Jazzy Gabert im großen Wrestling-Infos.de Exklusivinterview! – „Alle Leute lieben Wrestling, aber sie haben es vergessen und ich werde sie wieder daran erinnern.“

01.10.23, von Benjamin "Cruncher" Jung

© Jazzy Gabert

Jazzy Gabert aka Alpha Female ist nicht nur Wrestlingfans ein Begriff, die sich in der deutschen Wrestlingszene auskennen. Jazzy ist in ihrer über 20jährigen Karriere durch die ganze Welt gereist, hat unter anderem für WWE, TNA, Stardom gearbeitet, im MMA gekämpft, ist mit Udo Lindenberg auf Tour gewesen und nun hat sie ihre eigene Promotions namens SIRIUS. Wie kam es dazu, dass sie eine eigene Promotion gegründet hat, was macht SIRIUS aus und vieles mehr in unserem Interview. Viel Spaß!

DEUTSCH

Katha (Wrestling-Infos.de): Hallo Liebe Wrestling-Fans. Mein Name ist Katha von wrestling-infos.de und bei mir ist Jazzy Gabert alias Alpha Female. Hey!

Jazzy Gabert: Hey, danke, dass ich da sein darf.

Katha (Wrestling-Infos.de): Danke, dass du mit uns ein Interview machst. Wie geht’s dir? Du hast gesagt, du bist busy.

Jazzy Gabert: Ja, mir geht’s super. Ja, ich bin sehr viel beschäftigt. Also ich wusste, dass mein September, Oktober, November, das werden crazy Monate. Dass es so crazy wird, wusste ich jetzt auch nicht, aber ich genieße, weil es waren ja auch andere Zeiten. Pandemie hat uns voll die Bremse reingehauen und dementsprechend, jetzt bin ich wieder im Vollgas-Modus und ich genieße einfach die Zeit, dass ich überall irgendwie bin.

Katha (Wrestling-Infos.de): Ja, so liest sich auch dein Lebenslauf. Ich meine, in deiner Wrestling-Karriere bist du schon durch die ganze Welt gereist. Du warst bei Stardom, TNA, WWE und jetzt hast du deine eigene Promotion. Ist das für dich so ein Ankommen nach langer Reise sozusagen der logische nächste Schritt?

Jazzy Gabert: Wir machen ja einen Videocall. Ich würde erstmal den Leuten, die sich noch nicht hier so auskennen, sagen: Meine Augen sind tätowiert, keine Sorge, ich habe keine Schmerzen. Das sieht super gruselig aus, ich dachte als Wrestlerin darf man sowas machen.
Ist meine eigene Promotion ein Ankommen? Auf gar keinen Fall, im Gegenteil, es ist so harte Arbeit. Ich muss jetzt irgendwie für alle arbeiten. Es ist kein Ankommen, im Gegenteil, es ist einfach ein weiterer Schritt. Ich bin jetzt 20 Jahre Wrestling-Business und bin jetzt schon 41 und langsam muss man auch aufhören im Ring aktiv zu sein und muss dann mal gucken was danach kommt. Deswegen habe ich mir gedacht, ich gebe einfach meine Erfahrung weiter. Ich durfte die ganze Welt bereisen durch diesen wunderschönen Sport und habe mir gedacht – ich finde eine Person die viel im Leben erreicht hat, sollte dann auch was wiedergeben und dann dafür sorgen, dass die nächste Generation genauso schöne Sachen, wenn nicht sogar noch bessere, erleben darf.

Katha (Wrestling-Infos.de): Wie kam es denn dazu, dass du deinen Plan in die Tat umgesetzt hast? Gab es einen entscheidenden Moment?

Jazzy Gabert: Das auch ein bisschen. Also ich war ja bei der WWE 2019 und es hat mir gar nicht gefallen. Es war für mich persönlich der absolute Albtraum. Es war wirklich nicht das, was ich erwartet hätte und dann habe ich halt von selber gekündigt. Ich habe gesagt, bis hierhin und nicht weiter meine mentale Gesundheit und auch meine körperliche Gesundheit ist einfach viel wichtiger als Ruhm und Reichtum. Und dann saß ich mit meiner Freundin, die auch große Wrestling- Fan ist, in Berlin in einem Café. Das war noch bevor die Pandemie in Aussicht war, das war im Dezember, 12.12. übrigens, weil sie da Geburtstag hat. Wir saßen in einem Café in Berlin und haben gesagt: Ja, was machen wir? Mein Weg als Wrestlerin ist ja dann vorbei, weil WWE ist einfach das Ultimative. Ja, was machen wir jetzt? Wieder Independent-Wrestling, das ist ja auch nicht für immer. Und dann habe ich gesagt: Warum machen wir nicht eine eigene Promotion? Und dann haben wir uns überlegt, was könnte man anders machen, weil es gibt schon so viele Promotions, es gibt weltweit ganz viele, in Deutschland gibt auch ganz viele Independent, und man muss irgendwie herausstechen. Dann haben wir ein paar Pläne gemacht und dann kam auch immer wieder das Wort Sirius immer in mein Leben. Ich habe das Wort immer wieder gesehen. Ich bin ja auch nur sehr spirituelle Menschen, gucke oft in die Sterne und Sirius ist der hellste Stern am Himmel und dann hat es einfach irgendwie alles gepasst. Dann haben wir gesagt, komm, wir machen mal eine Show, dann war die eigentlich angesetzt auf den April 2020, aber genau an dem Tag ist dann leider die Pandemie auch in Deutschland angekommen und dann mussten wir ein paar Jahre verschieben.

Katha (Wrestling-Infos.de): Und wie würdest du deine Promotion jetzt beschreiben?

Jazzy Gabert: Ich sag zum Beispiel nicht, dass es Wrestling ist, ich sag Sirius Sports Entertainment. Ist immer super wichtig, weil Wrestling hat in Deutschland irgendwie so einen lächerlichen Namen. Die Leute, immer wenn sie hören Wrestlerin oder Wrestling dann sagen sie „ist doch Fake“. Brauche ich euch nicht erzählen, das ist predetermined, es ist abgesprochen, aber trotzdem der krasseste Sport ever. Dementsprechend habe ich gesagt, ich will das meine Firma eine Chance hat und nenne es deswegen auch Entertainment. Ich habe auch live Musik dabei, ich habe Tänzerinnen dabei, das ist immer ein fester Bestandteil. Also bei mir ist nicht einfach nur Match, Match, Match, sondern bei uns gibt es Tanzen und Show. Ich war mit Udo Lindenberg auf Tour und da habe ich mich inspirieren lassen von seiner ganzen Bühnenshow. Ich mache zum Beispiel auch Mottoshows, das heißt, es wird nicht langweilig, es wird jedes Mal ein anderes Motto geben. Der ultimative Traum ist, dass dann die Fans sich auch passend zum Motto verkleidet. Das heißt irgendwann machen wir mal, keine Ahnung, eine Rockerbilly-Show und dann kommen halt die Mädels vielleicht im Petticoat und die Jungs auch so alla Rockerbilly mit gegelten Haaren und sitzen dann da im Publikum. Das wäre so mein absoluter Traum. Oder vielleicht machen wir mal eine Show alles im Pink, weil ich liebe ja die Farbe Pink, dass dann halt auch wirklich die Fans in Pink kommen und dann wirklich ein Teil der Show werden, und dass diese zweieinhalb Stunden, die wir da Shows haben, dass sie sich halt wirklich fallenlassen können und die Welt vergessen und einfach wirklich eintauchen. Also es gibt ja Storylines und die kann man bei WWE angucken, sowas würde ich jetzt nicht unbedingt bei mir machen, weil ich ja auch gar nicht die Möglichkeit habe mit Fernsehen – vielleicht kommt das noch, weiß man auch nicht, wie die Zukunft ist – aber, dass jede Show in sich selber eine Storyline ist sozusagen. Zum Beispiel, wir hatten auch das Thema Gladiator und da wollte ich auch, dass wirklich die Fans auch mit ihren Schwertern kommen und selbst verkleidet sind. Muss noch alles anlaufen. Ich bin noch eine ganz neue Promotion. Ich bin jetzt eineinhalb Jahre dabei. Ich habe jetzt fünf Shows auf die Beine gestellt. Aber die Leute nehmen das gut an, die Leute, die auf meine Shows gekommen sind, fanden das mega und haben gesagt ‚Boah das ist ja viel besser wie WWE hier. Ist richtig mit live Musik und Party.‘ Ich mache auch immer jedes Mal am Ende, der Champion, je nachdem wer Champion wird, dass der dann auch eine Feier bekommt, mit Konfetti und die sexy Tänzerin im Ring. Und am besten alle Wrestler gratulieren den Leuten dann auch und es halt wirklich eine Inklusion sein. Jeder soll sich da super willkommen heißen, weil für mich ist Wrestling: Jeder ist willkommen.

Katha (Wrestling-Infos.de): Hast du denn auch schon die Kritik bekommen, dass diese Show-Einlagen das Wrestling überschatten?

Jazzy Gabert: Natürlich. Es gibt immer Kritiker. Es gibt immer Leute, die sagen, dass es too much ist oder so, aber es muss so sein, weil, wer halt nur Wrestling sehen will, der muss dann zu GWF oder zu wXw in Deutschland gehen. Ich meine, guck dir auch WWE an, die machen ja auch bei den Großen, bei Wrestlemania, gibt es auch live Musik, gibt es auch besondere Segmente, nicht unbedingt mit Wrestling, viel zu viele Interviews, finde ich auch, also Promos gibt es bei WWE. Es gibt immer Leute, denen wird dein Produkt nicht gefallen. Man muss in Deutschland sehen, die letzten 20 Jahre haben wir alle eine Möglichkeit gehabt, die ganzen Jungs, die haben eine Wrestling-Show auf die Beine gestellt – wir sind nie über diese 1000 Zuschauer gekommen und ich finde es halt recht traurig, wenn die WWE nach Deutschland kommt, die haben immer. 5.000, 6.000, 7.000 Zuschauer. Wieso können wir das mit deutschem Wrestling nicht auch schaffen? Ich finde unsere Talente haben genauso viel drauf wie die in Amerika. Ich meine muck mal Walter und Ludwig Kaiser an, die sind jetzt bei der WWE und die waren aber vorher die ganze Zeit in Deutschland und die können viel krasser kämpfen als das, was sie da in der WWE bieten, aber so wenig Leute haben das gesehen. Also ich finde, es hätten viel mehr sehen sollen. Und wenn ich dann zum Beispiel durch meinen Musicact – keine Ahnung, irgendwann werde ich ja so große Stars holen können und die ziehen dann Fans auch in die Halle und meine Tänzerinnen, weil die so sexy sind, ziehen dann auch Fans und dann sind da ganz viele Menschen, die aus verschiedenen Gründen zu meiner Show gekommen sind, aber im Endeffekt, am Ende des Abends werden sie sagen, ‚Das ist richtig cool hier. Wrestling ist ja geil‘. Die Leute haben es vergessen. Egal mit wem ich rede. Ich war gestern auf einem Event, wo lauter Anzugträgerinnen waren und jede Einzelne hat mir gesagt, ‚Früher als Kind, in den 80ern haben wir alle Wrestling geguckt‘, und dann sag ich ‚Guckt ihr das heute noch?‘. Nein, warum eigentlich nicht mehr. Und das möchte ich erreichen. Weil, alle Leute lieben irgendwie Wrestling, aber sie haben es vergessen und ich werde sie wieder daran erinnern.

Katha (Wrestling-Infos.de): Wonach wählst du die Showacts aus?

Jazzy Gabert: Nach dem Thema auf jeden Fall. Also zum Beispiel, wenn es dann ‚Rockabilly – Die Show‘ ist, dann wird es halt eine rockige Rockabilly-Band geben. Es wird vielleicht auch irgendwann mal ein Thema „Oper“ sein, wer weiß, und dann wird es halt eine Opernsängerin geben oder wenn wir halt ein Heavy Metal-Thema haben, also das will ich auch mal machen, eine Heavy Metal-Show, das wäre überhaupt nicht mein Metier, da will ich eine Heavy Metal-Band haben. Und so gucke ich dann immer. Irgendwann werden wir mal so eine 80er oder eine Ballermann Party machen, irgendwann werden wir dann Ballermann-Stars auf der Bühne haben. Aber jeder muss offen dafür sein, weil es ist ja auch langweilig, wenn wir jeden Tag nur Schokopudding essen, wir müssen auch mal Vanillepudding essen und dementsprechend, man muss, um auf meine Shows zu gehen, muss man auch ein bisschen offen sein für etwas Neues, denn ich liebe neue Dinge, weil die alten funktionieren nicht so gut, sonst hätten wir ja schon längst die Bude voll.

Katha (Wrestling-Infos.de): Was ist so dein Fazit nach mittlerweile über einem Jahr?

Jazzy Gabert: Mein Fazit nach einem Jahr Veranstalten? Also sagen wir mal so, ich habe es mir ein bisschen leichter vorgestellt. Ich hätte gehofft, dass ich mehr Chancen bekomme. Also die Fans bleiben schon noch aus. Ich habe auch mal jemand anderem vertraut, auf einen Geschäftspartner, weil ich dachte, der weiß das besser, bin dann aber auf die Nase gefallen und mein Fazit dafür ist, dass ich es trotzdem kann und dass ich mehr Selbstvertrauen haben sollte und dass auch Dinge manchmal langsam wachsen. Klar, ich bin eine Perfektionistin und ich will immer alles schnell haben, ich habe da nicht so viel Geduld, aber ich muss das langsam wachsen lassen. Und ich sehe ja, wenn ich mit Leuten rede oder denen zeige, was ich schon gemacht habe, das Interesse ist auf jeden Fall da. Und die Leute, die zu meinen Shows kommen, die sind auf jeden Fall begeistert. Ja, ich muss dem Ganzen Zeit geben, dass ich wirklich nicht mit so Karacho da herangehe und sage ‚Hey, ihr müsst jetzt alle da sein‘. Es sind halt, muss man auch sagen, noch schwere Zeiten. Wir sind nach der Pandemie, die Leute sind bequem geworden, es ist alles viel teurer, die Leute müssen gucken, wo sie ihr Geld hingeben und dann ist mir natürlich auch klar, dass es nicht immer Entertainment sein kann und dass halt dann unsere Veranstaltung, also nicht nur ich jetzt, sondern auch Musikveranstaltungen oder Kunst/Kultur, dass da am ehesten gespart wird. Ich würde einfach sagen ‚durchhalten‘ und ‚Gas geben‘. Ich sehe ja auch in den Medien, dass Wrestling immer und immer mehr präsenter wird. Wir haben jetzt auf Netflix ‚Wrestlers‘ oder auf Amazon ist jetzt von Cassandro, das ist ein mexikanischer Wrestler, jetzt eine Doku gekommen und die Leute haben, glaub ich, wieder Bock auf Wrestling. Es wird immer präsenter und der Schatten fällt, dass es ja Fake ist, weil die Leute verstehen ‚OK, es ist eine Show, es ist eine Storyline, es ist eine live Action-Stuntshow‘ und die akzeptieren das jetzt und die geben uns wieder eine neue Chance. Sorry, ich antworte immer in alle Richtungen, aber so viel ist in meinem Kopf.

Katha (Wrestling-Infos.de): Wenn wir schon eine Detour machen. Ich weiß nicht, ob das stimmt, ich habe es gelesen, dass du Trainerin in der Wrestling Academy, die Al Snow in London veranstaltet hat, warst. Wie war das mit ihm zusammen zu arbeiten?

Jazzy Gabert: Mega. Al Snow ist so ein krasser Typ. Du kannst so viel von ihm lernen und er ist auch immer im Erzählmodus. Eigentlich müsstest du nur dasitzen, neben ihn und er erzählt die ganze Zeit. Er ist so goldig. Als ich ihn damals kennengelernt habe, ich habe die Jahreszahl vergessen, auf jeden Fall hat er da ganz frisch Jessica kennengelernt, seine Frau, die er jetzt hat, und er war so verliebt. Er ist ja schon ein bisschen älter. Es gibt mir Hoffnung. Er war schon über 50 und da war er frisch verliebt und konnte kaum mit dem Handy umgehen, weil es halt neue Technik ist. Es war einfach so toll mit ihm, den ganzen Tag. Er ist einfach so ein Herzensmensch und er liebt Wrestling. Und auch die Art und Weise, Training zu geben. Ich hab jetzt schon wirklich, ich habe GWF-Training ausprobiert, in Berlin und Stardom Training in Japan, ich war bei der WWE im Performance Center, ich hab schon viele verschiedene Möglichkeiten gesehen, wie man trainieren kann und ich find wirklich, von Al Snow ist das beste Training. Also wie er das den Leuten vermittelt hat, also Idiotensicher sozusagen. Er ist ein richtig cooler Typ. Gestern haben wir auch geschrieben miteinander, ich hab ihm gesagt, ‚Ich wünsche dir nur den größten Erfolg‘ und ich sehe diese Netflix-Serie, die geht durch die Decke, also die Leute mussten wieder nach Hause geschickt werden. Und ich kann nur sagen, dass ich auch bald was Schönes zu announcen habe, ich bin auf seinen Spuren, sagen wir mal so.

Katha (Wrestling-Infos.de): Mich würde auch interessieren, weil du Schattenseiten angesprochen hast, was ist eigentlich das Beste daran, eine eigene Promotion zu haben?

Jazzy Gabert: Boah, also ich meine ‚Let’s talk between women‘, Ok, das Beste ist. die ganzen Männer, die ganzen sexy Wrestler zu haben. Das macht so viel Spaß und halt auch – es ist eigentlich alles cool. Nur nicht cool ist, dass man alle Kosten tragen muss, aber sonst macht alles so viel Spaß. Du bist einfach eine Bosslady und läufst da rum und alle fragen dich den ganzen Tag irgendwas- Es macht einfach Spaß und die Leute zu sehen, wie sie auch Spaß an der ganzen Sache haben. Ich habe sehr viele freiwillige Helfer, weil ohne geht es leider nicht und wie die aber trotzdem – es ist ja dann ohne Geld, aber die Bezahlung ist, dass sie einfach einen geilen Abend haben und diese Energie, dass wir alle zusammenhalten. Und auch für mich, das Kunststück mich kreativ auszulassen und auch zu überlegen, welche Wrestler passen denn zusammen, einmal im Ring, wie harmoniert es, aber auch Backstage. Wer könnte da Ärger machen? Wer ist cool? Und bis jetzt hat alles gut geklappt. Ich habe eine hervorragende Backstage-Atmosphäre und jedes Mal, wenn meine Shows vorbei sind, dann schreiben mir meine Wrestler oder die, die geholfen haben und erzählen mir, wieviel Spaß sie hatten und das ist einfach das Schönste. Natürlich ist es auch super, wenn sich keiner verletzt, weil dann weißt du, du hast alles richtig gemacht. Eigentlich ist alles cool am Promoter sein, aber ich kann es nicht jedem empfehlen. Also es ist Kopfschmerzen. Ich mach jetzt meine nächste Show am 4.11., im November, ich habe sehr wenig Tickets verkauft, liegt wahrscheinlich auch daran, das es eine Frauen-Wrestling-Show ist, und Wrestling generell eine Nische ist und Frauen-Wrestling noch mehr Nische ist. Und eigentlich sieht es total unlösbar aus, dieses Problem, dass da Fans kommen und ich hab wirklich schon ganz viele graue Haare bekommen, aber ich gebe nicht auf. Ich glaube an diesen Traum. Ich glaube, dass meine Promotion etwas Großartiges ist. Ich glaube an Female Empowerment. Ich glaube, dass da ganz viele Menschen draußen sind, die vielleicht jetzt noch nichts von diesem Event wissen, aber hätten sie es gewusst, hätten sie schon längst Tickets gekauft und deswegen muss ich auch diese Arbeit machen. Deswegen ist so wichtig jetzt mit dir dieses Interview zu führen, dass vielleicht ein paar Wrestling-Fans das hier lesen und hören und sehen und sagen, ‚Ey, ich wusste gar nicht, dass am 4.11. in Berlin eine Show ist‘. Aber ja, ist es, und es ist Frauen-Wrestling, hey, aber ich sage, bitte seid offen. Ich habe Frauen aus Japan, aus England, aus Frankreich, ich habe von der ganzen Welt die Mädels geholt, auch ein paar Deutsche sind dabei, und die Qualität wird großartig sein, also die In-Ring-Matchqualität, die wird auf einem anderen Level sein. Ich habe extra eine Japanerin geholt, Nanae Takahashi, gegen die habe ich mein erstes Match gemacht, ich habe sie besiegt, und sie hat auch mich ganz oft besiegt, muss man auch dazu sagen. Sie wird einfach so krasses Wrestling bieten, was ihr noch nie gesehen habt. Ich finde, diese Mädels sind einfach so ein großes hohes Niveau, und wie gesagt, ich habe live Musik, ich habe ein paar Superstars da, also aus der Prominenten-Szene und es wird einfach ein cooler Event. Ich bin da, wenn es was wert ist. Und deswegen, ich hoffe, dass ihr ihm die Chance gebt, weil für euch ist es jetzt, sagen wir mal das Ticket geht bei 25€ los, für euch sind es 25€, ihr werdet einen geilen Abend haben, ihr könnt euren Freunden erzählen, ‚Ich war beim Wrestling‘, aber für mich ist es meine Zukunft. Also wenn ihr nicht kommt, dann habe ich leider auch keine Zukunft, so hart es klingt, aber so ist es nun mal. Und wenn ihr kommt, dann haben wir einfach eine geile Zeit und wir zeigen der Welt – ich werde auch live gehen und ich habe ein Kamerateam vor Ort – wir werden einfach der Welt zeigen, wie geil Wrestling ist und ich hoffe, ihr unterstützt mich dabei.

Katha (Wrestling-Infos.de): Die Show heißt ja Starlet, im Kühlhaus in Berlin, 4.11. Wie kam es dazu, dass du eine Show nur mit Frauen booken wolltest?

Jazzy Gabert: Ich darf es noch nicht verraten, also nicht richtig. Also es hat immer was mit Fernsehen zu tun, es hat was mit Frauen, mit Empowerment zu tun. Ich bin ja auch eine Frau, aber ich weiß, dass, nicht die Welt, aber ich würde sagen Deutschland, ist noch nicht bereit für reine Frauen-Wrestlingshows. Es gab ja schon einige. Euphoria hat eine gemacht und ich glaube, eine Woche später nach mir wird auch noch mal in Stuttgart eine Frauenshow sein. Auch wirklich in allen Ehren, aber es läuft halt leider noch nicht, finanziell rechnet sich das überhaupt nicht. Ich bin ein Mensch, der möchte gerne Herausforderungen annehmen. Das war eine Herausforderung. Man hat mich gefragt, könntest du sowas machen und ich habe auch von vornherein gesagt, es wird schwer. Aber ich weiß zum Beispiel, mit meinem Musikact, den ich ja noch nicht angekündigt habe, aber bald werden wir es ankündigen, ich wollte das erstmal die Wrestling-Fans eine Chance bekommen Tickets zu bekommen, aber sie nutzen sie nicht wirklich, weil, ich hab wenig Tickets verkauft, aber sobald mein Musikact angekündigt wird, dann werden viele Tickets verkauft, das weiß ich. Mein Plan ist natürlich, durch diese Prominenten, durch diesen Musicact und durch verschiedene Dinge, wie gesagt, viele verschiedene Leute in die Halle zu bekommen und die werden dann sagen, ‚Krass Frauen-Wrestling ist ja der absolute Wahnsinn‘. Ich weiß es, ich bin eine Frau, ich mache Wrestling. Ich war auf der ganzen Welt, habe viele geile Frauen gesehen und das ist meine Leidenschaft. Vielleicht, wer weiß, wenn diese Show durch die Decke geht, kann ich nur Frauen-Wrestling machen, das wäre natürlich das absolute Coole. Aber man muss sehen, wo es hingeht. Aber ja, meine Leidenschaft wird immer das Frauen-Wrestling sein.
Ich hatte echt eine schwere Zeit. Vor 20 Jahren habe ich angefangen und wir mussten betteln, dass wir Matches bekommen und wir mussten uns oft in irgendwelchen Dixi-Klos umziehen. Es war echt nicht einfach für Frauen und deswegen, ich bin jetzt in der Lage Frauen, Wrestlerinnen eine Möglichkeit zu geben, eine Bühne zu geben, aber auch bessere Umstände. Ich kann dir eine gute Gage zahlen, ich kann dafür sorgen, dass sie eine eigene Umkleidekabine haben und alleine, dass ich diese Sachen, dass ich die Möglichkeit habe, das zu machen, macht mich schon so stolz. Also da sage ich dann, habe ich was in meinem Leben erreicht, weil ich das einfach weitergeben kann, dass ich bisschen eine Veränderung machen kann, eine gute Veränderung.

Katha (Wrestling-Infos.de): Du hast angesprochen, Anfang der 2000er war es für die Frauen wirklich schwieriger, zum Wrestling zu kommen, vor allem in Europa. Was hat sich denn in deinen Augen am meisten verändert?

Jazzy Gabert: Es hat sich sehr viel verändert. Leider, finde ich, jetzt entwickelt sich das wieder ein bisschen zurück, aber es hat sich viel verändert. Wir haben eine ordentliche Chance bekommen, die Mädels haben richtig Gas gegeben, die haben im Training Gas gegeben. Es wurden dann nicht nur Models und Bra-and-Panty-Matches abgerufen, sondern auch richtig echte Wrestlerinnen, die wirklich gute Leistung bringen können. Zum Beispiel eine Sascha Banks oder Becky Lynch sind die besten Vorbilder für gutes Frauen-Wrestling und die Mädels konnten das im National TV zeigen, also im Fernsehen zeigen. Dann haben ganz viele gesagt, ‚Boah, es gibt ja auch richtiges Frauen-Wrestling‘ und Mädels haben sich auch Beispiele dran genommen, haben wirklich Gas gegeben im Ring und es ist mittlerweile nicht mehr so, dass man unbedingt sexy sein muss, um in den Ring zu gehen, sondern man darf auch, wie ich, ein Monster sein oder man darf halt auch ein paar Kurven haben, dass das Halt vollkommen in Ordnung ist und dass man jetzt nicht mehr so krass für seinen Körper verurteilt wird, sondern wirklich nach seinem Können. Es gibt viel mehr Mädels. Früher musste ich, von 2001, da habe ich angefangen, bis 2010, habe ich, glaube ich, nur gegen Wesna und Blue Nikita gekämpft. Nur die beiden gab für mich als Gegnerinnen und jetzt habe ich die Möglichkeit jedes Wochenende gegen eine andere Frau zu kämpfen und das macht so viel Spaß, ist super für den Fan, weil er sich dann auch da wiedererkennen kann, in verschiedenen Frauen, weil die Frau im Ring könnte deine Schwester oder deine Mutter sein oder deine Tochter. Da gibt es so viele Möglichkeiten. Ja, keine Ahnung, also es hat sich auf jeden Fall sehr viel für die Frauen weiterentwickelt und ich bin da wirklich sehr dankbar. Ich wünschte, dass wir mehr Match-Zeit hätten und dass es auch, wenn es dann eine Frauen-Wrestling-Promotion gibt, wie pro Wrestling Eve in England, dass dann auch so viele Fans kommen, wie bei den Männern. Bei den Männern, die schaffen es ja schon im Independent Bereiches gute 1000 Leute reinzuholen und ich wünschte mir, dass für die Frauen, dass da Leute aktiver hingehen.

Katha (Wrestling-Infos.de): Und außer Reichweite, wo muss ich noch mehr was verändern, insbesondere in Europa?

Jazzy Gabert: Ich sag immer, bei den deutschen Mädels zum Beispiel – ich habe ein Tryout gehabt für Sirius und da waren drei Mädels aus Deutschland, die auch schon Matches haben – Ich sag halt immer, ‚Bitte trainiert härter‘. Ganz ehrlich, die Mädels hier in Deutschland, die können nicht wirklich standhalten mit den internationalen Standards, der ist so hoch, die Engländerinnen, die geben richtig Gas und dass du als Frau, als Wrestlerin einen Impact machen kannst in der Szene, da musst du wirklich Gas geben, weil, jetzt gibt es so viel Konkurrentinnen. Klar, wenn der Promoter Geld sparen will, dann bucht er auch mal die schlechtere Wrestlerin, aber das ist ja dann nicht gut für den Zuschauer, weil der Zuschauer denkt, ‚Oh das ist Frauen-Wrestling‘, weil er dann diese Frau sieht, die halt nicht so gut kämpfen kann. Ja, wir müssen ein bisschen mehr Gas geben und die Promoter müssen einfach auch ein bisschen mehr Geld investieren. Weil zum Beispiel die Schülerin die er ausbildet, wie kann sie denn weiter lernen und besser werden, wenn sie nur gegen eine andere Schülerin aus dem selben Verein kämpft? Nehmt doch ein bisschen Geld in die Hand und buche eine aus England, dass vielleicht auch beide von dieser Frau aus England lernen können. Du kannst ja nur so gut sein, wie dein Trainer, und du kannst auch nur weiter lernen, wenn du dich immer wieder neuen Herausforderungen stellst. Wenn du niemals eine richtig gute internationale Wrestlerin als Gegnerin bekommst, kannst du einfach auch nicht wachsen und es kann ja nur passieren, entweder nimmst du als Wrestlerin dein Geld in die Hand und sagst, ‚OK, ich reise, ich gehe nach England oder ich gehe nach Japan und gebe mir diese Challenge‘, aber wie ist es möglich? Nicht viele haben diese Möglichkeit. Ich hatte damals die Möglichkeit nicht, ich musste wirklich in der Woche irgendwie arbeiten, Geld verdienen und dann am Wochenende habe ich gehofft, dass ich eine coole Gegnerin habe. Aber ich hätte mir niemals leisten können, dass ich jetzt einen Flug nach England oder nach Japan bezahle, und dann da drei bis vier Wochen trainiere. Das hätte ich mir nicht leisten können. Deswegen, es muss wirklich eine gemeinsame Arbeit sein und die Promoter müssen besser buchen, die Wrestler müssen besser trainieren und die Fans müssen einfach zu den Shows kommen. Nur wir alle drei, als ein Dreieck, wir können es zusammen nach oben bringen und das ist mein ultimatives Ziel, dass wir deutsches Wrestling relevant machen. Es gibt coole englische Promotions, Japanische, wissen wir alle, New Japan, und Amerikanische, aber, ich finde, Deutschland kann mithalten, Europa kann mithalten. Wäre doch cool, wenn wir hier in Deutschland eine Liga hätten, die im Fernsehen ist und die 15000 Zuschauer haben kann. wXw macht ja eine gute Arbeit aber selbst die haben nicht so viel Zuschauer also nicht so viele, dass es halt relevant wäre für die Medien, und das ist mein großes Ziel, dass ich vielleicht auch Wrestler einstellen kann, dass ich sagen kann ‚Ey du arbeitest bei mir und du hast ein festes Gehalt und du kannst dich nur um deinen Körper, um deine Gesundheit kümmern. Du gehst dann täglich ins Fitnessstudio und siehst wie Wrestler aus‘. Das ist mein ultimatives Ziel und das kann ich wirklich nur mit euch, mit eurer Arbeit, den Interviews, aber auch mit den Fans, erreichen. Ich hoffe, dass ich ein gutes Produkt habe, dass die Fans interessiert.

Katha (Wrestling-Infos.de): Sind die Wrestlerinnen, die jetzt für Starlet angekündigt sind, vollständig oder gibt es da noch eine Überraschung?

Jazzy Gabert: Ich glaube, alle sind noch nicht angekündigt, aber eine ganz große Überraschung gibt es leider nicht mehr. Das muss ich, glaube ich, noch lernen, aber ich denk mir immer so, wenn ich die größte Wrestlerin, die ich auf meiner Card habe, nicht ankündige – ich will halt immer alle ankündigen, ich will da nicht so großartige Überraschungen machen. Ich will, dass jeder weiß, die und die ist da und der und der und ich finde die, die ich angekündigt habe, sind schon große Namen und großartige Wrestlerinnen. Ich war ja jetzt zum Beispiel bei der COW und ich war ein Überraschungsgast. Und ich habe gesagt, ‚Ja aber Alex, wieso kündigst du mich denn nicht an?‘ Weil ich weiß, dass ich einige Fans im Saarland habe und die hätten sich vielleicht freigenommen und wären dann da gewesen. Deswegen, so spontan oder wenn man halt nicht weiß, dass diese Person da ist, ist ja auch doof, dann ärgert sich der Fan im Nachhinein. Dann sagt er, ‚Oh, hätte ich gewusst, dass die und die Person da ist, dann wäre ich ja dahin gegangen‘. Obwohl der Fan do oder so hinkommen sollte, stimmt’s?

Katha (Wrestling-Infos.de): Sind denn über Starlight hinaus bereits weitere SIRIUS-Shows in Planung?

Jazzy Gabert: Erstmal tatsächlich nicht, weil diese SIRIUS Starlet-Show wird mein Make-or-Break. Also wenn ich es jetzt diesmal wieder nicht schaffe, weil, ich habe jetzt wie gesagt fünf Shows schon hinter mir und für alle musste ich tief in die Tasche greifen, wenn diese Show wieder nichts wird, dann muss ich echt mal gucken. Also ich habe mir jetzt vorgenommen mich nur auf diese eine Show zu konzentrieren. Weißt du, das ist eine dreistöckige Eventlocation und da passen 700 Zuschauer rein, für eine Frauen-Wrestling-Show absolut utopisch, also die normalen Frauen-Wrestling-Shows hier in Deutschland ziehen vielleicht 50 bis 100 Zuschauer und dementsprechend bin ich mit 700 recht groß gegangen. Aber ich habe Hoffnung, dass ich das schaffe und ich will mich voll und ganz drauf konzentrieren mit Marketing, mit Flyer verteilen und würde ich jetzt noch ein zweites Projekt haben, dann könnte ich mich nicht darauf werfen. Dieses Jahr, ich habe so hart gearbeitet dieses Jahr, ich will dann auch erstmal einen Monat Pause machen und dann gucken wir mal weiter. Also die November-Show wird jetzt alles entscheiden. Wenn die November Show wieder nicht ankommt bei den Fans, dann bedeutet es für mich persönlich, dass die Menschen keinen Bock auf SIRIUS haben und dann muss ich halt mal gucken, wie es weitergeht.

Katha (Wrestling-Infos.de): Warum müssen alle, die jetzt zuhören und zuschauen, unbedingt Starlet sehen?

Jazzy Gabert: Es gibt viele verschiedene Gründe, aber ich glaube der Hauptgrund ist, den Mädels ein richtig geiles Gefühl zu geben, dass die weiter hart trainieren, Female Empowerment, damit ihr eine geile gute Zeit habt, dass ihr cooles Wrestling sehen könnt, dass ihr einfach eine geile Zeit habt und wie gesagt den Mädels eine Bühne bietet und den Mädels damit zeigt, ‚Wir sehen euch. Wir haben Bock auf euch und macht weiter‘, und auch dass ich weitermachen darf.

Katha (Wrestling-Infos.de): Weil, ich bin selber großer Puroresu-Fan und du warst viel in Japan unterwegs, dir scheint es auch sehr wichtig zu sein, weil, wenn ich es richtig gelesen habe, hast du einen TNA-Vertrag abgelehnt, um nach Japan zu gehen. Was hat dich nach Japan gezogen?

Jazzy Gabert: Ich muss sagen, ich wollte gar nicht nach Japan gehen zum Wrestling. Ich habe eine Dokumentation über Frauen-Wrestling in Japan gesehen, Gaia Girls hieß es, gibt es noch auf YouTube, muss man anschauen, und da habe ich gesehen, dass das Wrestling da drüben das brutalste ist. Also das schlimmste. Du kriegst einen Dropkick ins Gesicht, du blutest und musst dich entschuldigen, dass du das nicht richtig gemacht hast. Und ich dachte so, ‚Boah, das werde ich doch niemals überleben‘ und dann habe ich in England gegen eine Japanerin, Hikaru Shida, gekämpft und da waren Talentscouts und die haben gesagt, ‚Wow, du bist klasse. Wir würde ich gerne nach Japan holen‘. Und dann bin ich erstmal zwei Wochen rüber, um mir das anzugucken. Aber ich muss dir sagen, ich habe Angst gehabt, ich wollte nicht, ich habe gesagt, ‚Oh Gott, die werden mich töten‘ und dann bin ich darüber mit einem langen Flug, mit Umsteigen war ich 16-17 Stunden unterwegs, dann haben die mich am Flughafen direkt zum Training gebracht, also nicht mal ausruhen, und dann sehe ich es, so wie es in der Dokumentation war, eine sitzt auf der anderen und boxt die wie eine Brutale und is so, ‚Oh Nein‘. Dann habe ich das Training irgendwie überstanden, mit großen Schmerzen, und dann bin ich in mein Apartment gegangen und dann lag da eine, so dünn war die, keine Matratze, es war nur eine Matte und dann dachte ich,‘ Alter, hier soll ich drauf liegen‘. Dann habe ich da gelegen und mir ist alles eingeschlafen, weil es so hart war und ich dachte, ‚Krass, hier bin ich jetzt‘. Und dann habe ich mein Match gehabt, und mein erstes Match war ein dreißig Minuten-Match gegen Nanae Takahashi und sie hat mir auch so schlimm ins Gesicht geboxt. Es hat so wehgetan, alles, und danach im Match haben die mich gefragt, ob ich einen unbefristeten Vertrag haben will, und dann hab ich ‚Nein‘ gesagt, ‚Kann dich erstmal drei Monate? Darf ich es erst mal ausprobieren?‘  Ich bin dann kurz zurück, hab alles geregelt, meine Wohnung aufgegeben und so bin dann für drei Monate da rüber, hab mir den Titel geholt, Geschichte geschrieben. Das Training war super hart, muss ich ehrlich zugeben, es war sehr hart, es wurde nie einfacher. Man musste, das sag ich immer wieder den Leuten und die verstehen es nicht, ich musste jeden Tag 1000 Liegestütze, 1000 Kniebeuge und 1000 Sit Ups machen, und du hast nicht den ganzen Tag dafür Zeit, nein am besten in zehn Minuten. Und ich musste so Sachen den ganzen Tag machen, oder ich musste sogar aufs dritte Seil springen. Die haben immer so komische Übungen gehabt, ich als Monster mit 100 Kilo 1.80 groß, musste trotzdem wie die kleinen Mädels aufs dritte Seil. Es war einfach richtig, ja, die haben mich kaputt gemacht, aber sie haben mich auch wieder aufgebaut. Sie haben mir die schönste Zeit meines Lebens gegeben. Ich habe Frieden gefunden in Japan. Und ich habe eine Familie gefunden in Japan, mit der Familie Chono. Ich bin da zweimal im Jahr noch. Wir feiern immer die großen Geburtstage oder Weihnachten zusammen und ich habe die große Liebe in Japan gefunden. Wissen einige gar nicht, aber ich erzähle es jetzt einfach, ich habe mich tödlich verliebt in einen japanischen MMA-Kämpfer, und es war einfach die schönste Zeit in Japan. Ich will es nicht missen, und ich habe nach wie vor Kontakt zu einigen meiner früheren Kolleginnen. Wie gesagt, Nanae will ich jetzt unbedingt die Ehre erweisen, weil, ich durfte damals nach Japan und durfte alles von ihr lernen und für mich ist es jetzt einfach Respektsache, dass ich sie nach Deutschland hole. Ich werde sie dann auch in Berlin, in meiner Heimatstadt, herumführen und ich werde ihr die ultimative, hoffentlich, wenn alles gut klappt, Ehre geben, indem die Leute sie anjubeln und ihr dann auch den Respekt geben. Genau und ja, Japan ist großartig.

Katha (Wrestling-Infos.de): Was ist denn dann so dein Karrierehöhepunkt? In Japan, als du den Titel von Nanae gewonnen hast?

Jazzy Gabert: Also, die Leute fragen, ‚Was ist dein Highlight?‘ aber kann man so nicht sagen, muss ich ehrlich zugeben. Es gab so viele Highlights. Ich war bei den Mae Young Classics, Standing Ovation, ‚Please sign Jazzy‘ das war ein Riesenhighlight, aber ein Highlight war auch mein MMA-Kampf, den ich gewonnen habe. Der war gefühlsmäßig nicht weniger wie das da. Natürlich,Geschichte schreiben erste Europäerin, erste Deutsche, die sich einen japanischen Titel holen konnte, Riesenehre. Ich habe in einem Film gespielt, der auf Netflix lief, das war für mich auch ein Highlight meiner Karriere. Ich denke, gestern mein Event, den ich da hatte, ich hatte so ein Unternehmerinnen-Talk, wo ich dachte, ich gehöre gar nicht her, aber irgendwie habe ich das gerockt. Also es gibt so viele tolle Highlights in meinem Leben und dementsprechend kann man das gar nicht so sagen, ‚Was ist das ultimative Highlight?‘ Also ich habe echt geschafft, mir ein schönes Leben zu machen, indem ich einfach nicht aufgegeben habe und es ist, glaube ich so meine Message für alle. Ich meine damals, als ich mit 18 zur GWF gegangen bin und an der Tür geklopft habe und gesagt habe, ‚darf ich hier bei euch mittrainieren‘ und die einfach mal Nein gesagt haben, da hätte ich aufgeben können. Ich hätte sagen können, ‚Die haben Nein gesagt, dann gehe ich wieder‘, aber nein, klein Jazzy hat gesagt, ‚Was ist los? Wieso darf ich hier nicht mitmachen?‘, und dann war ich halt wirklich drei Monate da und habe die genervt und dann haben die mich jeden Tag verprügelt. Die wollten halt testen, ob ich es aushalte. Hier ein blaues Auge und alles aufgekratzt, da hätte ich auch aufgeben können, aber meine Message ist: Gib nicht auf, mach weiter. Es wird hart. Wenn es einfach wäre, kann es jeder machen. Es wird immer hart sein. Auch jetzt mein Promoten. Wie oft habe ich schon da gelegen und auch geweint, weil ich gesagt habe, wie soll ich das Schaffen? Aber irgendwie schafft man es dann doch. Und dementsprechend, einfach durchhalten. Mutig sein ist auch wichtig und dann kann man ganz viele Highlights in seinem Leben haben.

Katha (Wrestling-Infos.de): Was möchtest du im Wrestling unbedingt noch erreichen?

Jazzy Gabert: Ich hätte gerne Wrestlemania, also auch als Fan würde ich es gerne erleben. Ich werde mir, glaube ich, nächstes Jahr ein Ticket kaufen, aber ich hätte es gerne natürlich als Wrestlerin erlebt. Das wäre so ein Highlight gewesen. Natürlich auch mal bei RAW, Smackdown aufzutreten. So Sachen. Ich hätte gerne einen der deutschen großen Titel von der GWF oder wXw, das war auch noch immer so ein Traum, aber meine Karriere ist jetzt schon vorbei. Ich muss auch Platz lassen für andere neue Talente, deswegen habe ich jetzt eigentlich nur mit SIRIUS oder was heißt nur, ich möchte gerne Zuschauerrekorde brechen. Mein Größtes war bis jetzt 500 Zuschauer, das war meine erste Show, mein nächstes Ziel sind dann 1000 Zuschauer, dann 3000. Ich möchte unbedingt mal so wie Udo Lindenberg eine fünfzehntausender Halle ausverkaufen und dann würde ich einen Zuschauerrekord – da muss ich nochmal Recherche machen und schauen, wieviel die WWE damals geschafft hat oder die WCW. Aber, ich glaube, so über 10000 hat noch keiner geschafft in die Halle hier reinzubringen in Deutschland. Und diesen Rekord will ich auf jeden Fall knacken. Kann ich aber auch nur mit eurer Hilfe, Fans.

Katha (Wrestling-Infos.de): Am Ende meiner Interviews stelle ich immer Entweder-oder-Fragen und die hier ist für dich: Du könntest entweder mit deiner Promotion so viel Erfolg haben, dass sie ein großer Name in der Indie-Szene wird, aber selbst nie wieder ein Championship halten oder in einer anderen Promotion erfolgreich sein, ein prestigeträchtigen Championship gewinnen, aber SIRIUS wäre dann nur so ein kleines Nebenprojekt?

Jazzy Gabert: Nee, nee, da nehme ich ersteres. Ich habe schon so viele Titel, ist nicht wichtig so ein Titel.

Katha (Wrestling-Infos.de): Das ist doch schön. Da hört man, dass dir die Promotion wichtig ist. Also kommt alle zu Jazzys Show am 4. November in Berlin…

Jazzy Gabert: Im Kühlhaus. Es ist eine geile Location. Ich habe mir einige Locations in Berlin angeguckt. Tempodrom war unter anderem dabei, vom Namen her eigentlich so, aber das Kühlhaus ist dreistöckig und dann können die Fans von oben runterschauen. Geile Location.

Katha (Wrestling-Infos.de): Und wo kann man Tickets kaufen?

Jazzy Gabert: Bei https://www.siriusentertainment.de/

Katha (Wrestling-Infos.de): Das waren es auch schon. Ich danke dir vielmals, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten.

Jazzy Gabert: Ich danke euch für die Zeit, danke Liebe Zuschauer, danke dir für die Zeit.

Katha (Wrestling-Infos.de): Auch von mir danke an alle Zuschauer. Schaut auch bei unseren anderen Interviews vorbei. Ansonsten bleibt mir nur das zu sagen, was ich immer sage, bleibt gesund, macht es gut. Tschaui!

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1 Antwort auf „Jazzy Gabert im großen Wrestling-Infos.de Exklusivinterview! – „Alle Leute lieben Wrestling, aber sie haben es vergessen und ich werde sie wieder daran erinnern.““

Bash sagt:

Tut mir leid, habe das letzte Drittel nicht mehr gelesen. Sowohl Fragen wie auch Antworten wiederholen sich ständig und bei allem Respekt an Jazzy, sie labert und labert von Pontius zu Pilatus immer das gleiche ohne wirklich konkret zu werden.

Leider,so denke ich, wird das ihre letzte Show sein. Meiner Ansicht nach ein Flop mit Ansage.

Interessant aber ihre WWE Erfahrungen. Lässt ja mal gar kein gutes Haar an denen. Wenn das gewisse User lesen… 😉

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