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Kurz gemosert… #150

13.04.17, von Benjamin "Cruncher" Jung

„Kurz gemosert…“ beschreibt die Welt des Mainstream-Wrestling mit den Augen eines meckernden „Smart Marks“. In unregelmäßigen Abständen spricht Manuel Moser in der wohl umstrittensten Wrestling-Kolumne aller Zeiten Dinge und Tatsachen an, welche sich manch einer vielleicht nicht traut auszusprechen oder die es aus den Tiefen der „Smart Mark“-Fangemeinde nicht an die Öffentlichkeit schaffen. Harte Worte und eventuelle Spoiler inbegriffen.

 

Welche Werbebanner bekommt ihr eigentlich immer so angezeigt wenn ihr diese Seite besucht? Also bei mir möchte sich ein gewisser Herr Daniel Lukoschek an meinem Bauchfett vergreifen. Zuerst einmal habe ich kein Bauchfett und zum zweiten mach ich mich lieber krass… oder sexy… aber auf keinen Fall Sophia Thiel! Die Kopf-Körper-Proportionen sollten am Ende dann doch noch einigermaßen stimmen.

Hat eigentlich mal jemand gezählt wie viele „Draft’s“ wir bei WWE nun schon zu sehen bekamen? Wenn ihr jetzt glaubt, ich würde das tun, dann habt ihr mich falsch eingeschätzt. Ok es waren elf…
Großartig Bewegung ist bisher nach keinem Draft ins Roster gekommen. Entschuldigung… Superstar Shake Up! Nur weil man eine Sau Einhorn nennt, wächst ihm nicht gleich ein heilendes Horn auf dem Rüssel. Das liegt hauptsächlich daran, dass sich eben immer nur die Nebendarsteller ändern. Den Top Spot auf der Card haben unterm Strich immer die McMahons und das Booking rund um die Hauptdarsteller variiert nur geringfügig.
Mal steht ein McMahon selbst im Ring und mal lässt er andere für sich kämpfen. Dabei wird peinlichst drauf geachtet, die Sklaven der „Authority“ als vollkommen hirn- und hilflose Laien-Menschen darzustellen. Der letzte Heel der über einen längeren Zeitraum, soll heißen nach der meist einjährigen Monster-Push-Phase, dominant im Main Event und der Upper Card vertreten war, ohne dabei, on Air, dauerhaft Mitglied des Regimes zu sein, trug den Namen Triple H. Und warum der da stand und steht wo er war und ist, wissen wir ja.
Allein die Idee nach dem letzten Roster Split je einen McMahon und einen General Manager für beide Shows einzustellen war das wohl unlogischste was man machen konnte. Zeigt aber gleichzeitig das Geltungsbedürfnis dieser Idioten.
Stephanie McMahon fährt dabei die Schiene die coole Bitch zu spielen, welche über allem und jedem steht. Bezeichnend dafür war die Art und Weise wie man Mick Foley on Air verheizt und begraben hat.
Stephanie wird mit an absolut grenzender Wahrscheinlichkeit in wenigen Monaten wieder vor der Kamera stehen und das Spiel von vorne beginnen. Immerhin kommt ihr Ehemann sonst ohne das aus dem Summerslam und Wrestlemania resultierende Taschengeld nicht über die Runden.
Und warum ist eigentlich Shane McMahon wieder vor die Kameras zurückgekehrt? Sicherlich, um ein Zeichen zu setzen, dass Daniel Bryan zwar noch für WWE arbeiten muss, aber im Grunde immer noch nur als B-Player gesehen wird. Aber auch, damit er sich im TV als das präsentieren kann, was er im wahren Leben immer gerne gewesen wäre. Ein reicher MMA-Playboy wie Bruce Wayne. In Wirklichkeit ist er aber nur ein potentieller Kunde für den Herren auf dem Werbebanner, der schlägt wie Sophia Thiel und ohne das Geld seines Vaters wohl in der Gosse gelandet wäre.

Was hat sich in diesem Jahr durch die Drafts geändert? Überhaupt nichts oder? Wie eigentlich immer haben die Midcard-Champions dir Shows getauscht was den Titelträgern und den Titeln übrigens nie geholfen hat aus dem Loch der Belanglosigkeit herauszukommen. Ansonsten hat man wieder mal die Damen-Division durcheinandergewirbelt, aber da diese Division ähnlich viel Bedeutung hat wie die Cruiserweights, soll auch das nur eine Randnotiz bleiben. Das Highlight hier war in dieser Woche der verbotchte Shoulderbreaker von Nia Jax, mit welchem sie Charlotte beinahe das Genick gebrochen hat.
Sami Zayn, der am Montag noch beinahe geheult hat weil er Angst hatte zu Smackdown zu müssen, scheint sich nun doch auf seine neue Heimat zu freuen. Ob er jetzt montags oder dienstags mit seinem scheiß Gimmick nervt, dürfte aber auch keinen interessieren. Sein Segment am Montag war dahingehend übrigens reine Zeitverschwendung.
AJ Styles hingegen bleibt bei Smackdown und das war keineswegs zu erwarten. Aber bei RAW hätte man ihn ja auch in innovative Fehden gegen Balor, Lesnar oder Joe stecken können. Da lässt man ihn lieber bei Smackdown versauern, wo er eigentlich schon alles erreicht und durch den Draft auch keinen interessanten Gegenspieler dazubekommen hat. Eine Fehde gegen Nakamura kann man eben auch nicht über ein Jahr hinweg ziehen. Nakamura wird es sowieso schwer haben. Der Mann hat kein Micwork und lebt eigentlich nur von seinem Ruf, sowie seinem Entrance. Nakamura wird im Main Roster genauso wenig funktionieren wie Bayley, die Vaudevillains oder auch Dawson und Wilder die ja rein optisch schon an eine Mini-Me-Version von The Club erinnern.WWE kauft und kauft und kauft lauter Indy-Guys, obwohl man genau weiß, dass sie alleine von der Statur niemals im Main Roster funktionieren werden. Selbst wenn die Casual Fans sie anerkennen, schafft es das Booking Team die Jungs zu begraben.

Im ersten Augenblick könnte man meinen, dass WWE am Montag Roman Reigns begraben hat. Aber der Schein trügt. Das Segment war zwar sehr intensiv und bis auf die Tatsache, dass man noch sehr gut am Bildrand sehen konnte, wie Roman Reigns aus dem Rettungswagen gesprungen ist, bevor Braun Strowman diesen umgeworfen hat, schon sehr unterhaltsam.
Aber was passiert mit Faces die solch eine Tracht Prügel einstecken und „innere Verletzungen“ davon tragen? Ganz genau! Nach einer Wunderheilung von nur wenigen Tagen tauchen sie unbesiegbar wieder auf. Vince McMahon erhofft sich dadurch scheinbar, dass Reigns wie ein Bad Ass a la Steve Austin rüber kommt. Da hat wohl jemand den Fahrplan falsch gelesen, denn dieser Zug ist bereits abgefahren bzw. war für dieses Gleis nie ein Zug angekündigt. Montags fährt eben kein Zug über Arschloch Stadtmitte nach Helmuthausen.

Was hat es eigentlich mit diesem komischen UK Championship auf sich? Glaubt WWE ernsthaft, dass sie ein großes Stück vom Kuchen des Booms, den das britische Wrestling gerade erlebt, abhaben können, nur weil sie zur Party den Tortenheber mitbringen?
Und diese Kerle… Ist das nur Zufall oder eine Vorgabe von WWE, dass sie allesamt in irgendeiner Art und Weise einen speziellen Bart tragen? Das ist ja peinlich! Wie austauschbar die Charaktere sind, sieht man spätestens daran, dass ich Probleme hatte, den aktuellen UK Champion und diesen Kerl bei Smackdown der immer mit dem Schirm durch die Gegend hüpft auseinander zu halten. Ohne Mist ich dachte sehr lange, die beiden wären ein und dieselbe Person.
Und dann ein UK-Worker mit dem Namen „Wolfgang“. Ich bitte euch… „Wolfgang“!? Warum nicht gleich „Walter“ oder „Hans-Günther“? Da kann man den Namen noch so WUUUUULFGÄÄÄÄÄNG aussprechen wie man will es ist und bleibt ein scheiß Name.
Wenn das so weiter geht, haben wir bald für jeden potentiellen Markt einen WWE Championship. Da graut es mir gerade in Bezug auf Deutschland, denn wir haben hier nun mal auch eine relativ gestandene und weiterhin im Wachstum befindliche Wrestling-Szene. Man stelle sich den WWE German Championship vor… Mit Angela Merkel auf der großen, sowie Bier und Weißwurst auf den seitlichen Platten. Dazu noch lauter deutsche Worker mit affigen Gimmicks und grauenhaftem Englisch…
Natürlich der klassische Nazi-Herbert mit Glatze und Springerstiefeln und dazu der stets biertrinkende Gustl mit dem dicken Bauch und dem „Big Otto“ als Finisher.
Oder „Peter Muller from Dschööörmänni“, der mit einem Maßband den Ring überprüft und dabei den Arbeits- und Gesundheitsschutz der WWE-Arbeitnehmer anprangert, sowie einen Betriebsrat gründen möchte und in jedem Interview auf Dinge wie Daten- oder Verbraucherschutz eingeht.

Schnörrt, schnörrt, schnörrt…
Für Kritiken jeglicher Art stehe ich gerne im Forum von Wrestling-Infos.de, unter kurzgemosert@gmail.com oder auf Twitter zur Verfügung.





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6 Antworten zu “Kurz gemosert… #150”

  1. 2Face sagt:

    Geil. Gerade als es um die potentielle german division ging, kam ich aus dem lachen nicht mehr raus :‘)

  2. sXe for life sagt:

    Köstlich. Ich gebe dir bei der UK-Divison recht. Wie Alvarez gesagt hat: „Does nobody in the UK train?“ Gerade Mandrews hat den Körper von einem Zwölfjährigen. Und Tyler Bate ist einfach nur lachhaft als Champion. Pete Dunne ist der einzige,dem ich Chancen einrechne

  3. HollywoodHogan sagt:

    Erstmal Glückwunsch zum 150. Gemosere!
    Ich find die Ideen mit der German-Division zum Feiern, ich hoffe Vinnie ließt nicht mit, der wäre begeistert und würde das genauso umsetzen 😀

    Ich frage mich eh, was WWE jetzt noch mit Reigns vorhat/ soll. Der hat noch nie gezündet und wird es jetzt nach WM33 erst recht nicht mehr. Oder glaubt daran ernsthaft noch jemand? Ein Krankenwagen wird Reigns auch nicht mehr retten …

    BTW: Wenn die Werbung nervt, einfach „uBlock Origin“ installieren als Browser-Addon ^^

  4. MusSan Sin Cara sagt:

    Ich habe mich auch immer gefragt, warum die britischen Wresler einen Bart tragen müssen. Und jetzt, wo du es erwähnst, Tyler Bate und Jack Gallagher sehen wirklich gleich aus.

    Wo du bei der möglichen deutschen WWE Roster bist, hast du vergessen zu erwähnen, dass alle Wrestler blond sein und blaue Augen haben müssen. Wenn jemand nicht blond ist und keine blauen Augen hat, dann muss er sich die Haare blond färben und Kontaktlinsen tragen, damit die Augen blau aussehen.

    PS: Der Typ, der mit mit dem Regenschirn hüpft, ist nicht bei Smackdown, sondern bei Raw. 😀

  5. Batista sagt:

    Herrlich, immer wieder der Hammer !? Glückwunsch zum 150.

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