Kurz gemosert… #174

29.01.20, von "Manuel Moser"

„Kurz gemosert…“ beschreibt die Welt des Mainstream-Wrestling mit den Augen eines meckernden „Smart Marks“. In unregelmäßigen Abständen spricht Manuel Moser in der wohl umstrittensten Wrestling-Kolumne aller Zeiten Dinge und Tatsachen an, welche sich manch einer vielleicht nicht traut auszusprechen oder die es aus den Tiefen der „Smart Mark“-Fangemeinde nicht an die Öffentlichkeit schaffen. Harte Worte und eventuelle Spoiler inbegriffen.

 

It’s time to rumble! It’s time for the Royal Rumble!
Das waren noch Zeiten… Damals hatten entweder alle vorhandenen Dixie-Klos Rollen unter dem Boden oder gar keins!

Sooo. NXT ist also wieder dort, wo es vor der Survivor Series 2019 war. Anstatt den stärksten Brand der Promotion auch ebenbürtig darzustellen, sehen alle NXT-ler aus wie die letzten Lappen.
Gerade, dass Matt Riddle, der Liebling der „Wrasslin“-Fans, von Baron Corbin, dem Liebling des „Wrasslin“-Hassers innerhalb von dreißig Sekunden eliminiert wurde war sinnbildlich dafür, dass McMahon den Kampf mit AEW aufgegeben und das Interesse an NXT wieder verloren hat.
Das Ziel war, den aufkommenden Hype um AEW im Keim zu ersticken, aber leider hat der alte Wichser sich an dem großen Brocken verschluckt. Nun geht es also weiter damit, dass alle Nase lang mal ein NXT-Star ins Main Roster kommt, um dann dort im Einheitsbrei unterzugehen oder das Leben eines Jobbers zu führen.

Der nächste auf der Liste?
Keith „Who is this Motherfucker“ Lee. Irgendwann findet Vince ihn dann doch zu fett und meint, dass der dicke Kerl doch als Comedy-Figur viel besser eingesetzt werden könnte.
Spätestens, wenn er sich mal wieder verletzt, wird er nach unten durchgereicht.

Oh, das Telefon klingelt… Hallo, wer ist dran? Welcher Sinn? Ach ja, der Schwachsinn. Na, wie geht’s? Was? Wie? Beim Rumble hatte Keith Lee einen guten Auftritt? Aha. Und warum? Ach so, weil er drei Aktionen gegen Lesnar zeigen durfte, um dann, gemeinsam mit dem fleischgewordenen Dauer-Jobber-Monster, sang- und klanglos aus der Nummer raus zu fliegen? Das macht natürlich Sinn, ja. Mhm… Mhm… Mhm… Warte… Ja… Jetzt warte doch mal. Kurze Zwischenfrage:
Hatte Dwayne Gill damals auch einen großen Push, weil er in einem Jobber-Match gegen den Undertaker einen kurzen Moment hatte, in dem er Aktionen zeigen durfte? Ach ja!? Merkste was!?
Fick dich, Schwachsinn und ruf mich nie wieder an!
Und um euch Keith Lee komplett kaputt zu machen:
Immer wenn er sein blödes Posing macht und so langsam mit dem Daumen auf sich zeigt, schaut er aus, als ob er gerade seinen eigenen bestialisch stinkenden Furz einatmet und den ihm wohlbekannten Geruch genießt. Achtet mal drauf. Da „Basked“ einer in ganz besonderem „Glory“.
Und schon haben wir eine Idee für seinen Comedy-Charakter!

Immerhin war das Rumble-Match recht unterhaltsam. Die lange Lesnar-Sequenz war schon beinahe das Beste was Brock in den letzten Jahren gezeigt hat. Allein seine Mimik hat alles andere in den Schatten gestellt. Hinzu war es ein Offenbarungseid von WWE, denn hier wurde das Gefühl vermittelt, dass es zwischen Lesnar und allen anderen nichts gibt, außer gähnende Leere.
Brock Lesnar ist die absolute Nummer eins und der Rest ist der Kaffeesatz am Boden der Undercard.
Ob „Glorious“, „Booyaka“, „BRAAAAAAAUN!!!!“, „PITSCHUUUU!“, Rückkehrer, Ex-Champions, alles egal. Alle sahen aus wie die letzten Geeks. Da ich das aber schon verinnerlicht hatte, fand ich es sehr unterhaltsam. Ich habe schon immer gerne dabei zugeschaut, wenn coole Typen irgendwelche Vollidioten verprügeln.
Mit Drew McIntyre als Sieger war ich sehr zufrieden, auch wenn das von Anfang an klar war. Wer lesen kann und Geschmack hat wird wissen, dass ich das, wie vieles andere auch, vorausgesagt habe. Ich möchte mich damit aber nicht brüsten, da wirklich nur der dämlichste Vogel nicht auf McIntyre getippt haben dürfte. Offensichtlicher wurde in den letzten zehn Jahren wohl kein Rumble-Sieger mehr aufgebaut.

Mit den Matches Reings/Corbin, sowie Bryan/Wyatt hat man den nächsten Main Event von Wrestlemania vorbereitet.
Nachdem Reigns sich endlich (hoffentlich) von Corbin befreit hat und im Rumble als Runner Up einen guten Spot hatte, wird er sicher als nächster und vielleicht letzter Gegner für den Unhold aufgebaut werden. Zwischen Bryan und Reigns steht bei Smackdown keiner mehr.
Bryan hat alles gegeben und aus Wyatt ein gutes Match rausgeholt. Für ein Strap-Match war das wirklich ordentlich.
Gerade als Bryan dachte „Jetzt lege ich nochmal einen Zahn zu und mache ihn platt!“, zeigte der Unhold, dass er die ganze Zeit nur mit Bryan gespielt hatte. Er sellte keinen Schlag mehr und beendete das Match vom einen auf den anderen Moment. Bryan geht als geschlagener Mann nach Hause und ich kann mir gut vorstellen, dass der Charakter Daniel Bryan on Air nun in ein emotionales Loch rutscht.
Zwei Dinge werden meinen Job hier übrigens sichern:
Das was den Unhold schwächt, sowie was sich im Käfig von Eric Rowan befindet. Aus solchen Geschichten hat Vince McMahon noch nie einen halbwegs anständigen Payoff geliefert.

Einen Payoff gab es für mich persönlich ebenfalls beim Rumble-Match der Damen. Auch hier war sonnenklar, dass Charlotte Flair das Ding gewinnt. Wie viele Wochen ich über all die „Experten“ gelacht habe die meinten, dass Shayna Baszler den Rumble gewinnen darf. Köstlich.
Die meisten Leute haben aber nun mal, im Vergleich zu mir, relativ wenig Erfahrung in diesem Geschäft und wissen nicht wie McMahon tickt. Vince vertraut keinen Neulingen irgendwelche wichtigen Dinge an. Vince kommt aus einer Generation, in der man sich seine Sporen verdienen musste.
Du musst erst seine Spielchen mitspielen. Dich vor laufenden Kameras zum Affen machen. In der eigenen Heimatstadt gedemütigt werden. Er muss sich an dir aufgeien können. Irgendwann, wenn dir dann jemand Essen ins Gesicht geworfen oder Schweinegülle über dich geschüttet hat, darfst du dir Hoffnungen machen.
„Was, du hast alles was es braucht, um die Company zu tragen!? Das wollen wir doch mal sehen! Nächste Woche bekommst du erst mal ne ordentliche Torte ins Gesicht! HARHARHARHAR!!!“

PS: Wann hat man eigentlich das Recht sich „Wrestling-Legende“ zu nennen?
Ich würde mal behaupten, wenn über zweitausend Menschen auf einem Schiff mitten im Ozean, alle zusammen deinen Theme Song brüllen, obwohl du eigentlich der größte Heel der Company bist, dann hast du es dir verdient.

Es zählt im Übrigen nicht, wenn du mit deiner Y2J-Actionfigur in der Badewanne spielst, während im Radio „Hero“ von Enrique Iglesias läuft.

In diesem Sinne, wünsche ich allen einen schönen Mittwoch. Den besten Tag der Wrestling-Woche.

I hate it, it’s Wrasslin!

 

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14 Antworten zu “Kurz gemosert… #174”

  1. Bra- & Panties-Fan sagt:

    Ich persönlich sehe Charlotte Flair trotzdem als falsche Siegerin auch wenn ich damit alleine dastehe.
    Dass sie nun angeblich die NXT-Championesse herausfordern will ist doch auch Bullshit. Warum soll jemand wie sie ihren Rumblespot gegen den Champion eines Entwicklungsbrand aufs Spiel setzen?

  2. Don Corleone sagt:

    Klasse Kommentar!
    Vollkommene Zustimmung!

  3. @zGrumpyGeek sagt:

    Herr Moser, steigens doch besser auf Entkoffeiniert um und schaltens ab und an mal den Fernseher aus.

  4. Ordal sagt:

    Kommt nur mir das so vor oder ist Moser nur noch Contra WWE und 100% pro AEW ??

  5. Ferdl sagt:

    Gähn!
    Moser mosert über Vince und die WWE. Wer hätte das gedacht?
    Eine Kolumne wie eine WWE Houseshow.

  6. Gilbert sagt:

    Gut gemosert. Meine Meinung!

  7. Michhier sagt:

    Ich lese:“Ich habe schon immer gerne dabei zugeschaut, wenn coole Typen irgendwelche Vollidioten verprügeln.“ Und denke dann, ja das kennt der Moser aus der ersten Reihe, quasi und vom Boden her. 😉

  8. Maximus sagt:

    Ich finde einiges nicht so ,wie hier beschrieben wurde.
    Auch bei Reigns 2015 war es glasklar ,dass Reigns gewinnt ,noch klarer als bei Drew!

    Drew ist auch der richtige Sieger ,allerdings das Momentum gehörte eindeutig Edge ,
    da gab es kaum einen Wrestlingfan ,der keine Gänsehaut hatte!!!

  9. Joe Sanchez sagt:

    Die Ironie in manchen Aussagen ist schon witzig. Ich hoffe es ist Ironie.

    Ich denke das der Royal Rumble gut war. Es war aber WWE nicht möglich die Leute im unklaren zu lassen. Die Picks waren naheliegend. Aber Bayzler wird hoffentlich ihre Chance bei WM bekommen. Vielleicht kann man Rousey zu einem Auftritt überreden.

    Es ist schon auffällig das nur wenige NXT Stars sofort und langfristig bei Raw oder SD einschlagen. Erst nach Jahren kommen sie langsam hoch. Ich hoffe das wird bei der Undisputed Era anders. Aber wahrscheinlich nur ein Wunsch.

    Ich finde Bray Wyatt hat noch viel Zeit an seinem Skillset zu arbeiten. Der Character ist super. Was wurde Roman Reigns immer dafür kritisiert. Leider wurde Liv Morgan ja wegen einer Sexstory verbraten, hätte sich aber als Haley Quinn Character an der Seite von Bray entwickeln können. Ich mag Bray, da finde ich andere schlimmer.

    NXT würde übrigens nicht verbraten. Gerade Bayzler und Belair wurden gut dargestellt. Bei den Männern war ebend wenig Platz für NXT.

    NXTs Standing bleibt super auch durch NXT UK eine Plattform bis zur Wwe. Daneben existiert dann AEW und das ist doch für alle gut. Auch Vinnie muss sich der Zukunft stellen. Er kann dabei noch zusehen. Triple H wirds dann umsetzen.

    Grüße Joe Sanchez

  10. Rated-S-Superstar sagt:

    You are beautiful on the inside
    You are innocence personified
    And I will drag you down and sell you out
    Run away

  11. Supervisor sagt:

    Großkotzig bis zum „geht – nicht – mehr“ und natürlich selbst alles schon im Vorhinein gewusst und sämtliche andere als „Volltrotteln“ hingestellt…

    „Herr Moser“…. hoidns doch afoch amoi de Pappn!!!

  12. Bad Bad Bigelow sagt:

    Wenn man diese Kolumne kritisiert, dann versteht man keine Ironie und Sarkasmus.

    Die Hälfte kritisiert, dass Drew den Rumble gewonnen hat (überwiegend im Rumble Bericht). Hätte allerdings Reigns das Ding gewonnen hätten genau die gleichen Leute das Gleiche geschrieben und kritisiert und man hätte sich gewünscht, dass Drew das Ding gewonnen hätte. Hätte Edge gewonnen, dann hätten genau die gleichen Leute kritisiert, dass ein Part Time Wrestler gewonnen hätte.

    In der heutigen Zeit gibt es kaum noch jemand der Zufrieden ist mit dem was man geboten bekommt. Egal in welchen Bereich wird kritisiert.

    Und diese Kolumne nimmt das mehr oder weniger auf den Korn. Es ist gewollt überspitzt formuliert und wer das nicht versteht oder annimmt hat hier schlicht nichts verloren.

  13. Ferdl sagt:

    @Bad Bad Gigelow
    „Es ist gewollt überspitzt formuliert und wer das nicht versteht oder annimmt hat hier schlicht nichts verloren.“
    Das entscheidest du, oder wie?

    Seit wann muss man alles gut finden, nur weil es angeblich ironisch oder sarkastisch gemeint ist?

    Die Kolumne von Moser hat ein ums andere Mal ein und das gleiche Thema und ist inhaltlich austauschbar. Das langweilt, und zwar völlig unabhängig ob da irgendetwas ironisch oder satirisch zutrifft oder nicht.

    Es gibt dutzende Wrestling Ligen, aber Moser beschränkt sich einzig auf WWE und Vince McMahon. Das ist einmal witzig, das ist zweimal ganz nett, aber spätestens ab dem dritten Mal wird es zur Wiederholung und im Laufe der Wochen, Monate und Jahre einfach nur noch zur öden, drögen Endlosschleife. Man könnte sagen es wird zur Moser Houseshow.

    Man muss Moser dabei sogar zugutehalten das er sich endlich seine Behindertenwitze und die Fäkalsprache abgewöhnt hat. Das war es dann aber auch.

    Tja und da ich das jetzt geschrieben habe und nicht in Jubelarien ausgebrochen bin, habe ich hier wohl nichts verloren.

  14. Manuel Moser sagt:

    Alles gut Leute.
    Hier darf natürlich jeder seine Meinung sagen. Das ist das Recht aller Menschen.
    Man darf mir auch vorwerfen, dass das hier alles sehr subjektiv ist. Das nehme ich als Kompliment, denn das ist sogar essentiell für diese Art von Werk.

    Die inhaltliche Austauschbarkeit, sowie die ständigen Wiederholungen in einer öden und drögen Endlosschleife teile ich mir mit dem Wrestling-Marktführer. Das ist offenbar der Grund für den massiven Zulauf von Lesern, die überspitzte Kritik an WWE nicht mögen.
    Da gibt es scheinbar eine große Schnittmenge.

    Vielen Dank!

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