es nicht nur um Gold, sondern auch um ein Vermächtnis geht.
Anm.: Das Interview wurde am 22. September 2025 aufgenommen.
Das vollständige Interview mit Hektor Invictus könnt ihr euch nachfolgend auf YouTube ansehen oder in unseren Podcast-Kanälen anhören.
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Über seinen Namen „Invictus“:
„Für mich bedeutet das, dass ich seit über zehn Jahren immer am Ball geblieben bin und mich von nichts zurückwerfen lassen habe. Ich habe viele Leute kommen und gehen sehen – und nur eine Handvoll ist noch dabei.“
Über Verletzungen und seinen damit verbundenen Stilwechsel:
„Ich habe mich früher stark an Eddie Guerrero und Kurt Angle orientiert, aber mit der Zeit meinen eigenen Stil gefunden. […] Durch das Highflying hatte ich viele Verletzungen – irgendwann reicht’s. Dreimal beim Moonsault den großen Zeh gebrochen – da habe ich gesagt: Jetzt ist Schluss damit.“
Über seinen Karrierehöhepunkt in der Frankfurter „Batschkapp“:
„Es hat lange gedauert, bis ich bei wXw einen Singles-Titel gewonnen habe. Und das war dann natürlich auf jeden Fall ein Highlight, weil es waren ja unzählige Chancen und Titelkämpfe, wo ich schon hatte. Und dann dort den ersten Singles-Titel zu gewinnen, vor allem dann vor so einer Crowd in Frankfurt – das war schon richtig krass, was da für ein Raunen durch die Halle ging.“
Über seine Ziele und Ambitionen:
„Wie wahrscheinlich jeder in Deutschland, will ich irgendwann das Carat gewinnen. Das ist das Höchste, was es in Europa gibt. Oder natürlich die wXw Unified Championship – das sind die großen Ziele. […] Wenn ich gegen Kota Ibushi in seiner Prime kämpfen könnte – das wäre ein Traum. Aber auch gegen Kenny Omega oder Okada hätte ich Bock.“
Über seine Philosophie und seinen Beitrag für die nächste Generation:
„Man muss immer ein bisschen so die Realität vor Augen haben. Ich bin jetzt auch schon 35, ich hatte immer die Hoffnung, dass vielleicht mit NXT Europe irgendwie noch was kommt, aber ich glaube da jetzt nicht mehr dran. […] Mein Ding ist noch, einfach zu catchen, verletzungsfrei zu bleiben – der neuen Generation einfach ein bisschen einen Push zu geben, dass die von jedem Kampf, wo die mit mir haben, irgendwas mitnehmen können, was lernen, und ja, einfach, dass Wrestling weiter am Leben bleibt.
An späterer Stelle legte Invictus mit einem mahnenden Rat an die junge Generation nach:
Die dürfen nicht vergessen, dass man hart dafür arbeiten muss. Niemand schenkt dir etwas – du musst Vollgas geben und für deinen Traum kämpfen.“
Über seinen ehemaligen Tag-Team-Partner Dennis „Cash“ Dullnig:
„Naja, der hat halt einfach nicht so viel in seiner Birne oben drin. Und manchmal hilft dann einfach nur die Faust, um wieder was in die richtige Richtung zu leiten. Und er wollte es so, er bekommt es so. Ja, er wird noch sehen, was er davon hat.“
Angesprochen auf einen etwaigen Eingriff Dullnigs beim „König der Catcher“ entgegnete Hektor prompt:
„Wenn er sich traut, in meine Nähe zu kommen, gibt es kein Erbarmen mehr. Ich kann dann für nichts garantieren. Wenn jemand meint, er wüsste es besser, nachdem ich ihn jahrelang mitgezogen habe – dann wird er sehen, was er davon hat.“
Über die fehlende Komponente der deutschen Wrestling-Szene:
„Was in Deutschland noch fehlt, ist etwas, das richtig ins Mainstream kommt – ins Fernsehen. Ein TV-Sender müsste sagen: ‚Wir haben Bock auf deutsches Wrestling.‘ Das wäre der Schritt, der noch fehlt.“
Über Ernährungsgewohnheiten und ausgiebige Cheat-Days:
„Unter der Woche, Montag bis Samstag, ist eigentlich immer Clean-Essen, was zum Fitnesstraining dazugehört. Denke, das kann sich jeder denken. Und sonntags dann eigentlich, was mir vor die Flinte kommt, auf was ich Bock habe. […] Das wird sich bei meinem Alter bestimmt auch irgendwann mal ändern, dass ich dann vielleicht nicht mehr so einen guten Stoffwechsel habe.“
In der jüngeren Vergangenheit wurde ihm eben diese Konsequenz, gepaart mit dem Streben nach mehr, fast zum Verhängnis, woraufhin er einen Schritt kürzer trat:
„Jetzt zurzeit ist Ernährung ein bisschen lockerer. Die letzten zwei Jahre habe ich mit Diät so krass übertrieben, dass es mich gesundheitlich mal kurz aus der Bahn geworfen hat.“
Über das Leben abseits des Rings:
„Ich bin ein Familienmensch – Zeit mit meiner Frau und meinem Sohn gibt mir Halt im Leben. […] Am Wochenende ist Action, aber unter der Woche brauche ich Ruhe und Entspanntheit.“
Hinter Hektors stählerner Brust schlägt Hektors großes Herz aber auch für eine weitere Leidenschaft, der er zusätzlich zur verbrachten Zeit im Fitnessstudio nachgeht – dem Zocken. Dabei wartet der Nürnberger auch mit einem Funkeln in den Augen mit seinem aktuellen Geheimtipp auf:
„Ich bin viel am PC, an der Playstation oder an der Xbox. […] Am PC hab ich jetzt richtig viel Enshrouded gespielt, ich weiß nicht, ob du’s kennst, ein Survival-Spiel mit Aufbau, wo man unendlich Möglichkeiten hat. Also ich weiß gar nicht, wo ich da anfangen soll, weil das ist unendlich groß und geil und da habe ich echt ordentlich viele Stunden drin versenkt.“
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