Breaking News: UFC verlegt PPV wegen Jon Jones! – Neuer positiver Dopingbefund sorgt für Kontroverse

24.12.18, von Benjamin "Cruncher" Jung

Es scheint, als würden sich die Dopingbefunde von Jon Jones (22-1, 1NC) zu einer niemals enden wollenden Geschichte zu entwickeln. Wie die UFC am Sonntag bekannt gab, wird der UFC 232 PPV am 29. Dezember von Las Vegas nach Inglewood verlegt. Der Grund dafür ist ein erneuter positiver Dopingbefund von Jones, der bei einem zufälligen Test am 9. Dezember festgestellt wurde. Erst vor wenigen Monaten war Jones‘ 15-monatige Sperre für sein letztes Dopingvergehen bestätigt worden, sodass er seit dem 28. Oktober diesen Jahres wieder in das Octagon steigen kann. Daurafhin wurde ein Rematch gegen Alexander Gustafsson (18-4) um die aktuell vakante UFC Light Heavyweight Championship offiziell gemacht.

UFC Präsident Dana White und Jeff Novitzky – seines Zeichens Vice President of Athlete Health and Performance – gaben die Entscheidung gemeinsam gegenüber ESPN SportsCenter bekannt. Die nationale United States Anti-Doping Agency (USADA), die seit einigen Jahren als unabhängige Partei die Dopingkontrollen der UFC Fighter übernimmt, äußerte sich in einem Statement zu der Situation. Laut dem Statement informierte USADA die UFC am vergangenen Donnerstag darüber, dass Jones beim Test vom 9. Dezember positiv auf geringe Spuren von Dehydrochlormethyltestosteron getestet wurde. Das unter dem Handelsnamen Turinabol bekannte Anabolikum wurde unter anderem im Zuge des Staatsdopings der DDR verwendet.

Dieses Mittel wurde bereits bei Jones‘ letztem positiven Dopingtest vom 28. Juli 2017 festgestellt. Die Verantwortlichen der USADA kamen nach eigenen Angaben durch die Lektüre von wissenschaftlicher Literatur über die Substanz, durch die regelmäßigen Kontrollen von Jones und durch die Beratung mit führenden wissenschaftlichen Experten zu dem Schluss, dass die „extrem geringe Menge an Dehydrochlormethyltestosteron mit der übrig gebliebenen Menge der letzten Enthüllung übereinstimmt“. Da Jones für dieses Vergehen bereits mit einer 15-monatigen Sperre belegt wurde, sieht sich die USADA nicht in der Pflicht, weitere Schritte gegen Jones in die Wege zu leiten. Seitens der USADA geht man also davon aus, dass die vor drei Wochen gefundenen Spuren an Turinabol noch aus dem Dopingfall vor einem Jahr stammen und schlicht nicht von Jones‘ Körper abgebaut wurden. Darüber hinaus kommt die USADA zu dem Schluss, dass übereinstimmend mit früheren Fällen die geringe Menge von 60 pg/ml keinen leistungsfördernden Effekt habe. Die Menge wurde mit der Größe eines Salzkorns in einem olympischen Schwimmbecken beziehungsweise „1/50.000.000“ eines Salzkorns verglichen.

Dieser Meinung schloss sich die Nevada State Athletic Commission (NSAC) jedoch nicht an. Da die Athletic Commissions der einzelnen Bundesstaaten für die Lizensierung der Kämpfer und die Regulierung der Events zuständig sind, haben sie in diesem Fall das letzte Wort. Nach dem Bekanntwerden des positiven Dopingbefunds weigerte sich die Commission in Nevada Jones eine Lizenz für den Kampf auszustellen, bevor der Vorfall eindringlich untersucht wird.

Die UFC entschied sich daraufhin, einen Umzug des Events nach California zu erwägen. So wurde Andy Foster, der Chef der California State Athletic Commission (CSAC), am Freitag in die Überlegungen eingeweiht. Laut eigener Aussage begutachtete Foster alle verfügbaren Daten und ordnete eine unangekündigte Urinprobe für Jones an, welche dieser ohne positiven Befund bestand. Da Jones für den Bundesstaat California bereits eine Kampflizenz besitzt, gab Foster der UFC grünes Licht für die Verschiebung des Events von Las Vegas nach Inglewood. Auch Foster teilte die Auffassung, dass die festgestellten Spuren von Turinabol einen langfristigen Ursprung hätten und dass Jones kein weiteres Mal gedopt habe. Deshalb sehe er auch kein Problem damit, den Kampf abzusegnen.

Nachdem die UFC nun am Sonntag die Entscheidung öffentlich machte und das Event am 29. Dezember offiziell von Las Vegas nach Inglewood verlegte, hagelte es von vielen Seiten Kritik für diese Entscheidung. Mehrere Fighter auf der Card beschwerten sich darüber, dass sie von dieser Entscheidung nicht persönlich unterrichtet wurden und sie erst über die sozialen Medien davon erfuhren. Für sie beginnt nun genau wie für die Promotion ein logistischer Albtraum, nachdem sich die meisten Fighter bereits in Las Vegas eingefunden hatten. Noch härter trifft es jedoch die Fans. Zahlreiche Fans äußerten ihren Frust darüber, dass ihre Eintrittskarten für die T-Mobile Arena nun wertlos seien. Insbesondere die Fans von außerhalb, die zusätzlich bereits Flug und Hotel gebucht hatten, müssen die Situation nun irgendwie meistern. Ein offizielles Statement über eine mögliche Rückerstattung von Kosten gab es bisher noch nicht. Dana White äußerte lediglich, dass die Promotion bei den Ticketeinnahmen nun mit lediglich einer Million Dollar in Inglewood im Vergleich zu den angepeilten sechs Millionen Dollar in Las Vegas rechnet.

Währenddessen zweifelten viele Stimmen aus der MMA Gemeinschaft an den Aussagen der USADA und der CSAC. Um wieder in das Octagon zu steigen, musste Jones vor dem Ablaufen seiner Sperre laut Regelwerk mindestens einen negativen Dopingtest ablegen und sechs Monate ohne positiven Test überstehen. Dass nun bei einem späteren Test ein positiver Befund festgestellt wurde, der noch von Jones‘ Dopingvergehen aus dem vergangenen Jahr stammen soll, erscheint in diesem Zusammenhang ziemlich unrealistisch. Insbesondere die USADA bekam als nationale Anti-Doping Agentur, die damit auch für sämtliche US-amerikanischen Sportler in den olympischen Disziplinen verantwortlich ist, eine Menge Kritik um die Ohren geschlagen. Die CSAC stand bereits im vergangenen Monat in der Kritik, da sie dem 49-jährigen Chuck Liddell (21-9) nach acht Jahren im Ruhestand eine Kampflizenz erteilt hatte. Der ehemalige UFC Light Heavyweight Champion unterlag seinem großen Rivalen Tito Ortiz (20-12-1) per Knockout und präsentierte sich in erschreckender Verfassung, sodass viele Fans die Pflicht der Commission um das gesundheitliche Wohl Liddells verletzt sahen.

Jon Jones selbst äußerte sich ebenfalls auf seinen Accounts über die Kontroverse, nachdem sein Rivale Daniel Cormier (22-1, 1NC) zuvor in den sozialen Medien darauf hingewiesen hatte, dass Jones erneut positiv getestet wurde. Auf Instagram ließ er sich zu einem persönlichen Angriff gegenüber Cormier und dessen Frau hinreißen. So postete er, dass er Cormiers Frau auf den Hintern schlagen könnte, ohne dass Cormier etwas dagegen unternehmen könnte. Cormier sei seine „Bitch“ und das würde sich niemals ändern. Diesen Post entfernte Jones mittlerweile von seinem Account. Über Twitter äußerte er sich hingegen diplomatischer und beteuerte seine Unschuld. Sein einziges Ziel sei der erneute Titelgewinn der UFC Light Heavyweight Championship und dafür werde er im Vorfeld des Kampfes alle Tests absolvieren. Darüber hinaus bedankte er sich bei der USADA und der CSAC für deren Verständnis und Unterstützung.

Zuletzt äußerte sich nun auch Alexander Gustafsson zu dem Thema. Der Gegner von Jones erfuhr erst mehrere Stunden nach der Ankündigung von der Verschiebung des Austragungsortes, weil er sich gerade auf einer Helikoptertour über den Grand Canyon befand. Er gab bekannt, dass es ihm egal sei, ob oder welche Mittel Jones eigenommen habe. Er werde ihn auch so in ihrem Rematch besiegen. Nach aktuellem Stand scheint das Event also trotz vieler verbalen Proteste von Fans und Fightern stattzufinden, auch wenn noch einige Fragen offen sind.

Sollte sich im Nachhinein bestätigen, dass es sich um ein erneutes Vergehen von Jones gehandelt hat, wäre dies bereits sein vierter positiver Dopingtest. Während sein positiver Test auf Kokain bis auf einen kurzen Aufenthalt in einem Entzug noch ungestraft blieb, da sich das Mittel außerhalb des Wettbewerbs nicht auf der Verbotsliste befindet, wurde Jones 2016 auf die beiden verbotenen Stoffe Clomifen und Letrozol getestet, während er im letzten Jahr wie bereits erwähnt für Turinabol überführt wurde. Dazu kommt noch ein Unfall mit Fahrerflucht aus dem Jahr 2015, der für weitere Negativschlagzeilen sorgte. Diese Vorfälle führten dazu, dass Jones bereits dreimal einen Titel von der UFC wieder aberkannt bekam. Ursprünglich wollte Dana White deshalb laut eigener Aussage Jones nie wieder in den Main Event einer Card platzieren.

Quellen: MMAMania.com, MMAJunkie.com, MMAFighting.com

Diskutiert hier mit vielen anderen UFC Fans über die erneute Kontroverse um Jon Jones!





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Eine Antwort zu “Breaking News: UFC verlegt PPV wegen Jon Jones! – Neuer positiver Dopingbefund sorgt für Kontroverse”

  1. Lebenslang sperren diesen Doping Clown!

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