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Der Wrestling-Jahresrückblick – so lief das Wrestlingjahr 2017 (Teil 1: Januar bis Juni)

25.12.17, von Benjamin "Cruncher" Jung

Das Wrestlingjahr 2017 ist so gut wie vorbei. Und wenn man nun zurückblickt, fragt man sich irgendwie schon, was da alles so passiert ist. Und man merkt wie jedes Jahr: Man hat doch mehr vergessen, als man dachte. Um diesen Zustand zu ändern und noch einmal ein wenig in Erinnerungen zu schwelgen, kommt nun der Jahresrückblick auf das Jahr 2017! Verfasser dieses Rückblicks war in erster Linie unser Boarduser Klabauter. Unser Silentpflücker hat in seiner selbstherrlichen Art einfach den Text übernommen, leicht abgeändert und nun veröffentlicht.

Aufgebaut ist das Teil wie folgt: Für jeden Monat haben wir (also Klabauter und Silent) für euch drei Momente ausgesucht, die besonders in Erinnerung geblieben sind. Auf diese Weise finden sich konsequentermaßen in der nun folgenden Liste insgesamt 36 Momente aus neun verschiedenen Ligen (AAA, CMLL Impact Wrestling, Lucha Underground, NJPW, Progress, RoH, WCPW und natürlich vor allem WWE). Im heute erscheinenden ersten Teil gibt es die Monate Januar bis Juni, im zweiten Teil folgen demnach Juli bis Dezember. Viel Spaß 🙂

Januar 2017:

1. The United Kingdom Championship Tournament
Der erste Moment des Jahres 2017 hat seinen Ursprung noch im Vorjahr. WWE kündigte im Dezember 2016 für den Beginn des nächsten Jahres einen neuen Titel an, der der 13. aktive Titel der Company werden sollte. In einem zweitägigen Turnier krönte man am 14. und 15. Januar im legendären Empress Ballroom in Blackpool, England, den ersten United Kingdom Champion der Liga! Das Turnier bot dazu eine Auswahl der besten Wrestler des Königreichs (und den Iren Jordan Devlin) auf. Sechzehn Wrestler traten um diesen neuen Titel, dessen Gürtel eine abgewandelte Form des königlichen Wappens ziert, an. Durchsetzen konnte sich der jüngste von ihnen, ein Teenager!
Tyler Bate wurde zum ersten United Kingdom Champion nach einem Tyler Driver ‘97 gegen Pete Dunne – und damit zudem zum jüngsten Singles Champion in der Geschichte von World Wrestling Entertainment.

2. #AndNew – NXT becomes glorious, Authors of Pain doinate it all, Royal Rumble Rumble and the sweet sixteen
Im Januar stand – wie jedes Jahr – der Royal Rumble an – und damit auch ein NXT TakeOver Event im Vorfeld zur dieser Show. Es war also wieder einmal an NXT, ein WWE Wrestling-Wochenende zu eröffnen – und wieder einmal lieferte NXT eine sehr gute Show ab, die zudem noch zwei Titelwechsel sah.
Zum einen konnte sich Bobby Roode nach dem Glorious DDT die NXT Championship sichern. Danach setzte er es sich fortan zum Ziel, NXT “glorious” werden zu lassen. Außerdem schafften es die Authors of Pain, Akam & Rezar, mit Hilfe ihres Mentors/Managers und WWE Hall of Famer Paul Ellering, die Seiten des Book of Pain fortzuschreiben und sich den NXT Tag Team Championship zu holen!
Zwei Championship-Regentschaften fanden hier ihren Beginn, die NXT im Jahr 2017 prägen sollten!

Der Royal Rumble 2017 sollte der Start für eine seltsame World-Title-Fehde sein, die hier mit dem Sieg von niemand geringerem als Randy Orton im namensgebenden Royal Rumble begann. Außerdem baute Charlotte Flair ihre PPV-Siegesserie gegen Bayley weiter aus – und auch Kevin Owens verteidigte seine Universal Championship, obwohl sein bester Freund Chris Jericho in einem Shark Cage über ihm baumelte, um zu verhindern, dass er sich einmischen würde. Und auch für den King of the Cruiserweights, Neville, der die Cruiserweight Division in 2017 entscheidend prägte, endete der Abend siegreich.
Weniger erfolgreich verlief die Show für den WWE Champion AJ Styles. Er musste erneut gegen John Cena ran – und dieser schaffte es, den Top-Guy von SmackDown zu besiegen und sich zum insgesamt 16. mal einen World Title um die Hüften zu schnallen. Damit steht er nun in den offiziellen Rekordbüchern der WWE (die so korrekt freilich nicht sind) gemeinsam mit Ric Flair an der Spitze der Kategorie “Meiste World Title Siege” als 16-facher World Champion!

3. “5 Stars are not enough!”
In Japan ging mit „Wrestle Kingdowm 11“ einmal mehr zu Beginn des Jahres eine unglaubliche Wrestlig-Show über die Bühne. Gerade der Main Event zwischen Kenny Omega und Kazuchika Okada setzte für viele Fans und Experten neue Maßstäbe. Dave Meltzer gingen gar die Sterne aus, so dass er diesem Match allen Ernstes 6 von 5 möglichen Sternen gab. Da dachten viele, dass man das beste Match des Jahres definitiv schon im Januar gesehen hatte – aber wer konnte da schon ahnen, was in den kommenden Monaten noch alles folgen sollte?

Februar 2017

1. He’s got the whole world in his hands…
Bei Elimination Chamber bekamen wir dann eine neue Version der Elimination Chamber zu sehen, die nicht mehr rund, sondern eckig ist, aber dafür dem “Hell in a Cell”-Konstrukt ähnelt. Diese Version der Chamber bietet für die Zuschauer einige Vorteile: Bessere Sicht durch die (Plexi-)Glas-Elemente, größere Spots durch die “gepolsterten“ Böden außerhalb des Ringes – dazu gab es ein insgesamt starkes Debüt-Match!
In diesem setzte der Rekord-Champion John Cena seinen WWE Championship auf’s Spiel – und tatsächlich sollte nur 14 Tage nach dem historischen Sieg des Chain Gang Commenders über AJ Styles der Titel erneut wechseln. Und der Mann, der uns seit Monaten predigte, er hielte die gesamte Welt in Händen, war in dem Moment als die Ringglocke ertönte wirklich “on top of the world”: Bray Wyatt war tatsächlich WWE World Champion!

2. The Fall of the Queen
Charlotte Flairs PPV-Streak war ein wichtiges Element des Bookings der Queen of WWE, doch wie jeder Wrestling-Fan weiß – spätestens seit wir von Brock Lesnar und Paul Heyman auf schmerzliche Weise bei WrestleMania XXX daran erinnert wurden – “every streak has to come to an end!” Und so endete im Februar dieses Jahres auch die PPV-Singles-Match-Streak von Charlotte Flair. Mit der freundlichen Mithilfe ihrer besten Freundin Sasha Banks gelang es Bayley, Charlotte bei einem PPV zu besiegen und ihr auch den WWE RAW Women’s Championship zu entreißen. Mit dieser Niederlage sollte dann auch die längste Phase im Main Roster ohne Titelrun für Charlotte Flair beginnen, die erst kürzlich im November mit dem Gewinn des SmackDown Women’s Championship endete.

3. Bow down to the King!
Neville wurde von WWE mehrfach übersehen. United Kingdom Championship Tournament? Er wurde nicht berücksichtigt! Zu spüren bekam seinen Storyline-Ärger damals Tommy End, der heutzutage als Aleister Black NXT unsicher macht und in einem Singles Match während des Turniers gegen Neville antreten musste. Doch im Februar 2017 erhielt Neville seine Titelchance auf den WWE Cruiserweight Championship – und konnte sich auch gleich den Titel sichern! Der King of cruiserweights war geboren! Geholfen hat ihm dies alles letztlich aber eher wenig: Neville war auch bei „205 Live“ selten glücklich mit seinem Booking, sah er doch diese Devision als den von vielen Experten so betitelten „Kiss of death“ an, und 2017 kam es auch zum Eklat mit WWE, dessen Folgen bis heute andauern. Gleichwohl bleibt die Phrase „King of Cruiserweights“ im Gedächtnis…

März 2017

1. 22 Seconds!
22 Sekunden brauchte Goldberg, um im März 2017 Geschichte zu schreiben. Nachdem er bereits bei der Survivor Series im Vorjahr in unter 90 Sekunden Brock Lesnar vernichtet hatte, setzte er bei „Fastlane“ nochmal einen drauf und gewann in nur 22 Sekunden die Universal Championship von Kevin Owens, der von der Musik Chris Jerichos abgelenkt wurde! Goldberg konnte sich in seinem Return-Run im Alter von 50 Jahren vor den Augen seines Sohnes den World Titel des RAW Brands sichern und hielt diesen bis WrestleMania, wo er seine Karriere erneut beendete und den Titel an Brock Lesnar verlor.

2. Down since day one ish!
Die Usos. Man kennt sie. Zwei Bruder – ein Tag Team! Etwas Facepaint, gute Laune und ein Tänzchen vor dem Match! So waren die Usos lange Zeit und man hatte sich damit abgefunden, als solides Tag Team wurden sie bezeichnet. Sie waren nicht wirklich etwas Besonderes oder gar Championship Material, aber sie waren eben auch nicht schlecht. Mit ihrem Titelgewinn im März 2017 legten die Usos, die zuvor eine Abkehr vom Gimmick der netten Tanzbrüder mit Facepaint vollzogen hatten, den Grundstein für die absolute Hochphase ihrer Karriere, in der sie sich aktuell immer noch befinden – mittlerweile um einige Titelgewinne reicher. Down Since Day One Ish!

3. “Deleted, obsolete and decay” – The End of the expedition for Gold!
Broken Matt Hardy und Brother Nero! Für die einen absoluter Schwachsinn, für die anderen das Unterhaltsamste, was es im Wrestling seit langer Zeit gab und damit Trash vom Feinsten. Wie auch immer man zum Broken Gimmick stehen mag (und zu der Schlammschlacht zwischen Anthem und den Hardy Brüdern im Anschluss), sie hatten unglaublichen Erfolg und schufen einen Kult, der bis heute fortdauert! Siebenfache Tag Team Champions waren sie im März 2017, als sie die RoH Tag Team Championship gewinnen konnte. Sie sind das einzige Team, das die Tag Team Title von WWE (World/RAW), RoH, TNA und WCW halten konnten, ebenso sind sie das einzige Team, welches die RoH- und die TNA-Titles gleichzeitig hielt. Doch der März war nicht nur Monat dieses Triumphs, sondern auch das Ende der „Expedition for Gold“, wie die “Tag Team Title Sammel-Tour” bei Impact Wrestling bezeichnet wurde. In einem Segment, in dem sich die Hardys von Vanguard-1 zur nächsten Station der Expedition for Gold befördern lassen wollten, tauchten Rosemary, Crazzy Steve und Abyss auf und hoben die TNA Tag Team Titles vom Boden auf. Mit den Worten “Deleted, obsolete and decay” von Rosemary endete der TNA Tag Team Title Run der Broken Hardys – was dann wenig später mit der Begründung, Titel würden nicht “in space and time”, sondern im Ring gewonnen werden, auch noch einmal offiziell gemacht wurde. Damit begann ein Rechtsstreit um das Gimmick, der auch schon vor Ausstrahlung des Verlusts der TNA-Titel beim Gewinn des ROH-Tag-Team Title tobte.

April 2017

1. WrestleMania Weekend!
Jedes Jahr wieder ist das WrestleMania-Wochenende ein Highlight für Wrestlingfans weltweit. Nicht nur WWE versucht an diesem Wochenende all das aufzubieten, was man hat, auch andere Promotions schließen sich diesem Hype des WrestleMania-Weekends an. Das Wochenende begann bei WWE mit einem „NXT TakeOver“ – und man lieferte eine bombastische Show, bei der man kaum ein individuelles Highlight herausheben kann, sie war selbst durchgehend das Highlight. Es gab neugestaltete Titelgürtel, SAnitY trat erstmals in Vollbesetzung an, Ember Moon und Asuka lieferten eines feines WWE Women’s Match ab – und NXT blieb Dank Bobby Roode weiterhin “Glorious”.
Doch das war nicht alles, was an diesem 1. April 2017 passierte, das WWN kürte am selben Tag den ersten WWN Champion mit Matt Riddle. Tyler Bate verteidigte bei Progress seinen WWE UK Championship gegen Mandrews – das war das erste Mal seit den späten 1990ern, dass wieder ein WWE Title außerhalb von WWE verteidigt wurde. Am gleichen Abend verloren die Hardy Boyz ihre ROH Tag Team Titel bei der Supercard of Honor zurück an die Young Bucks. Und auch wenn es entsprechende Gerüchte gab und dieser Titelverlust genau dazu passte, niemand glaubte so recht an das, was dann bei WrestleMania passierte: Neben einigen seltsamen Booking-Entscheidungen und dem alles überschattenden Abgang des Undertakers auf der größtmöglichen Bühne des Wrestlings (war es das diesmal wirklich?), lieferten die Hardy Boyz das Highlight des Abends, als sie von den Hosts von WrestleMania The New Day zurück bei WWE begrüßt und dem Tag Team Championship Ladder Match hinzugefügt wurden. Doch nicht nur das, sie gewannen nur einen Tag nach dem Verlust des ROH Tag Team Titles die RAW Tag Team Titles und waren nach acht (Jeff) bzw. sieben (Matt) Jahren tatsächlich zurück bei WWE! (Broken) Dreams come true – sometimes…

2. The Hometown curse and the rise of the Goddess
Neben WrestleMania gab es einen weiteren PPV im April – und sehr zum Nachteil von Bayley fand der in ihrer Heimatstadt San Jose statt. Bei diesem PPV schlug dann der Hometown-Fluch (Champion + Heimatstadt = Titelverlust) erneut zu und kostete Bayley ihren Titel. Mit diesem Titelverlust einher ging der Titelgewinn von Alexa Bliss, die sich Tags darauf zur Goddess of WWE ausrief und seither (nur unterbrochen von Sasha Banks für 8 Tage) die RAW Women’s Championship ihr eigenen nennen darf. Zudem konnte sie sich zur ersten SmackDown & RAW Women’s Championesse küren und ist, obwohl auch Charlotte dies mittlerweile erreichte, die einzige, der dieses Kunststück sogar zweimal gelang!

3. House of Horrors
Ein weiteres „Geschenk“ des Aprils an WWE-Fans war ein neues Gimmick Match – und was für eins: House of Horrors! Viel wurde im Vorfeld spekuliert, was es damit wohl auf sich haben mochte, doch so richtig kann man das wohl auch nach dem Match nicht sagen. Es hatte was von Gruselkabinett für ganz arme Schlucker mit anschließender (Wett-)Fahrt zur Halle, um zu wrestlen. Jedenfalls konnte Bray Wyatt sein Gimmick-Match mit Hilfe von Jinder Mahal gewinnen. Den Titel brachte ihm das zwar nicht zurück, denn das Match, welches ursprünglich ein Title-Rematch für die Ex-WWE Champion Bray Wyatt hätte sein sollen, wurde zu einem Non-Title Match degradiert, nachdem man Bray Wyatt zu RAW holte und damit zugleich die Wyatt Family endgültig auflöste. All das schien Bray Wyatt aber nicht groß zu stören – anders als die meisten Fans, die das House of Horror Match als genau das empfanden, was der Name ausdrückte: Als horrormäßig schlecht!

Mai 2017

1. The UK again!
Im Mai 2017 kehrte man für zwei Tage und eine Network-Show ins United Kingdom zurück. Dies war zum einen ein weiteres Highlight des Monats, allerdings zeigt es auch den Status der UK Division: Sie hatte (und hat bis heute) immer noch keine eigene Show, was eigentlich ja das langfristige Ziel war, und dümpelt irgendwie weiter so vor sich hin. Shows wie jene im Mai 2017 gab es seither nicht mehr, lediglich bei NXT wurde die Division mittlerweile mit eingebaut, wirkt dort aber wenig harmonisch mit dem Rest von NXT, sondern eher wie ein Fremdkörper. Bleibt also zu hoffen, dass im nächsten Jahr von dem Moment berichtet werden kann, an dem WWE die 1. Folge seiner neuen UK-Show ausstrahlte!

2. TakeOver: Chicago
“Big Four PPV = NXT TakeOver im Vorfeld”, so lautet bis TakeOver Chicago die Gleichung für NXT Fans, doch nun gab es ein weiteres TakeOver Event nur einen Monat nach dem letzten am WrestleMania-Wochenende. Wenig Zeit also, um etwas aufzubauen, so dachte man, doch – wie sollte es anders sein – „NXT TakeOver: Chicago“ lieferte einmal mehr ab und bot gleich mehrere größere Momente. Wir sahen einen absoluten “Match of the Year”-Kandidaten mit Titelwechsel zwischen Tyler Bate und Pete Dunne. Wir sahen zwei Champions, die NXT prägten, wie wohl nur wenige vor ihnen, nämlich Asuka und Bobby Roode, ihre Titel verteidigen. Wir sahen die Authors of Pain, die nochmals zeigten, dass sie immer mehr dazu lernten und feine Matches mit #DIY hatten. Und wir sahen den Schocker des Jahres bei WWE/NXT überhaupt. Großartig in der Ausführung, intensiv in Bezug auf die Reaktionen und die Fortführung einer Story, auf deren Ausgang noch heute jeder gespannt ist: Tommasso Ciampa turnte auf brutalste Weise gegen seinen Tag Team Partner Johnny Gargano, der seither mit dem Verlust seines Tag Team Partners zu kämpfen hat. Manchmal macht ein solcher Split Sinn, manchmal geht aber auch einfach nur etwas kaputt, was zusammen schlicht und einfach perfekt passte. Man wird abwarten müssen, in welche Kategorie diese Trennung einzuordnen ist…

3. Don’t hinder Jinder!
“Don’t hinder Jinder!” hieß es zu 3MB Zeiten in den Hallen und im Internet, doch bei „Backlash“ stand für einen Moment die Wrestlingwelt still. Jinder Mahal, der Mann, der als Enhancement Talent zurück zu WWE kam, weil es auch außerhalbfür ihn nicht wirklich lief, gewann wenige Wochen vor Backlash ein #1 Contender’s Match und schlug kurz vor dem Titelmatch auch noch den Fanliebling schlechthin, AJ Styles. Beides unter Mithilfe zweier Schergen, die ihm zur Seite gestellt wurde, nachdem sie zuvor als Bollywood Boys im Cruiserweight Classic teilnahmen und die ersten Sieger eines “205 Live”-Matches waren. Zu diesem Zeitpunkt dachten noch viele, er sei eh nur ein Übergangsgegner für den WWE Champion Randy Orton. Ein RKO würde schon deutlich machen, wo der Platz von Jinder Mahal wirklich ist! Doch bei Backlash geschah dann das genaue Gegenteil: Ein Khallas, 1…, 2…, 3… Der 50. WWE Champion wurde gekürt – und er trug den Namen JINDER MAHAL!
Ein Gimmick-Inder? Yep. Ein Marketing-Stunt? Yep. WWE Champion? Yep, in 2017 auch das! Das „Projekt Indien“ machte es möglich, der Modern Day Maharaja war geboren!

Juni 2017

1. The best match ever?!
Im Januar des Jahres 2017 sorgte Dave Meltzer für einen Auschrei innerhalb der Internet Wrestling Community. Er vergab in seinem 5 Sterne System wie oben ausgeführt die Note von 6 Sternen für das Match Kazuchika Okada vs. Kenny Omega bei WrestleKingdom 11! Es war erst das zweite Mal überhaupt, dass dies geschah, und das erste Mal überhaupt, dass dies in den “modernen” Zeiten geschah (das Mal zuvor war ein Match zwischen Mitsuharu Misawa und Toshiaki Kawada am 03.06.1994 bei AJPW). Wochenlang wurde diskutiert: War es das beste Match aller Zeiten? Kann es ein Match geben, das besser als perfekt (5 Sterne) ist? Und was würde passieren, wenn die beiden erneut aufeinander treffen? Die Antwort auf zumindest die letzte Frage lieferten die beiden bei „Dominion“, wo sie ein 60-minute Time Limit Draw auf die Matte zauberten. Dave Meltzer war davon so begeistert, dass er diesmal im Krieg der Sterne noch weiter ging: 6 1/4 Sterne lautet die seither höchste jemals von ihm vergebene Wertung. Und diese Entscheidung wurde noch kontroverser diskutiert als die 6-Sterne-Entscheidung zuvor. Jeder hatte dazu eine eigene Ansicht (Klabauter sagt, mehr als perfekt, also 5 Sterne, geht nicht; Silent sagt, man muss das mit den Sternen alles nicht so eng sehen; JME könnte darüber sicherlich ganze Bücher schreiben – und Meltzer selbst verlegte sich aufs spitzbübische Schmunzeln). Aber egal, wie man Okada vs. Omega II letztlich bewertet: Dieses Match war, wie auch schon sein Vorgänger, einer der Momente, die für das Wrestling-Jahr 2017 stehen.

2. Messing with women: Ellsworth und des Regeln bei Money in the Bank…
WWE wollte im Juni die Frauen ins Spotlight rücken und bookte das erste “Money in the Bank”-Ladder-Match für Frauen. So weit, so gut. Leider versaute man beim “Money in the Bank”-PPV das Finish – oder vielmehr geschah das in den Tagen danach. James Ellsworth war es, der den Koffer abhängte, und Carmella war es, die den Koffer hielt, da sie ihn auffing. In den Augen einiger ein legitimes, von den Regeln abgedecktes Finish, in den Augen anderer absoluter Schrott! So oder so: Als historisch erstes Ergebnis für ein solches Match ist diese ganze Kiste dann doch eher schlecht.
Doch anstatt, dass WWE zu dem Ergebnis steht oder sich irgendwas sinnvolles einfallen lässt, um das Match zu wiederholen, kommt man auf die Idee, das Finish zu zerreden. Und so wurde aus dem zwar unschönen, aber immehin halbwegs legitimen Ergebnis plötzlich ein Verstoß gegen irgendwelche Regeln, die sich die Offiziellen im Nachhinein zusammenschustern. Bei SmackDown Live gab es dann die Wiederholung mit derselben Siegerin aber anderem Finish. Überzeugend wirkte das alles freilich nicht wirklich. Rückblickend steht damit ein definitiv erinnerungswürdiger Moment, leider aus fragwürdigenn Gründen.

3. The Cueto Cup
Lucha Underground Season 3 lief – und scheinbar brauchte man Füllmaterial und eine Möglichkeit, den Herausforderer-Spot bei Ultima Lucha Tres gebührend zu inszenieren. Die Idee, die Lucha Underground letztlich hatte, ist nicht besonders kreativ und im Wrestling auch nicht selten: Ein Scecial! Was bei NJPW das G1 und bei WWE der Royal Rumble ist, sollte hier der Cueto Cup sein. Der Sieger eines besonderen Turniers/Matches bekommt das Titelmatch bei der größten Show des Jahres.
Die erste Runde war nicht besonders erwähnenswert, bot allerdings zwei gute Matches: Jeremiah Crane vs. Killshot und Son of Havoc vs. Son of Madness. Ab Runde 2 wurden die Matches von Runde zu Runde besser, bis der Cueto Cup im Match Prince Puma vs. Pentagon Dark kulminierte – und es schließlich mit Prince Puma den 1. Cueto Cup Champion gab!

Damit ist der erste Teil des Jahresrückblicks absolviert, in wenigen Tagen kommt Teil 2 auf euch zu.

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3 Antworten zu “Der Wrestling-Jahresrückblick – so lief das Wrestlingjahr 2017 (Teil 1: Januar bis Juni)”

  1. The Phantom sagt:

    Sehr schöne Zusammenfassung, und das mit Neville sehe ich genauso.
    Die WWE hätte ihn mehr puschen müssen.
    Neville als Heel fand ich richtig Klasse ??

  2. TDK_HD sagt:

    Sehr schön geschrieben alles da merkt man dass du echt viel Zeit investierst dafür hut ab!:)
    Schöne Feiertage noch und bin ja mal gespannt auf den zweiten Teil:)

  3. keinding sagt:

    Danke für die tolle Zusammenfassung!

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