WWE Geschäftszahlen für das 2. Quartal 2020: Hoher Gewinn trotz Coronavirus-Pandemie dank der lukrativen TV-Verträge – Abonnentenzahl des WWE Networks steigt – Ratings sinken – Vince McMahon äußert sich zu sinkenden Zuschauerzahlen

31.07.20, von Jens "JME" Meyer

– Am gestrigen Donnerstag veröffentlichte WWE die Geschäftszahlen für das 2. Quartal 2020. Nachfolgend die interessantesten Zahlen und Notizen zur WWE-Bilanz des zweiten Quartals.

2. Quartal 2020

Im 2. Quartal 2020 erzielte man Einnahmen in Höhe von 223,4 Mio. Dollar. Dies bedeutet einen Rückgang im Vergleich zum 2. Quartal 2019 (268,9 Mio. Dollar). Nach dem Abzug aller Kosten bleiben im 2. Quartal 2020 insgesamt 43,8 Mio. Dollar Nettogewinn, nachdem man im 2. Quartal 2019 noch 10,4 Millionen Dollar Nettogewinn verzeichnen konnte. Dank der neuen und sehr lukrativen TV-Deals fiel der Umstand, dass aufgrund der Coronavirus-Pandemie keine Shows vor Zuschauern stattfinden konnten, kaum ins Gewicht, zumal man mit Live-Events zuletzt ohnehin nur kleine Gewinne, wenn nicht sogar Verluste verbuchen musste.

* Die Einnahmen verteilten sich folgendermaßen:
* Media (TV-Rechte, WWE Network, Digitale Medien, DVD Verkäufe, WWE Studios) -> 200,1 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 197,0 Mio. US-Dollar)
* Live Events -> 1,0 Millionen US-Dollar (Vorjahr: 48,8 Mio. US-Dollar)
* Consumer Products (Lizenzen, WWE Shop, Merchandise Verkäufe bei Live Events) -> 22,3 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 23,1 Mio. US-Dollar)

* Die 200,1 Mio. US-Dollar Einnahmen aus dem Punkt Media setzen sich folgendermaßen zusammen:
TV-Rechte -> 132,9 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 69,0 Mio. US-Dollar)
WWE Network + PPV-Einnahmen -> 49,4 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 51,8 Mio. US-Dollar)
Werbeeinnahmen und Sponsoring -> 13,3 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 18,9 Mio. US-Dollar)
Anderes -> 4,5 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 57,3 Mio. US-Dollar)
Profit in der Sparte Media: 81,6 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 26,9 Mio. US-Dollar)

* Die 1,0 Mio. US-Dollar Einnahmen aus dem Punkt Live Events setzen sich folgendermaßen zusammen:
Ticketverkäufe in Nordamerika -> 0 US-Dollar (Vorjahr: 33,5 Mio. US-Dollar)
Ticketverkäufe im Rest der Welt -> 0 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 9,5 Mio. US-Dollar)
Werbeeinnahmen und Sponsoring -> 0,3 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 0,8 Mio. US-Dollar)
Anderes -> 0,7 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 4,9 Mio. US-Dollar)
Profit in der Sparte Live Events: -4,5 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 12,4 Mio. US-Dollar)

* Die 22,3 Mio. US-Dollar Einnahmen aus dem Punkt Consumer Products setzen sich folgendermaßen zusammen:
Consumer Products und Lizenzen -> 9,7 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 9,4 Mio. US-Dollar)
eCommerce (WWE Shop etc.) -> 12,6 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 6,6 Mio. US-Dollar)
Merchandise Verkäufe bei Live Events -> 0 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 7,1 Mio. US-Dollar)
Profit in der Sparte Consumer Products: 7,6 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 5,2 Mio. US-Dollar)

* Die Ausgaben (und somit Verluste) unter der Sparte Corporate stiegen von 27,4 Millionen US-Dollar im Vorjahr auf 29,0 Millionen US-Dollar im 2. Quartal 2020. Hier fallen unter anderem die Gehälter hinein.

WWE Network Zahlen

Nachdem man zuletzt am 06. April 2020, dem Tag nach „WrestleMania 36“, einen Stand von 1,622 Millionen zahlenden Abonnenten verkünden konnte, waren es am 30. Juni 2020 insgesamt 1,690 Millionen zahlende Abonnenten. Im Vergleich zum Stichtag des 2. Quartals 2019 (1,597 Mio. Abonnenten) konnte man somit sogar leicht hinzugewinnen.

Auf die USA fielen 1,229 Mio. Abonnenten (2. Quartal 2019: 1,083 Millionen), auf den Rest der Welt 0,461 Mio. Abonnenten (2. Quartal 2019: 0,412 Millionen). Den größten Zuwachs außerhalb der USA hatte man in Indien.

Entscheidend ist letztlich aber ohnehin die durchschnittliche Abonnentenzahl und diese stieg im 2. Quartal 2020 auf 1,661 Millionen (1. Quartal 2020: 1,461 Millionen). Im Vorjahresvergleich (1,688 Millionen) sank die Abonnentenzahl um ca. 2%. Auch im 2. Quartal 2018 hatte man mit durchschnittlich 1,800 Millionen mehr zahlende Abonnenten.

Nachfolgend die durchschnittlichen Abonnentenzahlen der letzten Quartale:
3. Quartal 2014: 723.000
4. Quartal 2014: 721.000
1. Quartal 2015: 927.000
2. Quartal 2015: 1.216.000
3. Quartal 2015: 1.173.000
4. Quartal 2015: 1.237.000
1. Quartal 2016: 1.289.000
2. Quartal 2016: 1.517.000
3. Quartal 2016: 1.458.000
4. Quartal 2016: 1.407.000
1. Quartal 2017: 1.485.000
2. Quartal 2017: 1.634.000
3. Quartal 2017: 1.522.000
4. Quartal 2017: 1.484.000
1. Quartal 2018: 1.558.000
2. Quartal 2018: 1.800.000
3. Quartal 2018: 1.664.000
4. Quartal 2018: 1.585.000
1. Quartal 2019: 1.584.000
2. Quartal 2019: 1.688.000
3. Quartal 2019: 1.511.000
4. Quartal 2019: 1.419.000
1. Quartal 2020: 1.461.000
2. Quartal 2020: 1.661.000

Weitere Notizen:

* Dank Einsparungen in Höhe von 51,6 Millionen US-Dollar im Punkt Media konnte man Rekordeinnahmen verbuchen. Vor allem durch deutlich geringere Produktionskosten konnte man viel Geld einsparen, da man im 2. Quartal ja nur noch aus dem WWE Performance Center sendete und man mehrere Shows direkt hintereinander aufzeichnen konnte.

* Es gilt zu bedenken, dass die im April entlassenen Wrestler und Mitarbeiter bis Juli weiter bezahlt wurden. Die Rekordgewinne trotz der Coronavirus-Pandemie erzielte man also, obwohl man die entlassenen Wrestler noch weiter bezahlte. Die 4 Millionen US-Dollar, die man durch die Entlassungen pro Monat spart, werden also erst ab dem 3. Quartal zum tragen kommen.

* Der Anstieg der Abonentenzahlen des WWE Networks kann man an drei Dingen festmachen. So gibt es seit der Einführung der kostenlosen Version nicht länger einen kostenlosen Monat für Neukunden und ähnlich Angebote. Diese Angebote wurden natürlich immer wieder ausgenutzt, um Pay-per-views zu schauen und dann direkt wieder zu kündigen. Dies ist nicht länger möglich. Zum anderen fielen aufgrund der Coronavirus-Pandemie auch die PPV-Partys in Bars und stellenweise auch bei den Fans zuhause aus. Es war nicht mehr möglich in größeren Gruppen die Shows zu sehen, sodass mehr Leute sich den Dienst orderten. Dieses Phänomen konnte man nicht nur bei WWE, sondern auch bei UFC feststellen, wo die PPV-Buyrates ebenfalls höher ausfallen, als man das erwarten konnte. Des Weiteren gab es am Tag nach „WrestleMania 36“ viele Personen, welche den Probemonat nutzten und im Anschluss nicht direkt wieder kündigten.

* Unter dem Punkt „Media: Anderes“ führt man normalerweise die Einnahmen durch die Shows in Saudi Arabien. Die Einnahmen in diesem Punkt sanken im Vergleich zum Vorjahr von 57,3 Mio. US-Dollar auf 4,5 Mio. US-Dollar, was erneut darauf hindeutet, dass WWE für eine Show im saudischen Königreich ca. 50 Mio. US-Dollar einstreichen kann.

* Dank der Trump-Regierung musste die Company auch deutlich weniger Steuern zahlen. Während es vor einigen Jahren noch 35% und im vergangenen Jahr 25% waren, bezahlte man im Jahr 2020 nur noch 20,5%.

* Dank der hohen Gewinne plant man nun, einige der Aktienanteile, die man noch im April verkauft hatte, wieder zurückzukaufen. Man deutete an, bis zu 500 Millionen US-Dollar in die Hand zu nehmen, um Aktienanteile zurückzukaufen. Man glaubt, dass der Aktienkurs dadurch ansteigen wird.

* Die durchschnittlichen Zuschauerzahlen von RAW sanken im 2. Quartal 2020 um 24% auf 1,838 Millionen im Vergleich zum Vorjahr (2,403 Millionen). Während des selben Zeitraums sank die durchschnittliche Zuschauerzahl auf dem USA Network zur Prime Time von 1,067 Millionen im 2. Quartal 2019 auf 791.000 im 2. Quartal 2020. Allerdings gilt es hier zu bedenken, dass USA im letzten Jahr zur Prime Time noch Smackdown im Programm hatte. Die Top 25 der Kabelsender mussten im 2. Quartal 2020 zur Prime Time nur einen Verlust von 0,8% im Vergleich zum 2. Quartal 2019 hinnehmen. Der Verlust von RAW liegt hier also sehr deutlich über dem Schnitt.

* Die durchschnittlichen Zuschauerzahlen von Smackdown stiegen um 4% von 2,009 Millionen im 1. Quartal 2019 auf dem USA Network auf 2,099 Millionen im 2. Quartal 2020 auf FOX an. Zu bedenken gilt es aber, dass FOX in 33,7% mehr Haushalten als USA empfangbar und der Sender auch generell populärer ist. Die durchschnittliche Zuschauerzahl auf FOX zur Prime Time lag im 2. Quartal 2020 bei 2,346 Millionen, was einen Rückgang um 4% im Vergleich zum Vorjahr (2,262 Millionen) darstellt. Smackdown bleibt also unter dem Schnitt, den FOX zur Prime Time normalerweise erzielt. Die durchschnittliche Zuschauerzahl auf den Network-Sendern zur Prime Time fiel im 2. Quartal um 12% von 4,165 Millionen im Jahr 2019 auf 3,657 Millionen in diesem Jahr. Auch hier liegt Smackdown als weit hinter den Zahlen, die zur Prime Time normalerweise erzielt werden.

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Conference Call

– Auf die sinkenden Ratings angesprochen erklärte Vince McMahon, dass man sehr von der Interaktion mit den Zuschauern in der Halle abhängig ist. Die Zuschauerreaktionen seien ein sehr wichtiger Faktor für den eigenen Erfolg und die TV-Ratings.

– Daraufhin wurde Vince gefragt, warum denn dann die Ratings von AEW und NXT nicht ebenso stark abfielen, wie die von RAW und Smackdown. Vince antwortete, dass AEW und NXT eben Neu seien. Man wolle mit RAW und Smackdown wieder jugendlicher daherkommen und ist ohnehin immer bestrebt darum, neue Charaktere aufzubauen. Paul Levesque helfe bereits bei RAW und Smackdown auf und auch Paul Heyman habe in Sachen Kreativität einen guten Job abgeliefert. Man wollte weiter fesselnde Charaktere, bessere Storylines und neue Charaktere kreieren sowie neuen Content außerhalb des Rings präsentieren, um die Persönlichkeiten zu schärfen.

– Auf die Frage hin, ob denn auch wirklich alle Zuschauer zurückkehren werden, wenn wieder Fans in die Hallen dürfen, zeigte sich Vince zuversichtlich, dass dies nur einige Monate dauern werde.

– Geringere Einnahmen aus den TV-Deals außerhalb der USA machte Frank Riddick an COVID-19 fest. Dies ist allerdings, das muss man so deutlich sagen, eine Falschinformation. Tatsache ist, dass WWE bspw. den lukrativen TV-Deal im Vereinigten Königreich mit Sky verlor, da die Ratings in den letzten Jahren stark gesunken waren und die Ausgaben nicht mehr rechtfertigten. Der neue TV-Deal mit BT spült deutlich weniger Geld in die Kassen.

– Bezüglich einer weiteren Show in Saudi Arabien noch in diesem Jahr, wurde bisher noch keine Entscheidung getroffen.

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2 Antworten auf „WWE Geschäftszahlen für das 2. Quartal 2020: Hoher Gewinn trotz Coronavirus-Pandemie dank der lukrativen TV-Verträge – Abonnentenzahl des WWE Networks steigt – Ratings sinken – Vince McMahon äußert sich zu sinkenden Zuschauerzahlen“

LeChampion sagt:

Man wollte weiter fesselnde Charaktere, bessere Storylines und neue Charaktere kreieren sowie neuen Content außerhalb des Rings präsentieren, um die Persönlichkeiten zu schärfen.

Wo ist das alles ?😂

Ziehe dennoch meinen Hut davor das man soviel Kohle machen konnte !
Mal sehen wie das aushandeln der nächsten TV Verträge aussieht !

Kvlt sagt:

If you have made a name (for yourself), you only need to keep your name up.

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