„Kenta Kobashi ist einer der größten Künstler der Gewalt“ – wXw-Superstar und BOLA 2018 Teilnehmer Ilja Dragunov im Exklusivinterview [mit Audio]

Geschrieben am 10.10.18 von

Im Rahmen der wXw-World Tag Team League war es uns möglich einige Exklusivinterviews zu führen. In den kommenden Wochen, werden wir euch Gespräche mit Coast 2 Coast (Leon St. Giovanni & Shaheem Ali), Emil Sitoci & Jurn Simmons präsentieren. Doch heute starten wir das Ganze mit dem Geburtstagskind und dem Interims wXw Unified World Wrestling Champion Ilja Dragunov. Wir sprachen unter anderem über seine kürzlichen Auftritte in den USA (beim BOLA 2018) und in England (bei der PROGRESS Wembleyshow), seinen Schädelbasisbruch im Jahr 2013, Wrestling in Russland und natürlich über seine Comebackstoryline, die vermutlich einen der größten Pops Wrestlingdeutschlands nach sich zog. Viel Spaß!

Deutsch

wrestling-infos.de: Hallo liebe wrestling-infos.de Hörer und Leser, ich bin Philipp und bei mir ist heute Ilja Dragunov.

Ilja Dragunov: Hallo zusammen.

W-I.de: Möchtest du dich nicht vielleicht erst einmal vorstellen und uns etwas über deinen In-Ring Stil erzählen?

Ilja: Also ich glaube jeder, der mich bislang im Ring kämpfen gesehen hat, wird alles über meinen In-Ring Stil wissen. Ich bin ein Mensch der Extremen und das verkörpere ich auch komplett im Ring. Ich liebe es zu kämpfen und daran ergötze ich mich im Ring komplett. Intensität ist das, was mich ausmacht. Alles einzugehen für das größtmögliche Schlachtfeld, ist das, was mich ausmacht. Ich bin nicht bereit weniger als mein Maximum im Ring zu lassen und das ist ein Zeichen meiner Kompromisslosigkeit mir, meinem Gegner, aber auch vor allen Dingen meinem Körper gegenüber.

W-I.de: Was machst du gerne mal so, wenn du keine Zeit im Ring verbringen musst/darfst?

Ilja: Im Prinzip das, was andere Athleten auch tun. Ich trainiere sehr viel, aktuell besonders viel. Viel mehr gibt’s dazu gar nicht zu sagen. Jeder weiß, wie wichtig mir meine Familie ist. Wenn ich nicht im Ring stehe, dann ist meine Leidenschaft meine Familie. Es gibt für mich einfach nicht schöneres, als nach einem sehr sehr harten Kampf – was für mich der Bestfall ist – nach Hause zu kommen, mit meinem Sohn Zeit zu verbringen, mit meiner Frau Zeit zu verbringen und einfach das Leben ein Stück weit zu genießen, das mir gegeben wurde.

W-I.de: Was sind deine Wrestlingvorbilder oder was waren die Inspirationen, die du hattest, als du dich entschieden hast, Wrestler zu werden?

Ilja: Ich habe mich relativ spontan entschieden, Wrestler zu werden. Ich hatte nie großen Kontakt zu dem Sport, alles passierte eher zufällig, was es schwer macht, Vorbilder zu benennen. Das erste Mal, dass ich mich wirklich intensiv mit Wrestling beschäftigt habe, war während meiner Trainingszeit. Da habe ich mich viel mit britischem Wrestling auseinandergesetzt. Auch viel mit japanischem Wrestling, was man vielleicht an meinem Stil erkennen kann. Zwei große Leitbilder, die sich über die Zeit hin dann gefestigt haben, waren definitiv Kenta Kobashi und Nigel McGuiness. Das waren meine zwei großen Leitbilder, auch was meinen Stil angeht. Kenta Kobashi ist der König und/oder einer der größten Künstler der Gewalt, die man kennt und Nigel McGuiness hat seinen ganzen Körper geopfert für diesen Sport. Die beiden haben mich also am markantesten geprägt.

W-I.de: Verfolgst du momentan noch Wrestling? Gibt es Ligen, die du gerne schaust oder bist du eher jemand, der sagt, jetzt habe ich Freizeit, jetzt schalte ich ab, jetzt ist erst einmal kein Wrestling dabei. Und ist dein Sohn jemand, mit dem du Wrestling gucken möchtest in Zukunft oder es schon tust?

Ilja: Also dafür ist mein Sohn noch definitiv zu jung. Ich will ihm da relativ freien Lauf lassen. Auch später, wenn er älter wird, will ich ihn nicht in irgendeine Richtung drängen. Er muss sich aktiv selber dafür entscheiden.
Zu dem Punkt mit Wrestling gucken – das tue ich tatsächlich sehr sehr wenig. Ich spinne gerne mal in meiner Freizeit rum und entwickle Ideen für Wrestling, aber da lass ich mich bei ganz anderen Sachen inspirieren. Ich schaue mir sehr viel Kampfsport und ab und an auch mal Kampfkünste an. Daraus entstehen unterschiedliche Ideen. Eine Randinformation beispielsweise: Torpedo Moskau war einfach nur eine Idee aus dem Fußball. Ich habe irgendwann mal gesehen – ich weiß nicht, ob das ein Länder- oder Bundesligaspiel war – dass ein Typ den anderen volle Kanne mit dem Kopf weggerammt hat. Wahrscheinlich unabsichtlich, aber dann dachte ich mir, wie realistisch ist es, den Gegner mit einem Kopfstoß auszuknocken? Dadurch ist die Idee für den Torpedo Moskau entstanden. Deswegen – Wrestling an sich gucke ich gar nicht tatsächlich. Ich lasse mich eher von ganz anderen Dingen inspirieren.

W-I.de: Lass uns über deine wxw-Comeback Storyline reden. Das war wahrscheinlich einer der größten Momente deiner Karriere. Du bist beim 16 Carat Gold 2018 zurückgekehrt und hast den vermutlich lautesten Pop deiner Karriere bekommen. Viele Zuschauer berichten sogar von dem lautesten Pop, den sie je im Publikum gehört haben. Wie hat sich dieser Moment angefühlt und wie kann man sich die Storyline vorstellen? War sie von Anfang an so geplant oder hat sie sich im Laufe der Zeit eher so entwickelt?

Ilja: Das Gefühl kann man eigentlich sehr schwer in Worte fassen. Das markanteste Wort was mir dafür einfällt ist: Bestätigung. Ich habe mich in dem Moment bestätigt gefühlt, dass, das was ich im Ring tue, und das die tiefe Botschaft, die ich den Menschen transportieren möchte, angekommen sind. Die Menschen waren von dem was passiert ist, emotional gefesselt. Das war ein sehr sehr schönes Gefühl, denn Wrestling ist ja im Endeffekt die Kunst, Emotionen zu erzeugen. Für mich ist es mit das Wichtigste, bei den Menschen Emotionen hervorzurufen und wenn ich das schaffe, dann fühle ich mich bestätigt. Und das war das Maximum von dem, was ich schaffen kann. Mit den Leuten so eine Verbindung herzustellen, so eine Freude zu erzeugen, jemanden wiederzusehen, das ist etwas Besonderes. Dahingehend wurde an so vielen Stellen so vieles richtig gemacht. Ich fühle mich sehr geschmeichelt, dass es so passiert ist.

Zur Storyline an sich: Wrestling ist sehr schnelllebig, es kommen Ideen auf, Ideen werden überworfen. Die Storyline stand so nicht von vorne rein fest. Es war aber viel Realität dabei, wie das Ganze nach außen präsentiert wurde. Zu diesem Zeitpunkt war schon eine gewisse Auszeit für mich nötig. Gerade familiär, da ich ein sehr großer Familienmensch bin. Das war so natürlich nicht von vorne rein geplant. Es kam halt spontan, aber das Ergebnis von solchen spontanen Dingen, ist manchmal phänomenal.

W-I.de: Dann lass uns noch über das Jahr 2013 sprechen, indem du deinen Schädelbasisbruch erlitten hast. Wie ist das Ganze passiert und wie hat dich diese Zeit geprägt und verändert. Wie hast du dich gefühlt und hast du vielleicht sogar an ein Karriereende gedacht zu dem damaligen Zeitpunkt?

Ilja: Ein Schädelbasisbruch ist nichts Einfaches. Das ist eine Sache, die sich sehr markant auf das Leben auswirkt. Gerade wie du dich Anstrengungen gegenüber verhalten musst. Wie sehr du bei vielen Dingen zurückschalten musst. Das ist alles andere als einfach. Aber solche Ereignisse formen einen. Ich habe sehr darunter gelitten. Es hat mich mental sehr kaputt gemacht und natürlich denkt man dann in erster Linie darüber nach, ob das Ganze noch Sinn macht. Aber meine Leidenschaft für den Sport ist ungebrochen und das wird sie auch bis zum Rest meines Lebens bleiben. Aber natürlich habe ich in dem Moment gefragt, wofür ich das überhaupt mache? Um auf den Punkt zurückzukommen – natürlich habe ich dran gedacht, aber der Prozess war sehr gut für mich, um einfach im Kopf wieder zu reifen. Ich habe mich komplett regeneriert. Und kann trotzdem den Stil noch kämpfen, den ich immer gekämpft habe. Ich kann nichts anderes, ich tue das, was ich bin und ich kann nur das sein, was ich bin.

W-I.de: Dann lass uns wieder über etwas schöneres Reden. Über deinen, jetzt auch aufkommenden, internationalen Erfolg. Du warst beim BOLA (Battle of Los Angeles), bei der Wembleyshow von PROGRESS und all das in einem relativ kurzen Zeitraum. Wie ist es, in anderen Ländern und anderen Kontinenten zu wrestlen? Und wird das öfter zustande kommen? Siehst du die Zukunft deiner Karriere auch eher international als national?

Ilja: Ich würde mir sehr wünschen, dass es international weitergeht. Ich liebe Wrestling, das ist das, was ich in meinem Leben am besten kann. Ich möchte den Begriff „Unbesiegbar“ in so vielen Ländern, wie möglich hören und verbreiten. Ich möchte das, was ich in diesem Land [Deutschland] gelernt habe, was ich von der wXw mitbekommen habe und wie ich mich hier entwickelt habe, nach außen tragen und auch international ein Aushängeschild dafür sein. Das ist es, was ich definitiv möchte.

Wembley [PROGRESS] und PWG [BOLA], waren ganz besondere Erfahrungen, weil die Länder so unterschiedlich sind, weil die Gegner so unterschiedlich waren und du einfach andere Typen von Wrestlern kennengelernt hast, bei denen es ganz besonders war, einen harten Kampf im Ring zu haben. Das hat mir ganz gut gefallen. Und ich hoffe, dass es mit so vielen unerwarteten Gegnern wie möglich weitergeht. Also: „Unbesiegbar Worldwide“.

W-I.de: Siehst du in diesem Kontext auch Japan und USA als längerfristige Ziele an, um ganz konkret zu werden, WWE oder New Japan?

Ilja: Ich weiß es tatsächlich nicht. Ich wurde in einigen Interviews schon zu meinen Zielen gefragt und das Ding ist einfach, dass ich nicht wirklich welche habe. Ich bin ein spezieller Typ bei sowas. Ich mache einfach das, was ich gut kann und irgendwie ist in meinem Leben mal etwas dadurch zustande gekommen. Ich sage niemals nie und wenn so ein Angebot kommen würde, dann wäre es eine ganz andere Geschichte, aber ich bin bis jetzt immer gut damit gefahren, dass zu tun, was ich am besten kann und mir nicht zu feste Ziele zu setzen. Dann bin ich umso überraschter und erfreuter darüber, wenn tatsächlich etwas zustande kommt. Wie Wembley, damit habe ich niemals gerechnet. Mit PWG habe ich niemals gerechnet. Ich habe einfach nur gekämpft. Und dann haben es die richtigen Leute gesehen und dann konnte ich auf einem anderen Niveau kämpfen.

W-I.de: Gibt es konkrete Bookinganfragen, die du schon ankündigen kannst? Wo wird man dich vielleicht in Zukunft sehen?

Ilja: Nichts aktuelles tatsächlich. Aber ich denke schon, dass das nicht mein letztes Mal in England war und auch nicht mein letztes Mal in Amerika.

W-I.de: Lass uns über dein Gimmick sprechen. Wie wichtig war es dir, deine Herkunft in dein Gimmick zu integrieren? Oder war das überhaupt eine Entscheidung von dir oder eher vom wXw-Creative Team?

Ilja:  Ich hatte meinen ersten Auftritt 2013, bei einer wXw Kneipenshow – falls das noch jemand kennt. Da hatte ich mein Gimmick bereits fertig. Es war der stereotypische Russe. Das Gimmick hatte ich damals aber schon entwickelt. Alles was danach passiert ist, war nur der Feinschliff.
Mir war es schon wichtig meine Herkunft in mein Gimmick einzubringen, weil es einfach ein Teil von mir ist. Weil ich auch den Anteil russischer Nationalität, den ich in mir habe, gerne präsentieren möchte. Ich schätze die russische Kultur sehr, genauso, wie ich die deutsche Kultur sehr schätze. Manchmal bedient man sich den einfachsten Mitteln. Ich bin russischer Herkunft, also kann ich gerne ein Russe im Ring sein.

W-I.de: Was würdest du einer Person antworten, die dir dieses Stereotypische vorwerfen würde. Einer Person, die sagen würde, dass Wrestling mit diesen stereotypischen Darstellungen von Charakteren etwas Negatives schafft?

I: Das kommt ganz darauf an, welches Wrestling man meint. Ein gutes Beispiel ist doch die WWE. Wie oft hat es die WWE geschafft, mit ganz stereotypischen Charakteren, unglaubliche Emotionen in den Menschen hervorzurufen. Die Tatsache ist, dass einfach gar keine Stereotypen gibt. Ich kenne keinen stereotypischen Wrestler heutzutage, weil jeder Wrestler der über eine gewisse Zeit lang kämpft, eine ganz andere Verbindung zu den Leuten aufbaut. Stereotyp ist für mich etwas Simples, aber Wrestling ist nichts Simples. Wrestling ist immer komplex aufgebaut. Wrestling schafft es, komplexe Gefühle in Menschen hervorzurufen. Deswegen glaube ich nicht an Stereotypen. Sowas gibt es nicht. Im Wrestling gibt es Emotionen. Keine Emotion ist stereotyp.

W-I.de: Zum Abschluss noch ein paar kurze Fragen. Nach dem Finale des 16 Carat Gold 2017, wie lange hat deine Brust, nach WALTERS Chops, geschmerzt?

Ilja: Ich habe tatsächlich eine sehr empfindliche Haut (beide lachen). Das heißt also, dass jeder Einschlag bei mir so aussieht, als ob ich fast sterben würde. Also das tue ich tatsächlich im Ring auch, weil wenn ich gehe, dann gehe ich ans Maximum. Sonst würde ich mich auch nach einem Kampf nicht befriedigt fühlen. Kämpfe wie mit WALTER bleiben mir natürlich am meisten in Erinnerung, weil mich das einfach körperlich und geistig an meine Grenze gebracht hat. Es hat mich vorangebracht, aber diese Einschläge, die werden lange bleiben. Da bin ich auch sehr sehr stolz drauf. Das Schönste, was ich mir an meinem Körper vorstellen könnte, sind ewig bleibende Narben.

W-I.de: Gibt es eine Wrestlingszene oder Community in Russland?

Ilja: Ich glaube ja, ich habe mich aber nie tiefer damit beschäftigt. Ich habe schon mal Anfragen bekommen, ich glaube aber, die Ligen sind nicht besonders groß. Ich glaube in Russland ist Kampfsport mehr als Wrestling im Kommen. Es ist halt schwierig, aber eine riesige Szene würde ich nicht sagen. Nicht auf professionellem Niveau.

W-I.de: Und die Gesellschaft, wie wir Wrestling angesehen? Ist es eher ein Szenesport oder sogar ein Nerdsport?
Oder ist da auch eine gewisse Akzeptanz in der Gesellschaft?

Ilja: Die Russen haben Akzeptanz für sehr viele Kampfsportarten. Bei Wrestling ist das Ganze etwas schwieriger, da die Russen – was ein großer negativer Teil der Kultur ist – sehr voreingenommen sind und sehr maskulin sein wollen. Und da Wrestling als Fake gilt, ist es halt etwas schwieriger mit der Akzeptanz. Es ist eine Randsportart in Russland, um es auf den Punkt zu bringen.

W-I.de: Kannst du dir vorstellen, nach deiner Karriere eine Wrestlingszene in Russland aufzuziehen oder eine eigene Akademie aufzubauen? Oder möchtest du am Ende deiner Karriere lieber in Deutschland oder einem ganz anderen Land sein?

Ilja: Ich liebe Deutschland, ich liebe Dresden. Ich habe nicht vor, nach Russland zu ziehen. Dass ich das nicht möchte, kann ich zu 100% sagen. Wenn ich irgendwann mal am Krückstock laufe, mit Narben übersät bin und nicht mehr kämpfen kann, dann ist eine Wrestlingschule schon etwas, was ich mir gut vorstellen könnte.

W-I.de: Was ist dein absolutes Traummatch? Und wo sollte es am liebsten stattfinden?

Ilja: Das ist eine schwierige Frage. Die ist schwierig, weil ich keine Wunschgegner habe. Das lustige ist, ich bin gerne überrascht. Am besten bei 16 Carat Gold an Tag 2, wo alle heiß sind. Mit irgendeinem Gegner, mit dem ich niemals rechnen würde. Aber wenn dann bei wXw, weil das meine Heimat ist und es keinen Ort auf dieser Welt gibt, wo ich lieber kämpfe und lieber im Ring halb verrecke als hier.

W.I.de: Dann danke ich dir, für dieses Interview.

Ilja: Dankeschön.

English

wrestling-infos.de: Dear wrestling-infos.de readers and listeners, I am Philipp and today with me is Ilja Dragunov

Ilja Dragunov: Hello everyone.

W-I.de: Maybe you could start by introducing yourself and explaining us a little bit your in-ring style?

Ilja: I think everyone who has seen me fight, knows everything about my in-ring style. I am an intense person and I try to fully embody that in the ring. I love fighting and get a deep pleasure from doing so. Intensity would be a good term to characterise me. I won’t settle for less than 100% of what I’m able to deliver in the ring. I want the ring to be my battlefield.

W-I.de: And what do you do, if you don’t spend time in the ring?

Ilja: Everything other athletes would do. I train a lot. There is nothing more about it. Everyone knows how important my family is to me. If I’m not in the Ring, my family is my passion. There is nothing more beautiful than to come home after a hard fight and spend time with my son and my wife. I enjoy the life that was handed to me.

W-I.de: What are your wrestling role models or inspirations?

Ilja: Since I decided very spontaneously to become a wrestler, I never had many contacts with that sport before. First time I really got in touch with wrestling was during my training. I spent a lot of time watching british and japanese wrestling, which you probably will notice in my in-ring style. There are two big role models I can point out, though. Kenta Kobashi – the greatest artist of violence – and Nigel McGuiness, a man who put his body on the line for the sport he loved. Those two influenced me a lot.

W-I.de: Do you still watch wrestling nowadays? Or are you more of a person who says: it’s my spare time and I’m going to calm down and stay away from wrestling. And is your son maybe a person, with which you’d watch wrestling together?

Ilja: My son is definitely too young to watch wrestling. I’ll leave it up to him, if he wants to watch it or not. I don’t want to push him in a certain direction. That should be an active decision, all by himself.
But to answer the question whether I watch wrestling, I actually don’t. Sometimes I develop ideas considering wrestling, but I get my inspiration from other sources. I watch a lot of martial arts. I draw a lot of ideas from that. But let’s take Torpedo Moskau (His finisher, a running headbutt) as an example: I was watching a soccergame when all of a sudden one guy just headbutted his opponent. Probably it was not intentionally but I thought whether it would be possible to knock down your opponent with a headbutt. That’s how I invented my finisher. So as you can see I take inspiration from a lot of different stuff, but wresling I do not watch that much.

W-I.de: Let’s talk about your wXw-comeback storyline. Probably, one of the biggest moments of your career. At 16 Carat Gold 2018 you came back after being away for some time and got the loudest pop of your career and from what you hear from the spectators, one of the loudest pops they ever heard in their life. How did that feel? Was the storyline designed that way right away?
Or did it develop through time?

Ilja: It was a feeling that i very hard to describe. In one word: Confirmation! I felt confirmed that what I do in the ring, the message I try to deliver got accepted. The people were emotionally hooked. That was a beautiful feeling. I think wrestling is the art of creating emotion. For me the most important thing is to evoke emotion. And if I’m able to do that, I’m happy. At 16 Carat Gold 2018 I achieved the maximun of possible emotion, I think. That connection to the people was icredible, they were so happy to see me again. I feel honoured about it.

Considering the storyline: wrestling is a fast-moving business. Someone comes up with an idea, it gets overthrown and so on. That storyline definitely never was planned that way. But then there was very much reality to it. I really needed to take some time off at this point. I had some stuff to sort out, regarding my family and all that, considering that I am a family guy. But sometimes out of spontaneous events, you get phenomenal results.

W-I.de: Let’s talk about the year 2013. You suffered a severe basal skull fracture back then. How did this time change you and did you consider retiring at this point?

Ilja: A basal skull fracture is nothing easy. It’s a thing with great impact on your life. Especially considering how to handle stressful situations. You have to switch back in a lot of things. That is everything but easy. I suffered a lot. It mentally destroyed me. You think a lot about giving up. But my passion for pro wrestling is unbroken and will stay unbroken for the rest of my life. But of course I considered retiring. But then, I got to regenerate and came back 100% healthy and I can still work the style I worked before. Wrestling is the only thing that I know, it’s just who I am and I cannot be someone different.

W-I.de: So let’s get back to something nice – your recent bookings in the US and in Great Britain. You performed at the BOLA (Battle of Los Angeles) and at PROGRESS‘ Wembleyshow. How does it feel to perform in other countries and other continents? Do you see your future as an international wrestler rather than a national one?

Ilja: I wish it would continue internationally. I love wrestling, that is the thing I do best in my life. I want to transmit the term „Unbesiegbar“ (transl.: Invincible) throughout the whole world. I want to hear it in as many countries as possible. I want to represent germany and the wXw worldwide.

Wembley [PROGRESS] and PWG [BOLA], were some very special experiences for me. Different countries, different opponents. I was lucky to get in the ring with some very special guys. I liked that a lot. And I hope to get much more unsuspected opponents. „Unbesiegbar worldwide“ (transl.: Invincible worldwide)

W-I.de: In that context, do you see your future in the USA or in Japan. To be more specific, in the WWE or in New Japan?

Ilja: I don’t really know. I get this question a lot but the thing is I don’t really have goals. I’m a rather different guy considering that. I just do what I’m good at and somehow it turns out to be something. I never say never, so if there will be an offer that’s a whole different discussion, but as far as that is not going to happen, I just try to deliver and not to set my goals too high. Because the way I do it, I never expect anything, so when something like the BOLA happens, it comes to me as a surprise. I never imagined that happening. Neither did I imagine a booking at the Wembleyshow. I just fought, and at some point, the right people saw me fight and offered me a different stage to perform at.

W-I.de: Are there specific booking requests you can announce already?

Ilja: Actually, there is nothing right now. But I don’t think  that was my last time in the states and neither it was my last time in England.

W-I.de: Let’s talk about your gimmick. How important was it for you, to integrate your russian heritage in your in-ring character? Anyway, was it a decision you voluntarily made or did the wXw-creative team decide that for you?

Ilja:I had my first booking for wXw in the year 2013 at a wXw pubshow – if anyone remembers that. I already had my gimmick developed at this time. It was a stereotypical russian guy. Everything that came after was just the final touch. It was important for me to integrate my russian heritage into my gimmick, simply because it is just a part of who I am. I like to represent my russian heritage. I value the russian culture as much as I value the german culture. Sometimes things a very simple. I am of russian heritage, so in the ring I perform as a russian guy.

W-I.de: What would you answer a person that tells you, that this kind of stereotyping of characters is something negative?

Ilja: Let’s just take the WWE as an example. How often were they able to evoke emotion in people with just some stereotypical characters? I would just say there are no stereotypical wrestlers today. Everyone who fights long enough, gets a special connection to the people. A stereotype is something simple for me, but wrestling is not simple, it is complex. Wrestling evokes complex feelings in people. That’s why I don’t believe in that stereotype thing. In wrestling there are emotion. No emotion is a stereotype.

W-I.de: Let’s wrap it up with some short questions. After the 2017 16 Carat Gold, how long did your chest ache after the intense fight with WALTER and the notorious chops he delivered?

Ilja: To be honest, I have a very sensitive skin (both laugh). That means, that every chop look as if I might die. Ok, I actually really almost die in the ring, because I give everything I got. If I wouldn’t, I wouldn’t feel pleased afterwards. Fights like the one I had with WALTER will stay in my memory. He really pushed me to the limit mentally and physically. I’m proud of those scars I got in that fight. There is nothing more beautiful than scars on my body. Everlasting scars.

W-I.de: Is there a wrestling scene or community in Russia?

Ilja: I think so, but I never looked further into that topic. I got some booking requests, but I think the promotions are very small. Martial Arts is more popular in Russia than wrestling and, it seems, that it stays like that. So I don’t think there is a huge scene, especially not on a professional level.

W-I.de: And how does society perceive wrestling? Is it more of a nerd thing there? Or is there acceptance in society?

Ilja: Russians are open for a lot of different martial arts. The thing with wrestling is – and that is a rather negative thing about Russians – that people are very biased. They want to be very masculine and since wrestling is considered fake, the acceptance is not really there for it. To get to the heart of it – it is a niche sport.

W-I.de: Could you imagine to build up a wrestling scene in Russia and open a wrestling academy there? Or do you want to be in Germany at the end of your career? Or maybe somewhere completely different?

Ilja: I love Germany, I love Dresden [his hometown]. I don’t plan on going back to Russia, that’s for sure. When I am older and my body is full of scars, I can’t fight anymore and I can’t barely walk anymore, an own wrestling academy is definitely something I could imagine.

W-I.de: What would be your dream match and where should it take place?

Ilja: Tough question. It is difficult because I don’t really have a dream opponent. The funny thing is, I like being surprised. The perfect scenario would be at 16 Carat Gold Day 2, where everyone is really hot. Against an opponent I never faced before and that would surprise me. But it should definitely take place at wXw. That is where I am at home and there is no other place in the world where I would rather like to almost die in the ring more than there.

W.I.de: Thank you for the interview.

Ilja: Thank you.

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This interview was recorded at wXw World Tag Team League 2018 in Oberhausen, Germany.

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Das Interview wurde von unserem Philipp (aka FritzJenkins) im Rahmen des wXw-Events „World Tag Team League 2018“ live vor Ort in Oberhausen aufgenommen.

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2 Antworten zu “„Kenta Kobashi ist einer der größten Künstler der Gewalt“ – wXw-Superstar und BOLA 2018 Teilnehmer Ilja Dragunov im Exklusivinterview [mit Audio]”

  1. Roah sagt:

    Danke für das Interview. War sehr intressant.

  2. Seppel sagt:

    Ja muss ich zustimmen. Gutes Interview.

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