Quelle: Miguel Discart, Triple H WM Axxess 2014, bearbeitet, CC BY-SA 2.0
Die neue Netflix-Dokuserie WWE: Unreal sorgt seit ihrem Start für Aufsehen – sowohl innerhalb der Wrestling-Welt als auch hinter den Kulissen bei WWE selbst. Wie Fightful berichtet, sprachen zahlreiche WWE-Talente und Mitarbeitende über ihre Eindrücke und Erfahrungen mit der Produktion – und bestätigten dabei, dass vieles überraschend authentisch eingefangen wurde.
Einige Protagonisten, die in der Serie auftauchen, wussten zunächst gar nicht, dass sie gefilmt wurden – zu häufig seien Kamerateams bei WWE unterwegs, ohne dass sofort klar sei, welchem Zweck das Material dient. Dennoch betonen viele Wrestler:innen, dass ihnen keine konkreten Vorgaben gemacht wurden, was sie sagen durften oder nicht – außer dem Verzicht auf allzu derbe Sprache. Ein Talent scherzte, dass ihm erst durch die Serie bewusst wurde, wie oft Backstage das Wort „fuck“ fällt.
Einige Szenen seien jedoch durchaus inszeniert gewesen – so wurde das gesamte Frauen-Roster gebeten, Charlotte Flair nach ihrem Royal-Rumble-Sieg lautstark zu feiern. Zwar wurde dabei nicht erwähnt, dass es sich um Aufnahmen für die Netflix-Serie handelt, doch betonen Beteiligte, dass niemand dazu gezwungen wurde. Charlotte Flair selbst soll laut Fightful bereits im Vorfeld informiert gewesen sein.
Spekulationen unter Wrestlerinnen, dass das hitzige Promo-Duell zwischen Charlotte Flair und Tiffany Stratton inszeniert gewesen sei, konnten hingegen nicht bestätigt werden – die Theorie wurde nur untereinander diskutiert, jedoch nicht durch direkte Quellen untermauert.
Wenig überraschend: Bei normalen WWE-Shows bleibt das Gesagte stark gescriptet – sogar die als emotional empfundenen Promos von CM Punk und Paul Heyman sollen laut interner Dokumente vollständig vorgeschrieben gewesen sein.
Ein WWE-Produzent gab an, er habe sich anfangs Sorgen um die Authentizität der Serie gemacht – insbesondere nach dem ersten Trailer, der den IShowSpeed-Auftritt beim Royal Rumble als vermeintlich ungeplant darstellte. Nach Sichtung der ersten Episoden sei diese Sorge aber verflogen – man sei positiv überrascht, wie ehrlich das Format mit solchen Momenten umgehe. Selbst die Produktionscrew will demnach von John Cenas Heel-Turn nichts gewusst haben – eine Ausnahme im sonst eng gesteuerten Produktionsprozess, vergleichbar mit CM Punks überraschender Rückkehr.
Viele Wrestler:innen, die sich normalerweise keine eigenen Matches oder Shows ansehen („weil sie das Geschehen ja bereits erlebt haben“), kündigten diesmal an, Unreal verfolgen zu wollen – allein wegen der besonderen Perspektive und der starken Bewerbung intern.
WWE: Unreal hatte offenbar auch ein strategisches Ziel: Laut Dave Meltzer (Wrestling Observer Radio) wurde die Serie bewusst als Plattform genutzt, um Paul „Triple H“ Levesque als zentrale Führungsfigur der WWE zu positionieren – vergleichbar mit der Rolle von Dana White bei der UFC. „Jemand, der sehr stark involviert war, sagte mir, die Serie sei ein Vehikel für Levesque. Man wolle ihn als Mastermind und Star darstellen, während die Wrestler kommen und gehen – nur als Figuren im System“, so Meltzer. WWE: Unreal enthüllt zudem neue Hintergründe zur kreativen Planung: So war ursprünglich vorgesehen, dass CM Punk das Triple-Threat-Match gegen Seth Rollins und Roman Reigns bei WrestleMania 41 (Night One) gewinnt. Das angebliche Booking von Kevin Owens als WWE Undisputed Champion beim Elimination Chamber-Event sei laut Meltzer hingegen „kompletter Unsinn“. Zwar sei es möglich, dass irgendwer vorgeschlagen habe, dass Owens die WWE Undisputed Championship kurz vor WrestleMania 41 von Cody Rhodes gewinnen könnte, wirklich ernsthaft habe dies aber niemand in Erwägung gezogen.
Auch Chief Content Officer Paul „Triple H“ Levesque äußerte sich zur Serie im Interview mit WFAN. Er erklärte, dass Wrestling-Fans sich seit jeher für das Geschehen hinter den Kulissen genauso interessieren wie für das, was im Ring passiert. Kritiker:innen, die die Offenheit der Serie monieren, seien meist ohnehin diejenigen, die in Podcasts oder Online-Diskussionen über Backstage-Prozesse spekulieren. Triple H betonte, WWE wolle mit der Serie ähnliche Erfolge erzielen wie Formate über Formel 1 (Drive to Survive) oder die Tour de France. Ziel sei es, neue Zielgruppen zu erreichen: „Wenn Leute sehen, mit welcher Leidenschaft unsere Talente arbeiten, dann wollen sie auch das Endprodukt im Ring sehen – und idealerweise zu lebenslangen WWE-Fans werden.“
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5 Antworten auf „Zwischen Script und Realität: WWE-Talente über ihre Erfahrungen mit „WWE Unreal“ – Paul „Triple H“ Levesque sollte als zentrale Führungsfigur der WWE präsentiert werden“
Bleibe dabei das wird so ähnlich eine Mischung aus Realität und Inszenierung sein wie Drive to Survive.
Da werden ja zB auch teilweise ein völlig falscher Radiofunk unter Szenen gelegt was man sogar manchmal klar hören kann. Dadurch wurde zB Verstappen bewusst, zu einem Bad Boy für die Zuschauer manipuliert.
Finde ja die Aussage zu P7nk und Heyman interessant, da ja in einem anderen Bericht seitens WWE ja etwas ganz anderes behauptet wurde…da fragt man sich ja dann, was denn nun wirklich wahr ist.
Das ist ja eben geil am Wrestling. Fiktion und Realität. Die WWE steigt seit Jahrzehnten auf den aktuellen Kurs der Welt ein und das macht die WWE einfach immer richtig. Darum besteht sie seit einem halben Jahrhundert.
Eric Bishof konnte das auch mit der nWo, leider wars bei ihm einmalig.
Ich bin von der Serie absolut begeistert. 4/5 Folgen habe ich jetzt gesehen und die haben einen echt gefesselt. Zwar kann man sich vorstellen, wie es hinter den Kulissen läuft, wenn man bereits seit mehr als 25 Jahren die WWE verfolgt, aber diese Eindrücke kriegt man normalerweise nicht, wie in der Serie.
*** Kleine Spoilerwarnung ***
Ich fand beim Brainstorming die Idee geil, das beim Rumble der Frauen Nr. 28 & 29 sich gegenseitig raushauen und Chelsea Green als Nr. 30 rein kommt und automatisch die Siegerin wird. Das hätte voll zu ihr gepasst und sie hätte Super damit polarisiert wenn sie das noch so verkauft hätte, dass sie ja die rechtmäßige Gewinnerin ist und sich gegen 29 andere durchgesetzt hat und die das anerkannt wissen möchte. Ich hätte es gefeiert…