Wie unecht ist WWE UNREAL? – Serien-Review

30.07.25, von Benjamin "Cruncher" Jung

wweunreal beitrag review

Titel: WWE UNREAL | Genre: Dokumentation

Network: Netflix | Erstausstrahlung: 29.07.2025

Episoden: bisher 5 | Sprache: Englisch

 

Promotext

Behind the scenes with WWE Superstars and staff from RAW to WrestleMania as they create wrestling’s grandest events.

 

Inhalt

Die Doku-Serie beginnt mit dem Start von WWE auf Netflix und der Aufregung, die damit einhergeht und verfolgt dann über den Royal Rumble das eigentliche Ziel: WrestleMania. Dabei geht es sowohl um die Produktion, als auch um einzelne Wrestler*innen. Neben Cody Rhodes, kommen unter anderem Rhea Ripley, John Cena, CM Punk und Charlotte Flair zu Wort und beschreiben ihre jeweiligen Situationen aber auch ihren realen Background in Interviews. Dabei wechselt die Doku zwischen klassischen Interviews, Realaufnahmen der Shows und Gesprächen, die mal mehr mal weniger inszeniert wirken.

 

Zitate

„In a way, it’s like Marvel and the multiverse and all that stuff. There’s all these alternative universes where this happens or that happens. So you have to, like, kind of play them out in your mind as to where do they go to and what is the best.“
Triple H in Episode 4

„You get entrant 29 in there. They come in, and there is only two women. They end up doing a double elimination, so whoever’s number 30 automatically wins: Chelsea Green walks down, wins the Royal Rumble.“
Ed Koskey Episode 2

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Rezension

Der Erzählweise von WWE Unreal merkt man an, dass Neftlix involviert ist. Die Kameraeinstellungen, das Timing, alles schreit Netflix-Dokumentation, aber nicht auf eine schlechte Art und Weise. Es ist angenehm der Handlung zu folgen, denn jede Folge hat ihre eigene Geschichte. So startet die Serie mit dem WWE-Start auf Netflix und darum geht es dann geschlossen in der Folge. Auch sind dementsprechend die Interviewpartner ausgewählt. So sprechen nur Wrestler*innen in einer Episode, die auch dafür relevant sind. Auch ist das Verhältnis von Interviews zu Aufnahmen sehr angenehm, auch wenn sich Wrestling-Fans ggf. zwischendurch bei den Erklärungen z.B. zu Matcharten etwas langweilen. Die Serie gelingt den Balance-Akt zwischen Nicht-Wrestlingfan und Wrestling-Fan als angesprochene Gruppe im Groben und Ganzen.

Die Produktion Der Serie wirkt also sehr professionell, aber dadurch auch sehr glattgebügelt. Es gibt durchaus emotionale Moment, die real sind und wirken, aber der Blick der Zuschauer ist sehr gelenkt und auch wenn man hier und da Dissonanzen spürt, mitbekommt wie die echte Stimmung ist und auch mal angedeutet kleine Dramen erkennt, merkt man das WWE sich inszeniert. Das beste Beispiel ist Episode 3, die auf die Probleme weiblicher Wrestlerinnen eingeht, wie Chelsea Green und Charlotte Flair. Die Probleme werden zwar kurz angesprochen, aber dann wird das Thema wieder zum Positiven gelenkt bzw. einige Erzählungen verlaufen einfach im Sand, wie Chelseas Greens. Und, etwas das man vielen WWE-Dokus vorwerfen kann, WWE versucht die Geschichte neu zu schreiben. Das fällt u.a. bei CM Punk auf. Seine Pipe Bomb wird kurz gezeigt und erwähnt, aber was damals wirklich passiert ist, wird im Prinzip als Missverständnis abgetan.

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Der Blick hinter die Kulissen ist zwar sehr geführt, aber man bekommt Eindrücke, die viele vorher sicher nicht bekommen haben, insbesondere zur Produktion, aber auch in die Leben der Wrestler*innen. Dabei darf man zwar einen kleinen Blick in ihr Privatleben werfen, der Blick ist aber nicht zu intim und in Gesprächen erkennt man die familiäre Beziehung der Wrestler*innen zueinander. Man kann die reale Person hinter der Persona erkennen, aber es raubt nicht jede Illusion und vor allem schützt die Art der Erzählung die Privatsphäre der Wrestler*innen.

 

Fazit

Ich habe alle sechs Folgen relativ hintereinander gesehen und habe mich nicht gelangweilt. Ebenso bereue ich nicht, WWE Unreal gesehen zu haben, aber es ist bei Weitem nicht der beste Blick hinter die Kulissen von Wrestling, die es derzeit gibt. Unreal fehlt die Authenzität der Doku-Serie „Wrestlers“, die Skandalträchtigkeit von „Dark Side oft he Ring“ und selbst „Tough Enough“ wirkt weniger orchestriert. Unreal zeigt uns eine stark aufbereitete Version dessen, was Backstage passiert und bietet leider wenig Antworten auf Fragen, die Fans zu den realen Ereignissen haben. So geht die Serie kaum auf den WrestleMania Main Event ein bzw. die Entscheidungsfindung. Aber es bietet nicht keine Antworten. Das muss man auch sagen. Mein Highlight war dahingehend der Heel Turn von John Cena, der in Episode 4 besprochen wird und das sehr detailliert und authentisch wirkend. Auch Kevin Owens und Cody Rhodes Gespräch über das Ladder Match oder das Interview von Charlotte Flair, die über die Schwierigkeit spricht, dem Namen Flair gerecht zu werden, sind authentische Momente. Leider sind diese Momente nur zu rar.

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Beantworte ich also meine Frage: Wie unecht ist Unreal? Sehr, leider. Die wenigen echten Moment täuschen darüber nicht hinweg. Und trotzdem würde ich die Serie empfehlen. Die kleinen Einblicke, die man gewinnt, die Interaktion der Wrestler*innen untereinander und die kleinen Einblicke in die Produktion entschädigen für das stark geskriptete Endprodukt. WWE ist eben doch WWE, ein Millionenschweres Unternehmen, dass sich in gutem Licht präsentieren möchte. Wer lieber echt Blicke hinter die Kulissen des Wrestlings haben möchte, muss sich nur auf YouTube umschauen. Wer ein paar Stunden gute Unterhaltung will, Wrestling-Fan ist und WWE mag, kann sich WWE Unreal aber durchaus ansehen.

 

Bewertung: *** (von 5)

 

 




2 Antworten auf „Wie unecht ist WWE UNREAL? – Serien-Review“

Beast from the East sagt:

Das wird stellenweise genauso Fake sein, wie „Drive to Survive“ sein.

Beast from the East sagt:

Das wird stellenweise genauso Fake sein, wie „Drive to Survive“.

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