»Am Ende des Tages ist Wrestling eine Kunst und jeder sieht Kunst anders.« Metehan im großen Wrestling-Infos.de Exklusivinterview! (inkl. Audio & Video) – Berlin Special

23.08.24, von Benjamin "Cruncher" Jung

Interview Metehan Beitrag

Quelle: GWF

Am letzten August Wochenende schaut die Wrestling-Welt nach Berlin. Mit „Bash in Berlin“ veranstaltet die WWE ihren ersten PPV in Deutschland. Das Spotlight nutzt GWF aus und veranstaltet mit der englischen Promotion RevPro zwei Nachmittags-Shows. Wir haben ein paar WrestlerInnen interviewt.
Metehan ist bereits seit über zehn Jahren ein Teil von Wrestling Deutschland. Wir sprechen mit ihm über sein „bestes Wrestlingjahr“, seine Zeit bei NXT UK und natürlich über „Bash in Berlin“. Hört rein!

Anmerkung: Das Interview wurde am 11.08.2024 aufgezeichnet.

Text (Deutsch)

Katha (Wrestling-Infos.de): Hallo Liebe Wrestlingfans. Mein Name ist Katha von Wrestling-Infos.de und bei mir ist Metehan. Einige kennen ihn noch als Lucky Kid oder als Teoman von seiner Zeit bei WWE. Jetzt tritt er vor allem bei GWF an, die mit RevPro Shows während des Bash in Berlin-Wochenendes veranstalten und da ist auch Metehan dabei. Aber erstmal, Hallo, wie geht’s dir? Bist du fit? 

Metehan: Hallo. Ich bin in absoluter top Shape, muss ich sagen. Ich fühle mich mental stark, körperlich stark und ja, ich freue mich auf das Interview.

Katha: Erstmal zum Bash in Berlin und den GWF x RevPro-Shows, weil das ist quasi unser Anlass hier zum Reden. Bash in Berlin ist das erste Mal, dass WWE ein PPV in Deutschland veranstaltet. Denkst du, dass das Event Deutschem Wrestling helfen wird, mehr Mainstream zu werden? 

Metehan: Ich denke schon. Es war ja immer schon so, auch damals, als irgendwelche Prominenz – ich weiß nicht mehr wie der Fußballer hieß, der Torwart da aus Bremen, ich habe keine Ahnung mehr – auf jeden Fall, der war ja auch in den Medien ganz groß vertreten damals und dann wurde das Wrestling auch ein bisschen interessanter für den Mainstream. Ich glaube auch deswegen, wird das diesmal eine ganz große Nummer sein.

Katha: Und GWF, als Berlin based, veranstaltetet das Wochenende zwei Shows. Auf was freust du dich am meisten? 

Metehan: Ich freue mich einfach auf diese Kooperation mit RevPro, weil ich glaube, das ist für den Wrestlingfan ganz interessant. Da kommen einfach ganz viele Leute zusammen, die normalerweise nicht wirklich zusammenkommen würden. Also da treffen auch zwei Stile aufeinander und deswegen glaube ich, dass das sehr interessant sein kann. Ich freu mich auch auf meinen Gegner. Ich weiß auch noch gar nicht gegen wen ich wrestlen werde, über die zwei Tage. Aber nichtsdestotrotz freue ich mich einfach auf den Style Clash.

Katha: Hast du denn schon einen Wunschgegner aus dem RevPro-Roster, also unabhängig von der Wahrscheinlichkeit, dass dieser nach Berlin kommt? 

Metehan: Mhm. Ja, ich habe ein paar Namen im Kopf. Ich persönlich glaube, dass ich von meinem Wrestling-Stil ganz oben in Deutschland mitspiele und deswegen würde ich mich gerne auch auf Leute konzentrieren, die in England oben mitspielen. Also so Leute wie Oku [Anm.: Michael Oku]. Ich denke Dan Moloney ist interessant. Ansonsten irgendwelche Japaner. Da wäre ich auch gerne dabei, weil ich auch eine japanische History habe, weil ich auch öfter drüben war. Und ich glaube, der Stil, den ich jetzt aktuell gehe, das wäre sehr interessant mit dem japanischen Stil zu verbinden. Ja, da sind auf jeden Fall ein paar Namen dabei.

Katha: Bei dem GWF Event bist du als Wrestler dabei. Wirst du bei Bash in Berlin als Zuschauer dabei sein? 

Metehan: Vielleicht ja, ich weiß es noch nicht. Vielleicht werde ich da sein. Es kommt immer drauf an, wie man Tickets besorgen kann und so weiter und sofort. Ich habe da ja ein paar Kontakte mit dem neuen World Champion und deswegen, kann schon möglich sein.

Katha: Freust du dich denn drauf oder ist es eher eigenartig, weil du nicht mehr Teil der WWE bist? 

Metehan: Nee, ich freue mich. Ich freue mich, weil meine Freunde da am Start sind. Ich freue mich, weil Wrestling Deutschland noch mal gestärkt wird. Natürlich hat es irgendwo auch einen bitteren Nachgeschmack, muss ich sagen. Das habe ich glaub ich noch nie erzählt. Ich glaube, ich erzähle das jetzt mal. Ich hatte nie den Wunsch, bei Wrestlemania aufzutreten. Das war nie so das große Ziel von mir. Ich habe auch um ehrlich zu sein, nie Wrestlemania live gesehen, dass ich das so ein bisschen emotional verbinden kann. Aber mein absolutes Ziel war es immer, mit der WWE in Berlin aufzutreten. Deswegen hat er so einen leichten, bitteren Nachgeschmack, aber nichtsdestotrotz, das Leben geht weiter und, ich denke, das, was ich in den letzten zwei Jahren für Wrestling Deutschland gemacht habe, war gut und ich mache weiterhin sehr, sehr gute Arbeit und deswegen freue ich mich einfach.

Katha: Dein Stern in den USA ging damals mit diesem überraschenden Auftritt Ring of Honor auf. Wie empfindest du diese Zeit in der Retrospektive? 

Metehan: Ich habe gestern sogar mit meiner Frau darüber geredet, weil 2019 war ein sehr wildes Jahr für mich. Allein schon mit 16 Carat, gewonnen. ROH gemacht. War bei Super Strong Style [Anm.: Progress Wrestling] in der Ally Pally Arena [Anm.: Alexandra Palace in London]. Dazu kam PWG und dann war ich erstmal fertig. Das war ganz viel. Es war ein verrücktes Jahr. Ich habe viel mitgenommen, ich habe viel erlebt, ich habe viel gesehen und dann war auf einmal Schluss, weil Covid kam, und alles war geschlossen. Und da ist man schon so ein bisschen in so ein kleines Loch gefallen, muss ich sagen. Aber nichtsdestotrotz, war das echt ein ganz großes Erlebnis für mich und wahrscheinlich sogar das beste Jahr meiner Karriere.

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Katha: Was hast du als Lektion für dich daraus mitgenommen?

Metehan: Das waren die Erfahrungen, die ich gesammelt habe. Das waren Freunde, ganz wichtig, Freunde, sehr, sehr wichtig, weil es kann sehr einsam sein auf dem Weg zu Shows. Vor allem Leute, die einen nicht zurückziehen, sondern nach vorne bringen. Das ist sehr wichtig. Da hatte ich halt mit Walter, Ilja, Oliver, Marcel, Fabian [Anm.: Gunter, Ilja Dragunov, Marcel Barthel, Oliver Carter, Fabian Aichner]. Leute, die hart immer an sich gearbeitet haben und die mich auch teilweise echt gepusht haben. Vor allem Walter, der sehr, sehr viel für mich getan hat.

Katha: Dein Weg hat dich weitergeführt zu NXT UK. Was war für dich das Besondere an der Marke? 

Metehan: Das Besondere? Es war ein ganz anderer Stil als das, was du bei WWE, bei Smackdown gesehen hast. Das Wrestling lag sehr im Fokus. Wobei ich sagen muss, als ich das erste Mal in der Halle war, das hat sich nicht so wie Wrestling angeführt. Es war wirklich einfach eine TV-Produktion, ganz viele Kameras und so weiter. Die Erfahrung war einfach super. Die Erfahrung mit den Kameras, die Sachen, die ich gelernt habe. Auch die ganzen Zoom-Calls, die wir mit den Trainern in Amerika, Shawn [Anm.: Michaels] und so weiter, gemacht haben, waren sehr interessant. Es war ein bisschen schade, dass ich die Leute nicht persönlich gesehen habe und persönlich mit denen geredet habe, weil durch Covid konnte man ja nicht reisen. Das war so ein bisschen schade. Aber die ganze Produktionsgeschichte war sehr interessant und hat mich noch mal ein Stück weitergebracht als Wrestler.

Katha: Hat sich NXT UK wie ein Ableger von WWE angefühlt oder wie was ganz Eigenes? 

Metehan: Das war ein Ableger. Ich würde schon sagen, dass das ein Ableger war. Die haben sich ja auch extrem viel Mühe gegeben, dass das wirklich ein WWE-Produkt ist. Der Stil war nur anders.

Katha: Woran ist aus deiner Sicht NXT UK am Ende gescheitert?

Metehan: Ich denke nicht, dass das an den Wrestlern lag oder am Produkt. Ich denke, dass es einfach nur die Ausrichtung war, die WWE dann gegangen ist. Weil die den Markt, wie man mit Bash of Berlin sieht oder mit den ganzen Veranstaltungen in Frankreich, England und so weiter – die wollen halt global gehen, die wollen in Europa sein, weil sie wissen, dass der europäische Markt groß ist. Zu dem Zeitpunkt waren auch viele Gerüchte da, dass NXT Europe entstehen wird. Was dann wahrscheinlich nicht zustande kam, vielleicht wegen dem TKO-Geschäft, dass sie da gemacht haben. Und jetzt, wie wir sehen, ist der Main Roster unterwegs. Es ist super für Europa, würde ich sagen. Es ist auch sehr interessant für die ganzen Fans, die nicht nach Amerika reisen können. Und wir haben ja auch gesehen, die Franzosen sind sehr lautstark und wollen Wrestling in Frankreich haben und ich hoffe sehr, dass Deutschland beziehungsweise Berlin da gut mitziehen kann.

Katha: Was ist denn so das Eine, was du aus deiner Zeit bei NXT UK mitnimmst? 

Metehan: Ich glaube, das ist die Erfahrung, die Erfahrung mit den Kameras, die Erfahrung mit den Trainern. Wie es auch vorhin gesagt habe, dass es wichtig ist, dass man wirklich Freunde am Start hat und Kollegen am Start hat, die einem helfen wollen, die einen voranbringen wollen. Am Ende des Tages war das Ziel von uns allen das gleiche. Wir wollten die Flagge hissen, für Deutschland und, ich glaube, das haben wir auch gut gemacht und das machen Ilja und Walter ja weiterhin. Also von daher war das das Besondere.

Katha: Wie war für dich die Rückkehr wieder zum deutschen Wrestling? Hat man diesen Unterschied noch krasser gemerkt zwischen der, sagen wir, „professionellen Produktion“ und dem Indie-Bereich? 

Metehan: Natürlich sind da Welten, muss man einfach mal so sagen, weil auch das Geld eine riesen Rolle spielt. Allerdings würde ich jetzt nicht sagen, dass das, was in Deutschland oder im Indie-Bereich passiert, unprofessionell ist. Ich würde eher sagen, dass das Geld da fehlt und ich glaube, dass sie sich sehr viele Mühe geben und versuchen, das beste Produkt überhaupt entstehen zu lassen. Und ja, wie ich gesagt habe, ist es ein Geld-Ding und natürlich merkt man da einen Unterschied. Aber es heißt nicht, dass es besser oder schlechter ist. Am Ende des Tages ist Wrestling eine Kunst und jeder sieht Kunst anders und deswegen ist jedes Produkt auch etwas Besonderes.

Katha: Ich würde gerne über die Gegenwart reden, aber ich möchte vorher noch ein ganz kleinen Mini-Schritt in die Vergangenheit machen. Von außen gesehen könnten Lucky Kid und Metehan nicht weniger gemeinsam haben, aber vermisst du manchmal dein altes Gimmick beziehungsweise die Facetten davon? 

Metehan: Überhaupt gar nicht. Es hört sich komisch an. Ich weiß, viele Leute schreiben mir auch, „ja hier, du als Lucky Kid, das hat mir mehr gefallen und schade, dass es weg ist“ und so weiter und sofort, aber mir fehlt es überhaupt nicht. Für mich war es super für die Zeit, wo es da war, allerdings muss man sich auch im Leben weiterentwickeln und irgendwann war dieser Charakter für mich einfach nicht mehr greifbar. Auch mit der Vorstellung, dass das für den Mainstream-Fan auch nicht greifbar ist. Am Ende des Tages schaust du in den Ring, da sind zwei Männer oder mehrere Männer, wie dem auch sei, oder Frauen, und für mich muss der Charakter wirklich greifbar sein. Das heißt, dieser verrückte Typ, der in Leggings oder was auch immer rumrennt, ist für den Normalo, einfach nicht, jetzt sag ich noch mal das Wort, greifbar. Und ich glaube eher so die ganzen Charaktere, auch was WWE betrifft, wir sehen es ja, so was wie Roman Reigns, der für seine Familie kämpft, der für seine Kultur kämpft, ist viel mehr greifbar als so ein verrückter Typ. Und deshalb sehe ich das ein bisschen schon wie WWE. Ich würde gerne large and life characters sehen im Wrestling. Und das ist, glaube ich, der Charakter, den ich jetzt habe, der ist halt vertreten.

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Katha: Aber ist es nicht auch schwieriger als mehr „normalerer Charakter“ over zu kommen, als als jemand, der sehr überdreht ist? Weil dann sticht man ja gleich raus. 

Metehan: Ja, natürlich. Man sticht sofort raus, die Leute erkennen einen sofort und feiern das, was derjenige macht. Für mich, wenn ich jetzt so zurückdenke, war das auch sehr leicht, weil du kannst alles im Ring machen und niemand wird irgendwie sagen, „Das hat nicht gepasst. Das ist komisch“, weil der Charakter ist halt ganz eigen. Der jetzige Charakter ist natürlich anspruchsvoller, aber ich will auch anspruchsvoller sein. Ich möchte nicht den leichten Weg gehen. Ich möchte den schweren Weg gehen und desto schwerer dieser Weg ist, desto ein besserer Wrestler werde ich, bin ich der Meinung, zumindest.

Katha: Dann zu deinem Gimmick heute. Wenn dich jemand noch nicht im Ring gesehen hätte, was würdest du sagen, macht dich heute aus?

Metehan: Der Charakter, den ich aktuell habe, ist ein Familienvater. Es ist angelehnt an mein Leben. Es ist angelehnt an meine Kindheit, die schon ein bisschen schwieriger war, auch was finanziell betrifft. Auch die ganzen, so ein bisschen, die Vorurteile als Deutsch-Türke oder als türkischer Deutscher, je nachdem wie man es sehen will. Und ja, ist alles angelehnt an mein eigenes Leben. Natürlich ein bisschen überspitzter. Ja, wie kann ich das noch erklären? Es ist ein Familienvater, der einfach alles für seine Familie tut und jede mögliche Grauzone nutzt. Und das finde ich sehr, sehr interessant, weil zwischen Gut und Böse ist der Weg, den die beiden gehen eigentlich derselbe. Vor allem, wenn man ganz viel Marvel und hier DC und sowas schaut, was wahrscheinlich viele Fans schauen werden, ich persönlich auch, sieht man auch die Entwicklung zwischen – das beste Beispiel ist Batman und Joker. Beide erleben eine dramatische Kindheit und gehen dann einen bestimmten Weg. Der eine entscheidet sich für die gute Seite und der andere entscheidet sich für die böse Seite. Und ich glaube, dass das bei meinem Charakter auch sehr zutrifft. Ich nutze wirklich jede Grauzone im Wrestling aus, jede kleinste Sache, um dann meine Familie glücklich zu machen oder meiner Familie etwas zu bieten, was ich persönlich damals nicht hatte.

Katha: Familie. Ist es auch das, was das Tag Team mit Tarkan Aslan so ausgemacht hat, weil ihr, mit Unterbrechung, immer wieder ein Team gewesen seid? 2012 richtig?

Metehan: Mhm 2012 ja, doch, das kann schon sein. 2012 2013 sowas im Dreh. Da ist schon lange her, da habe ich jetzt auch kein Datum mehr im Kopf. Aber ja, kann schon möglich sein.

Katha: Was macht euch aus oder hat euch immer ausgemacht? 

Metehan: Wir haben uns immer die Young Bucks als Beispiel genommen, weil alles, was die gemacht haben, haben sie zusammen gemacht. Alles was sie erlebt haben, haben sie zusammen erlebt, und das haben wir uns als Vorbild genommen. Wir haben uns auch oft privat getroffen. Haben uns irgendwo hingesetzt, einfach philosophiert, einfach darüber nachgedacht, was, was der nächste Schritt sein kann und ich denke, das war auch der Grund, warum die Leute so hinter uns standen. Weil sie halt gemerkt haben, da ist irgendwas zwischen den beiden, was andere nicht haben.

Katha: Euch sieht man ja hauptsächlich bei GWF und ich versuch noch mal den Bogen dahin zu spannen. In welchem Aspekt, denkst du, dass sich die GWF von anderen Promotionen unterscheidet? 

Metehan: GWF ist sehr filmisch dargestellt, würde ich sagen. Der extreme Fokus liegt jetzt nicht unbedingt auf dem Wrestling, sondern eher in den Geschichten und den filmischen Geschichten. Und das ist der Unterschied, würde ich jetzt auch einfach mal so sagen, zu wXw. Ich glaube, wXw hat da eher einen größeren Fokus auf das Wrestling.

Katha: Und ist das was, was du als Wrestler bevorzugst? Wie es dargestellt wird oder findest den Fokus auf Wrestling wichtiger?

Metehan: Ich bin – dadurch, dass WWE in meiner Vergangenheit war, mag ich sehr diese Geschichten, die Charaktere über diesen großen Indie-Wrestlingstil, nenne ich das jetzt mal, wo sehr, sehr viel Action passiert. Was nicht verkehrt ist, aber es nicht so meins. Meine Kunst ist eher mit Geschichten, mit Emotionen und mit dem Charakter. Das bevorzuge ich, würde ich sagen.

Katha: Kleiner Sprung, dein Trainer Ahmed Chaer ist Teil des TV Projekts TV Total Promi Wrestling. Wrestling-Fans nehmen das Format sehr gemischt auf. Was sind so deine Erwartungen und glaubst du, dass man am Ende die Fans damit auch positiv überraschen kann? 

Metehan: Ich denke schon. Am Ende des Tages sollte jeder Wrestling-Fan sich einfach freuen, dass Wrestling so präsent ist. Wir sind in so einer ganz kleinen Bubble, vor allem in Deutschland. Weil in Deutschland gibt es Sportarten, die mehr im Fokus sind, wie Fußball und deswegen denke ich, sollten wir das einfach mit einem Lächeln nehmen, mit einem zwinkernden Auge und glücklich sein, dass das überhaupt präsentiert wird. Und, ganz ehrlich, ich freue mich auf das Format, weil ich mir denke, schaut mal, was wir aus Nicht-Wrestlern rausholen können und schaut mal wie entertaining das wird. Das ist das Besondere, denke ich.

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Katha: Du hattest vorhin Japan angesprochen und da ich ein riesiger Japan-Fan bin, dachte ich, ich stelle dir vielleicht noch mal eine Frage dazu. Du warst ja 2015 und 2016 beim K-Dojo oder jetzt 2AW in Japan. Du durftest da einige Matches bestreiten. Wie war denn die Zeit für dich da? 

Metehan: Das war eine tolle Zeit, weil ich auch sehr Japan-begeistert war und bin. Und ja, es war es war eine tolle Zeit. Eine tolle Erfahrung. Viele neue Eindrücke, Erfahrung, viel Training, sehr, sehr viel Training, also so viel Training, das ist auch meistens weh getan hat. Aber ja, was dich nicht umbringt, macht sich stärker, würde ich sagen. Allgemein auch die Kultur. Es ist so schön, wie die Menschen miteinander leben, wieviel Respekt sie untereinander haben. Ich hätte einfach mein Telefon mitten in Tokio irgendwo auf den Tisch stellen können, nach einer Woche wäre ich wieder zurück und das Handy würde da immer noch liegen. So respektvoll sind diese Menschen da. Ich habe die Zeit sehr, sehr genossen, muss ich sagen.

Katha: Hast du denn den Wunsch, noch mal nach Japan zu gehen? 

Metehan: Ja und Nein. Also es ist halt nur eine Verbindung zwischen, ich würde gerne mal wieder, aber auf der anderen Seite habe ich hier eine Familie, ich habe eine zweijährige Tochter. Da ist es ein bisschen schwer, einfach mal für einen Monat oder zwei Monate wegzugehen. Dann müsste ich die halt mitnehmen und das ist halt ein sehr, sehr großer Aufwand.

Katha: Wenn, sagen wir in der Zukunft, das Problem nicht besteht, Kinder werden ja auch älter, gibt es denn so eine Promotion in Japan, die du gerne besuchen würdest oder in der du gerne wresteln würdest? 

Metehan: Also aktuell bin ich sehr interessiert an NOAH und NJPW. New Japan war es immer, weil ich denke das ist einfach die größte Promotion in Japan. Allerdings muss ich auch sagen, was NOAH aktuell macht, find ich auch sehr interessant, auch die ganzen Wrestler sind sehr interessant, auf absolut hohem Niveau. Und ich will mich einfach mit den besten Leuten messen, wie ich auch vorhin gesagt habe, ich will mich mit den besten in England messen, ich will mich mit den besten in Frankreich messen, überall in Europa und auf der ganzen Welt, weil, desto besser muss ich sein. Ja, ich will mich einfach auf der Welt mit den ganzen Leuten messen.

Katha: Gerade bist du vor allem in Deutschland unterwegs, aber 2023 warst du ja auch in Spanien. Willst du dich dann in Zukunft weiter auf Deutschland fokussieren oder hast du auch die Idee dann öfters mal ins Ausland zu gehen? 

Metehan: Ausland ist immer ein Thema. Da wäre ich offen für. Ich denke es wird auch mal wieder eine Reise nach England geben. Ich denke nicht, dass ich nur in Deutschland bleiben will, weil, wie ich vorhin gesagt habe, ich habe gegen sehr, sehr viele schon hier gekämpft, sehr viele Gute. Was aber wirklich noch nie passiert ist. Ich schmeiß das mal jetzt in den Raum, ich habe noch nie gegen Laurence Roman gekämpft. Was komisch ist, weil, ich würde ihn schon unter meinen besten Freunden bezeichnen. Auch jemand, der mich sehr, sehr unterstützt, den ich versuche, sehr zu unterstützen. Das kam noch nie zustande. Das würde ich gerne auch mal haben wollen, weil ich glaube, dass Laurie auf einem sehr hohen Niveau aktuell ist und da würde ich auch am Start sein.

Katha: Eine letzte Frage. Am Ende eines jeden Interviews stelle ich gerne eine „Was würdest du lieber tun?“-Frage und das ist meine für dich: Würdest du lieber noch eine Runde mit der WWE drehen, aber nur im Bereich Undercard oder durchschlagenden Erfolg in Europa haben?

Metehan: Na ja, das eine führt zum anderen, würde ich sagen. Also ich würde erstmal Europa nehmen, weil, wenn ich Europa übernommen habe, würde ich jetzt so sagen, dann wird sich die WWE so oder so melden.

Katha: OK, gute Antwort. Da hast du mich quasi ein bisschen ausgetrickst.

Metehan: So sieht’s aus.

Katha: Hat wirklich Spaß gemacht, mit dir zu reden. Vielen Lieben Dank. Und an alle anderen, die zuschauen. Schaut euch unbedingt auch unsere anderen Interviews an, die wir im Rahmen von dem „Bash in Berlin“-Wochenende machen. Bis zum nächsten Mal. Macht’s gut. Tschaui. 

Metehan: Ciao. Ciao.

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1 Antwort auf „»Am Ende des Tages ist Wrestling eine Kunst und jeder sieht Kunst anders.« Metehan im großen Wrestling-Infos.de Exklusivinterview! (inkl. Audio & Video) – Berlin Special“

Rated-R-F5-Jerichoholic sagt:

Schadenfreude 🙂

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