Kategorie | UFC News

Wrestling-Infos.de UFC 214: Cormier vs. Jones II Roundtable

29.07.17, von Benjamin "Cruncher" Jung

The best in the world: Ich freue mich, dass ich euch zu einem weiteren Wrestling-Infos.de Roundtable begrüßen kann. Heute wird der UFC PPV 214: Cormier vs. Jones II behandelt. Ich danke allen Writer die ihre Meinung kundgegeben haben. Nun wünsche ich euch allen viel Spaß beim Lesen.
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Inhaltsverzeichnis
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UFC 214: Cormier vs. Jones II Roundtable
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Light Heavyweight bout
Jimi Manuwa vs. Volkan Oezdemir

Hurricane: Manuwa ist wohl derzeit das heißeste Eisen in der LHW-Division. Spektakuläre KOs und Fäuste, die auch manche HWs is Land der Träume schicken würden. In der Offense ist er kaum zu stoppen und da sehe ich auch in Oezdemir aktuell keine Gefahr. Manuwa ist on fire und will sicher so weiter machen. Oezdemir hat als Kickboxer eine gute Bilanz und auch bei Bellator durchaus überzeugt. In der UFC mit seinem knappen Sieg gegen die Wundertüte OSP am Anfang sicher noch Luft nach oben gelassen, aber sein letzter Sieg gegen Cirkonov hat Wirkung hinterlassen. Da hat er gezeigt wie gefährlich er sein kann. Ich hab den Punch ehrlich gesagt gar nicht gesehen im Live-Bild. Sah auch gar nicht so brutal aus, vor allem da er ja sehr unter Druck und mit dem Rücken gegen den Zaun war. Heißt: Er ist unfassbar gefährlich auch in der Defense.
Manuwa dagegen hat wirklich nur gegen die Top Guys der Divison (Gustafsson und Rumble) verloren und zuletzt OSP und Corey Anderson eindrucksvoll KO geschlagen – zweimal POTN! Er ist explosiv und hat 15 seiner 17 Siege per Knockout geholt, das sagt schon einiges. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen hier eine Decision zu sehen. Beide sind explosive Finisher, haben ein gutes Striking und gehen durchaus auch mal ins Risiko. Oezdemir ist vielleicht etwas variabler und kann fast wie McGregor aus einem Konter einen KO machen. Manuwa hat dagegen einfach diese unfassbare Power und Explosivität, die ihn hier für mich auch zum Favoriten macht. Danach kann man in ihm durchaus einen würdigen Contender sehen, der max. noch 1 Fight von einem Shot entfernt ist.
Tipp: Jimi Manuwa via (T)KO in Runde 2

Randy van Daniels: Als sehr großer Fan von Manuwa bin ich bei diesem Kampf vermutlich etwas parteiisch. Den ganz großen Sprung hat er leider nicht geschafft, gegen die Leute aus der Top 5 hat er verloren und mit seinem 37 Jahren läuft ihm aktuell etwas die Zeit davon. Seine Knockoutpower und Explosivität besitzt er aber immer noch und das hat er in seinen letzten beiden Kämpfen nochmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Von Oezdemir habe ich in der UFC bisher ehrlich gesagt noch gar nichts gesehen. Ich hatte ihn vor einigen Jahren aber schon bei Bellator gesehen und dort hat er wirklich gute Ansätze gezeigt. Da der Kampf aber wohl größtenteils im Stand stattfinden wird, sehe ich hier ehrlich gesagt Manuwa im Vorteil.
Tipp: Jimi Manuwa via (T)KO in der zweiten Runde

The best in the world: Ich muss gestehen, dass es mir hier sehr schwer fällt, den Fight einzuschätzen. Das liegt einfach daran, dass ich von Oezdemir bislang noch nicht genug gesehen habe. In seinem Debüt hat er ja OSP besiegt, aber man muss bedenken, dass er hier kurzfristig angetreten ist und er dementsprechend wohl nicht bei 100% war. Dann folgte der Cirkunov Kampf und der hat knapp 30 Sekunden gedauert. Was er in seinen beiden Kämpfen gezeigt hat, ist dass er vorzüglich auf sein Striking setzt, jedoch gibt es nun wieder ein Problem. Während er gegen OSP gezeigt hat, dass er ein ordentlicher Pressure Fighter ist, schaffte es OSP einige Treffer zu landen, wenn er das Tempo bestimmen konnte. Dann konnte Oezdemir gegen Cirkunov jedoch durch einen Schlag in der Rückwärtsbewegung gewinnen. Gegen Saint Preux war er in den letzten Sekunden des Fights auch in Gefahr und wurde fast gefinisht, allerdings rettete ihn dort der Gong.
Manuwa ist einer der besten KO-Artisten der Division und sollte hier der Favorit sein, da er in seinen letzten Kämpfen deutliche Verbesserungen gezeigt hat. Sein Striking ist nun sauberer und er nutzt seine Power auch intelligenter aus. Auch er überzeugt vor allem durch sein Pressure Striking, ist jedoch kein Volume Puncher, sondern setzt auf den einen perfekten Treffer. Sein Striking hat sich mittlerweile auch verbessert, allerdings sah Oezdemirs Wrestling auch nicht schlecht aus gegen OSP.
Aber wie gesagt, ich kann Oezdemir immer noch nicht richtig einschätzen und gehe hier mit Manuwa, da ich von ihm deutlich mehr gesehen habe und er seit dem Rumble Fight auch wirklich sehr gut gekämpft hat. Oezdemir wurde bereits von OSP hart getroffen und Manuwa ist ein deutlich stärkerer Power Puncher mit besserer Technik. Deshalb tippe ich hier auch auf einen vorzeitigen Sieg für Poster Boy.
Tipp: Jimi Manuwa via TKO in der zweiten Runde
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Welterweight bout
Robbie Lawler vs. Donald Cerrone

Hurricane: Wow. Wow. WOW! Das kommt einem Dream-Fight schon sehr nahe. Zwei meiner absoluten Lieblinge im Octagon. Das wird wohl wenig überraschend der Showstealer des Abends. Und das auf Position 4 auf der Card! Da sieht man mal die Qualität… Lawler war ein klasse Champ und wurde nur von Woodley kalt erwischt. Alleine für den Fight gegen Rory werde ich ihn ewig lieben. Das ist ein Fighter wie man ihn sich wünscht. Er gibt niemals auf, hat ein brutales Skill-Set und wenn er Blut riecht, gibts kein Halten mehr. Eine wilde Maschine, die einfach in jeder Kategorie top ist.
Dann ist da aber noch der Cowboy, dessen Striking wohl mit das Beste in der UFC ist. Variabel, flexibel und kaum auszurechnen. Tolle Combos, er erfindet sich ständig neu. Er ist ein Veteran, der eigentlich auch einen Shot verdient hätte. Und wie wenn nicht mit einem Sieg über Robbie Fucking Lawler? Beide halten was aus, beide stehen für atemberaubende und spektakuläre Fights. Cowboy hat unfassbare Knockouts gezeigt, Lawler wohl das beste Kämpferherz der UFC. Zurücklehnen und genießen… Leider nur 3 Runden lang aber hier erwarte ich ein Offensiv-Feuerwerk. Hoffentlich kann es meine Erwartungen erfüllen aber ich bin eigentlich zuversichtlich, da beide mich noch nie enttäuscht haben. Der Sieger geht definitiv in Richtung Title und da will Lawler sicher um jeden Preis zurück. Cerrone hatte zuletzt eine tolle Serie und wäre eigentlich auch mal dran, dennoch glaube ich dass die Psyche von Lawler hier einfach einen Mini-Vorteil bringt. Er ist ein Champ und hat die Mentalität dazu. Er kann etwas aushalten, was er auch muss, denn Cerrone wird ihn immer wieder treffen. Lawlers Defense ist gut und er kann dich auf jede erdenkliche Weise besiegen. Daher kommt das Matchup mMn Lawler etwas mehr entgegen und auch wenn ich es Cerrone gönnen würde, ich gehe hier mit Robbie.
Tipp: Lawler via Unanimous Decision

Randy van Daniels: Dieser Kampf hat sicherlich das Potenzial ein weiterer Fight of the Year zu werden. Ich bin bei solchen Kämpfen aber immer etwas vorsichtig. Cerrone wird immer nachgesagt, dass er in den großen und wichtigen Kämpfen versagt. Lange Zeit konnte man dem durchaus zustimmen, das hat sich aber aufgrund seines herausragenden Runs im Jahr 2014 geändert. Sicher kann man rückblickend sagen, dass Jim Miller, Benson Henderson oder Edson Barboza zu dieser Zeit dann doch nicht das allerhöchste Niveau hatten, aber es waren trotzdem große Kämpfe. Das große Problem von Cerrone ist viel eher, dass er mit Pressure Fightern, die er im Stand nicht dominieren kann, häufig nicht zurechtkommt. Der Kampf gegen Eddie Alvarez war da eigentlich die Ausnahme, wobei Eddie nun auch nicht unbedingt für sauberes Striking steht. Hingegen haben Nate Diaz und Jorge Masvidal genau gezeigt, wo die Schwachstellen von Cerrone liegen.
Nun ist Robbie Lawler ebenfalls kein technischer Striker. Aber Lawler ist ein Pressure Fighter, wie er im Buche steht. Sobald er einmal Blut gerochen hat, kennt er nur noch eine Richtung. Häufig kann er sich dabei auf sein herausragendes Kinn verlassen, gegen einen Cerrone mit zahlreichen Techniken im Arsenal wird das etwas schwieriger. Trotzdem sehe ich hier Lawler im Vorteil, denn die Knockoutpower eines Tyron Woodleys besitzt Cerrone nicht. Sein größter Trumpf ist hier sicherlich wieder sein Wrestling, indem er mit der Sprawl & Brawl Taktik das Geschehen des Kampfes dominieren kann, denn Cerrone ist sicherlich der weitaus bessere Grappler. Alles in allem spricht also vieles für Lawler, auch wenn in dem Kampf sicherlich fast alles möglich ist.
Tipp: Robbie Lawler via (T)KO in der zweiten Runde

The best in the world: Das ist wohl einer der Traumkämpfe überhaupt im MMA. Ich freue mich zuerst natürlich unglaublich, dass einer meiner Lieblinge, Robbie Lawler, endlich wieder zurückkehrt und dann auch noch in solch einem Dream Fight! Wer sich diese Paarung nur durchliest, sollte sich schon auf UFC 214 freuen. Lawler wurde die letzten beiden Jahre mit dem Fight of the Year ausgezeichnet und hätte diese Auszeichnung auch 2014 gewinnen können mit seinem ersten Fight gegen Johny Hendricks. Jeder Robbie Lawler-Kampf ist ein Muss für jeden MMA Fan und Robbie enttäuscht auch nie. In seinem letzten Kampf hat dann aber der erste Fighter auch seine große Schwachstelle effektiv ausgenutzt. Lawlers Striking Defense ist nicht die Beste und er ist nicht der präziseste Counter Striker. Woodley hat Lawler bei UFC 201 sehr gut ausgetrickst mit einer Finte, auf die Robbie auch hereingefallen ist, und hat dann einen unglaublichen Power Strike gelandet. So gut Lawler in der Offensive auch ist, in der Verteidigung vernachlässigt er einige Sachen, die er beim Angriff anwendet. Sein Head Movement ist dann nicht mehr da, das Timing ist nicht perfekt und er setzt eher auf sein Kinn. Irgendwann kann aber auch ein Robbie Lawler nicht jeden Power Punch des Gegners absorbieren, das haben wir gegen Woodley gesehen.
Aber kommen wir nun auch zu Cerrone. Cowboy ist in der Offensive ebenfalls unglaublich gut, allerdings hat er eine große Schwäche, nämlich wenn sein Gegner ihn unter Druck setzt. Sieht man sich seine Niederlagen an, hat er immer gegen einen Pressure Striker verloren. Masvidal, RDA, Diaz, Pettis. Alle hatten die gleiche Strategie und alle konnten Cowboy KO schlagen. Lawler hat zwar in den letzten 2-3 Kämpfen eher passiver agiert (zumindest in den ersten Runden), aber er wird auch wissen, dass Cerrone auf Druck nicht gut reagiert.
Deswegen denke ich, dass Lawler von Anfang an nach vorne gehen wird und Cowboy Stück für Stück outstriken wird, bis das Finish von alleine kommt. Cerrone wird sicherlich auch einige Treffer landen, aber Lawler rechne ich zu, dass er noch einige gute Treffer absorbieren kann und er die Takedowns von Cerrone verteidigen wird. In der zweiten oder in der dritten Runde müsste dann das Finish für Lawler kommen. Sollte er jedoch über drei Runden passiv agieren, wie gegen Woodley oder gegen Condit bis zur 5. Runde kann Cerrone auch gewinnen. Ich denke jedoch, dass Lawler nach vorne gehen wird und Cowboy so schlagen wird. Geld würde ich jedoch hier nicht auf den Sieger setzen, sondern dass es ein unglaublicher Kampf wird.
Tipp: Robbie Lawler via TKO in der zweiten Runde
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Featherweight bout
UFC Women’s Featherweight Championship
Cristiane „Cyborg“ Justino vs. Tonya Evinger

Hurricane: Freunde, das könnte übel werden. Ich will nicht von Slugfest sprechen aber … ja doch eigentlich schon. Evinger ist eine der ekelhaftesten Fighterinnen im Roster und das meine ich absolut positiv. Sie ist teilweise unorthodox, immer gefährlich und ihr ist nahezu jedes Mittel recht. Sie hat gute Wrestling-Skills und kann gut was einstecken. Und hier kommt Justino in Spiel. Cyborg hat eine Offense, die manche Männer nicht bringen können. Ich will gar nicht wissen wie sie das macht, solange die Doping-Probe OK ist, muss man das akzeptieren. Sie pflügt durch 95% des Rosters ohne Probleme, selbst bei den Top5 gibt es kaum jemanden, der sie schlagen kann. Als Brasilianerin ist ihr BJJ fast schon genetisch bedingt klasse, durch ihre Statur hat sie auch weitere Waffen. Ich sehe einen Hagel aus Punches und Kicks während Evinger immer wieder clinchen wird und auch sicher mal den Takedown versuchen wird. Es wird Elbows geben, es wird Body Strikes geben, es wird sicher nicht schön anzusehen. Aber es kann durchaus lustig werden. Evinger ist keine, die sich in die Hosen macht vor Cyborg. Vielleicht die bisher unangenehmste Gegnerin für Justino. Am Ende sehe ich sie dennoch vorne, aber ich glaube nicht dass sie es im Vorbeigehen machen wird. Ich denke Evinger wird ihr Paroli bieten können, allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt als die Power von Cyborg einfach zu viel wird. Problem für Evinger: Das Ding geht 5 Runden. Kein Plan ob Justino die überhaupt gehen könnte, daher will sie sicher vorher Schluss machen. Daher vermute ich einfach dass es irgendwann um Runde 3 genug wird und Evinger einen Strike zu viel schlucken muss.
Tipp: Cyborg via (T)KO in Runde 3

Randy van Daniels: Ohne Tonya Evinger zu nahe treten zu wollen – das dürfte der einseitigste Kampf auf der Main Card werden. Ich habe viel Respekt vor Evinger, die einer der OGs des Women’s MMA ist und ihre Karriere bei Invicta noch einmal richtig wiederbeleben konnte, aber der Qualität von Cyborg ist einfach niemand gewachsen. Und das ist nicht nur in ihrem Kraftvorteil begründet, sondern auch mit der Technik. Cyborg ist die mit Abstand beste MMA Strikerin bei den Frauen und besitzt darüber hinaus im Notfall auch immer noch ein sehr gutes Ground Game. Evinger ist eine absolute Kämpferin und wird alles aus sich rausholen, aber sie wird genau wie jede andere vor ihr gegen Cyborg fallen. Zumal diese wieder in ihrem Lieblingsgewicht von 145 Pfund kämpfen darf. Ich schätze, dass die Brasilianerin mit diesem Kampf ein Statement setzen will und deshalb früh auf das Finish geht.
Tipp: Cris Cyborg via (T)KO in der ersten Runde

The best in the world: Hier muss ich mir zum Glück nicht den Kopf zerbrechen, wer gewinnen wird. Cyborg ist zweifelsohne die beste Kämpferin in der MMA Geschichte. Keine andere ist so gut in allen Bereichen des Sports. Es gibt herausragende Puristen wie Joanna, Ronda oder Holm, aber keine ist Weltklasse im Stand, im Clinch und am Boden… Außer Cyborg. Endlich wird sie auch im Featherweight antreten dürfen, so langsam wurde es auch Zeit, dass die UFC sie in dieser Gewichtsklasse kämpfen lässt. Evinger ist auch wirklich gut und hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. Ich denke, dass sie in der Bantamweight Division sicherlich in die Top 5 kommen kann, aber gegen Cyborg wird sie normalerweise keine Chance haben. In jedem Bereich ist die Brasilianerin besser, außerdem wird sie die größere Kämpferin sein, was nochmal ein Vorteil für sie ist. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Cyborg einen Kampf verlieren kann und tippe auf ein Finish. Evinger traue ich es zu, eine Runde zu überleben, vielleicht packt sie sogar zwei Runden, aber Cyborg wird hier mit Sicherheit den Sieg einfahren.
Tipp: Cristiane Justino via KO in der zweiten Runde
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Welterweight bout
UFC Welterweight Championship
Tyron Woodley (c) vs. Demian Maia

Hurricane: Ähnlich wie der Mainer ein Duell zweier komplett verschiedener Fighter. Woodley ist brutal explosiv und hat die Power eines Zuges. Er braucht seine Pausen aber wenn die Rechte einmal zu oft durchkommt, ist es vorbei. Egal ob der Gegner Thompson, Maia oder Lawler heißt. Das hat er bewiesen. Er muss an sich auch nichts mehr beweisen, da er die Top Guys geschlagen hat. Klar, gegen Wonderboy war es eine enge Kiste und gegen Lawler hatte er sicher auch ein wenig Glück aber mittlerweile denke ich muss man ihm allen Respekt entgegenbringen, er ist ein verdienter Champ. Man muss ihn nicht mögen aber er ist ein brutaler Athlet.
Demgegenüber ist mit Demian Maia so etwas wie die letzte echte BJJ-Bastion. Ein Brasilianer wie man ihn sich vorstellt. Tolle Submissions, sehr gute Kicks, Cardio und ein BJJ vom anderen Stern. Er hat es sich eigentlich seit Jahren so verdient, scheiterte aber meist kurz vorm Ziel oder andere kamen ihm zuvor. Daher wäre dieser Title Shot hier wohl auch seine letzte Chance, da die Division dahinter schon wieder gut Druck macht. Ich mag ihn gerne und er hat gegen Woodley durchaus seine Vorteile. Die Reach ist besser, er ist auch etwas größer. Er versucht viele Takedowns, die Woodley sicher oftmals verteidigen kann. Aber Maia ist von der Ausdauer und dem Willen her kaum zu brechen, er wird es immer wieder versuchen und Woodley nerven. Wenn der Fight mal am Boden ist, wird es sehr spannend. Woodley hat die Power sich zu wehren, aber Maia hat die Skills. Wenn er nicht von Woodley erwischt wird, beim Versuch einen Takedown zu landen, sehe ich hier eine gute Chance für Maia. Woodley ist wohl in seiner Prime und auf dem Höhepunkt der Karriere, aber Maia hat die Erfahrung und wäre einfach mal „dran“. Daher ist hier vielleicht etwas Wunschdenken dabei, aber ich sehe Maia hier leicht vorne und er wird irgendwann die Chance nutzen und den Champ zur Aufgabe zwingen.
Tipp: Demian Maia via Submission in Runde 4

Randy van Daniels: Den Titelkampf hat sich Demian Maia auf seine alten Tage definitiv nochmal verdient. Mit Tyron Woodley hat er aber ein denkbar schlechtes Matchup bekommen. Im Stand müssen wir uns gar nicht darüber unterhalten. Maia hat sich bei seinem Striking in den letzten Jahren zwar wirklich verbessert, aber das ist vorsichtig gesagt immer noch unterdurchschnittlich. Beim reinen Grappling liegt Maia natürlich meilenweit vorne, zusammen mit Jacare ist er in diesem Bereich absolute Weltklasse. Der Knackpunkt wird sein, ob Maia auch die Takedowns landen kann, um auf den Boden zu kommen. Mit konventionellen Takedowns wird dies denke ich schwierig, denn Woodley hat die bessere Physis und nebenbei ein gutes Counterwrestling. Wenn, dann muss Maia wohl viel mit Sweeps und Pulls agieren, außer er kann im Stand das Momentum von Woodley für einige schöne Takedowns nutzen. Ein weiteres Problem dürfte Maias Kondition sein. Bereits in den meisten Kämpfen über drei Runden baut er zum Ende hin stark ab, eklatant wurde das im Kampf gegen Ryan LaFlare sichtbar. Mit diesen Defiziten wird er in den Championship Rounds erst recht keine Takedowns landen – zumal er bis dahin auch im Stand einiges einstecken dürfte. Deshalb sehe ich Woodley hier als klaren Favoriten.
Tipp: Tyron Woodley via (T)KO in der dritten Runde

The best in the world: Endlich bekommt Maia seinen Title Shot, aber ich denke, dass Woodley für ihn mit Abstand das schlechteste Match-Up ist. Maia ist der beste pure BJJ Fighter in der UFC Geschichte und es ist schon unglaublich, dass er so weit gekommen ist. Sein Striking ist auch nicht auf Treffer ausgelegt, sondern auf das Timen der Schläge des Gegners, um selber einen Single Leg-Takedown zu landen. Auch sein Footwork ist in Ordnung. Am Boden macht Maia natürlich auch keiner was vor und er hat eine Menge Wege, den Fight auf den Boden zu bringen, auch gegen starke Wrestler. Das Problem ist hier jedoch, dass Woodley ein fantastischer Wrestler ist, der sich bereits gegen Jake Shields, einem Fighter mit ähnlich starkem BJJ, durchsetzen konnte. Der große Unterschied zwischen den beiden liegt im Striking. Woodley hat nämlich unglaubliche KO Power und in den letzten Fights bewiesen, dass seine Technik auch wirklich gut ist. Dort wird er riesige Vorteile gegen Maia haben und konditionell sehe ich auch beide ungefähr auf einem Level. Maia ist zwar dafür bekannt, dass er ein sehr gutes Kinn hat und ich kann mir einen Takedown in der ersten Runde vorstellen, aber wie wird der Fight ab der zweiten Runde aussehen, wenn Maia die Submission nicht schafft? Es ist deutlich einfacher eine Submission zu verteidigen, als der offensive Fighter zu sein und Woodley hat eine gute Submission-Defense. Ab der zweiten Runde bekommt Maia Probleme, den Fight auf den Boden zu bringen und ab dort könnte Woodley dann übernehmen. Auch wenn Maia einer meiner Lieblingskämpfer ist, kann ich mir nur schwer vorstellen, dass er hier gewinnt. Er ist gut genug, um Welterweight Champion zu werden, jedoch finde ich, dass Woodley das eine Match-Up für ihn ist, welches ihm nicht entgegen kommt. Am Boden kann er jeden zur Aufgabe bringen, aber ich tippe hier auf Woodley. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.
Tipp: Tyron Woodley via TKO in der dritten Runde
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Light Heavyweight bout
UFC Light Heavyweight Championship
Daniel Cormier (c) vs. Jon Jones

Hurricane: Eine Storyline von der die WWE nur träumen kann. Gut, Böse? Irgendwas dazwischen? Rache? Respekt? Es gibt so viele Themen die man um dieses Matchup diskutieren könnte. Im Endeffekt ist es aber schon rein sportlich ein Monster-Fight. Cormier gewinnt 19 seiner 20 Fights und verliert nur gegen Jones, Jones wiederrum gewinnt 21 seiner 22 Fights und verliert nur gegen sich selbst und einer dämlichen DQ obwohl er den Gegner zu Brei haut.
Es ist ein Titlefight der seinen Namen verdient. Und während die beiden schon alleine von ihrem Charakter und ihrer Darstellung außerhalb des Rings nicht unterschiedlicher sein könnten, so ähnlich verhält es sich im Octagon. Der Saubermann Cormier, keine Skandale, immer respektvoll und fair. Im Octagon wohl einer der besten Wrestler mit tollen Takedowns, sehr guter Cardio (auch wenn er nicht immer so aussieht) und gutes Striking (140 Strikes gegen Gustafsson z.b.).
Jones auf der anderen Seite ist der verlorene Sohn, der gefallene Held. Er war ganz oben, dann ganz unten. Sein propagiertes Image des bibeltreuen Familienmenschen kann sich irgendwo stimmen, es soll aber niemanden blenden. Jones war, ist und wird immer ein Arsch sein. Aber ganz ehrlich? Ich mag ihn. Das muss man nicht verstehen oder gutheißen, aber ich find ihn cool. Dass er einer der besten seiner Zunft ist, sollte außer Frage stehen. Er war der dominanteste Champ nach Anderson und hat das ganze Roster verhauen. Selbst im Heavyweight könnte ich ihn mir gut vorstellen, Stipe mal ausgeklammert. Er hat die höchste Takedown-Defense in der Gewichtsklasse (meine um die 94%) und hat Arme und Beine wie Tentakel, die dich von überall treffen können. Er spielt Mind Games und hat hier und da ein paar „dirty tricks“ auf Lager.
Der Fight wird auch so etwas wie ein Kampf der Stile. Während Cormier sein Ding eigentlich seit Jahren durchzieht, versuchte Jones zuletzt durchaus sich ein wenig neu zu erfinden – nicht nur außerhalb des Octagons. Sein Muay Thai und BJJ wird immer besser und im Stand ist DC schon aufgrund der Reichweite wohl keine große Gefahr. Jones ist größer und stärker und DC muss eigentlich versuchen so nah wie möglich ranzukommen und ihn runterzubringen. Ich sehe keine Chance auf einen (T)KO-Sieg von Cormier, wenn er Jones einmal überrascht ist eine Submission möglich. Aber da Jones seine Stärken da hat, wo Cormier ebenfalls stark ist, sehe ich kaum ein Szenario in dem Jones nicht gewinnt. Der erste Fight hat dies mMn auch schon gut gezeigt, dort hatte Jones mehr Takedowns und das Striking kontrolliert. Es kommt sicher auch auf die ersten Minuten an, da beide die letzten 1-2 Jahre wenig Fights hatten. Wer kommt schneller in seinen Rhythmus? Dann freue ich mich allerdings auf einen tollen Fight, der wahrscheinlich in Runde 4-5 beendet sein wird. Ich sehe einen Sieg von Jones entweder per (T)KO oder relativ deutlicher Decision.
Tipp: Jon Jones via Unanimous Decision

Randy van Daniels: Der große Kampf, auf den alle gewartet haben. Vieles wird davon abhängen, in welcher Form sich Jon Jones präsentiert. Immerhin stand er jetzt wieder 15 Monate lang nicht mehr im Octagon. Wenn er auch nur annähernd an seine alte Form herankommt, sehe ich keinen Grund, warum das Rematch anders als das erste Aufeinandertreffen enden sollte. Im Stand ist Jones haushoch überlegen, dazu besitzt er das bessere Grappling. Daniel Cormier kann diesen Kampf eigentlich nur aus der Top Control gewinnen. Ob er es aber schafft, Jones auf den Boden zu bekommen, halte ich für mehr als fraglich. Jones ist selbst ein herausragender Wrestler und besitzt einen eklatanten Reichweitenvorteil gegenüber Cormier. Und genau das wird er nutzen. Er wird mit seiner Reichweite auf Distanz kämpfen, sodass Cormier nur wenige Chancen auf den Clinch und einen Takedown besitzt. Und wer Jones kennt, der weiß, dass er gut mit seiner Reichweite umgehen kann, anders als beispielsweise ein Stefan Struve. Dementsprechend wird Jones dem Kampf seinen Stempel aufdrücken und hier letztlich einen ungefährdeten Sieg einfahren.
Tipp: Jon Jones via Unanimous Decision

The best in the world: Der Main Event ist natürlich das MMA Highlight des Jahres. Jon Jones ist für mich weiterhin der beste Pound for Pound Fighter der Welt und DC ist auch ganz klar ein Top 5, wenn nicht sogar Top 3 P4P Kämpfer. In seinem letzten Kampf dominierte Jones mit OSP einen Fighter, der nicht ansatzweise auf seinem Level ist und dann folgte die Sperre. Die lange Auszeit von Jon ist auch der einzige Grund, weshalb ich mir bei diesem Fight nicht ganz sicher bin, wer gewinnen wird. Jones hat in den letzten drei Jahren gerade einmal zwei Mal gekämpft und das ist ganz klar zu wenig. Gegen OSP hatte er auch nicht seine beste Performance.
DC blieb währenddessen ziemlich aktiv. Seit der Niederlage gegen Jones bei UFC 182 hat Cormier vier Kämpfe bestritten und alle gewonnen, auch wenn der Sieg gegen Gustafsson meiner Meinung nach umstritten war. Trotz alldem hat DC gezeigt, dass er einer der besten Fighter in der LHW Division ist und er bloß Jones nicht schlagen konnte, aber das hat niemand geschafft. Der erste Kampf war die ersten drei Runden sogar ziemlich knapp, DC hat jedoch auch nur die zweite Runde gewonnen. Runde 1 und 3 hat er knapp verloren, Runde 4 dafür sehr deutlich. In der letzten Runde hat Jones dann abgebaut, aber trotzdem wieder gewonnen. Was die Technik angeht, gibt es zwischen den beiden nicht einmal einen großen Unterschied. Der große Unterschied ist, dass Jones unberechenbar ist und er deutlich länger und größer ist. DC muss wieder einen 12 Inch-Reichweitennachteil wettmachen und das ist auf dem höchsten Level einfach nur unglaublich schwer, vor allem wenn der Gegner so gut mit seiner Reichweite umgehen kann. Cormier muss wieder unglaublich viel Druck machen und versuchen, wild zu kämpfen, aber Jones hat mittlerweile mehr Power als zuvor und sollte er einen Konter kassieren, könnte er zu Boden gehen. Jones weiß einfach, wie er mit seiner Reichweite umgeht und seine Takedowndefense ist auch absolut Weltklasse. Ich denke nicht, dass Cormier einen Takedown landen kann, wenn Jones den Versuch respektiert und anständig verteidigt, Jones hingegen kann Cormier zu Boden bringen.
Aber wie gesagt, Jones hat lange nicht mehr gekämpft und Ringrost ist auf jeden Fall ein wahres Phänomen. DC war deutlich aktiver in den vergangenen Jahren und wird sehr selbstbewusst in den Fight gehen. Ich bin mir sicher, dass er sehr gut vorbereitet sein wird, jedoch ist Jones einfach der beste Fighter auf der Welt und hat ein unglaubliches Kinn. Selbst wenn DC einige Treffer landet in den ersten Runden, wenn JBJ erst in den Fight kommt, er kann diese Punches absorbieren. Alles in allem wird das aber ein fantastischer Kampf und wir können und auf ein Spektakel freuen. Ich gehe hier mit Jones.
Tipp: Jon Jones via Unanimous Decision
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Fazit

Hurricane: Manuwa, Lawler und Cerrone zu Beginn der Main Card. Das sagt eigentlich alles. Drei Title Fights, dazu Superstars wie DC, Jon Jones oder Cyborg. Diese Card hat aber auch ansonsten eine tolle Tiefe und auch z.b. mit Sterling vs. Barao richtig geile Fights in den Prelims. Die Story im Main Event ist eigentlich eine für sich, daher ist es fast schade dass nahezu jeder nur über DC vs. Jones 2 redet. Mit Lawler vs. Cerrone ist ein persönlicher Dreamfight auf der Card, Woodley vs. Maia um den Titel ist eine Wucht und und und. Es gibt definitiv so viel mehr als nur den Mainer, der zweifelsfrei natürlich ein Spektakel ist. Die Story dazu schreibt sich ja von selbst und bis auf Cyborg vs. Evinger sehe ich eigentlich in jedem Main Card Fight ein enges Ding. Ich hab zwar überall einen Favoriten, aber im Endeffekt würde es mich auch nicht wundern wenn es anders kommt. Dafür ist einfach zu viel Qualität auf der Card. Ich bin sehr gespannt in welcher Verfassung Jon Jones ist und ob er an seine alten Tage anknüpfen kann. Dann sollte einem Mega-Event und dem wohl besten seit langer Zeit, nichts mehr im Wege stehen. Ich bin mehr als nur heiß!

Randy van Daniels: Eine richtig, richtig große Card, bei der auch die Prelims stark besetzt sind. Das ist wirklich wieder ein Event, wo nicht nur Big Time, sondern auch Old School Feeling aufkommt. Früher, als es noch deutlich weniger TV Events gab, war es ja Usus, dass die PPV Cards durch die Bank weg so stark besetzt sind. Es ist definitiv ein Event, dass sich kein MMA Fan entgehen lassen sollte und hat durchaus das Potenzial, das beste MMA Event des Jahres zu werden.

The best in the world: Das hier ist ganz klar das beste Event dieses Jahres. Der Main Event ist der größte MMA Fight, den man booken kann und ansonsten ist die ganze andere Main Card perfekt. Zwei sehr interessante Titelkämpfe, ein Traumkampf und ein Title Eliminator. Dazu stehen auf der Preliminary Card super Leute wie Ricardo Lamas, Renan Barao, Brian Ortega, Jason Knight und noch viele mehr. Hier sollte man sich den Event wirklich von Anfang an anschauen und man wird super unterhalten. Danke UFC für dieses Mega Event!
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The best in the world: Ich hoffe, euch hat der Roundtable gefallen. Wir von Wrestling-Infos.de wünschen euch abschließend viel Spaß beim Event und hoffen natürlich, dass wir auf eure Meinung nach der Veranstaltung zählen können. Ein besonderer Dank geht nochmal an die Writer Hurricane und Randy van Daniels.

Diskutiert HIER mit vielen weiteren Fans über den Roundtable! KLICK!!





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