Vince McMahon will keine Kündigungsschutzklauseln in den WWE-Verträgen – Keine Pläne für Mustafi Ali – WWE nimmt weiteren ehemaligen Footballspieler unter Vertrag

23.12.21, von Benjamin "Cruncher" Jung

Quelle: World Wrestling Entertainment

– In den letzten Monaten kam es bei WWE bekanntlich gleich zu mehreren Entlassungswellen. Dies warf bei vielen Wrestlingfans die Frage auf, warum sich WWE-Wrestler keine Kündigungsschutzklauseln in ihre Verträge aufnehmen lassen oder entsprechende Klauseln zumindest zum Gegenstand der Vertragsverhandlungen machen. Dieser Frage ist jüngst Fightful.com nachgegangen und hat diesbezüglich Kontakt mit Offiziellen und Talenten aufgenommen. Dabei kam zutage, dass dieses Thema durchaus beim Marktführer angeschnitten wurde und einige Mitarbeiter mit einem gewissen Einfluss sich in Bezug auf entsprechende Klauseln auch offen gezeigt haben sollen. Letzten Endes wurde den Wrestlern aber immer wieder mitgeteilt, dass es sich hierbei um einen Punkt handeln würde, der am Ende nicht verhandelbar sei. Insbesondere Vince McMahon soll in diesem Punkt besonders hartnäckig geblieben sein, so dass es am Ende zu keinen Schutzklauseln für die Worker kam. Nachdem WWE noch im Jahr 2019 einen Großteil der Verträge verlängerte oder sogar zu stark verbesserten Konditionen neu aushandelte, wurden seit der ersten Entlassungsweile im Jahr 2020 über 100 Wrestler vom Marktführer entlassen. Als Begründung dafür wurden stets „Budgetkürzungen“ genannt. Eine WWE-interne Quelle erklärte bezüglich der Ausgangslage bereits letzte Woche etwas spöttisch gegenüber Dave Meltzer, dass die Talente im Grunde nur Verträge über 90 Tage (die Länge der obligatorische Nichtauftrittsklauseln nach Entlassungen) unterschreiben, welche täglich um einen weiteren Tag verlängert werden. Egal welche Laufzeit die WWE-Verträge auf dem Papier haben, da sie täglich und ohne Angabe von Gründen aufgekündigt werden können, besteht für die Talente keinerlei Jobsicherheit.

– Wie wir bereits berichteten, nahm Mustafa Ali anlässlich der Geburt seines Kindes zuletzt Vaterschaftsurlaub. Dieser soll aber inzwischen vorbei sein, Ali ist jedoch weiterhin kein Teil der aktuellen WWE-Shows. Dies soll daran liegen, dass man bei WWE einfach keine Pläne für den ehemaligen Leader von Retribution hat.

– WWE hat den früheren College-Footballspieler Alema Collins unter Vertrag genommen. Er war Teil der jüngsten Tryouts im WWE Performance Center und verkündete am Sonntag, einen Vertrag beim Marktführer unterschrieben zu haben. Er ist 1,95 Meter groß und wiegt ca. 115 kg.

Quelle: Fightful.com, WrestligInc

Diskutiert in unserem Forum mit vielen anderen Wrestlingfans über diese Themen! Klick!




17 Antworten auf „Vince McMahon will keine Kündigungsschutzklauseln in den WWE-Verträgen – Keine Pläne für Mustafi Ali – WWE nimmt weiteren ehemaligen Footballspieler unter Vertrag“

Rikibu sagt:

Klar will er das nicht… sonst kann er sich ja nicht in der weekly hinsetzen und behaupten, dass Leute feuern ihm ein schönes Bauchgefühl gibt… während sich bei mir als Zuschauer das Bauchgefühl dann eher in Erbrechen entlädt, weil man diee Abartigkeit als Entertainment verkauft…

bäh

Aber is schon widerlich… es scheint, als würden sämtliche Nachteile dieser einseitig kündbaren Verträge damit erschlagen werden, dass man den Workern viel Geld zahlt, sie aber dafür mit nem neuen – teils lächerlichen – Namen ausstattet, sämtliche Kosten auf die Worker abwälzt, aber dann doch die Freiheit hat, sie trotz Vertrag, jederzeit an die Luft zu setzen. Dann könnte man die Leute auch pro Show bezahlen

Duna sagt:

Ist schon eine Sauerei wie man dort mit den Leuten umgeht. Das könnten wir uns in Deutschland absolut nicht vorstellen, da würden sämtliche Gewerkschaften Sturm laufen.

Worthless sagt:

@Duna: Stimmt schon. Es ist sehr schade, dass wir in Deutschland nicht auch so mit Mitarbeitern umgehen können. Ansonsten würde ich sofort ne Firma gründen, nur um gleich danach alle Eingestellten wieder zu entlassen…einfach weil ich es könnte. HAHAHAHA

Raven1802 sagt:

Aus unternehmerischer Sicht, vollkommen verständlich. Zwischenmenschlich jedoch unterste Schublade. Ich hoffe einfach dass solche Menschen früher oder später das Karma trifft….

Graf_Pain sagt:

Über 100 Wrestler seit 2020? Das ist heftig. Hatte zuletzt 80 im Kopf, was auch schon extrem viel war. Wahnsinn..

Arne sagt:

Somit sollte klar sein, dass Kevin Owens‘ neuer Vertrag quasi nix wert ist.

Nagge sagt:

Richtig Arne wie schon bei Gallows und Anderson, Bray ,Morrison, Kross Aleister Black und viele andere…,aber ich kann doch kein Vertrag unterschreiben, wo ich weiss egal ob ich 500000 1 Million oder 5 Millionen verdienen kannund werde morgen früh entlassen

Sobel sagt:

Was mich in den Zug interessieren würde: gibt es bei der AEW solche Kündigungsschutz-Klauseln?

DDP81 sagt:

Bei den Bucks, Omega, Hangman, Cody und Jericho bestimmt. Bestimmt auch bei mox.dahinter sicher weniger…punk, Danielson und Cole vermutlich dann wieder mit….ist aber nur Spekulation.nicht Mal gefährliches Halbwissen.

Anonymous sagt:

Finde diese Ausgestaltung schon verrückt. Wenn ich keine No Cut Klausel bekomme würde ich aber sicherlich darauf bestehen, dass die 90 Tage non compete Klausel entfernt wird.

Es ist schon verrückt, dass ich gekündigt werde und dann 90 Tage warten muss bis ich wieder arbeiten darf.

Zum Glück sind solche Verträge in Deutschland undenkbar!

Hummer sagt:

@anonymous

In den 90 Tagen werden die Wrestler aber zumindest von WWE noch ganz normal bezahlt.

Raven1802 sagt:

@Hummer, das möchte ja wohl so sein. Wäre ja noch dreister einen zu verbieten woanders aufzutreten, wenn das von der WWE nicht finanziell kompensiert werden würde.

Die WWE ist und bleibt dennoch ein sch…. Arbeitgeber. Egal in welcher Position man dort angestellt ist.

Sobel sagt:

Und von wegen in Deutschland gibt es sowas zum Glück nicht: Nein? Gibt es nicht? Wenn der Arbeitgeber dir einfach kündigt aus betrieblichen Gründen unter Einhaltung der Kündigungsfrist? Während den 30/90 Tagen bekommen die Wrestler ja auch noch Lohn.
Nicht, dass ich den Stil von Vince irgendwie gut finde, aber ich denke, das lässt sich schon vergleichen.

Demonkrieger sagt:

Moin Leute,
hier ist mal ein kleiner Auszug der klar die Unterschiede zum deutschen Arbeitsrecht ausführt.

Wer mehr wissen möchte (ist zwar von 2016, es hat sich aber seitdem kaum geändert, selbst der Mindestlohn liegt bei gerade mal 7,65$/Std. in einigen Staaten):

https://www.phillipsnizer.com/siteFiles/24123/Zur%20Information%20-%20US-amerikanisches%20Arbeitsrecht%20-%20Herbst%202016.pdf

⦁ Kündigungsschutz und Abfindungsanspruch
Bekannterweise bestehen die größten Unterschiede zum deutschen Recht aufgrund des amerikanischen „Hire and Fire“- Prinzips im Kündigungsrecht. Nach der „Employment-at-Will“-Doktrin kann ein Arbeitsverhältnis grundsätzlich fristlos und ohne Nennung eines Grundes gekündigt werden, es sei denn, es wurden vertraglich Kündigungsfristen vereinbart. Während der Arbeitgeber nach deutschem Recht hinsichtlich des Kündigungsgrundes beweispflichtig ist, hat der amerikanische Arbeitgeber bei der Kündigung eines „at will“ Angestellten nur darauf zu achten, dass es keine Anhaltspunkte (z.B. Diskriminierung, Sittenwidrigkeit („bad faith“)) gibt, warum er ihm nicht grundlos mit sofortiger Wirkung kündigen kann. Viele Arbeitnehmer in den USA erhalten keinen Arbeitsvertrag, sondern nur ein Angebots Schreiben („offer letter“), in welchem hauptsächlich die Position und das Gehalt festgelegt ist. Mit steigender Position werden üblicherweise immer mehr Einzelheiten ausdrücklich geregelt, sodass davon ausgegangen werden kann, dass die Führungsebene eines Unternehmens regelmäßig mit schriftlichen Arbeitsverträgen ausgestattet ist. Die Vereinbarung von meist kurzen (z.B. zwei Wochen) Kündigungsfristen ist durchaus üblich. Mit Ausnahme des Bundesstaates Montana gilt dieser Grundsatz in allen Staaten. Befristete Arbeitsverträge können hingegen nur aus besonderem Grund („good cause“) oder mit Einhalten einer vereinbarten Frist („notice period“) gekündigt werden. Allerdings gibt es freilich einzelstaatliche Ausnahmen von der „Employment- at-Will“ Doktrin. Daneben ergeben sich zahlreiche Ausnahmen aus dem „Common Law“, also aus Präzedenzfällen der Gerichte, die sich im Laufe der Zeit zu bindenden Rechtsakten verfestigt haben.

Wünsche allen ein frohes Fest

Schneemann sagt:

So sieht es aus, dass ist so gut wie in allen Berufen in Amerika so. Da er findet die WWE nichts neues. Ist also in diesem Fall mal nicht der Teufel.
Vorallem wird niemand gezwungen solch einen Vertrag zu unterschreiben.

Masch sagt:

@ Sobel

Nein, in Deutschland gibt es das nicht. Es geht nämlich um befristete Arbeitsverträge und diese sind in Deutschland nur mit einem driftigen Grund kündbar. Da musst du dir schon was zu Schulden kommen lassen. Man unterschreibt einen Vertrag über einen bestimmten Zeitraum und dieser kann nicht einseitig gekündigt werden, es sei denn es liegen außerordentliche Gründe vor. Man kann den Vertrag einvernehmlich auflösen, aber weder man selbst noch der Arbeitgeber kann einfach so kündigen.

Apophis sagt:

Natürlich gibt es das: Befristete Arbeitsverträge von 1 Jahr Laufzeit. Binnen einer 6-monatigen Probezeit kann der AG den AN jederzeit kündigen, danach hat er ihn zur Not noch 6 Monate am Hals. In der Leiharbeit ist das teilweise noch krasser. Also von wegen: Die Gewerkschaften würden Sturm laufen. Im Übrigen muss es dazu auch eine Gewerkschaft mit entsprechend viel Macht geben, die gibt es aber oftmals gar nicht.

Schreibe einen Kommentar

Wir müssen Kommentare teilweise manuell freigeben, deswegen kann es etwas dauern, bis dein Kommentar erscheint.

Ich stimme der Datenschutzerklärung zu





Wrestling-Infos.de Exklusivinterviews
W-IonYouTube
http://fittaste.com/