„Wrestlers“ – TV-Review zur Netflix-Doku *keine Spoiler*

26.09.23, von Benjamin "Cruncher" Jung

Titel: Wrestlers |Genre: Doju-Serie
Network: Netflix | Erstausstrahlung: August 2023
Episoden: 7 | Sprache: Englisch

 

Beschreibung Netflix

In dieser Dokuserie wollen die neuen Eigentümer und aufstrebenden Stars einer legendären Wrestling-Organisation auch außerhalb des Rings etwas bewirken.

 

Inhalt

In der Serie „Wrestlers“ auf Netflix geht es um die Wrestling-Promotion Ohio Valley Wrestling (OVW), die 2018 von dem US-Wrestler Al Snow gekauft wurde. Anfang 2021 investierten Radiomoderator Matt Jones und Craig Greenberg in die Promotion, da OVW finanzielle Schwierigkeiten hatte. Mit einer Sommertour wollen sie die Promotion vor der Pleite retten. Doch nicht nur um den Erfolg der Promotion an sich geht es in der Serie, sondern vor allem um die einzelnen Charaktere, die Inverstoren, Al Snow, das OVW-Personal und die Wrestler*innen der Promotion. Aus ihrer Sicht wird der Sommer beschrieben.

 

Zitate

“You know, that’s why they call it a pop. Pop ist short for ‚pop their nut‘. And to make an audience believe to where it culminates, you get’em to [pop], have an emotional orgasm. There’s nothing else like it.“ (Al Snow)

“Every goddam day, every waking moment, you’ll go out there, and you’re going to do absolutely everything you can to give the audience this experience. Because at the end of the day, it’s a never-ending road.“ (Al Snow)

 

Rezension

„Wrestlers“ richtet sich an Wrestlingfans und Nicht-Wrestlingfans gleichermaßen und bemüht sich einen Einblick in das Tagesgeschäft der OVW zu geben, aber auch in den Alltag und die Probleme der Wrestler*innen. Dadurch, dass die Erzählung personengebunden ist, werden auch Nicht-Wrestlingfans abgeholt. Für Fans ist das Erklären der Basics des Wrestlings gut in die Story eingebunden, so dass es nicht störend wirkt, wenn einzelne Vorgehensweisen oder Terme erklärt werden. Die Serie versucht nach dem show-and-tell-Prinzip zu erzählen und das gelingt ihr in weiten Teilen.

Zentrum der Serie ist aber nicht das Wrestling an sich, sondern die einzelnen Akteure. Da haben wir auf einer Seite Al Snow, der der Dreh- und Angelpunkt der Serie ist, dann die Inverstoren, mit denen es Reibungen gibt, da Außenseiter im Wrestling-Business einen eher schwierigeren Einstieg haben und die Wrestler*innen und Angestellten von OVW. Jeder Charakter bekommt eine Einführung und darf die eigene Geschichte erzählen, was zwar den Einstieg in die Serie etwas schwieriger macht, weil viel Neues auf einmal präsentiert wird, aber im Laufe der Serie Nähe erzeugt.

Diese Nähe ist es auch, die die Serie interessant macht. Dadurch, dass man beim Zuschauen, die Hintergrundgeschichten der Wrestler*innen und Involvierten erfährt, wird der Doku-Serie Leben eingehaucht. Die Akteure kommen durch Interviews immer wieder zu Wort und man sieht sie in ihrem alltäglichen Leben. Während die Interviews eher ungeskriptet wirken, merkt man, dass einige der alltäglichen Szenen inszeniert sind, z.B. die Beziehung zwischen Haley und Eric.

Das Tagesgeschäft wirkt manchmal fast schon störend, vor allem, wenn man bei stupiden Tätigkeiten wie Geldzählen zusieht. Hier und da wurden so die Folgen durch Unnötiges aufgebläht, sodass fünf bis zehn Minuten weniger den Folgen gutgetan hätten.

Etwas, dass die Erzählung der Serie sehr gut untermalt, ist die Musik. Viele Doku-Serien setzen Musik eher sparsam ein, in „Wrestlers“ wird sie wie in jedem Film, jeder Serie bewusst eingesetzt, um aktiv Emotionen zu erzeugen.

 

Fazit

„Wrestlers“ ist für Fans- und Nicht-Fans spannend. Man erhält einen besonderen Einblick in den Alltag einer kleineren Promotion. Auch wenn es viele Dokus über Wrestling gibt, selten sind sie so personenfokussiert. Zwar sind viele der Lebensgeschichten der Wrestler*innen schwierig und der individuelle Weg durch das Wrestling-Business deprimierend, aber im Gegensatz zu z.B. „Dark Side of the Ring“ hat die Serie einen fast schon positiven Ausblick. Am Ende hofft man, dass jeder und jede seine Ziele erreicht, und dass es noch eine zweite Staffel gibt.

 

Bewertung: ****




13 Antworten auf „„Wrestlers“ – TV-Review zur Netflix-Doku *keine Spoiler*“

Chris Hall sagt:

Ich habe die Doku gesehen und finde sie sehr gut gelungen. Gibt einen tollen Einblick in das „echte“ Wrestling Geschäft und macht Spaß zu schauen.

Kurze Frage: Woher kommt die Anmerkung bzgl. der angeblich inszenierten Alltags-Szenen? Ist das irgendwie belegbar oder nur eine Vermutung/Behauptung. Mein Eindruck war nämlich ein anderer.

Ansonsten eine brauchbare Review. Schön, das ihr die Doku hier im Forum vorstellt, Danke! Absolut sehenswert!

Kai R. sagt:

„In dieser Dokuserie wollen die neuen Eigentümer und aufstrebenden Stars einer legendären Wrestling-Organisation auch außerhalb des Rings etwas bewirken“

Was nicht so alles legendär ist…

OVW aber sicher nicht.

Habe grad kein aktives Netflix Abo, ich erneuer das ca 1 mal im Jahr für einen Monat, soooo viel mega tolles erscheint da auch nicht als das nicht 1 Monat im Jahr reicht um das zu sehen was sehenswert ist. Aber zurück zum Thema.

Die „Doku“ interessiert mich schon. Aber so wie es aussieht ist es ja gar keine Doku. Sondern mehr sowas wie ne aufgebauschte „backstage“ Drama Geschichte die dann doch nicht wirklich Realitätsnah ist. Beziehungen werden da reingescriptet, und was weiß der Geier noch… wenn da erstmal mit erfundenen Geschichten und scripts gearbeitet wird, bleibt von der Realität meist nicht mehr viel übrig. Und wieso sich das dann Doku nennen darf erschließt sich mir nicht. Es ist KEINE. Ist im Prinzip dann also was wie diese RTL Nachmittags verblödung ala… öhm, fällt mir grad echt nicht ein… gucke schon seit 10 Jahrne kein TV mehr. Jedenfalls gabs doch da auf RTL so komische pseudo „Dokus“ die das wahre Leben zeigen wollten aber natürlich das Gegenteil taten, die Comedy Macher von „Switch“ haben das gern auf die Schippe genommen, grandios.

Wie auch immer… also das ganze hier ist offenkundig KEINE Doku, also mit vorsicht zu genießen. Sicher wird einiges an „Realität“ mit einfließen und man mag eventuell einen groben Eindruck gewinnen können wie es bei so einer Promotion außerhalb des Ringes VIELLEICHT zu geht. Doch genau das ist auch das Problem, gerade weil sich das ganze „Doku“ nennt werden viele Realität und Fiktion nicht mehr außeinander halten können. Wo fängt das reale an und hört der gescriptete Schwachsinn auf?

Schade das man nicht eine ECHTE Doku gemacht hat, aber die lockt wohl keine Zuschauer an… Aber ich denke nicht das man hier einen all zu Realitätsnahen Einblick ins Wrestlinggeschäft erhält.

Sobald ich mein Netflix mal wieder erneuer (weiß der Geier wann) schau ich mir das hier mal an, aber ich habe mein Problem damit wenn sich etwas Doku nennt und dann gleich klar ist das vieles sowieso gescriptet ist.

Masch sagt:

@Kai R.

John Cena, Randy Orton, Brock Lesnar, Batista…um nur einige zu nennen, die bei OVW Anfang der 2000er das 1×1 des Pro-Wrestlings gelernt haben. Vor dem Hintergrund ist „legendär“ nicht falsch, auch wenn von dem damaligen Ruf nicht mehr viel übrig sein mag.

Kai R. sagt:

@Masch weiß nicht… erstmal gibts OVW „nur“ 25 Jahre, was ne recht kurze Zeitspanne ist um „Legendär“ zu sein. Dazu kommt das die Liste der Namen die wirklich zu großen Wrestlern wurden recht kurz ist, und mit den von dir genannten schon fast vollständig ist.

Für mich ist aber wohl eher wichtig das eine Wrestlingpromotion auch eine geiwsse „Reichweite“ hat. OVW hier zu Lande sehen? Quasi unmöglich.

OVW ist ein eher rein lokales „Phänomen“ und ohne sich überhaupt etwas mehr im Wrestling auszukennen, würde man gar nicht wissen was OVW ist.

„Legendär“ ist für mich eher etwas das jeder kennt auch ohne mit der Materie vertraut zu sein. Simples Beispiel, der Undertaker, den kennen sogar viele Leute ohne je ein Wrestlingmatch gesehen zu haben. Fragt man Leute auf der Straße ob sie einen Wrestler kennen, ist das mit Sicherheit der Nr.1 Name. Fragt man Leute, und sei es ausschließlich Wrestlingkenner nach bekannten Wrestlingpromotion, wird der Name OVW sicher nicht unter den Top 5 landen.

Aber gut, ist Erbsenzählerei sich an dem begriff so aufzuhängen, ich bin nur generell kein Freund vom inflationären verwenden von „Superlativen“

Statt legendär hätte man ja auch einfach sagen können „National bekannt“ oder so.

DasWstehtfürWrestling sagt:

@Kai

Du hast es nicht gesehen, es ist aber für dich KEINE Doku. Geht es noch? Sowas regt mich echt auf. Und ohne es gesehen zu haben auch direkt nen Vergleich zum RTL Schrott Programm. Ich hab die Serie gesehen und es IST ne Doku. Eine Doku über das Wrestling Business

DasWstehtfürWrestling sagt:

Und bei der Beziehung zwischen Haley und Eric hatte ich eher nicht das Gefühl daß es geskippt ist. Meiner Meinung nach haben die ne on Off Beziehung die auch heftig ist wenn man sich so die Löcher in der Wohnung anschaut

Masch sagt:

@ Kai R.

WCW gab es keine 13 Jahre und ECW keine 10 Jahre, also zusammen existierten beide Companys nicht so lange wie die OVW. Die Liste der OVW-Alumnis ist auch deutlich länger. So ziemlich jeder WWE-Star der Anfang der 2000er begonnen hat.

Zu deiner Definition von legendär kann ich zumindest sagen, dass sehr wenige Dinge legendär sind, einschließlich Wrestler wie Steve Austin oder Kane, die hierzulande niemand kennt, der sich nicht mit Wrestling beschäftigt hat. Legendär kann man auch in einem bestimmten Bereich sein und bei OVW ist dies nunmal die Wrestling-Bubble. Und fragt man Leute nach bekannten Promotions so werden sie aktuelle sowie vielleicht WCW und ECW nennen, nicht aber wohl die NWA. Auch nicht die Frage um einen Legendenstatus zu ermitteln.

Lobo sagt:

@Masch…ich würde definitiv immer NWA nennen, da ich damit aufgewachsen bin und die WCW mehr oder weniger aus ihr hervorging. Habe damals Ende der 80er die Sebndung catch-up geschaut (übrigens bei RTL) und bin dadurch zum Wrestling gekommen und diese hatte immer eine Auswahl von Matches von NWA und WWF im Programm. Natürlich war die NWA damals noch größer im Verhältnis als heute.

Kai R. sagt:

@DasWstehtfürWrestling

Ich brauche etwas nicht gesehen zu haben um per Definition festzustellen um was es sich handelt. Scripts, Fiktion jeder Art dürfen per DEFINITION nicht in einer Doku vorkommen. Tun sie es doch, sind es keine Dokus mehr. So einfach ist das. Das ist keine „subjektive“ Meinung oder dergleichen, sondern schlicht Fakt. Und die Macher dieser Serie SELBER geben doch schon an das einiges gestellt wurde um dem Zuschauer eine „bessere“ sicht auf die Dinge zu geben. Und nur ein Blick auf den Trailer und ein Interview von den Machern reicht völlig aus um zu sehen und zu lesen das hier gesciptet wurde. Ergo… KEINE Doku mehr.

Nenn es wie du willst, aber nur weil ein Sanitäter Leute behandelt ist er kein Arzt. Und nur weil etwas den Eindruck erwecken will eine Doku zu sein, ist sie es nicht. Sobald auch nur eine Kleinigkeit gescriptet ist, handelt es sich nicht mehr um eine Doku, und es ist schlichtweg falsch sowas dann als Doku zu bezeichnen. Und nichts anderes habe ich damit gemeint. Hier gehts nicht um „Meinungen“ sondern schlichtweg darum was die Defnition einer Doku ist, und per Definition ist das hier eben keine, Punkt. Und das macht sogar die Authorin des Artikel quasi nochmal klar indem Sie erwähnt das da was gescriptet ist. Und die Macher dieser Serie im übrigen selber auch. Und natürlich kann dann irgendwann keiner mehr genau sagen wo Scripts aufhören oder anfangen… und alleine das schließt es aus hier von einer Doku zu reden. Ganz einfach. Hat aber nichts mit der Qaulität dieser Serie zu tun, die kann ich nicht beurteilen, habe ich aber auch nicht.

Kai R. sagt:

@Masch das ist ja genau mein Punkt, um als Legendär zu gelten muss das schon was äußerst besonderes sein, deswegen ja auch meine Meinung das Superlative zu inflationär verwendet werden. Jeder Nebendarsteller einer Serie wird schon als „Star“ bezeichnet, wobei kaum einer deren Namen kennt. Alles ist irgendwie „Mega“ „Legendär“ und weiß der Geier. Gibt auch normale Adjektive die alles andere als herablassend sind ohne gleich Superlative bemühen zu müssen… aber egal.

Torrez sagt:

Also das OVW viele ehemalige WWE-Wrestler (inklusive einiger Topstars) war nicht wirklich der eigene Verdienst. OVW war die Entwicklungsliga von WWE und Leute wie z.B. Lesnar wurden gezielt von der WWE dorthin geschickt und umgekehrt hat die WWE gezielt bei OVW auf die Talente geschaut wegen der Geschäftsbeziehung.

Danzig sagt:

@Kai R. schreibt hier Aufsätze, ohne das Ganze gesehen zu haben. Jedes weitere Wort hierzu ist eines zuviel…
Schau es an und melde dich dann wieder zu dem Thema.

DDP81 sagt:

definitiv… es ist ja offiziell nicht mal was gescripted, es wird spekuliert… und dafür, dass er es nicht gesehen hat, kann aber ganz schön viel dazu erzählen, wahnsinn.

ich kann die Doku wirklich empfehlen. im Schulnotensystem würde ich dieser eine 2- geben.

Schreibe einen Kommentar

Wir müssen Kommentare teilweise manuell freigeben, deswegen kann es etwas dauern, bis dein Kommentar erscheint.

Ich stimme der Datenschutzerklärung zu





Wrestling-Infos.de Exklusivinterviews
W-IonYouTube