
Autorin: Saraya-Jade Bevis | Titel: Hell in Boots: Clawing My Way Through Nine Lives
Verlag: Gallery Books | Erscheinungsdatum: 25.03.2025
Seitenanzahl: 272 | Sprache: Englisch
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Hell in Boots is Saraya’s real, uncensored, story. From her early days in her famous (and chaotic) wrestling family, to leaving home at fifteen, to forging her own path in professional wrestling, Saraya has been through hell and back. As she fought to make it in the incredibly competitive—and at times sexist—wrestling world, she faced incredible highs and devastating lows. Saraya recounts years of struggling with substance abuse, clawing back her pride after an ex’s sex tape leaked, adjusting to stardom in the WWE, healing from a nearly career-ending injury, a making triumphant return to wrestling as AEW Women’s World Champion. Through it all, Saraya tells her whole truth in a way she never has before.
Autorin
Saraya-Jade Bevis ist eine britische Wrestlerin, die insbesondere durch ihre Zeit bei WWE unter dem Ringnamen Paige bekannt wurde. Saraya war die jüngste und zweimalige WWE Divas Champion und erste NXT Women’s Champion. 2005 gab sie ihr Wrestling-Debüt mit 13 Jahren und trat 2018 nach einer Nackenverletzung vom aktiven Wrestling zurück. 2022 gab sie ihr Comeback bei AEW. Ihr Leben bis zu ihrem ersten Titel bei WWE wurde 2019 in dem Film „Fighting with My Family“ von Dwayne Johnson produziert.
Inhalt
„Hell in Boots“ erzählt Sarayas Leben angefangen bei ihrem Aufwachsen in Norwich als Teil einer Wrestling-Familie bis 2024 ihrem Gewinn der AEW World Womens Championship. Eingeteilt ist das Buch in drei Hauptkapitel, hat aber dennoch fortlaufende Kapitel. Part 1 erzählt von ihrer Zeit vor WWE und nimmt beinahe die Hälfte des Buches ein, Part 2 erzählt von ihrer Zeit bei WWE und Part 3 von ihrem Weg zurück ins Leben nach ihrer Nackenverletzung und Drogen-/Alkoholabhängigkeit. Im Epilog geht sie auf die Zeit nach dem AEW-Titelgewinn bis etwa Mitte 2024 ein. Am Ende folgen eine Reihe Bilder.
Zitate
„Zak and I found places on top of the heap of metal, foam pads, ropes, and canvas, and splayed ourselves out like starfish, keeping our heads as low as possible so as not to get smacked on the fucking head with every bump in the road.“
„Isn’t it crazy, looking back on it all, how much women deal with? How much girls have to deal with? I know I’m not the only one. There are a lot of good guys out there, but man, are there also a lot of really shit ones. It’s something we almost just assume is normal.“
„I’d never thought people would be interested in a movie about someone like me. I mean, who’d want to watch that? For years, I saw myself as such a fuckup and a cautionary tale. But these actors, writers, and directors, they fucking sold that shit and made it a movie.“
Rezension
Vor allem der erste Teil ist gespickt von Anekdoten, von dem Kennenlernen ihrer Eltern, über die Leben ihrer Geschwister, ihre Tierliebe und lustige bis erschreckende Geschichten aus dem Pub ihrer Familie. Dabei beschönigt sie nichts und berichtet auch über einige sehr schwierige Zeiten in ihrem Leben, einschließlich des sexuellen Missbrauchs, den sie und ihr Bruder in sehr jungem Alter erlitten haben. Der zweite Teil ist fokussierter und spricht über ihre Anfangsschwierigkeiten bei WWE bis hin zu ihrer Nackenverletzung und dem folgenden Absturz durch Drogen und Alkohol. Sie geht auch auf ihre „Strikes“ ein und das geteilte private Video. Part drei ist schließlich ihr Kampf zurück ins Leben, wie sie ihren damaligen Partnern Ronnie kennengelernt hat, die Pandemie-Zeit und ihrer Entscheidung zu AEW zu gehen. Es gibt auch ein Kapitel über den Film, der auf ihrer Geschichte basiert, „Fighting with My Family“. Sie erzählt zwar immer noch einige Anekdoten, wie über verrückte Fans, aber weniger, sodass Part 2 und 3 kürzer ausfallen.
„Hell in Boots“ ist in Sarayas Stimme geschrieben, auch wenn es sicher ein Lektorenteam gab, sie haben nicht viel an der Erzählweise geändert, aber genug, dass es nicht allzu auffällt, dass Saraya keine Schriftstellerin ist. Der Schreibstil ist angenehm. Der Aufbau wird durch die dreiteilige Gliederung ein wenig gerettet. Saraya verliert sich teilweise in ihren Anekdoten, was es manchmal schwierig macht zu folgen, gleichzeitig hat man das Gefühl, dass sie einem gegenübersitzt und ungezwungen von ihrem Leben erzählt. In Part zwei und drei vermisst man das ein wenig.
Allgemein geht sie wenig auf das Wrestling bei WWE ein und springt mehr über die Ereignisse, als im ersten Teil. Da hätte ich mir mehr Anekdoten gewünscht, vor allem über ihre Zeit im Main Roster bei WWE oder ihrer Zeit bei AEW. Ihre Zeit bei FCW und NXT hingegen hat sie ausführlicher beschrieben und es ist sehr interessant über ihre Frustrationen zu lesen, die der damalige Wandel mit sich gebracht hat.
Saraya ist ungeschönt ehrlich und reflektiert, was die Themen Drogen, Alkohol, ihre Beziehungen, Traumata und Familienprobleme betrifft. Dabei verteufelt sie jedoch niemanden. So äußert sie auch Frustrationen über WWE, aber auch ihre Dankbarkeit und bei persönlichen Beziehungen, nimmt sie die Perspektive des Gegenübers zur Kenntnis. Es wäre ein Leichtes gewesen, Freunde zu verurteilen, die sie in ihrer schwersten Zeit alleine gelassen haben. Das tut sie nicht, sondern sie betont, dass sie auch einen Teil beigetragen hat und fokussiert sich auf die Menschen, die ihr geholfen haben.
Fazit
Wer ein Fan von Paige/Saraya ist sollte das Buch auf jeden Fall lesen, für solche die mehr an dem Wrestling-Part interessiert sind, ist das Buch hingegen weniger was. Sie geht zwar durchaus auf FCW/NXT ein aber abgesehen davon berichtet sie kaum über ihre Zeit bei den Indies, ihre Zeit im WWE Main Roster oder bei AEW. Zumindest geht sie in diesen Abschnitten weniger detailliert auf die Ereignisse oder Personen ein. Vince McMahon zum Beispiel meidet sie nahezu, dabei hätte ich das bei ihrer Erfahrung mit Missbrauch beinahe erwartet.
Ein absolutes Plus ist die ungeschönte Ehrlichkeit und die Reflektiertheit mit der Saraya auch über ihre schweren Zeiten spricht. Man hat oftmals das Gefühl, dass sie direkt zu einem spricht. Das is teilweise chaotisch, macht aber die Ehrlichkeit des Buches aus.
Ein weiteres Plus ist die Länge. Es gibt genug Wrestling-Bücher, die über hunderte von Seiten haben. Sarayas Buch habe ich in gut sieben Stunden durchgelesen.
Englische Sprache: Man merktden britischen Einschlag, aber die Sätze sind einfach gehalten. Es werden nicht zu komplizierte Wörter verwendet.
Bewertung: ****




2 Antworten auf „Chaotisch, ehrlich, krass – Buchrezension zu Sarayas „Hell in Boots““
Schade, dass es das Buch nicht in deutsch gibt.
@Marinh…Lohnt sich wahrscheinlich nicht für die Verlage, da sie sehr wahrscheinlich von eher geringen Stückzahlen bezüglich der Verkäufe ausgehen werden.