Nicht schuldig: CM Punk und Colt Cabana gewinnen Gerichtsverfahren gegen WWE-Arzt Dr. Amann! Eine Zusammenfassung des Verfahrens + Wie gut ist die Gesundheitspolitik der WWE wirklich? *lesenswert*

geschrieben am 10.06.18 von Nexus 3D

In dieser Woche ist ein prominenter Fall vor Gericht offiziell zu Ende gegangen, den viele als „wegweisend“ und offenbarend bezeichnet haben. Es handelte sich dabei um das Verfahren von WWE-Arzt Dr. Christopher Amann, der im Februar 2015 eine Klage gegen Phil Brooks (CM Punk) und Scott Colton (Colt Cabana) aufgrund vermeintlich diffamierender Äußerungen eingereicht hatte. Was war vorgefallen? CM Punk hatte im Januar 2014, einen Tag nach dem Royal Rumble, seinen Arbeitgeber World Wrestling Entertainment verlassen und kam trotz bestehenden Vertrages nicht mehr zurück. Spekulationen über Spekulationen folgten in der Medienlandschaft. Einige Monate später äußerte sich CM Punk erstmals zu der Situation und nutzte dabei die Plattform seines Freundes Colt Cabana, der den Podcast „Art of Wrestling“ präsentiert. Im besagten Podcast sprach Punk erstmals ausführlich über den Abgang und seine Beweggründe. Er betonte seine schlechte körperliche Verfassung und eine Entzündung am unteren Rücken/Gesäß, die über mehrere Monate die Größe eines Tennisballs erreichte. In diesem Zusammenhang erwähnte er zweimal (dies wurde im Laufe der Gerichtsverhandlung deutlich gemacht) den WWE-Arzt Dr. Amann, der sich weigerte, die Entzündung zu entfernen und stattdessen Punk monatelang mit Antibiotika behandelte. Das enthüllende Interview nahm Dr. Amann zum Anlass, um eine Klage gegen CM Punk und Colt Cabana vorzubereiten.

Die Klage flatterte im Februar 2015 ins Haus. In dieser sprach Dr. Amann von „vorsätzlicher“ Diffamierung und prangerte die Dinge, die Punk im Interview geäußert hatte, als „falsch“ bzw. „gelogen“ an. Er behauptete, Punk befände sich auf einem persönlichen Rachefeldzug und wolle seine Reputation zerstören. Colt Cabana erhielt ebenfalls eine Klageschrift, da er Punk eine Plattform geboten hatte und nach einem anwaltlichen Schreiben der Bitte nicht nachkam, den Podcast „offline“ zu nehmen. Der Arzt forderte Schadensersatz in Millionenhöhe, im Schlussplädoyer forderte der Anwalt einen Dollar pro Zuhörer des besagten Podcasts, woraus die Summe von insgesamt 3.889.000 Dollar resultierte. Kurz nach Bekanntgabe der Klage veröffentlichte World Wrestling Entertainment, die offiziell nicht am Verfahren beteiligt war, eine Stellungnahme und stellte sich hinter ihren Arzt, indem sie behaupteten, CM Punk habe seinen kritischen Gesundheitszustand nie mit einem WWE-Arzt oder der Personalabteilung besprochen. Viele Experten sprachen daraufhin von einem „klaren“ Fall, denn letztlich ging es darum zu beweisen, welche Partei die Wahrheit sagt. Zu Beginn des Zivilprozesses, der vor zwei Wochen begann, kristallisierte sich allerdings schnell heraus, dass eine Schuldzuweisung nicht so einfach war wie gedacht.

Im Zuge des Prozesses haben beide Seiten vor Gericht ausgesagt und eigene Zeugen präsentiert, welche die jeweiligen Standpunkte untermauert haben. Wie bereits angedeutet, der Fall erschien dann doch schwieriger als gedacht, da einige Aussagen, die Punk im Podcast geäußert hatte, nicht gänzlich der Wahrheit entsprochen hatten. Die Aussagen waren zwar auch nicht falsch, aber teilweise in der gesagten Form eben auch „nicht zutreffend“. Im Podcast behauptete Punk, seine Entzündung am Rücken/Gesäß wurde von einem Arzt, den ihm seine Frau (April Brooks, fka. AJ Lee) empfohlen hatte, als MRSA Staphylokokken-Infektion erkannt. Im Zuge dessen erwähnte er, die WWE-Ärzte haben diesen „Klumpen“ nicht entfernen wollen und Punk stattdessen mit Antibiotika behandelt, woraufhin seine Frau ihn zu dem Arzt Patrick Duffy schickte. Im Prozess stellte sich allerdings heraus, dass es sich dabei nicht um einen Arzt, sondern „lediglich“ um einen medizinischen Fachangestellten handelte, der befugt war, die Entzündung zu behandeln und operativ zu entfernen. Duffy gab unter Eid an, Punk angeboten zu haben, die entfernte Verletzung auf Staphylokokken untersuchen zu lassen, doch Punk habe sich dagegen entschieden, weil er keine Krankenversicherung besaß, was ungewöhnlich ist, da World Wrestling Entertainment all ihren Angestellten vorschreibt, dass sie sich versichern lassen müssen. Patrick Duffy betonte während seiner Zeugenaussage, die Entzündung gesehen und entfernt zu haben, und bestätigte damit deren Existenz. Er erwähnte, dass er in einer Notiz an World Wrestling Entertainment davon sprach, dass es sich dabei möglicherweise um MRSA oder Staphylokokken handelt, auch wenn die kugelförmige Entzündung letztlich als Zyste erkannt worden ist. Punk selber gab zu, bei dem Besuch von Patrick Duffy „MRSA“ als Krankheitsbezeichnung aufgeschnappt zu haben und ging davon aus, dass es sich dabei um seinen „Golfball“ am Gesäß handelte, auch wenn Duffy zu diesem Zeitpunkt nur von einer Möglichkeit sprach. Für Punk haben sich die medizinischen Begrifflichkeiten alle „gleich“ angehört, weshalb er diese Bezeichnung im Podcast verwendete.

Als CM Punk in den Zeugenstand trat, löste er fast unspektakulär das große Geheimnis seines verwendeten Namens auf. Fans rätselten bereits seit vielen Jahren über die Bezeichnung „CM“, viele Theorien und Aussagen ranken sich um die Bezeichnung. Punk gab im Zeugenstand an, dass das „CM“ für „Chick Magnet“ stehen würde, weil er mal in einem gleichnamigen Tag Team angetreten war, auch wenn er selbst bestätigte, den Fans mehrfach freie Wahl bei der Bezeichnung gelassen zu haben. Im Zeugenstand selbst hatte er nochmal die letzten Monate seiner WWE-Karriere rekapituliert und den Fokus auf seinen gesundheitlichen Zustand gelegt, der zwischenzeitlich ziemlich kritisch gewesen war. Neben der kugelförmigen Zyste habe er gegen Ende des Jahres 2013 fast täglich mit Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, fehlendem Appetit und Erbrechen zu kämpfen gehabt, vor allem nach Matches waren die Symptome besonders stark. Seine mentale Stabilität war ebenfalls schwankend, mal ging es ihm gut, ehe er wenige Sekunden später in Tränen ausbrach. Zusätzlich kamen noch Probleme mit den Rippen hinzu. Über die Symptome sprach er mit dem WWE-Arzt Dr. Michael Samson während der Europa-Tour im November 2013, dabei kam auch eine mögliche Gehirnerschütterung zur Sprache, woraufhin der Arzt ihn mit einem „Z-Pack“ behandelte. Punk bestätigte, die Zyste nie Dr. Samson gezeigt zu haben, betonte aber in dem Zusammenhang, Dr. Amann diesbezüglich mehrfach kontaktiert und die Entzündung auch präsentiert zu haben. Eine weitere interessante Enthüllung, die ein Schlag ins Gesicht für die Gesundheitspolitik von World Wrestling Entertainment gewesen sein muss, war die Vergabe von Medikamenten, die Punk in dieser Zeit erhielt. So sagte er aus, dass man die WWE-Ärzte, namentlich Dr. Samson oder Dr. Amann, einfach per SMS oder persönlich kontaktieren konnte, um Antibiotika zu erhalten, was anschließend in keinem medizinischen Bericht vermerkt wurde. Punk habe einmal offiziell verschriebene Antibiotika erhalten, den Rest habe man in kleineren Mengen ohne große Probleme erhalten, dabei sei nie „Papierkram“ entstanden.

Die Aussage von Dr. Amann und den Zeugen, die zu seiner Unterstützung ausgesagt haben, waren teilweise lückenhaft und haben den Aussagen von Punk und Cabana nur schwer standgehalten. Dr. Amann und seine Anwälte versuchten die Jury davon zu überzeugen, dass die besagte kugelförmige Zyste überhaupt nicht existierte, was CM Punk, seine Frau, Colt Cabana, Patrick Duffy und sein Physiotherapeut in Zeugenaussagen widerlegten, da sie die Zyste im Detail beschrieben haben und Duffy unter Eid angab, die Zyste entfernt zu haben. Ein Argument von Dr. Amann wurde zusätzlich widerlegt, da er anführte, man hätte die besagte Zyste im Royal Rumble 2014 sehen müssen, doch die Aussagen bestätigten, dass sich die Zyste am Gesäß von Punk befand und dementsprechend „verdeckt“ worden ist. Zusätzlich fokussierten sich die Anwälte und Dr. Amann auf seine Reputation, welche angeblich durch die Aussagen von CM Punk „massiv“ in Verruf geraten ist. Auch hier ließ sich dies schwer nachweisen, weil Dr. Amann trotz der Vorwürfe weiterhin bei dem gleichen Arbeitgeber (World Wrestling Entertainment) angestellt ist und außerhalb keine anderen Patienten behandelt, sodass seine Reputation wohl kaum geschädigt ist und er weiterhin das Vertrauen der Kollegen, Wrestler und seines Arbeitgebers genießt. Dr. Amann hatte vor dem Prozess angedeutet, aufgrund der Aussagen von Punk jetzt höhere Beiträge für seine Krankenversicherung zahlen zu müssen, dies wurde vor Gericht allerdings nicht angeführt. Im Gegenteil, die Prämien für Ärzte seien generell gestiegen. Die Glaubwürdigkeit von Dr. Amann litt auch aus anderen Gründen, vor allem in Bezug auf das Abstreiten der Zyste, da er sich, gemeinsam mit anderen WWE-Ärzten, über die sorgende AJ Lee lustig gemacht haben soll. Hierfür lagen dem Gericht eindeutige SMS-Protokolle vor, sodass er definitiv davon in Kenntnis gesetzt worden war.

Ein interessanter Kernpunkt des Gerichtsverfahrens, auch wenn er nur bedingt zum Urteil beigetragen haben soll, sind die Ereignisse beim Royal Rumble 2014, die im Detail besprochen wurden. Beide Seiten haben sich dort „gefährdend“ verhalten, vor allem aber steht World Wrestling Entertainment in einem sehr schlechten Licht dar. Laut Protokoll soll sich CM Punk nach einer Clothesline von Kofi Kingston eine Gehirnerschütterung zugezogen haben. Punk rollte sich nach draußen und wurde von Dr. Amann untersucht, der eine mögliche Gehirnerschütterung diagnostizierte und dies den Offiziellen im Backstage-Bereich mitteilte, damit entsprechend reagiert werden kann. Die Alarmglocken schellten, der Referee John Cone wurde umgehend darüber informiert, dass CM Punk, entgegen der Pläne, die nächste Eliminierung darstellen soll, was der Referee so an Punk weiter gab. Dieser weigerte sich aber, weil er Dr. Amann im Laufe der Konversation darüber informierte, eine kurze Pause zu nehmen, um dann das Match wie geplant fortzusetzen. Eindeutig eine fatale Entscheidung von CM Punk, der sich der Anordnung widersetzte und sogar gedroht haben soll, dass er kündigen werde, wenn man ihn vorzeitig eliminiert. Der ursprüngliche Plan sah vor, dass CM Punk unter die letzten 4 kommen und dann vom bereits ausgeschiedenen Kane eliminiert werden sollte. CM Punk und Kane sollten nach dem Royal Rumble miteinander fehden, was zu einem Match zwischen Punk und Triple H bei „WrestleMania“ geführt hätte. Kane wurde beim Royal Rumble früher herausgeschickt, um den angeschlagenen CM Punk zu eliminieren. In der Gorilla-Position befanden sich zu diesem Zeitpunkt Vince McMahon, Triple H, Billy Kidman und Michael Hayes und laut verschiedenen Zeugenaussagen (unter anderem von Mark Carrano, Vice President of Talent Relations) haben sich HHH und Hayes mehrfach nach dem Wohlergehen von Punk erkundigt und HHH soll mehrfach betont haben, im Falle einer Verletzung müsse Punk umgehend aus dem Match geholt werden. Trotz alledem blieb CM Punk weitere 39 Minuten im Ring, bevor Kane schließlich für die Eliminierung sorgte. CM Punk kam wie geplant unter die letzten 4 Wrestler, aber das Finish wurde geändert und er schied etwas früher als ursprünglich geplant aus.

Die eigentliche Kontroverse, die sich niemand so recht erklären kann, ist die Tatsache, dass Punk nach dem Match von Kane noch mit einem Chokeslam durch den Kommentatorentisch befördert und gegen die Barrikaden sowie die Ringtreppe geworfen worden war. All das war aufgrund der Diagnose Gehirnerschütterung höchst gefährlich, doch niemand hatte Kane über die Verletzung von CM Punk in Kenntnis gesetzt, sodass man fahrlässig die Gesundheit des 39-jährigen aufs Spiel gesetzt hatte, womöglich aus Angst, er würde wirklich kündigen, wie er angedroht hatte. Alle wichtigen Personen hinter den Kulissen waren über Punks mögliche Gehirnerschütterung informiert und in 39 Minuten, die Punk sich noch im Match befand, war auch genügend Zeit, um Kane darüber zu informieren, auf die Post-Match Attacke zu verzichten. Punk selber bezeichnete seine damalige Entscheidung als „schlecht“. Ein Video der Szenen beim Royal Rumble wurde auch vor Gericht eingespielt, obwohl die Anwälte von Dr. Amann dies eigentlich verhindern wollten. Offiziell hatte WWE mit dem Gerichtsverfahren nichts zu tun, aber man munkelt bereits seit langer Zeit, dass der Marktführer den Arzt bei seiner Klage mehr als nur ein wenig unterstützte. Dies wurde auch von CM Punk in den letzten Jahren immer wieder behauptet. Und natürlich war es nicht im Interesse von WWE, dass das oben beschriebene Szenario den Weg in die Öffentlichkeit findet.

Beobachter des Verfahrens beschrieben Colt Cabana und CM Punk als „zuversichtlich“, auch wenn die enorme (emotionale) Belastung im Laufe des Verfahrens deutlich wurde. Punk hatte während seiner Zeugenaussage mehrfach weinen müssen. Die jeweiligen abschließenden Plädoyers legten nochmal den Fokus auf die Kernargumente beider Seiten. Der Anwalt von Dr. Amann betonte den persönlichen Schaden, den er aufgrund der angeblichen Diffamierungen erlitten hat. Auch wenn sich die Folgen nicht finanziell widerspiegelten, habe der Arzt aufgrund dieser Anschuldigungen emotionalen Schaden erlitten. Punk habe widersprüchliche und falsche Aussagen getätigt, Colt Cabana bot ihm hierfür eine Plattform und der Anwalt unterstellte ihm sogar, von Falschaussagen gewusst zu haben. Erneut wurde die Zyste in Frage gestellt, da offizielle Erwähnungen gegenüber den WWE-Ärzten angeblich erst nach dem Royal Rumble aufgetaucht sind. Der Anwalt legte den Fokus auf Punk, der Rache an Dr. Amann nehmen wollte, da er aufgrund seiner Diagnose für die Änderung der Pläne verantwortlich gewesen ist (obgleich letztlich fast alles wie geplant ablief). Die Schadensersatzforderung in Höhe von knapp 4 Millionen Dollar soll die Chancen von Dr. Amann nicht erhöht haben, da die Jury diese horrende Summe als deutlich übertrieben wahrnahm. Hinzu kam das Beharren auf das infrage stellen der Zyste, was aufgrund der Zeugenaussagen für große Zweifel gesorgt haben soll. Des Weiteren ließ sich eine persönliche Agenda gegen Dr. Amann nur schwer nachweisen, da dessen Name im Podcast lediglich zweimal fiel und Punk mehrfach die medizinische Abteilung der WWE im Allgemeinen erwähnt hatte. Die Schlussrede von Punks Anwälten stellte einen entscheidenden Fakt heraus. Die Kläger verwendeten als Hauptargument die medizinischen Aufzeichnungen von World Wrestling Entertainment, damit die Existenz der Zyste in Frage gestellt werden kann, obgleich durch die Zeugenaussagen festgestellt worden war, dass die Aufzeichnungen unvollständig sind, da Punk mehrfach Antibiotika erhielt, ohne dass dies schriftlich festgehalten wurde.

Dementsprechend fiel das Urteil aus und CM Punk und Colt Cabana wurden zu „nicht schuldig“ erklärt. Dies führte zu Erleichterung bei den Angeklagten. CM Punk und seine Ehefrau AJ Lee brachen in Tränen aus, während sich Colt Cabana ein Grinsen nicht verkneifen konnte. Der Kläger hingegen vergrub sein Gesicht vor Enttäuschung. Der Freispruch darf als großer moralischer Sieg von CM Punk gewertet werden, der damit unfreiwillig erneut einige Schattenseiten seines ehemaligen Arbeitgebers enthüllte und medizinische Unzulänglichkeiten aufgedeckt hatte. Allen voran ist der moralische Sieg so wertvoll, weil CM Punk seit seinem Abgang mit Sticheleien und mutmaßlichen Manipulationen von World Wrestling Entertainment zu kämpfen hätte. Nach seinem Abgang im Januar 2014 hatte man seinen Vertrag zunächst auf Eis gelegt und seine Bezahlung eingefroren, ehe man ihm, pünktlich zu seiner Hochzeit (am gleichen Tag!), die Entlassungspapiere zukommen ließ. Weiter wir vermutet, auch wenn World Wrestling Entertainment nicht offiziell Teil der Klage war, dass der Prozess von WWE mitfinanziert wurde. Außerdem wurde der Prozess mehrfach von Seiten des Klägers verzögert, was theoretisch im Zusammenhang mit CM Punks UFC-Fight gegen Mick Jackson an diesem Wochenende stehen könnte. Eigentlich hätte sich Phil Brooks in den Tagen vor dem Kampf ausschließlich auf die bevorstehende Aufgabe konzentrieren sollen, stattdessen stand er täglich vor Gericht. Bezüglich der Finanzierung hat World Wrestling Entertainment entsprechende Anfragen weder bestätigt noch verneint. Nichtsdestotrotz hat das mehrjährige Verfahren unglaubliche Mengen an Geld gekostet, was vor allem für Colt Cabana belastend gewesen sein dürfte. Fast schon zynisch, da die Beteiligung von Colt Cabana sowieso von Beginn an als „absurd“ angesehen wurde. Ein moralischer Sieg für CM Punk und Colt Cabana, auch wenn die psychische Belastung in den letzten Jahren enorm gewesen sein soll, weshalb der Freispruch eine „ungläubige Euphorie“ auslöste. CM Punk deutete übrigens in einem Interview nach dem Prozess an, auf eine Gegenklage zu verzichten. Er nannte ein solches Vorgehen „nicht sein Style“, außerdem war er einfach nur froh, das Verfahren nach all den Jahren endlich hinter sich lassen zu können.

Die Gerüchte rund um eine Rückkehr von CM Punk zum Pro-Wrestling werden auch in nächster Zeit nicht abreißen, doch er selbst betonte zuletzt mehrfach in Interviews, dass er nie wieder in den Wrestlingring zurück will. Er gab zwar zu, dass das Verfahren seine Ansicht verstärkt hätte und er, mit Abstand zu dem Verfahren, eine Rückkehr nicht kategorisch ausschließen möchte, aber aktuell könne er sich ein weiteres Wrestling-Match nicht vorstellen und er fühle sich dem Business auch nicht mehr „zugehörig“. Außerdem enthüllte Punk in einem Interview mit Ariel Helwani, dass er seit seinem Abgang von World Wrestling Entertainment nicht ein einziges konkretes Angebot für ein „Wrestling-Engagement“ erhalten habe. Beim Media Day zu UFC 225 betonte Punk nochmal, „fertig mit Wrestling“ zu sein. Er sprach davon, dass er das Pro-Wrestling bereits seit fünf Jahren hinter sich lassen will, doch die Fans nicht aufhören würden, über eine Rückkehr zu spekulieren. Er zeigte dafür kein Verständnis, weil er gleichzeitig für seine Ambitionen im Mixed Material Arts belächelt wird und dies wohl auch unabhängig vom Ausgang seines Fights am 09. Juni 2018 weiterhin so sein wird. Konkrete Fragen dahingehend, ob er bei der „All In“ Show am 01. September in den Ring steigen wird, verneinte er ebenfalls.

Abschließend seien mir noch kurze Schlussworte erlaubt: Abseits der Enthüllungen und teils unglaublichen Behauptungen, hat die ganze Geschichte und das Verfahren ein weiteres Opfer gefordert: Punks Liebe zum Wrestling. Colt Cabana gab in seiner Zeugenaussage an, dass sich die Beiden im Jahre 1999 bei der Steel Domain Wrestling School kennengelernt haben und anfreundeten, weil sie die gleiche Liebe zum Wrestling hegten. Diese Liebe ist bei Punk in den letzten Jahren, sogar wohl schon zu seiner aktiven Zeit, verloren gegangen und hat sich aufgrund der hiesigen Ereignisse in Hass gewandelt. Man könnte es argwöhnisch als „Ironie des Schicksals“ bezeichnen, da Punk als Wrestler unglaubliche Erfolge feierte und einen Wohlstand erlangte, den Colt Cabana wohl nicht mehr erreichen wird. Doch obwohl Cabana nie den Erfolg hatte und sein Intermezzo bei World Wrestling Entertainment nur von sehr kurzer Dauer war, hat er nie die Liebe zum Wrestling verloren und tritt seit jeher mit einer großen Leidenschaft auf. So betonte er in einem kürzlichen Interview mit Bryan Alvarez und Mike Sempervive, dass das Wrestling weiter einen Großteil seines Lebens einnehmen wird. Für viele Fans ist es eine kleine Tragödie, da CM Punk zu den besten Wrestlern der Neuzeit gehört, da er nicht nur ein unglaubliches Match-Verständnis an den Tag legte, sondern durch seine authentische, unverfrorene und eloquente Art Menschenmassen in den Bann zog und er meiner Meinung nach das Potenzial hatte, als Aushängeschild von World Wrestling Entertainment zu fungieren. Er war der perfekte Individualist.

26 Kommentare für Nicht schuldig: CM Punk und Colt Cabana gewinnen Gerichtsverfahren gegen WWE-Arzt Dr. Amann! Eine Zusammenfassung des Verfahrens + Wie gut ist die Gesundheitspolitik der WWE wirklich? *lesenswert*

  1. Yavi (Gast) sagt:

    Gut zusammengefasst das ganze. Bin froh das Punk und Cabana finanziell mehr oder weniger unbeschadet aus der ganzen Sache raus gekommen sind.

    Schön geschriebenes Schlusswort was mich fast ein wenig traurig macht. Nach seiner erneuten UFC niederlage hoffe ich dennoch auf eine kleine All-In überraschung.

  2. Oliver Kleemann (Gast) sagt:

    Ich glaube nicht das CM Punk wirklich mit dem Wrestling abgeschlossen hat.
    Ich bin mir sicher das er bei ALL IN auftreten wird und auch bei WWE sehen wir ihn mit Sicherheit irgendwann mal wieder.

  3. WomanEmpire279 (Gast) sagt:

    Na, das nenn ich mal ne Sonntags-Beschäftigung! Chapeau an Nexus 3D, ein wirklich sehr ausführlicher und sehr verständlich geschriebener Artikel! Gute Arbeit!👍

    Freue mich für Punk, dass er den Prozess gewonnen hat und nun vlt. auch einen Schlussstrich unter diese ganze Misere ziehen kann. Aber diese ganzen Verwirrungen… Alter, da steigt doch kein Normalsterblicher jemals so wirklich dahinter. Möchte gar nicht wissen, was da bei WWE in der „Gesundheitsabteilung“ alles so abgeht und niemals in irgendeiner Kranken-Akte erscheint… Mann oh Mann!

  4. Hok (Gast) sagt:

    Ich dachte nach der pipebomb 2011 würde CM für Chicago Made stehen?

  5. Erwinknowswrestling (Gast) sagt:

    CM SUX! Herrlich seine Visage nach den Fight!

  6. YuKezZzy (Gast) sagt:

    wenn ich vince wäre wirde ich dr armann feuern und andere artz suchen

  7. Kenny Bern (Gast) sagt:

    Punk kann das einfach nicht mit dem MMA Sport 😅
    Man merkt ihm zwar an, dass er gerne im Mittelpunkt steht und es genießt, wenn Leute ihm zujubeln, aber dann doch lieber im Wrestling Ring m.M.n.

  8. Bodylove (Gast) sagt:

    Top geschrieben! Respekt auch für das persönliche Fazit.

  9. Mensch (Gast) sagt:

    Das sind doch bestimmt eher 3,8 Mio als 3.800.000 Mios, oder?

  10. Fads (Gast) sagt:

    Guter Artikel, Respekt! Man muss CMp Entscheidung nie wieder in einen Wrestling Ring natürlich akzeptieren, aber

    man darf doch mal Träumen, RR 2019, die Fans zählen die Sekunden runter und Plötzlich…

    die Musik von CM Punk!

    Die Halle würde doch geschlossen ausflippen, das Network hätte innerhalb von Stunden eine Million Neue Abos… 😉

    Na, träumen darf man ja mal, auch in meinem Alter.

  11. Bill Lesnar (Gast) sagt:

    Schön, CM Punk gewinnt also auch mal was 😅

  12. Andy77 (Gast) sagt:

    Ich denke mal,wenn das Geld stimmt und Typen wie zB Brock Lesnar der WWE nicht soviel Kosten würde,werden wir CM Punk wieder bei WWE sehen.

  13. Seppel (Gast) sagt:

    CM Punk könnte der nächste sein der Fans aus dem Schmierlappladen WWE woanders hin ziehen kann.
    Hoffe, das wir ihn bei der WWE nie wieder sehen werden sondern bei einen von den sogenannten Indys.

    Jetzt wäre der Zeitpunkt sich mit den „Jungs“ zusammen zu setzen.

    Die derzeit wirklich spannendste Fehde findet doch schon außerhalb der Viertels statt.

    Möge das Ende eines alten senilen Mannes, der seinen Smarks weiterhin einen Hero aufdrücken will den es nicht gibt, besiegelt sein.

    Mit Freude sehe und verfolge ich Nachrichten die über sogennante Erfolge der Anderen berichten.

    Die erste Halle mit 10000 ist voll, weitere werden folgen. Allein der Tatsache das man wieder wirkliches Wrestling sehen möchte und keinen PG Scheiss. Für die, die die WWE ja für das Unerreichbare halten, ja euer kommendes Nischenprodukt wird erhalten bleiben.
    Mieses Booking, null Storylines und Fehden, grottenschlechte Shows sollen euch weiter unterhalten.

  14. Atze (Gast) sagt:

    @Oliver Kleemann
    Eher nicht. oder besser gesagt, mit Sicherheit nicht. Er hat damit abgeschlossen. Wenn überhaupt wird er in einigen Jahren mal bei der WWE vorbeischauen. Das wars wohl. Ist ja auch nicht mehr der jüngste.

  15. Klartext (Gast) sagt:

    Auch wenn ich nie sein größter Fan war und er menschlich sicher seine Ecken und Kanten hat aber CM Punk hätte der nächste Star sein können. Ich rede von Stars wie Austin, Hogan, Undertaker oder The Rock. Stars die nicht viel tun mussten und einfach das gewisse Etwas hätten. Vergesst solche Suppenkasper wie Reigns oder Cena! Punk hatte alles und hätte eine ganze Ära prägen können bzw. führen können. Leider hatten/haben mind. 2 Leute in der WWE-Chefetage keine Ahnung vom Wrestling was Punk zum Glück früh erkannte. Alles Gute für die Zukunft!

  16. HolyNoiz (Gast) sagt:

    Da werde ich doch sentimental.

  17. Atze (Gast) sagt:

    @Seppel

    Ich kann deine Verärgerung über das WWE-Produkt verstehen, aber deine Argumentation ist nicht schlüssig und realtitätsfern. All-In ist keine NJPW-Show sondern eine ‚All-Star-Indie‘ Show.
    Und 1-2 mal in Jahr eine große Show, mehr wird es auch zukünftig wohl nicht sein, ist zwar ganz schön, aber nichts, was irgendetwas am Status der WWE ändert.

  18. Seppel (Gast) sagt:

    @Atze

    Ich habe auch nicht behauptet das All In eine NJPW Show ist. Wie kommst Du darauf?

  19. Seppel (Gast) sagt:

    @Atze

    Bemerkenswert wie du dich für WWE einsetzt.
    Du scheinst noch nicht lange Wrestling zu schauen.

    Wie nennst du dich sonst?

  20. Fleischpeitsche (Gast) sagt:

    Ich muss mal meinem Freund und Kupferstecher SEPPEL beistehen.

    Bei allem nötigen Respekt und ohne Leute nahe zu treten aber wer dem aktuellen WWE-Programm positiv gegenübersteht sollte wirklich überlegen ob er/sie hier richtig ist und nicht lieber dem Disney- oder Augustinuswerk-Forum (Einrichtung für geistig zurückgebliebene Menschen) beitreten sollte.
    Denn genau für solche Leute ist die PG-Ära der WWE ausgerichtet: Kinder und „Leute die es nicht besser wissen“.
    Sorry!

    Selbst unsere 2 „treuen Seelen“ WomanEmpire und Torti sind mehr am Meckern und Kritisieren was ihr gutes Recht ist.

    Irgendwann wird die WWE ihr Kredit verspielt haben und andere Promotions werden die Oberhand gewinnen und die Fans zu sich ziehen.

  21. Seppel (Gast) sagt:

    Arne mein Begleiter aus der Mumienbar, du weißt was ich meine.👍

  22. WomanEmpire279 (Gast) sagt:

    Tja, Arne, da muss ich dir ja sogar mal recht geben. Ich find WWE auch bei weitem nicht mehr so toll wie früher und guck eigentlich nur aus einem einzigen Grund (den ich jetzt hier nicht näher ausführen möchte😉). Und ja, irgendwann wird es sicher auch andre Promotions geben, die für die große Masse interessanter sind. Aber ob wir hier dieses „irgendwann“ noch erleben werden, wage ich mal zaghaft zu bezweifeln… Es ist ja auch immer eine Frage „zwischen Daumen und Zeigefinger“, wer das Sagen hat und sich die Superstars leisten kann. Die arbeiten ja auch nicht für’n Appel und’n Ei, ich sage nur: Lesnar…
    Klar, wenn die Fans abwandern, gibts auch keinen Zaster mehr, aber wie gesagt, ob wir das noch erleben werden…😕

  23. Anonymous (Gast) sagt:

    @Klartext selten so gelacht… Mit Punk hätte ich es mir schon abgewöhnt. VIEL zu überbewertet der Knilch!

  24. GhostWriter (Gast) sagt:

    An alle die über die WWE meckern…schaut es doch einfach nicht mehr an, ist ja nicht auszuhalten…ich schau es selbst seit nem guten jahr nicht mehr.

    Und mit dem neuen TV Vertrag wird es bei der WWE niemandem am Sack jucken was ROH, NJPW usw machen.

    Also entweder man schaut WWE und gibt sich dem Mist hin, oder man lässt es und lebt glücklicher.

    Peace out, freaks

  25. Klartext (Gast) sagt:

    @ Anonymous

    JEDEM DAS SEINE !!!

    Jedenfalls viel Spaß mit Reigns, Lesnar, Cena & Co. und mit der geballten Langeweile & Inkompetenz.

    Muss jeder selber wissen was und wem er mag. Geschmackssache!

    Das mit Punk ist aber in meinen Augen keine Sache der Sympathie sondern Fakt. Hätte man es mit Konsequenz durchgezogen dann würden wir jetzt alle anders über die WWE und deren Situation reden.

  26. Klartext (Gast) sagt:

    @ Ghostwriter

    Wer sagt, dass wir WWE noch gucken? Also ich schaue es nicht mehr (auch nicht auf YouTube etc.) aber lese dennoch die Berichte hier auf der Seite. Ich denke vielen geht es ähnlich.

    Machen wir uns nix vor: WWE ist Müll. Die geballte Ladung Inkompetenz, Anti-Fanservice, Mobbing, Rassisumus, Planlosigkeit …

    Kann mich z.B. an 2013 erinnern. Jeder schimpfte über das Programm aber aktuelle in 2018 kommt es mir 5x so schlimm vor.

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